Wer braucht schon Geschichte?

“….Französische Revolution, Weimarer Republik, DDR: Immer mehr deutsche Schüler wissen darüber – nichts….” (hier)

12 comments

  1. kannitverstaan

    Geschichtswissen hilft, politische und gesellschaftliche Entwicklungen besser zu erkennen und eine eigene Meinung zu bilden. Beides ist unerwünscht und für die Lenkbarkeit des Stimmviehs eine Gefahr. Dass damit der Begriff der Freiheit aktiv eliminiert wird, ist mehr als klar – aber nur für eine schrumpfende Minderheit!

  2. Fragolin

    Warum sollen sich auch geknechtete unterbezahlte Lehrer mit solch trockenem Stoff herumärgern?
    Einfach ZDF einschalten und warten (dauert nicht lange…) bis Guido Knopp vorbeikommt und die Welt erklärt.
    Wie das so war damals mit dem Osten und mit dem Hitler und mit der Zeit davor.
    Alles politisch korrekt aufgearbeitet, informationsbefreit und sprachgespült. Und kein Zuschauer kann dumme Fragen stellen die den Oberlehrer in Erklärungsnot bringen könnten oder sogar in die gefährliche Situation, entscheiden zu müssen, mit welcher Lüge man denn die politisch unkorrekte, aber wahre Antwort vermeiden kann…
    Ein dummes Volk lässt sich leicher lenken. Deshalb vertreibt man jetzt auch die letzten Intelligenten und Leistungsfähigen und ersetzt sie durch fanatisierbare Analphabeten…

  3. Reini

    sehe dies genauso
    umso besser man die Geschichte kennt bzw. man daraus lehren ziehen kann, umso genauer kann man die zukünftige Entwicklung einer Gesellschaft voraussagen!
    … unsere Kinder werden uns die heutigen Fehler danken!!…. ;-(

  4. mariuslupus

    Doch, Geschichte ist nützlich. Sie ist nützlich wen die Geschichte auf 12 Jahre begrenzt wird. Ausgehend von diesen 12 Jahren kann alles erklärt werden. Diese Zeit liefert dass entsprechende Vokabular, diese Zeit ist die Inspiration für den Umgang mit Andersdenkenden, die Einführung der politisch korrekten Sprache und die Steuerung der Redefreiheit im Sinne des sozialistischen Internationalismus. Und das Propagandaministerium nicht zu vergessen

  5. gms

    Wer braucht schon Geschichte? — Dieselbe Frage stellt sich bezüglich Altgriechisch und Latein.

    Ein vertieftes Verständnis für Funktionsweisen und Ausdrucksmöglichkeiten von Sprachen, für die dabei entstandenen Konzepte, Begriffe, Nuancen und das, was damit ausgedrückt werden soll und was nicht — all das ist hinderlich für jene, die zur gezielten Verdummung der später zu Bevormundenden sowohl deren Bildung, wie auch konsequent die dafür nötigen Vehikel unterminieren.
    ‘Die schönsten Gedichte werden auf weißem Papier geschrieben’ — das wußte schon Mao, den die Idee eines blanken Menschen (“tabula rasa”), der völlig friktionslos mit beliebigen Inhalten gefüllt werden kann, zur verzückten Poesie auf millionenfach kopierten Zetteln trieb.

    Das klassische achtjährige Gymnasium (im Englischen heute noch der Ort der Ertüchtigung) mit seiner umfassenden humanistischen Bildung abseits gezielter Vorbereitung auf bestimmte Berufe, ist aus trivial einsichtigen Gründen erklärtes Ziel-1-Gebiet zum daran Hacken und Sägen.
    Wer die Zukunft richtig vorhersagen will, legt heute dessen Basis, oder eben die Axt an eben diese. Niemand weiß das besser als Sozialisten, die denken und handeln historisch, sie haben Ziele und setzen Taten, damit ihre Ziele morgen Wirklichkeit werden. Das tintenfischartige Vernebeln der Historie zur Verschleierung des eigenen Wirkens in der Vergangenheit folgt dem roten Lehrbuch ebenso, wie alle anderen praktizierten Verdrehungen, Aushöhlungen und Pervertierungen. Die Hegemonie muß allumfassend sein und zügelt daher, was man wissen, denken und ausdrücken kann. Der Rest folgt von alleine, weshalb Linke in der Koalition schon mal auf Finanz-, Innen- und Verteidigungsministerium verzichten, solange sie Bildung und Medien kontrollieren.

    Die Universitäten haben Sozialisten lange schon erobert, und dorthin soll unter dem Schlagwort der vermehrten Akademisierung der Nachwuchs getrieben werden, bloß würden Studenten mit den Professoren schlittenfahren, hätten sie in der Schule davor selbständiges Denken und den Unterschied zwischen Bauklötzen und Seifenblasen gelernt und verinnerlicht. Kindergärten, Schulen und Universitäten zur Erlangung der Kompetenz zum Wischen auf Touchscreens ist der ultimative feuchte Traum. Zum Abstimmen an der Urne reicht ein Mausklick, und mehr muß der neue Mensch nicht zu leisten in der Lage sein.

  6. Thomas Holzer

    Der reale Sozialismus in EU-Europa ist schon ziemlich erfolgreich, in Deutschland unter IM-Merkel anscheinend noch erfolgreicher als bei uns, und das soll was heißen!

  7. kannitverstaan

    Welche Massnahmen können wir als mündige Bürger setzen, um diese Verdummung aufzuhalten? Nachdem in Österreich keine Schulpflicht, sondern Unterrichtspflicht besteht, bleibt wohl der Weg in private Einrichtungen, sei es Privatschulen oder Home Schooling – das im übrigen immer populärer wird und aus unserer Erfahrung im Freundes- und Bekanntenkreis sich zunehmender Beliebtheit erfreut! Kleine Schritte zwar, aber wahrscheinlich eine der Möglichkeiten, uns nicht vollkommen versozialistisieren zu lassen.

  8. Mona Rieboldt

    @gms
    Was ist das Gymnasium heute noch wert? Was lernt man da heute noch? Selbst Germanistik-Studenten beherrschen ihre eigene Muttersprache nicht mehr. Rechtschreibung ist mangelhaft, bei Interpunktion denken inzwischen viele, das ist nur etwas, was anderen passiert.
    In NRW, rot-grüne Regierung, sind Diktate verboten worden, gibt es nicht mehr. Als Studenten wimmeln ihre Arbeiten vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern, wobei die Arbeit inhaltlich nicht mal schlecht ist.
    Und wenn man nicht einmal seine eigene Muttersprache beherrscht, braucht es wohl auch kein Altgriechisch oder Latein.

  9. Ch.

    Im Schulwesen ist nicht mehr der Wissenserwerb wesentlich, sondern Pisa-Ergebnisse. Und dort kommt Geschichte nicht vor.

  10. Rennziege

    16. Dezember 2015 – 15:37 gms
    Ich tät’ ja gern was G’scheites zum Thema schreiben, aber was soll’s? Was Sie geschrieben haben, bedarf keiner Ergänzung.
    Ich gestatte mir nur eine redundante Fußnote: Die letzten Wohltaten eines humanistischen Gymnasiums durchlebt und durchschwitzt zu haben war meine Eintrittskarte ins Leben, was man häufig erst im Rückblick merkt. Die Wiener Uni war schon ein Abstieg vom mitgebrachten Niveau.
    Auch heute noch helfen Altgriechisch (ziemlich ungeliebt) und Latein (geliebt und profitabel, mit Nachhilfestunden viel Geld verdient) mir im täglichen Leben: Ich verstehe Juristen und Ärzte, mit denen ich beruflich zu tun habe, auf Anhieb, auch die meisten Techniker in ihrem beruflichen Jargon, ohne groß nachfragen zu müssen.
    Die humanistischen Pädagogen waren beinhart, verschenkten nichts, haben mir auch eine Ehrenrunde in der Fünften beschert; aber sie waren meist humorvoll, zugetan und diskursbereit, und ich erinnere mich gern an sie.
    Schon die alten Sprachen sind zusätzlich ein knupriger Weg in die Geschichte der Welt, sie schaffen Horizonte und innere Ruhe für ein ganzes Leben. Dies rundete ein Geschichtsunterricht ab, der keineswegs das vielgescholtene Auswendiglernen von Jahreszahlen zum Ziel hatte, sondern das Erkennen von Ursache und Wirkung, von Kulturen und Religionen, von Philosophie und Politik.
    Auch die Begeisterung für Geschichte ist mir geblieben, aus der wie von selbst ein Interesse an der Gegenwart sprießt.
    Man glaubt gar nicht, welches Ansehen man in Kanada und den USA erringt, wenn man ein bisschen abendländische Bildung und Verliebtheit in Sprachen durchscheinen lässt. (Vorsicht: Nur ja nicht angeben damit!)

    An die meisten meiner Lehrer (nicht nur Männer) erinnere ich mich gern; sie waren Persönlichkeiten, selbst wenn man sie als Teenie herzhaft in den Στυγὸς wünschte. Aber fragen Sie mal heute einen Akademiker, was der Styx ist — er wird “sticks” verstehen und fragen: “O.K. USB 2.0 oder 3.0?)

    Pardon! Nun ist es doch mehr als eine Fußnote geworden. Aber wes das Herz voll ist … eh scho’ wissen.
    Und wer wie in Mitteleuropa, besonders in Österreich, die gymnasiale Bildung ausrotten oder einebnen will, weiß, was er damit tut. Dahinter steht ein infames Konzept, wie von anderen Postern hier schon beschrieben.

  11. Lisa

    zit: “Die Inhalte werden verhandelbar. Sie dienen ja nur einem Zweck: der Kompetenzvermittlung”Jetzt möchte ich aber ganz gern wissen, wie jemand ohne Kenntnis der geschichtlichen Fakten Kompetenz erwerben soll! Die erwähnten Fragestellungen sind ja gar nicht historisch, sondern soziologisch/politisch. Aber so das ist natürlichein ein wirksames Bearbeitungsinstrument der zukünftigen Wähler. Bleibt zu hoffen, dass die sich dann eher über Whatsapp informieren.

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