2 Gedanken zu „Wer sind eigentlich Österreichs Gläubiger?

  1. oeconomicus

    Für mich ergeben sich zwei Fragen:
    Erstens welche Umverteilungswirkungen gehen von den Zinszahlungen aus und zweitens warum wissen wir zwar in der EU genau über jede Kuh Bescheid (wo sie steht, wieviel Milch sie gibt usw.) über unsere Verschuldung aber nicht?

  2. gms

    oeconomicus,

    “Erstens welche Umverteilungswirkungen gehen von den Zinszahlungen aus ..”

    Solange das Zinsniveau derart gering ist, sollte die Umverteilung überschaubar bleiben. Im Allgemeinen aber ist es dank Finanzierung zum Leitzinsssatz der Zentralbank eine sichere Bank für Geschäftsbanken, was wiederum deren hohen Anteil als Staatsgläubiger erklärt.
    Bedeutsamer ist wohl das sog. crowding out (=Verdrängung Privater durch den Staat). Geld, das der Staat als Schuldner aufnimmt, fehlt anderen potentiellen Schuldnern bzw. hebt mittelbar deren Zinsen.

    “.. und zweitens warum wissen wir zwar in der EU genau über jede Kuh Bescheid (wo sie steht, wieviel Milch sie gibt usw.) über unsere Verschuldung aber nicht?”

    Weil Staatsschulden gehandelt werden. Zu Problemen führt dieses unexakte Wissen idR aber nicht. Zugleich sollte die OeNB ergänzende Daten haben, welche großen Hütten hierzulande österr. Anleihen halten.

    Ein Aspekt aber, der in den meisten diesbezüglichen Debatten zu kurz kommt, ist das sog. “debt maturity profile”. Es gibt Auskunft über den durchschnittlichen Refinanzierungszeitraum der aushaftenden Schulden und ist damit ein sicherer Indikator, wann ein Staat von Zinsänderungen betroffen sein wird. (Siehe exemplarisch [1] betreffend den kurzfristigen Refinanzierungsbedarf der Länder in der Euro-Zone bzw. [2] zur generellen Verschuldungsstruktur)

    [1] bloomberg.com/data-visualization/euro-zone-debt-risk/
    [2] epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_OFFPUB/KS-SF-12-034/EN/KS-SF-12-034-EN.PDF

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