Werner F., ein Mann ohne Eigenschaften

“……Der wendige Politiker Faymann war ein Mann, der im Interesse der Machterhaltung auch vor faulen Kompromissen und abrupten Kehrtwenden nicht zurückschreckte. Seine Flexibilität war gleichzeitig Stärke und Schwäche: Sie erlaubte ihm einerseits, die immer grösser werdenden Risse bei den Sozialdemokraten und innerhalb der Regierungskoalition wiederholt, wenn auch notdürftig, zu kitten. Andererseits hatte Faymann zu wenig neue Ideen und war ein Verwalter jenes politischen Stillstands, der massgeblich für das schwindende Vertrauen der Österreicher in die beiden einstigen Grossparteien SPÖ und ÖVP verantwortlich ist….” (NZZ, hier)

13 comments

  1. Christian Peter

    Immerhin hatte Werner Faymann genug Rückgrat, um nach der Wahlpleite zurückzutreten. Bei den Christdemokraten sieht man offenbar keinen Handlungsbedarf, Konsequenzen aus dem Wahldebakel der BP – Wahlen zu ziehen.

  2. Reini

    @Christan Peter … sehe eher nicht die Wahlpleite des BP für den Rücktritt, sondern die Innerparteiliche Orientierung. Der nächste Schritt wird die Spaltung der SPÖ in zwei Parteien werden, – in die “Übersoziale Welcome SPÖ” und die “rechtsorientierte SPÖ” Richtung FPÖ. Die SPÖ ist den vor dem Zerfall! Nur noch einige “unterworfene Beamten und Gewerkschaften” halten den Kopf über Wasser!

  3. Alfred Reisenberger

    @Christiam Peter. Ich vermisse auch Rueckgrat. Für mich eine klare Entlassung und keine Kuendigung.

  4. Alfred Reisenberger

    @Christian Peter. Pardon, sollte Christian und nicht Christiam heißen.

  5. A.Felsberger

    @Reini: Die SPÖ hat sich schon gespaltet. Ihr rechter Flügel heißt: FPÖ.-)

  6. sokrates9

    Christian Peter@ Wenn sich Mitterlehner die Aussage vom Koalitionspartner Häupl bieten lässt 1 Woche Kanzlerschaft sei genug, zeigt dies dass dieser Mann nicht den Funken eines Rückgrades uns Anstand hat!

  7. Fragolin

    Ist noch nicht lange her, als die ÖVP der SPÖ ausrichten ließ, im Falle des Kanzlerwechsels den Koalitionsvertrag zu kündigen.
    Also bitte, Leute, was hindert euch jetzt?
    (Ja, ich weiß, es; alle wissen es, es wäre aber gut das mal aus Eurem ehrlichen Mund zu hören…)

  8. Falke

    @Fragolin
    Sie erwarten tatsächlich, dass die ÖVP (SPÖ) das, was sie ankündigt oder verspricht, tatschächlich auch tut? Haben Sie vielleicht Beispiele dafür? Mir fällt im Moment nichts derartiges ein.

  9. Rennziege

    Protest! Dieser NZZ-Autor schändet das Grab Robert Musils, dessen riesiger Roman “Der Mann ohne Eigenschaften” einen Menschen schildert, der mit Werner Faymann so viel gemeinsam hat wie ein Kormoran mit einer Kröte. Dieser Ulrich ist (sehr vereinfacht gesagt) ein gebildeter und sensibler Sucher nach dem Sinn des Lebens, des Tuns und Lassens in der zu Ende gehenden österreichisch-ungarischen Monarchie, die Musil intensiv schildert. Ein Meisterwerk der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts.

    (Ich hänge auch daran, weil ich auf dem Weg zu meinem Klagenfurter Gymnasium täglich die Robert-Musil-Straße durchwandern musste. Aber den Roman, je nach Verlag ~1000 Seiten lang, gehörte zum Deutschunterricht der Oberstufe, und selbst der erstklassige Lehrer bekannte freimütig, ihn erst mit 30 zu Ende gelesen zu haben; auch ich hab’ den Wälzer erst zehn Jahre nach der Matura wirklich begriffen und fertiggelesen.)

    Fazit: Faymann mit dem Musil’schen Ulrich zu vergleichen ist Blasphemie unterster Kajüte. Ich möchte wetten, dass der Werner F. den Robert M. nicht einmal vom Hörensagen kennt. Aber ich nehme an, der NZZ-Autor hat’s nicht böse gemeint. 🙂

  10. Rennziege

    Absatz 2: Aber der Roman … Der Ällmächtige strafe die Erfinder von Tablets!

  11. Thomas Holzer

    Mir ist kein Politikerdarsteller in diesem Land bekannt, welcher Anstand, Niveau und Rückgrat sein eigen nennen darf

  12. Rennziege

    10. Mai 2016 – 16:22 Thomas Holzer
    Stimmt für die bittere Gegenwart, was Sie sagen. Aber ich, damals noch nicht eingeweiht in die Niederungen österreichischer Politik, fand Wolfgang Schüssel und was er zum Wohl Österreichs bewegte, auch im Ausland bewundert, sehr wohl getragen von Anstand, Niveau und Rückgrat.
    Dass ihn seine eigenen Parteigenossen, angekränkelt von linken Marschierern und Ideologien, von hinten erdolcht haben, betrachte ich als Wurzel des österreichischen Niedergangs, den wir seit einem Jahrzehnt erdulden müssen. (Gut — als Republikflüchtlinge Emigranten sind wir davon nimmer direkt betroffen, aber leid tut’s uns schon, dass unser schönes Land so den Bach runtergeht.)

  13. Wanderer

    @Thomas Holzer
    Nach Joseph II. fällt mir in der 1. Reihe auch keiner ein.

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