Wer braucht Soldaten? Anrufbeantworter reichen!

Von | 4. Mai 2014

“Guten Tag. Wir haben soeben kapituliert.” Oder: Bloß keine harschen Reden, lieber Runde Tische. So etwa ist die Stimmung, wenn die Deutschen an Wladimir Putins Verhalten in der Ostukraine denken, spottet Henryk Broder in der “Welt

7 Gedanken zu „Wer braucht Soldaten? Anrufbeantworter reichen!

  1. FDominicus

    Ich schlage vor Herr Broder geht in die Ukraine, schließt sich der “regulären” ukrainischen Regierung und deren Truppen an und kämpft am schwarzen Meer für die deutsche Demokratie, Recht und natürlich gegen Putin. Sollte er sich dazu nicht bereit erklären nenne ich ihn einfach mal einen Pharisäer.

  2. Rennziege

    @FDominicus:
    Da wird sich Henryk M. Broder aber sehr schämen! Und Sie um Verzeihung bitten. Stellen Sie Ihren Anrufbeantworter an, um sein haltloses Schluchzen für die Nachwelt zu dokumentieren. 🙂

  3. Josef Roth

    Spätestens nach der übernächsten Heeresreform dürfte Österreich diesen gesegneten Zustand (Anrufbeantworter) erreicht haben!

  4. Mona Rieboldt

    Rennziege,
    *lach* über Ihren Text

    Allerdings hat Broder in dem Text auch geschrieben, dass die Ukraine ein failed state und keinen einzigen Soldaten wert ist, auch nicht für die Ost-Erweiterung der EU. Das hat FDominicus wohl “überlesen”.

  5. gms

    Dieses nimmermüde Steineklopfen von wegen “OSZE-Beobachter” saugt inzwischen metaphorisch das Schwarze Meer inklusive floralem Grund innert Sekunden durch einen Cocktailstrohalm.

    Hätte die in dieser Angelegenheit dilettierende deutsche Regierung eine Rot-Kreuz-Mission vorgetäuscht, dann gäbe der mitgeführte Verbandskasten und die unstrittige Fertigkeit des leitenden Obersts im Plasterkleben zumindest eine halbwegs plausible Tarnung ab. Alternativ hätte es auch eine Reisebibel getan und die Behauptung, man sei Gesandte des Vatikans. Der Papst hätte das gewiß durch Schweigen gedeckt, und nicht wie die OSZE wortreich mit dem Kopf geschüttelt.

    Der nicht ganz so weit ausgeschickte Peter Altmaier bewahrte zuhause wenigstens ausreichende menschliche Größe, sich wie ein getretener Hund zu winden ob der abenteuerlichen Märchen, die er verbreiten mußte. Das kleinlaute und artige Danke von der Leyens in Richtung Moskau nach Freikunft der Geiseln war daher mehr als angebracht, nachdem man sie aus dieser Kasperliade mit einem blauen Auge wieder rausließ. Deutsch-russische Freundschaften sind halt doch was wert.

    Warum — im übertragenen Sinne — die Geiseln nicht aufgestanden und gegangen sind? Stategisch betrachtet war’s eine unfehlbare Aktion. Entweder, die Kundschafter hätten ihren militärischen Zweck erfüllt, oder aber, wie gehabt, aller Welt verdeutlicht, welch ein Bösewicht sich dort an sakrosankten “OSZE-Leuten” vergreift. Wären sie nicht so rasch freigekommen, bewiese dies Putins Menschenverachtung, nun beweist es, daß er dort das alleinige Sagen hat.
    Hervorragendes Schach — Mission accomplished. Weiter geht’s in Odessa.

    Warum nun Broder ausgerechnet das tote und eiskalte OSZE-Pferd reitet wie anno dazumal Franz Klammer die Kitzbüheler Streif? Er braucht diese Mär erkennbar als Unterfutter für seine Darstellung des brustschwachen und ins Quasseln verliebten Westens, der lieber mehr Power in Aufrüstung denn in runde Tische investieren sollte, zumal östlich von Polen das Sowjetreich immer noch zuckt, und selbigem mit rhetorischem Tischfußball nun mal nicht beizukommen ist angesichts dessen blutrünstigen und historisch zeitnah belegten Expansionsbestrebungen. Jahrzehntelang war der schwere Alkoholiker trocken und daher willkommener Gast in westlichen Selbsthilftgruppen, doch nun wurde er mit Krimsekt rückfällig, daher Gnade uns Gott!

    Obamas Grundsatzrede vom 26.März in Brüssel zielte auf burden sharing ab, auf’s Verteilen der militärischen Last auf mehreren Schultern, demgemäß der ostentative Schulterschluß zwischen den USA und der EU in der Ukraine Symbol- und Neustartcharakter haben müsse.
    Primär aber und oberster Leitstern sind, wer hätte’s gedacht, “westliche Werte”, für die es bis zum bitteren Ende gegen einen homophoben und die Krim annektierenden (Völkerrecht!) Despoten in Moskau einzustehen habe. Einen wirtschaftlichen oder militärischen Grund gibt es für die USA selbstmurmelnd nicht, wenngleich sogar 90-jährige extreme Langsamdenker noch zu Lebenzeiten den evidenten Widerspruch zum wiederholt thematisierten “burden sharing” entdecken könnten.

    Wer braucht Soldaten? Märchenonkel mit großen Megaphonen reichen!

    Die eine oder andere symbolische Milliarde wird wohl in Rüstung versenkt werden, während weit entscheidender die westlichen Völker per Verordnung von der Kanzel herab mit Handelsverboten betreffend Rußland belegt werden und diese sich nolens volens anderwärtig orientieren. So verteilt halt jeder seine Lasten so gut er eben kann und damit durchkommt.

  6. Thomas Holzer

    Warten wir den Moment ab, wenn die ersten CIA und/oder FBI Mitarbeiter -welche angeblicher Weise die ukrainische Armee bei deren Einsätzen gegen Terroristen “beraten”- von diesen Terroristen gefangen genommen werden.
    Dann wird der Herrn Jazenjuk wieder dilettierend in die Kameras rufen, daß Russland den III.Weltkrieg anstrebt………

  7. Reinhard

    Des wertgeschätzten Herrn Broders Irrtum liegt in diesem Satz:

    “Auch die sogenannten Putin-Versteher irren sich, wenn sie uns erklären, worum es dem Kreml-Macho geht.”

    Der Witz ist nämlich, dass die inzwischen als “Putin-Versteher” diffamierten Kritiker am Dillettantismus des Westens genau jene sind, die die ganze parapsychologische Ferndiagnose der Möchtergernpropagandisten im Dienste der Falken vehement ablehnen. Es sind nämlich genau jene schäumenden Hetzer, die ständig die angeblichen Gedanken Putins analysieren und jeden Zweifler an ihren Phantastereien (vom Überfall auf Schweden bis zum Anstreben der Weltherrschaft) als moskautreue Amerikahasser verunglimpfen.

    Nein Herr Broder, die sogenannten Putin-Versteher erklären als einzige eben NICHT, worum es dem Kreml-Macho geht. Sie sehen ihn einfach als intriganten, verlogenen und geschickten Taktierer, aber nicht als Imperator – hätte er expansive Ambitionen, hätte er diese vor Jahren bereits direkter ausleben können.
    Aber den Ball, den Putin kaltschnäuzig zu seinem innenpolitischen Gewinn versenkt hat, hat ihm der ebenso intrigante und verlogene, aber beim Taktieren leider recht stümperhafte Westen in Form der EU direkt vor die Füße gerollt.
    Und jetzt lässt sich die EU auch noch von den USA vor sich hertreiben, obwohl deren Präsident auch nicht gerade durch Geschick brilliert. Dort bereiten sich die Händler des überschüssigen (und damit den Preis verderbenden) gefrackten Erdgases ebenso wie die Rüstungsindustrie auf eine Riesen-Party auf Kosten der EU-Steuerzahler vor. Die Gefahr eines atomaren Konfliktes auf europäischem Gebiet (übrigens keine Drohung Putins sondern der Korruptionsprinzessin und Darling der EU Julia T.) ist den USA, die Europa schon lange eher als unliebsame Konkurrenz denn als Partner sehen, recht gleichgültig. Obama möchte europäische Truppen in diesen Krieg senden, dann wäre die Verteidigung Russlands auch nur gegen Europa gerichtet, nicht jedoch gegen die USA, die ja nur eine untergeordnete Rolle in diesem Nato-Einsatz spielen würden.
    Erst dann in einen Krieg einzugreifen, wenn es für einen selbst nicht mehr eng werden kann, ist eine Strategie, die sich bewährt hat…

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