Wer sich selbst verabscheut, verliert

Von | 22. August 2021

Die Demütigung der USA in Afghanistan zeigt, dass der woke Westen mittlerweile völlig unfähig ist, für seine eigenen Interessen und Werte einzustehen./ mehr

5 Gedanken zu „Wer sich selbst verabscheut, verliert

  1. CE___

    Was ist der Fazit dieses Artikels?

    Wir als der Westen hätten das Recht ein weit entferntes Land kulturell umzuackern und “umzudrehen” so wie uns passt?

    Das sehe ich nicht so. Wir haben dort von Anfang an nichts verloren gehabt.

    Und dass hat nichts mit dem diametral gegenüberstehenden Extrem zu tun, dass wir intern im Westen eine Kulturkrise haben, wo viele Westler ihre eigene Kultur verabscheuen, eine Propaganda-Saat welche die kommunistischen Systemgegner in den 1950, 60, 70er ausgestreut haben, und die nun leider Blüten treibt (und welche hoffentlich bald und schnell verwelken mögen).

    “Wer wird den USA jetzt noch vertrauen?”

    Vertrauen geht immer in beide Richtungen.

    Auch wenn es in den ganzen Tränendrüsendrückerei-Artikeln über angebliche “Afghanische US-Verbündete die man nun in den Westen ausfliegen müsse” hinausposaunt wird, es wird klar dass wir als Westen in Afghanisten keine Verbündeten hatten.

    Was der Westen dort hatte war, als niemals versiegende Geldquelle aufgrund westlichen Fiatgeldes, eine grosse Zahl an lokalen Geldabgreifern und Opportunisten, die aber zu keiner Sekunde jemals irgendwelche “westliche Werte” aufgesogen haben, und dann, als es darauf ankam, vor allem in den letzten zwei Wochen, auch nur einen Schuss gegen die Taliban abzugeben um diese Werte zu verteidigen.

    Und das ist der grosse Unterschied zu Südvietnam, welche in einem viel intensiveren Krieg an der Seite der USA gegen die totalitär-kommunistischen Nordvietnamesen kämpften, und sogar dann noch weiterkämpften, als die USA ihren Rückzug gestartet hatten. Der Zusammenbruch Südvietnams erfolgte erst nachdem auch die US-Nachschublieferungen gekappt wurden, was erst dann wirklich ein US-Verrat an.

    Nur in Afghanisten? Alle “Geister-Einheiten” weggerechnet, nicht einmal ein Prozent von 300.000 Mann haben dort auf die Taliban geschossen. Der ganze andere 20 lange Jahre beschäftige lokale Troß? 20 Jahre lang beim Geldabgreifen vorne mit dabei, und jetzt steht man erste Reihe fussfrei an der Ladeluke einer C-17, schneller als die Westler selber?

    Ich würde ALLE sogenannten angeblichen lokalen “Verbündeten” dort lassen, die niemals Verbündete waren, eigene Bürger raus, und das war es dann.

  2. dna1

    Schon richtig, aber der Artikel geht am Kern vorbei.
    Erstens war der Krieg in Afghanistan von Anfang an illegal, Punkt.
    Zweitens ist eine völlige Fehlannahme zu glauben, man könnte die Mentalität einer Gesellschaft dadurch verändern, indem man ihr – polemisch gesprochen – 20 Jahre lang eine Waffe vors Gesicht hält: “Entweder bist du jetzt für Freiheit und Demokratie, oder ich erschieße dich.” Das funktioniert nicht, nirgends und es ist auch nicht rechtens. Afghanistan soll eine Gesellschaft sein, wie sie sein will, mit oder ohne Burka, mit oder ohne Musik, deren Sache, eine nachhaltige Änderung kann nur selbst und von innen heraus kommen. Krieg ist der falsche Weg, aber Zusammenarbeit und Kooperation vielleicht. Die Chinesen machen es richtig, der Westen falsch (weil es in Wahrheit ganz andere Motive hinter den Kriegen gibt, als man uns glauben macht). Das ist meine Meinung.

  3. Selbstdenker

    Brendan O’Neill trifft mit seiner hervorragenden Analyse den Nagel auf den Kopf: Kabul 2021 ist ein noch viel größeres Desaster als Saigon 1975.

    Die Taliban und ihre finanzkräftgen Unterstützer haben das politische Klima im Westen genau analysiert und agieren bis dato hochprofessionell in ihrer Medienarbeit.

    Während Trump auf Twitter gesperrt ist, posieren sie auf der gleichen Plattform in hochmoderner militärischer Ausrüstung, die die US Armee großteils in Afghanistan zurückgelassen hat.

    Die Taliban 2.0 haben die bedrohlich wirkenden schwarzen Fahnen des IS gegen eine weiße mit identen Schriftzug eingetauscht. Eine Ideologie aus dem siebten Jahrhundert wird aus modernst eingerichteten Studios in die ganze Welt gestreamt.

    Propaganda wird geschickt immunisiert, indem für woke Westler heilige Talking Points eingewoben werden: “die Taliban werden eine inklusive Regierung aufbauen…”, “sie werden genau auf die Wahrung von Frauenrechten im Rahmen der Scharia achten…” etc.

    Eine CNN-Reporterin berichtet anfangs leicht gekleidet, geschminkt und typisch besserwisserisch aus Kabul um am Tag darauf in einer Burka vor die Kamera zu treten und die Freundlichkeit der Taliban zu preisen. Sie tritt auch devot zur Seite, als sie ein Taliban mit der Begründung, dass sie eine Frau sei, dazu auffordert.

    Ein geordneter Rückzug (genauer: ein langsamer und professionell organisierter Abzug) wäre die richtige Vorgehensweise gewesen um dieses unrühmliche Kapitel zu schließen.

    Eine US-Elite, die die ganze Welt im gefilterten Tunnelblick auf Basis der Co2-Ideologie, der Gender-Ideologie und der “kritischen” Rassenideologie interpretiert, hat es geschafft, diese vergleichsweise unspannende Aufgabe in das sicherheitspolitisch größte Desaster seit dem zweiten Weltkrieg zu verwandeln.

    Die von den Amis offen zur Schau getragene Inkompetenz und ideologiegetriebene Idiotie wird der ganzen Welt um die Ohren fliegen.

    Die VR China hat gesehen, das es im Fall einer militärischen Übernahme von Taiwan – ein wichtiger Teil der weltweiten Halbleiter-Industrie befindet sich in Taiwan – von den USA nichts zu befürchten hat.

    Das ist nicht nur ein verlorener Krieg, das ist ein epochales Desaster.

  4. Selbstdenker

    @CE___
    Das was Sie schreiben, ist zwar grundsätzlich richtig – das Problem beginnt aber viel früher.

    Die woken US-“Eliten” sind das Produkt jahrzehntelanger Indoktrination. Sie sind nicht in der Lage brauchbare Schlussfolgerungen zu ziehen, weil ihnen eine autodestruktive Ideologie tief in ihr Werteempfinden eingebrannt wurde.

    Vergleichen Sie es mit der Reaktion von Karoline Edtstadler auf die Häufung sexueller Übergriffe auf Frauen – insbesondere der Frauenmorde.

    Die meisten von uns wissen bzw. erahnen, welcher Teil der “Hierwohnhaften” bei bestimmten Verbrechen statistisch überrepräsentiert sind und in welchen ideologischen Quellen sie Legitimation suchen.

    Anstatt statistische Häufungen und zugrundeliegende Kausalzusammenhänge klar zu benennen, spricht Edtstadler von “Femizid” und baut dies in ein Framing einer kulturell inhärenten “toxischen Männlichkeit” aller hierlebenden Männer ein.

    Unredliche feministische Verallgemeinerungen, wie man sie von den Grünen und Roten kennt, sind ihr lieber als der Schutz tatsächlich bedrohter Frauen. Letzteres würde aber das Aussprechen von ein paar Wahrheiten erfordern, die gar nicht in ein bestimmtes Weltbild passen.

    Warum dieser längere Ausflug in die Innenpolitik? An Edtstadler kann man gut studieren, wie nahe beisammen die NeoCons, die NeoLibs (achtung: amerikanische Definition) und die NeoProgs sind: es eint sie der gemeinsame Brainwash, der auch angeblich konservative Politiker befallen hat.

    Yuri Bezmenov hat 1984 exakt das beschrieben, was für alle noch nicht Gehirngewaschenen mehr als offenkundig ist. Und man wird diese Produkte der verrottenden Intellektualität auch so schnell los werden, da sie praktisch alle Machtpositionen innehaben. Sie sind gekommen um zu bleiben und uns allen auf den Kopf zu scheißen.

    Das was Brendan O’Neill beschreibt, sind die Eingangsparameter, von dem was sie beschreiben.

  5. Selbstdenker

    @CE___:
    Brendan O’Neill beschreibt, wie es zu den Eingangsgrössen von dem was Sie bebeschreiben, kommt. Die sich auswachsende Idiotie im Westen fällt ja nicht wie ein Meteorit vom Himmel.

    Wer “Weltrettungs”phantasien hegt und aus ideologischen Gründen seine Gegner nicht charakterisieren kann, wird an ihnen scheitern und sich selbst die Schuld geben.

    Wer – so wie die “Eliten” in Washington und Brüssel – alles aus einen nach Klima, Ras*enlehre und Gender gefilterten Tunnelblick betrachtet, kann zu keinen logischen Schlussfolgerungen kommen.

    Man kann von Trump halten was man will, aber mit den permanenten substanzlosen Anwürfem aus Medien und Politik gegen Trump haben sich die USA aus der Aufklärung verabschiedet.

    Manche mögen nun mit Schadenfreude zusehen, wie sich ausgerechnet die selbsternannten “Nation Builder” in einen Failed State verwandeln.

    Es braucht aber niemand glauben, dass eine so schlagartige Implosion eines Imperiums ohne Blessuren für uns Europäer geschehen wird.

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