Wer würde die Geisteswissenschaften vermissen?

“…. Ganz nüchtern lässt sich deshalb hochrechnen, dass es niemand ausserhalb der Welt der Geisteswissenschaften registrierte (oder gar bedauerte), wenn deren Existenz morgen global eingestellt würde. Das Interesse an ihrem Überleben ergibt sich mittlerweile vor allem aus der Funktion als Einkommensquelle für Hochschullehrer.” Interessanter Essay in der NZZ, zu lesen hier

10 comments

  1. sokrates9

    Interessant ist dass sie heute “Geisteswissenschaften” studieren können ohne ein Buch gelesen zu haben!
    Googlewissen gepaart mit Genderkonformer Sprache reicht!

  2. Falke

    Niemand braucht heutzutage Geisteswissenschaftler. Das ist ein Studium der Kategorie “L’art pou l’art”. Die ganzen Studenten der Literaturwissenschaft, Soziologie, Publizistik, Politologie usw. könen nur hoffen, einen Job an der Universität zu bekommen, um andere Studenten der Geisteswissenschaften auszubilden. Es werden aber logischerweise immer weniger, gar nicht zu reden von den völlig absurden und überflüssigen “Gender Studies” (lt. Hadmut Danisch ein reiner Betrug). Mit einem Publizistik-Studium kann man zwar notfalls (Kurzzeit-)Bundeskanzler werden, allerdings kann man diesen Job bekanntlich auch ohne abgeschlossenes Studium, ja möglicherweise sogar ohne Matura, machen – zumindest so tun, als ob.

  3. Kluftinger

    @ Falke
    Sie vergessen, dass auch die Sprachwissenschaften, die Archäologie , Geschichte etc…. zu den Geisteswissenschaften zählen.
    Wollen sie das alles in die Rubrik “nutzloses Wissen” transferieren?
    Von der Kulturgeschichte ganz zu schweigen!

  4. Falke

    @Kluftinger
    “Nutzloses Wissen” ist es nicht unbedingt. Zeigen Sie mir aber einen Unternehmer (der ja Gewinn erzielen muss, d.h. dessen Angestellte einen Wert erarbeiten müssen, der höher ist als das Gehalt, das er ihnen zahlt – einschließlich aller Nebenkosten und Arbeitgeberbeiträge), der einen Geschichtswissenschaftler einstellt; außer den Universitäten selber, die das Fach weiter unterrichten (habe ich ja angemerkt). Und wer braucht einen Sprachwissenschaftler? Welchen Wert schafft so einer denn? Personen, die diese Berufe erlernt haben, können nur vom Staat angestellt werden, der ihnen ein Gehalt aus den Steuergeldern anderer zahlt – und das natürlich auch nur in sehr beschränkter Anzahl: auch der Staat muss sparen und kann Steuergelder nicht unbeschränkt für Positionen ausgeben, die für das Funktionieren des Staates und das Leben der Bürger nicht unbedingt notwendig sind.

  5. Gscheithaufen

    Da muss ich aber schon eine Lanze für die Bildung – und das ist wohl die Basis für alles Wissenschaftliche, ob nun Recht, Ökonomie, Medizin, Kunst, Literatur, Theologie, Philosophie und so fort – brechen:

    Ausbildung braucht man, um überleben zu können.
    Bildung aber, um erleben und erkennen zu können.

    Jene mit eingebildeter Ausbildung jedoch leiden häufig an ausgebildeter Einbildung. Damit wird der “Kollateralnutzen” von Bildung an sich ausgeblendet und alles, was über reine Fertigkeiten hinausgeht, als nutzlos und daher überflüssig gebrandmarkt. Gerade jene “nutzlose” geisteswissenschaftliche Bildung ist aber Voraussetzung dafür, um über etwas nachdenken zu können und in scheinbar ausweglosen Situationen Wege und Lösungen zu finden. Dass staatlich alimentierte akademische Mentalmasturbation für einzelne der bequemere oder zumindest gangbarere Weg zur Einkommenserzielung ist – und damit das Überleben sichern hilft – sollte im Sinne der Freiheit durchaus in Kauf genommen werden.

  6. Selbstdenker

    @Gescheithaufen
    Eine Wissenschaft definiert sich über die wissenschaftliche Methodologie. Bei den sogenannten „Geisteswissenschaften“ wäre der im englischsprachigen Raum verwendete Begriff Liberal arts weitaus passender.

    Vielfach wird ja beklagt, dass der Wissenschaft zu wenig Geld zur Verfügung steht. Der bewusst dürftig informierten Öffentlichkeit wird dabei der falsche Eindruck vermittelt, dass zusätzliche Gelder primär der Grundlagenforschung oder medizinischen Forschungsprojekten zugutekommen würden. In Wahrheit fließt ein erheblicher Teil dieser Mittel in den Ausbau politisierter akademischer Einrichtungen.

    Neben Status- und Akzeptanzfragen, dürfte das Beschaffen neuer – meist öffentlicher – Gelder der Hauptgrund dafür sein „Wissenschaft“ im Namen zu führen ohne Wissenschaft zu betreiben. Die „Geisteswissenschaften“ in ihrer heutigen Form haben in etwa soviel mit Geist und Wissenschaft zu tun wie „Liebesdienerinnen“ mit Liebe zu tun haben:

    Die politische Stammkundschaft drückt den Liebesdiener*innen im akademischen Etablissement ein paar Scheine in die Hand und bekommt als Gegenleistung einen theaterwissenschaftlich vorgespielten Orgasmus inklusive Peer-review.

    Echte Liberal arts sind nicht eine Frage der Quantität, sondern eine der Qualität. Sie gedeihen nicht in einem staatlichen Bordellbetrieb, sondern aus der nicht käuflichen individuellen Hingabe an das Wahre und Schöne.

    Die „Geisteswissenschaften“ produzieren zunehmend verfaulte bis toxische Früchte, die das institutionelle Multi-Organversagen unserer Gesellschaft verursachen: siehe Gender „science“. Da ihre postmodernen Propheten nicht mehr mit Argumente überzeugen können, versuchen sie ihren Glauben mit Feuer und Schwert zu verbreiten.

  7. Gscheithaufen

    @selbstdenker.
    Danke für die wahrhaft treffliche Ergänzung! Besser hätte es kaum formuliert werden können. Die echte Wissenschaft wird durch die pseudoszientistischen Ausblühungen der sogenannten GeWi mehr als desavouiert.

  8. sokrates9

    Es ist bemerkenswert wie generell das intellektuelle Niveau sinkt! Besonders schön sieht man es an der derzeitigen Politik: Da werden – zufällig vor Wahlen- skurille, 2o – 70Jahre alte Liederbücher aus der Versenkung geholt, mit Texten auf tiefsten spätpubertären Niveau von besoffenen Studenten verfasst, über die auch in damaliger Zeit nur beschränkt lustig waren und sicherlich bei vielen ” Alten Herren “als Provokation gesehen wurden, Kopfschütteln auslöste (….Germanen aus Bayern mit Hackenkreuzen auf den Eiern..) und wahrscheinlich nach Mitternacht gesungen wurden. Diese Texte schlagen heute als Bombe ein, Schlagzeilen in den Qualitätsmedien, Rücktrittsforderungen an den 3. Nationalratspräsidenten und diverse Abgeordnete!!! Sind das die wahren Probleme die Österreich derzeit hat ?? Kindergartenniveauspiele, wo dann auch noch die Sozialisten dank teurer Uhren und Neidporsches ihren Senf abkriegen! und keiner traut sich aufzustehen und zu sagen dass er auf so einem Niveau nicht diskutieren will!

  9. Kluftinger

    @ Falke
    Ich halte sie für klug genug dass sie die gesellschaftliche Realität nicht nur auf das Rechnungswesen von Unternehmen reduzieren wollen?
    Es gibt ausserhalb von betrieblichen Tätigkeiten viele notwendige Kenntnis und Expertisen die auch international tätigen Konzernen ohne “Geisteswissenschaften” fehlen würden.
    ( Details auf Anfrage )

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