Wer von den Strafzinsen der EZB profitiert….

(A. UNTERBERGER) Jetzt nimmt die Europäische Zentralbank sogar dafür Strafzinsen, dass jemand ihr Geld gibt. Man kann zwar als normaler Mensch nur den Kopf schütteln über diese EZB (die ja ganz „zufällig“ von einem Mann aus Italien geleitet wird). Aber eine Gruppe kann sich über deren Beschluss freuen.
Das sind die schuldengierigen Finanzminister. Sie werden noch billiger Geld bekommen. Nicht zuletzt die Politik Italiens. Es ist ja jedenfalls besser, die Staaten trotz ihrer ständig steigenden Verschuldung zu finanzieren, als Strafzinsen zu zahlen.
Am allerwenigsten können sich hingegen die Sparer freuen. Sie werden jetzt noch mehr ausgeraubt – im Auftrag der EZB und damit der Schuldenländer.
Zahlen werden diesen Strafzins die Banken. Freilich ist es ein absolutes Rätsel, warum Banken überhaupt bei der Zentralbank fürs Geldverleihen Strafe zahlen und nicht selber das Geld – ohne Strafgebühr – in eigenen Tiefspeichern horten.
Aber die Logik mancher Banken ist ja ohnedies nicht mehr vorhanden. Etwa jene der Erste Bank, deren Chef Andreas Treichl jetzt öffentlich neue Steuern verlangt. Gegen jede Vernunft. Und vor allem gegen die Interessen seiner eigenen Kunden (womit er übrigens auch jede Argumentation der Banken gegen die eskalierende Bankensteuer zerstört hat).

Natürlich wird auch weiterhin kein zusätzlicher Cent in die Wirtschaft fließen. Denn natürlich birgt jeder Kredit das Risiko, dass der Schuldner ihn nicht zurückzahlen kann. Nur die Politik kann durch ihre Gesetze mit Erfolg fingieren, dass Kredite an Staaten risikolos wären. Die Risiko-Regulierung durch die Politik ist längst so mörderisch geworden, dass keine Bank noch Geld in Unternehmen steckt. Wenn die Politik durch ihre Gesetze, durch Stresstests und Ähnliches das Geldverleihen so schwierig macht, werden immer weniger Banken zu solchen selbstmörderischen Aktionen bereit sein.

Nur Geld für die Staaten – also für die Ausgabenwut der Politik – wird es geben. Menschen mit guten Ideen, die aber kein Geld haben, werden sich hingegen außerhalb des Einfluss der EZB niederlassen. Die Politik wird sich wundern. Und die Unternehmer schimpfen. Aber natürlich sind ihre Eingriffe schuld.

(Nachträglich: In einem Sturm der Kritik verteidigen wenigstens die Genossen die EZB-Entscheidung: Besonders köstlich der Franzose Hollande, der die Sache sogar massiv begrüßt (in Wahrheit aber hofft, dass Frankreich durch den EZB-Beschluss weiterhin die notwendigen, aber schmerzhaften Reformen erspart bleiben). Übertroffen wird er nur noch vom EZB-Chef Draghi: Der Italiener sagt allen Ernstes, es sei Schuld der Banken und hänge nicht mit der EZB zusammen, wenn die Sparer jetzt noch weniger bekommen. Haltet den Dieb . . .)   (TB)

 

4 comments

  1. Manfred erzetic

    Sehen wir das ganze einmal positiv.
    1.Der Staat entschuldet sich durch diese niedrig Zinspolitik tatsächlich, und leitet ohne Steuererhöhungen auch Strukturreformen ein.
    2 Die Arbeitslosenzahlen bleiben niedrig auf den jetzigen Niveau
    3.Der Sparer verliert eigentlich nichts, denn durch den Verfall der Rohstoffpreise kauft er im täglichen Leben billiger ein, und spart dadurch anderweitig.
    4.Für die Kreditvergabe könnte Irland beispielhaft sein , denn dort funktioniert es.

  2. Thomas Holzer

    @Manfred erzetic
    Sehen wir das ganze einmal realistisch.
    1.) Die Politik wird die Staaten tatsächlich nicht entschulden, sondern noch mehr billiges Geld aufnehmen, um noch mehr “Aufgaben” zu übernehmen; da das Geld dafür nicht reichen wird, werden die Steuern zusätzlich erhöht werden; wirkliche Strukturreformen werden nicht stattfinden
    2.) DIe Arbeitslosenzahlen werden auf dem derzeitigen Niveau nur deswegen verbleiben, weil die Politik Unsummen in schwachsinnige “Förderprogramme” steckt
    3.) Der Sparer verliert real Geldwert, wird zusätzlich durch von der Politik verschuldete höhere Energiepreise zur Kassa gebeten und kann daher auch nicht anderweitig sparen.
    4.) staatlich garantierte/geförderte Kreditvergabe führt zu wesentlich mehr Kreditausfällen als würde sich der Staat nicht einmischen (siehe Österreich; letzte Beispiele; Alpine Bau; MCShark/MCWorld)

  3. gms

    Manfred erzetic,

    “Sehen wir das ganze einmal positiv.”

    Das kommt davon, wenn man “naiv” in die Euphemismustretmühle steckt.

    “1.Der Staat entschuldet sich durch diese niedrig Zinspolitik tatsächlich, und leitet ohne Steuererhöhungen auch Strukturreformen ein.”

    Weder werden Reformen eingeleitet, noch bedingte offener Raub eine Steuererhöhung. Wäre es anders, propagierten die Anonymen Alkoholiker die Nichtstrafbarkeit von Schnapsdiebstahl.

    “2 Die Arbeitslosenzahlen bleiben niedrig auf den jetzigen Niveau”

    Weil Baum, oder was? Der Umstand, wonach mitterdings die Zentralbanken die Lage als beschissen erachten und ihr Heil im Absurden suchen, hat sich auch schon zu den Wirtschaftstreibenden durchgesprochen. Die wissen um das absehbare Krachen des Werkels Bescheid und stellen daher auch keine Leute ein. Nichmal Zentralbanken können alle Leute für alle Zeiten betrügen.

    “3.Der Sparer verliert eigentlich nichts, denn durch den Verfall der Rohstoffpreise kauft er im täglichen Leben billiger ein”

    Die Inflationierung des Dollars befeuert die Rohstoffpreise, mit inflationsbedingter Abwertung des Euros importieren wir zu höheren Preisen. Das kann man mental durchdringen, muß man aber nicht. Man kann daher auch die These vertreten, wonach inflationsinduzierte Rezession (Stagflagtion) ein willkommes Paradigma ist.

    “.. und spart dadurch anderweitig.”

    Aus Falschem folgt Beliebiges.

    “4.Für die Kreditvergabe könnte Irland beispielhaft sein, denn dort funktioniert es.”

    Beweis durch Behauptung? Einmal mehr ist das exakte Gegenteil zutreffend.

    format.at/articles/1341/926/367750/das-maerkte-kreditvergabe-kmu-krisenlaendern-haelfte
    “11.10.2013 / Kreditvergabe an KMU in Krisenländern bricht um mehr als die Hälfte ein […] Am heftigsten fiel der Rückgang laut der auf 140 Interviews basierenden Analyse in Spanien und Irland mit 66 beziehungsweise 82 Prozent aus. In den sechs untersuchten Ländern – Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Portugal und Irland liegt das Volumen neuer Bankkredite an kleine und mittlere Firmen demnach im Schnitt um 47 Prozent unter dem Höchstwert vor Beginn der Finanzkrise 2008.”

  4. Manfred erzetic

    Zu 1
    Es wurden bereits Strukturreformen, wenn auch unzureichend ,eingeleitet.
    a. ELAG im Gesundheitswesen
    b. Lt.August Wöginger ist durch die eingeleiteten Pensionsreformen seit 1/2014 das Pensionsantrittsalter schneller gestiegen als das Lebensalter.
    c. Mit den Föderalismusreform wurde in der Steiermark bereits begonnen.

    zu2
    Auch in allen anderen Ländern gibt es vergleichsweise diese schwachsinnigen Förderungsprogramme.

    Zu3
    Das ist Blödsinn
    Durch optimale Ausnutzung der Tarife (Siehe Wien Energie) können bis zu 12% eingespart werden.
    Durch den Verfall von Rohstoffen (z.B. Seltene Erden) und neuer Verfahrenstechnik
    wird billiger produziert und auch an den Endkunden weitergegeben.

    zu4
    In Irland wurden die Weichen gestellt, dass
    wieder Auslandsinvestitionen getätigt werden.
    Durch diese Weichenstellung sind bereits
    die Arbeitslosenzahlen um 20% gefallen
    der private Konsum um 0,9% gestiegen
    und die Bauausgaben kräftig gestiegen.

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