Wer soll die Ausbildung unserer Kinder bestimmen – Eltern oder Staat?

Von | 17. August 2017

“….Es ist offensichtlich, dass natürlicherweise die Eltern für das Kind verantwortlich sind. Die Eltern sind die faktischen „Produzenten“ des Kindes und das Kind steht in der nur denkbar intimsten Beziehung zu ihnen. Die Eltern haben eine familiäre Zuneigung dem Kind gegenüber. Sie interessieren sich für das Kind als Individuum und sind am ehesten interessiert an und vertraut mit seinen Bedürfnissen und seiner Persönlichkeit. Wenn man auch nur ein Stück weit an eine freie Gesellschaft glaubt, in der jeder sich selbst und seine eigenen Erzeugnisse besitzt, dann ist jeder ganz offensichtlich für sein eigenes Kind verantwortlich. Es ist schließlich eines der kostbarsten Produkte überhaupt….” (hier)

9 Gedanken zu „Wer soll die Ausbildung unserer Kinder bestimmen – Eltern oder Staat?

  1. Fragolin

    Natürlich der Staat! Unsere weisen Führer*innen haben doch bereits hundertfach bewiesen, dass sie alles besser können als der tumbe Pöbel. Sie sind humanistischer und fremdenfreundlicher, antidiskriminierender, antirassistischer, antisexistischer, können besser wirtschaften, klüger entscheiden und wissen bereits jetzt, um wieviel Grad Celsius die durchschnittliche Temperatur unseres Planeten in den nächsten hundert Jahren steigen wird, wie hoch dadurch der Meeresspiegel steigen muss und wie schnell ein Auto mit welchem Treibstoff durch welche Stadt fahren muss, um genau das zu verhindern. Wer mit soviel Weisheit und Kompetenz gesegnet ist, der ist auch dazu prädestiniert, die Kinder der dumpfen Masse an seiner Weisheit teilhaben zu lassen und deren Ausbildung zu bestimmen. Das muss doch jedem einleuchten!

  2. stiller Mitleser

    In manchen Konstellationen muß doch der Staat, in öffentlichem Interesse und in dem der Kinder, bestimmen.
    Bei Kindesabnahmen, bei Vormundschaften, die nicht bei den Eltern belassen werden, etc.. und bei Elterngruppen, die etablierte Bildungsziele sabotieren (z.B. Debatte in F, Luc Ferry und Alain Finkielkraut, die für die Schule und Bildungspflichten eintraten).
    Der Text von Rothbart liest sich schön, ist aber sehr, sehr abstrakt.
    http://www.zeit.de/2003/04/abs_franz

  3. Thomas Holzer

    @stiller Mitleser
    Das ist leider das Problem vieler “Puristen”; sie gehen immer von einem Idealbild aus, blenden die Fehleranfälligkeit jedes Menschen, jeder menschlichen Institution aus.
    Nichtsdestotrotz: Primär sollten natürlich die Eltern entscheiden, bestimmen; so überhaupt (so man nicht einem radikalem Antietatismus fröhnt) sollte der Staat, zusätzlich zu privaten Angeboten, eine möglichst breite Palette von Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, natürlich mit möglichst guter Qualität.
    Was auf jeden Fall nicht sein sollte, daß der Staat alle Kinder in eine Schulform verpflichtet

  4. mariuslupus

    Ein Grundprinzip jeder Diktatur, die Ideologie kann nicht früh genug in die Köpfe und Herzen der Kinder implantiert werden. Die ideologischen Vordenker der Diktaturen haben ein Prinzip immer durchgesetzt. Entfremdung der Kinder von den Eltern. Der Grund war immer, die Meinung der Eltern kann nicht kontrolliert werden, könnte aber potenziell für das politische System schädlich sein. Logische Konsequenz, Beeinflussung der Kinder bereits im frühen Alter und über ein entsprechend langen Zeitraum. Deswegen Einführung von Kinderhorten, Ganztages Kindergärten, Ganztagesschulen. Die Meinung des Personals kann kontrolliert werden, damit hat der diktatorisch geführte Staat die Garantie dass die entsprechenden Inhalte die weitere Entwicklung der Kinder prägen werden.
    Im Kommunismus waren es die Jungpioniere, die FDJ, die Komsomolzen . Im Natinalsozialismus die Pimpfe, die HJ, die BDM. Ziel, der linientreue Kämpfer für die Ideologie der Diktatur, für den Generalissimus, für den Führer. Die Ähnlichkeit beider Systeme, ob rot oder braun, ist nicht zufällig. Beide Systeme sind sozialistisch, gleichzeitig faschistisch, deckungsgleicher Pleonasmus und verfolgen die gleichen Ziele. Die Entindividualisierung der Gesellschaft, den Kollektivismus, den alles bestimmenden Staat.

  5. Kluftinger

    Als erfahrener “Praktiker” gibt es nur eine Antwort :
    Die Eltern bestimmen mit den Kindern ihre Bildung/Ausbildung. Der Staat hat die vielfältigen Möglichkeiten zu schaffen. Planwirtschaft im Bildungswesen hat noch nie funktioniert.

  6. namor

    @mariuslupus
    Sie haben die Mamluken und Janitscharen vergessen.

  7. Reini

    Manche Eltern sind nicht gerade geistig gesegnet und ihre Kinder müssen erhofften Einsteins sein. Ist das Kind “lernschwach”, geben die Eltern dem Lehrer die Schuld. Es gibt aber auch Lehrer die “Blödsinn” verzapfen, z.B. wenn sie ihre persönliche oder politische Meinung lehren, da muss zu Hause nachgebessert werden ;-). Dann kommt noch die “gebildete Zuwanderung”, denen sind die Grundregeln des Mittelalters lieber, als europäisch angepasste “Produkte”. Die gscheiten Politiker wollen es nicht wahrhaben, dass der IQ Österreichs wird dadurch gesenkt wird . Wo sonst bekommt man fürs Kinderkriegen Geld, den Rest soll der Staat machen, der soll dem Fratz die Ausbildung zahlen und einen Arbeitsplatz schaffen. So macht man das “dumme Volk” vom Staat abhängig, vielleicht ist dies für den “Wählerstimmenkauf” so gewollt. Wenn man sich auf den Staat verlässt, ist man verlassen, besonders wenn man die Hilflosigkeit dem Staat ansieht.

  8. mariuslupus

    @namor
    Habe mich auf die noch vorhandenen Formen der Indoktrination beschränkt.
    Danke für den Hinweis. Erwähnenswert, in diesem Zusammenhang, die muslimischen Kindergärten.

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