“Wer ist hier der Pöbel – die Kapitalisten oder die Kapitalistenkritiker?”

Ganz interessanter Essay in der NZZ über das gestörte Verhältnis der Philosophen zum Kapitalismus: “Reiche sind unmoralisch, denn sonst hätten sie es ja nicht zu Reichtum gebracht: Das ist ein Klischee, das Philosophen gerne pflegen, wenn sie über Reichtum und Armut sinnieren. Das hat damit zu tun, dass sie in der Marktwirtschaft nicht jene Position besetzen, die ihnen gemäss eigener Einschätzung eigentlich zusteht.” weiterlesen hier

7 comments

  1. Kluftinger

    Wenn man den Beitrag liest, kommt man nicht umhin sich zu fragen, ob die zitierten Philosophen nicht merken wie peinlich ihre Ergüsse sind?
    Eine aus dem Gedankengut des 19. Jhdt. herausgerissene Textstelle in die Realität des 21. Jhdt. zu implantieren und das noch mit Forderungen verbunden die abstruser nicht sein können, das mag zwar einige Verlage erfreuen, aber man sollte das bitte nicht für überlegenswert halten!

  2. Herbert Manninger

    Es ist die archaische Triebfeder, deren Druckkraft auch ein sich intellektuell dünkender, aber offensichtlich selbstreflexionsschwacher Philosoph nicht entkommt:
    NEID.

  3. Selbstdenker

    Ausgezeichneter NZZ-Artikel!

    Besonders das folgende Zitat ist sehr entlarvend, was das “Denken” dieser “Philosophen” anlangt:

    “Der Reiche pöblisiert dadurch, dass er die Ketten der Kooperation gesprengt und sich zum unumschränkten Herren seiner Wünsche gemacht hat. Damit erreicht er eine Freiheit, die andere nicht haben, und diese Freiheit korrumpiert ihn. Seine Pöbelhaftigkeit ist ein sittlicher Mangel aus einem Überschuss an Freiheit.”

    Dieser Dummkopf verwechselt Freiheit mit Macht. So etwas passiert eben, wenn man seine Thesen auf dem von Rousseau korrumpierten “Freiheits”begriff freedom to statt dem klassisch-liberalen freedom from aufbaut.

    In eifachen Worten: garbage in – garbage out

    Dazu ein sehr sehenswertes Video vom Academic Agent:
    https://thelandofthefreeblog.wordpress.com/2019/01/03/why-rousseau-is-the-problem/

  4. Falke

    Die Philosophen glauben offenbar, dass den “Reichen” ihr Reichtum – natürlich unverdient – sozusagen vom Himmel gefallen ist und sie dafür gar nicht arbeiten müssen bzw. mussten. Dass man dafür besonders hart (und vor allem mit Köpfchen) arbeiten muss (außer man hat das Geld geerbt oder im Lotto gewonnen), kommt ihnen nicht in den Sinn. Deswegen sind auch die Philosophen (und anderen Geisteswissenschaftler) so gut wie nie reich. Wären sie es, würden sie wohl ganz anders über die Reichen urteilen.

  5. Thomas

    Die Pöbler sind ganz eindeutig die, die irgendwelche Pauschalisierungen über Philosophen schreiben, die sie offensichtlich nicht gelesen haben. Es gibt ganz viele intelligente Kritiker unseres gegenwärtigen Systems und der Mehrbesseren, die meinen, sie hätten sich ihren Reichtum redlich, ohne glückliche Zufälle und unabhängig von anderen Menschen erworben. Und dann gibt es noch Schreiber unter den Mehrbesseren, die nur bei einer Zeitung schreiben können, weil sie die gleiche Gesinnung wie der Feuilletonchef haben, nicht weil sie etwas Intelligentes zu sagen hätten.

  6. fxs

    Ich nehme an, die meisten der Reichenkritiker sind Universitätsprofessorenund als solche gehören sie ja auch nicht zu den Armen des Landes. Ihren Wohlstand verdanken sie aber den Reichen, die ja so nebenbei die Finanzierungsquelle der Wissenschaften sind.

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