Wer bitte ist da von Sinnen?

Von | 8. April 2014

(WERNER REICHEL) „Deutschland von Sinnen“ von Akif Pirinçci hat in der deutschen Medienlandschaft eingeschlagen wie eine Bombe. Pirinçci ist gelungen, woran viele Kritiker der politischen Korrektheit bisher gescheitert sind: Er führt die selbstgerechten Gutmenschen als kleingeistige, unterwürfige und verdruckste linke Spießer vor. Das gelingt ihm, weil er, im Gegensatz zu Thilo Sarrazin, erst gar nicht versucht, die verdrehten und absurden Glaubenssätze und Utopien der Neosozialisten mit Zahlen, Daten, Fakten und soliden Argumentationsketten zu hinterfragen. Er haut einfach auf den Putz. Und das mit einer brillanten, direkten, brutalen und vulgären Sprache.

Pirinçci überschreitet permanent die Grenzen des guten Geschmacks, aber selten die Grenzen der Vernunft. Er ist witzig, intelligent und bricht (echte) gesellschaftliche Tabus. Pirinçci verkörpert und macht all das, was linke Opportunisten so gerne für sich selbst in Anspruch nehmen und was sie allen Nichtlinken stets absprechen. Und jetzt das! Er hat ein linkes Monopol gebrochen. Und wie

.Deshalb haben viele von ihnen die Contenance verloren, sie plärren und schlagen wie kleine Kinder wild um sich. Die bisherigen Mittel, um unbequeme Geister mundtot zu machen und zu diskreditieren, greifen bei Pirinçci nicht. Es ist ihm nämlich ziemlich egal, ob er als Nazi bezeichnet wird oder nicht. Es amüsiert ihn, wenn sie ihn, wie in solchen Fällen üblich, als „Hassprediger“, „Provokateur“, oder „Populisten“ bezeichnen.

Pirinçci lässt sich nicht mehr auf die ewig gleichen Spielchen der Gutmenschen ein. Die sind deshalb etwas konsterniert. Was tun? Pirinçci ist noch dazu witziger, geistreicher, direkter, vitaler und er hat vor allem die wesentlich größeren Eier als sie. Die üblichen Verunglimpfungen reichen für Pirinçci deshalb nicht mehr aus.

Man langt in die unterste Schublade und setzt auf Beleidigungen und Untergriffe. Verächtlich nennt man ihn einen „doofen“ „Katzenkrimi-Autor“ oder einen Autodidakten. Es ist der klägliche Versuch politisch korrekter Bildungskleinbürger Pirinçci als ungebildeten und ressentimentgeladenen Proleten darzustellen. Doch auch das will nicht so recht gelingen. Deshalb fährt man mit noch schwereren Geschützen auf.

Da vergleicht etwa Ijoma Mangold in der „Zeit“ „Deutschland von Sinnen“ ernsthaft mit Hitlers „Mein Kampf“. In seiner Verzweiflung greift er zum ultimativen Totschlagargument, quasi zur argumentativen Wasserstoffbombe. Das ist allerdings so überdreht und lächerlich, dass es schon körperlich schmerzt. Und man fragt sich, was Herr Mangold und die anderen Hirten der politisch korrekten Schafherde machen, wenn tatsächlich der böse Wolf auftaucht. Noch lauter und schriller rufen als jetzt, geht wohl nicht mehr. Auch Robert Misik ist offenbar am Rande des Nervenzusammenbruchs. In der taz schreibt er:

„Die Rede ist vom rechten Hassprediger und Hetzschreiber Akif Pirinçci, der so doof ist, dass es körperlich schmerzt. Pirinçci (…) mit seiner Hassfibel gegen Frauen, Schwule und Zuwanderer (…)“

Oh wie pfiffig, da versucht einer den Stil von Pirinçci nachzuahmen. Netter Versuch. Nicht genügend! Und mehr oder weniger unverhohlen ruft Misik zur Zensur auf: „Ich habe den leisen Verdacht, dass an dieser unschönen Entwicklung das Internet und die mit ihm verbundene Utopie der „Demokratisierung“ der Medien nicht ganz unschuldig sind.“

Dem würde Recep Tayyip Erdoğan sicher sofort zustimmen.

Pirinçci hat mit „Deutschland von Sinnen“ die politisch korrekte Kruste, die alles überzieht und erdrückt, ein Stück aufgebrochen, er hat etwas in Gang gesetzt. Hoffentlich folgen ihm andere nach. Ansonsten werden die politisch korrekten Bücklinge die Risse wieder ganz schnell mit ihrem Meinungsbrei zuschmieren.

3 Gedanken zu „Wer bitte ist da von Sinnen?

  1. herbert manninger

    Tja, bisher waren es die Meinungsmacher gewohnt, bloß auf zaghafte Hinsichtl-Rücksichtl-Argumentations-Flankensicherungen der Marke “Ich bin sicher kein Rechter, aber…” zu stoßen.

  2. Manni Rossmann

    Pirinçci schreibt in seinem Buch Deutschland von Sinnen, dass es ihm schlecht werde, wenn Menschen aus dem Ausland migrierten und Forderungen an die Gesellschaft stellen. Er habe eine Türkei, die einem „gar nichts“ bot, unter bitterer Armut verlassen. Mittellos 1969 in Deutschland migriert, empfand er die Aufnahme als „unfassbares Geschenk“. Seine Familie hätte Deutschland „auf Knien gedankt“, wenn man es verlangt hätte.
    “Auf Knien danken” kann ersatzlos gestrichen werden, die damit indirekt angesprochene “Migration” als “Okkupation” ist eine in weiten Teilen beobachtbare Tatsache. Seine Sprache mag gelegentlich “prollig” sein, seine Thesen überzogen wirken, letzlich ist das aber eine “zielgruppenorientierte” Denkweise, nur eben unter umgekehrten Vorzeichen. In der Analyse würde ich sogar noch einen Schritt weitergehen als Pirinçci. Es trifft momentan eine hypersensible, überzivilisierte und in ihrer Begründungsrhetorik fast chinesisch ziseliert gewordene Identität auf eine Triviale, Kraftstrotzende und Kampfbereite. Das Resultat ist absehbar. Man kann gegen Gewaltexzesse nicht erfolgreich mit feinsinnig-verästelten moralphilosophischen Erwägungen bestehen. Und das kann durchaus als “evolutionärer Vorgang” begriffen werden, wie es Pirinçci hier:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_schlachten_hat_begonnen

    tut. Seine Diagnose, daß diese Gesellschaft wehrlos geworden ist, oder sich zumindest auf dem ‘schlechtesten’ Wege dahin befindet, ist sicher nicht völlig falsch. Als Unbeteiligter registriert man einfach ein sich permanent wiederholendes historisches Phänomen: Eine schwach und dekadent gewordene Zivilisation, die ihre Abwehrkraft eingebüßt hat, wird durch eine resistentere und aggressivere abgelöst.

    Pirinçci befindet sich ähnlich wie Broder in der privilegierten Position, solche Themen aus der vermeintlichen “Opferperspektive” offen ansprechen zu können, ohne gleich mit dem Nazi-Bannfluch belegt und mundtot gemacht zu werden, bestimmte Wahrheiten werden hierzulande eben nicht gerne gehört und deshalb mit dem Attribut: “Äh bäh” belegt. Er spricht und denkt wie seine Gegner, nur halt andersherum.

    Insgesamt ein erfreulicheres Beispiel für Integration, Proll hin oder her. Dogmatisch zugekleisterte Idioten können wir auch selbst in genügender Anzahl reproduzieren, die muß man nicht zwingend importieren.

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