Wer weniger Sozialstaat will, macht sich verdächtig

“…..Deutschland, dessen Wirtschaftswunder massgeblich auf der intellektuellen Vorarbeit der neoliberalen Freiburger Schule beruhte, kann heute mit dem Liberalismus nicht mehr viel anfangen. Es dominiert auch in den Unionsparteien ein fader, zu beinahe jeder Verrenkung bereiter Sozialdemokratismus. Wer noch Vertrauen in die Leistungskraft des Einzelnen hat, wer den wuchernden Steuerstaat und den fürsorglich bevormundenden Sozialstaat zurückgebunden sehen möchte, macht sich inzwischen verdächtig….” (NZZ)

7 comments

  1. Marianne

    Freiheit und Eigenverantwortung hatten in D und Ö nie Wurzeln. Obrigkeitsgläubigkeit und Untertanenmentalität sind die wahren Werte. Mittlerweile ist ganz Europa infiziert. Die sog. Liberalen waren niemals liberal und dienten bestenfalls als Steigbügelhalter. Ihr Untergang ist mehr als gerechtfertigt.

  2. Marcel Elsener

    Leider muss ich mich beiden Vorkommentatoren anschliessen. Zwar gibt es einzelne wenige Repräsentanten in der FDP, denen man eine echte liberale Gesinnung zugestehen kann (z.B. Frank Schäffler); das Gros der FDP-Parteikader hat mit Liberalismus nur sehr wenig am Hut – und das inzwischen schon seit Jahrzehnten. In den letzten Jahren allerdings hat sich die antiliberale Haltung der FDP noch verstärkt, wo man früher immer mal wieder den ein oder anderen liberalen Funken erkennen konnte (etwa seinerzeit beim Widerstand gegen den grossen Lauschangriff).

    Die AfD ist zwar sicher nicht liberal, besitzt aber inzwischen wohl mehr liberale Elemente als die FDP – ein Armutszeugnis. Da nützt es nichts, die AfD immer wieder als rechtspopulistisch abzutun.

    Die FDP hat die Wahl. Entweder sie besinnt sich auf die liberalen Wurzeln, oder sie wird zu einer weiteren Wohlfahrtspartei, wie es sie schon in mehreren Varianten (rot, tiefrot, grün, schwarz) gibt. Wenn man aber Wohlfahrt wählen will, dann ist man bei den Sozialdemokraten, den Grünen, den Christdemokraten, den Linken und sogar bei der NPD zweifellos besser aufgehoben, denn all diese Parteien wollen die umfassende Wohlfahrt. Der Bürger soll nicht selbstbestimmt und schon gar nicht souverän leben sondern im totalen Wohlfahrtsstaat eingebettet sein. Antiliberalismus pur…

  3. Christian Weiss

    Die Diffamierung von früher als konservativer Mainstream geltenden Positionen als “rechtspopulistisch” treibt immer groteskere Blüten. Im Morgenmagazin des ZDF wurde AfD-Vorstand Bernd Lucke Nähe zur NPD unterstellt, weil beide mit dem Kampf gegen die Einwanderung in die Sozialsysteme Wahlwerbung machten. Auf dieser originellen Argumentationsgrundlage hätte Deutschland niemals Autobahnen bauen dürfen.

  4. Thomas Holzer

    @Christian Weiss
    So ist es!
    Für Linke und Zentristen sind konservative Libertäre der Gottseibeiuns

  5. Gregor

    Es ist tatsächlich so, dass der Liberalismus bei uns ein Schattendasein führt. Das ist schade, denn liberale Gesellschaften könnten so viel mehr Wohlstand schaffen. Nicht nur für reiche – sondern für alle.

  6. Rennziege

    Der Erfolg der AfD im seit der Wende CDU-dominierten Sachsen gibt auch insofern Hoffnung, als gerade der linksdrehende Joghurtbecher namens CDU viele Stammwähler an die AfD abgeben musste. Die ausgelutschten Verunglimpfungen dieser erfrischend bodenständigen und rechnen könnenden Partei als “rechtspopulistisch” werden sich gegen die wenden, von denen sie aufgrund eigenen Identitätsverlusts georgelt wurden. — Aber “Mutti” Merkel wird’s blunzn sein; die hat eh schon die Schnauze das Zuckergoscherl voll von ihrer eigenen Rückgratlosigkeit.

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