Wenn schon Staaten, dann möglichst viele möglichst kleine

Von | 3. August 2016

“Im Zusammenhang mit Handel und Migration gelten Grenzen als Mittel zum Ausschluss ausländischer Arbeiter und Güter. In der Tat bieten Grenzen den Staaten die Möglichkeit, private Akteure wie Arbeiter, Händler, und Unternehmer auszuschließen. Andererseits können Grenzen auch eine sehr viel lobenswertere Funktion haben: Staatliche Grenzen dämmen die Staatsmacht ein. Mit anderen Worten, auch wenn Grenzen Güter und Menschen ausschließen, werden mit ihnen oft auch andere Staaten ausgeschlossen. Ein Beispiel: Die ehemalige Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland repräsentierte die Grenze des ostdeutschen Polizeistaates. Jenseits dieser Grenze war die Fähigkeit der Stasi, friedliche Menschen zu entführen, zu foltern und gefangen zu nehmen, sehr viel begrenzter als innerhalb ihres eigenen Gebietes. Die westdeutsche Grenze dämmte den ostdeutschen Staat ein. … ” (weiter hier)

5 Gedanken zu „Wenn schon Staaten, dann möglichst viele möglichst kleine

  1. sokrates

    Auch liberales Denken laesst sich in grossen Gebilden nie versirklichen! Die kleinen und schnellen fresssen die
    Grossen und langsamen! Ein Saurierbrauchte 2 Sekundenbis er draufkam dass er tot ist! 🙂

  2. Lisa

    Ein Europa der Regionen wäre ohnehin eine politisch, sozial und bei etwas weniger Turbokapitalismus auch wirtschaftlich bessere Lösung: Grossreiche mit ihrem Welherrscher-Anspruch kollabierteb irmmer irgendwann, denn Administration ist etwas Abstraktes, für viele Feindliches (der “Antrag auf Erteilung eins Antragformulars”…) Auch mit dem Versuch einer globalen Überwachung jedes Individuums kriegt man nie alle zu fassen. Wir können uns kaum mehr vorstellen, dass jemand keine Staatsangehörigkeit, keinen Pass, keine social security Nummer und dergleichen Zeugs besass, sondern allenfalls bei einer Taufe in den Archiven der Kirchen aufgeschreiben wurde und aufgrund von Empfehlungen durch die Stadttore gelassen wurde. Nur schon längere Abwesenheit von der Heimat führte noch vor einigen Jahrzehnten zum Verlust der Staatsangehörigkeit. Und was für Probleme das ergab, zeigt uns der Brave Soldat Schwejk… VWs könnten ja immer noch produziert und exportiert werden, aber man wäre nicht auf weit entfernte Niederlassungen angewiesen, sondern könnte frei – ohne staatliche Bevormundung – so handeln,wie es für die Region, bzw. derern Bevölkerung angemessen ist. Regionale Kontrollen und Regeln snd immer leichter und mit weniger Protesten verbunden als irgend ein Ukas von weiter oben. Auch Parallelgeselschaften können sich nur in Grossräumen etablieren, somit sind z.B. Zuwanderer zur Anpassung gezwungen.

  3. gms

    Lisa,

    > Ein Europa der Regionen wäre ohnehin eine [] bessere Lösung:

    ‘Regionen’ ist zu ‘Kleinststaaten’ kein zulässiges Anagramm, aber bis auf wenige Zeitgenossen mit starker Neigung zur argumentativen Tintenfischigkeit wissen das ohnehin die meisten Leute.

  4. astuga

    Wir brauchen weder ein Europa der Kleinstaaten, noch der künstlich definierten Regionen.
    Ganz sicher brauchen wir auch keine “suprantionale” Großmachtphantasie.

    Man sollte dort wirtschaftlich zusammenarbeiten, wo es ohnehin bereits offensichtlich sinnvoll ist.
    Zwangsläufig läuft man bei solchen Diskussionen aber Gefahr sich in schwammigen Konzepten und Begriffen zu verlieren (ein Einfallstor für Ideologen, und davon hat Brüssel bereits genug).
    Überspitzt gesagt: wir brauchen jedenfalls keine Wirtschaftsunion in der 28 verschiedene Länder 28 mal den gleichen Emmentaler herstellen, der dann in allen 28 Varianten in jedem Supermarkt zu finden ist.
    Und das ganze auch noch finanziell gefördert, mit viel bürokratischem Aufwand versehen und ideologisch verklärt.

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