Wer jetzt mehr Europa fordert, dem liegt nichts an Europa

Der Kern der (EU-)Vereinigungsfantasien ist eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik, ohne die es ein geeintes Europa nicht geben könne. Das ist eine gefährliche Drohung, denn die gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik wäre eine Planwirtschaft nach französischem Vorbild….” (Hans Winkler in der “Presse”)

22 comments

  1. KClemens

    Wieso nach französichem Vorbild?

    Ich denke eher, daß es ein deutsches Vorbild geben wird.

  2. Rennziege

    “Die Minderleister sollen also das Tempo vorgeben”, schreibt Hans Winkler treffend. Damit hat er auch die seit langem praktizierte Schul-, Sozial-, Steuer- und Wirtschaftspolitik so gut wie aller EU-Staaten präzise umrissen.

  3. world-citizen

    Das schlimme ist, daß es bezüglich der Politik keine global gültigen Regeln gibt, auf die man verbindlich bauen könnte.

    So gibt es zum Beispiel auf dem indischen Subkontinent eine Bundesrepublik, bestehend aus 28 Bundesstaaten und 7 Unionsterritorien mit insgesamt 1,2 Milliarden Menschen, die mehr als 100 verschiedene Sprachen sprechen, und an mindestens 9 unterschiedliche Religionen glauben. Und dieser Staat ist dabei, eine Dynamik zu entwickeln, worüber wir Europäer nur staunen können.

    Andererseits gibt es jenseits des Atlantiks ein Gebiet, das von Niederkalifornien im Norden bis nach Feuerland im Süden reicht, wo fast allen Menschen die selbe Sprache sprechen und die selbe Religion haben. Und dennoch ist dieses Gebiet in 18 kleinere und größere Staaten aufgespalten, die mitunter stark rivalisieren und auch schon gegeneinander Kriegen geführt haben.

    Die aus diesen Tatsachen resultierende zwingende Logik ist, daß ein funktionierendes Verwaltungsgemeinwesen weder eine gemeinsame Sprache und Kultur zwingend benötigt und andererseits eine vermeintlich homogene Bevölkerung kein Garant für das klaglose Funktionieren eines solchen sein kann.

    Und der europäische Subkontinent ist trotz Krise immer noch ein wirtschaftlicher Riese, aber ein politscher Zwerg.

    Wer sind die 5 mächtigsten Menschen der Erde??
    Wie auch immer die Frage beantwortet wird – es ist sicher kein einziger Europäer dabei.

  4. Rennziege

    @world-citizen

    Der indische Subkontinent, Meister WC, verzeichnet freilich mehr als hundert verschiedene Sprachen und Dialekte, teilweise in Schriftform überhaupt nicht vorhanden, nur noch Folklore. Also ist an höheren Schulen und an Unis seit Ewigkeiten Englisch die Unterrichtssprache, was auch für die ziemlich mühelose Anpassung der Inder an den globalen Austasuch von Waren und Dienstleistungen gesorgt hat. In Wirtschaft und Politik verkehrt man ebenso auf Englisch miteinander, schriftlich wie mündlich.
    Ihr Vergleich mit Südamerika hinkt nicht minder. Diese zahlreichen Staaten haben nicht das geringste Interesse, eine Union einzugehen; dazu kennen sie einander und ihre sehr verschiedenen Temperamente allzu gut. (Eine Einsicht, die auch der EU nicht geschadet hätte. Nun dämmert sie allmählich, leider zu spät.)
    Die “aus diesen Tatsachen resultierende zwingende Logik” (Ihre Worte, allerdings nicht auf Tatsachen fußend) daraus ist, dass Gottes Tiergarten groß ist — und dass die meisten Viecher lieber ihre gewachsenen Eigenarten bewahren, als sich in einem Gulag Zoo zu handzahmer Harmonie dressieren zu lassen.

  5. world-citizen

    @Rennziege

    >>>>>>>>>>>>>>>>> Also ist an höheren Schulen und an Unis seit Ewigkeiten Englisch die Unterrichtssprache, was auch für die ziemlich mühelose Anpassung der Inder an den globalen Austasuch von Waren und Dienstleistungen gesorgt hat. In Wirtschaft und Politik verkehrt man ebenso auf Englisch miteinander, schriftlich wie mündlich. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Ihr Vergleich mit Südamerika hinkt nicht minder. Diese zahlreichen Staaten haben nicht das geringste Interesse, eine Union einzugehen; dazu kennen sie einander und ihre sehr verschiedenen Temperamente allzu gut. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> dass Gottes Tiergarten groß ist — und dass die meisten Viecher lieber ihre gewachsenen Eigenarten bewahren <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Ja, auch ich will mir meine Eigenart bewahren, die unter anderem darin besteht, daß Heimat für mich nicht Verwurzelung, sondern genau das Gegenteil bedeutet. Und was mich daran hindert, meine Eigenart zu leben, das sind die immer noch im Übermasse vorhandenen Trennlinien, deren Abbau wohl das vorrangigste aller Anliegen bleiben muß.

  6. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>> Also ist an höheren Schulen und an Unis seit Ewigkeiten Englisch die Unterrichtssprache, was auch für die ziemlich mühelose Anpassung der Inder an den globalen Austasuch von Waren und Dienstleistungen gesorgt hat. In Wirtschaft und Politik verkehrt man ebenso auf Englisch miteinander, schriftlich wie mündlich. <<<<<<<<<<<<<<<<<<>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Ihr Vergleich mit Südamerika hinkt nicht minder. Diese zahlreichen Staaten haben nicht das geringste Interesse, eine Union einzugehen; dazu kennen sie einander und ihre sehr verschiedenen Temperamente allzu gut. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> dass Gottes Tiergarten groß ist — und dass die meisten Viecher lieber ihre gewachsenen Eigenarten bewahren <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Ja, auch ich will mir meine Eigenart bewahren, die unter anderem darin besteht, daß Heimat für mich nicht Verwurzelung, sondern genau das Gegenteil bedeutet. Und was mich daran hindert, meine Eigenart zu leben, das sind die immer noch im Übermasse vorhandenen Trennlinien, deren Abbau wohl das vorrangigste aller Anliegen bleiben muß.

  7. KClemens

    @worldcitizen,

    Schlagen Sie den USA mal vor gemeinsam mit den Staaten herunter bis Feuerland eine gemeinsame politische Union zu bilden. Beginnend mit einer gemeinsamen Währung, dem Pesudo.

    Auf die Antworten wäre ich mal gespannt.

  8. Rennziege

    Schluchz! Stöhn! Nur vier Österreicher auf der Teilnehmerliste der diesjährigen Bilderberg-Sause im britischen Warford:

    AUT Bronner, Oscar — Publisher, Der Standard Medienwelt
    AUT Schieder, Andreas — State Secretary of Finance
    AUT Scholten, Rudolf — Member of the Board of Executive Directors, Oesterreichische Kontrollbank AG
    DEU Achleitner, Paul M. — Chairman of the Supervisory Board, Deutsche Bank AG

    (Herr Achleitner tritt zwar für Deutschland auf, ist aber Ösi.)

    Kein Faymann, kein Spindelegger, keine Claudia Schmied, keine Eva Glawischnig-Piesczek und sonstige fesche Doppelnamen? Nicht einmal ein Androsch, Taus oder Gusenbauer? Was soll bloß aus Österreich werden? Lässt uns die Nomenklatura der Weltregierung schändlich im Stich?

    Komplette Teilnehmerliste und aktuelle Bilderberg-Agenda hier:
    http://www.infowars.com/breaking-official-bilderberg-attendee-list-released/

    Die üblichen Obskuranten werden sich daraus etliche Pullover stricken. Aber mehr Zuwendung hat diese Veranstaltung nicht verdient.

  9. Rennziege

    @Rennziege

    Hurra! Fünf Landsleute sind in Watford. Ausgerechnet einen waschechten Villacher hab’ ich übersehen:

    DEU Löscher, Peter — President and CEO, Siemens AG

  10. world-citizen

    KClemens :
    @worldcitizen,
    Schlagen Sie den USA mal vor gemeinsam mit den Staaten herunter bis Feuerland eine gemeinsame politische Union zu bilden. Beginnend mit einer gemeinsamen Währung, dem Pesudo.
    Auf die Antworten wäre ich mal gespannt.

    Leider sind Teile meines Textes beim posten verloren gegangen; daher nochmals:

    De facto wird der Süden des Kontinents ohnehin vom Norden regiert. Dafür dürfen die Einwohner des Südens auch immer wieder auf die ungeliebten “Gringos” schimpfen.

    Und in Ecuador ist ohnehin schon seit 13 Jahren der USD die Landeswährung. In allen übrigen Staaten ist er Zweitwährung. Warum also dann nicht gleich eine Währungsunion.

    Ecuador ist mit Sicherheit ärmer als Griechenland.

  11. Michael Haberler

    @Rennziege
    Tja, der Öttinger hat gerade das S-Wort ausgesprochen (“S” wie “Sanierungsfall”), und dafür kriegt er gerade den Sack über den Kopf gezogen, da der Kaiser voll gekleidet zu sein hat

    dabei hatte ich nicht den Eindruck, dass der bei den schärfsten Messern in der Lade liegt – also wenns schon mal dort ankommt..

  12. KClemens

    world-citizen :

    KClemens :
    @worldcitizen,
    Schlagen Sie den USA mal vor gemeinsam mit den Staaten herunter bis Feuerland eine gemeinsame politische Union zu bilden. Beginnend mit einer gemeinsamen Währung, dem Pesudo.
    Auf die Antworten wäre ich mal gespannt.

    Leider sind Teile meines Textes beim posten verloren gegangen; daher nochmals:
    De facto wird der Süden des Kontinents ohnehin vom Norden regiert. Dafür dürfen die Einwohner des Südens auch immer wieder auf die ungeliebten “Gringos” schimpfen.
    Und in Ecuador ist ohnehin schon seit 13 Jahren der USD die Landeswährung. In allen übrigen Staaten ist er Zweitwährung. Warum also dann nicht gleich eine Währungsunion.
    Ecuador ist mit Sicherheit ärmer als Griechenland.

    Seltsam, immer wenn man die schlagenden Argumente braucht, hat sie das Forum “gefressen”.

    Sorry, die Entschuldigung ist lahmer als eine lahme Ente.

    Und wenn südamerikanische Staaten den USD freiwillig als Ersatz- oder Parallelwährung verwenden, so können Sie dies tun. Es ist freiwillig.

    Die USA sind nicht angekommen, und haben gesagt, ab dem 1.1.xxxx gilt nur noch der Pesudo.

    Aber ich fürchte, Sie weigern sich auch weiterhin strikt, die Unterschiede anzuerkennen.

  13. world-citizen

    @KClemens

    Wirtschaftsexperten sind sich darüber einig, daß es für Ecuador gut war, die Landeswährung aufzugeben und der Dollarzone beizutreten. Und warum soll das dann für das bei weitem nicht so arme Griechenland nicht gelten?

  14. KClemens

    world-citizen :
    @KClemens
    Wirtschaftsexperten sind sich darüber einig, daß es für Ecuador gut war, die Landeswährung aufzugeben und der Dollarzone beizutreten. Und warum soll das dann für das bei weitem nicht so arme Griechenland nicht gelten?

    Sie wollen es wohl nicht verstehen. Ecuador hat dies freiwillig, und nicht in einer Maßnahme, diktiert von den USA getan.

    Sie kennen den Unterschied zwischen freiwillig und Verpflichtung nicht?
    Kann ich verstehen, ich Zeiten der freiwilligen Selbstverpflichtungen fällt das so manchem recht schwer.

    Merken Sie gar nicht, daß wir von unseren Regierungen schon massenhaft SEDiert werden?

  15. KClemens

    KClemens :

    world-citizen :
    @KClemens
    Wirtschaftsexperten sind sich darüber einig, daß es für Ecuador gut war, die Landeswährung aufzugeben und der Dollarzone beizutreten. Und warum soll das dann für das bei weitem nicht so arme Griechenland nicht gelten?

    Sie wollen es wohl nicht verstehen. Ecuador hat dies freiwillig, und nicht in einer Maßnahme, diktiert von den USA getan.
    Sie kennen den Unterschied zwischen freiwillig und Verpflichtung nicht?
    Kann ich verstehen, ich Zeiten der freiwilligen Selbstverpflichtungen fällt das so manchem recht schwer.
    Merken Sie gar nicht, daß wir von unseren Regierungen schon massenhaft SEDiert werden?

    Edit:

    Wirtschaftsexperten sind eine durchaus anzuzweifelnde Größe. Solange Ecuador weiter auf dem Status eines Entwicklungs/Schwellenlandes verharrt, kann es mit der Wirtschaftsleistung nicht so dolle sein.

  16. world-citizen

    @KClemens

    >>>>>>>>>>>>>>> Sie wollen es wohl nicht verstehen. Ecuador hat dies freiwillig, und nicht in einer Maßnahme, diktiert von den USA getan. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Es gibt kein Land, das nicht freiwillig der Eurozone beigetreten ist. Kein Land wurde dazu gezwungen.

  17. KClemens

    world-citizen :
    @KClemens
    >>>>>>>>>>>>>>> Sie wollen es wohl nicht verstehen. Ecuador hat dies freiwillig, und nicht in einer Maßnahme, diktiert von den USA getan. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<
    Es gibt kein Land, das nicht freiwillig der Eurozone beigetreten ist. Kein Land wurde dazu gezwungen.

    Und schon wieder sehen Sie den Unterschied nicht. Wenn Ecuador morgen den € statt des USD haben möchte, nehmen sie halt einfach den Euro als Leitwährung.

    Allen Ländern aber, die unterschrieben hatten, daß sie dem Euro beitreten, war der Rückzug schon verwehrt, bevor die Tinte getrocknet war.

  18. world-citizen

    @KClemens

    Ja, dann will ich erst mal wissen, was passieren würde, wenn sich z.B. Puerto Rico aus der Dollarzone zurückziehen will.

    Und ob in einem Vertrag eine Ausstiegsmöglichkeit vorgesehen ist oder nicht, das ist irrelevant. Entscheidend ist, ob der Vertrag freiwillig oder durch Nötigung zustande gekommen ist.

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