“Wertschätzung”, nein danke!

“…..Das, was die Menschen an der untergehenden bürgerlichen Welt am meisten vermissen werden, sind die bürgerlichen Tugenden. Höflichkeit, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Geduld, Pünktlichkeit, Fleiß, das ist doch alles wunderbar….” (hier)

7 comments

  1. cmh

    Das Sprichwort dazu lautet: “Üb immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab!”

    Unsere Sozen machen daraus sicher: “Sorge dafür, dass alle Klienten des Staates zur Obrigkeit und zu diskriminierten Minderheiten bei sonstiger Strafe freundlich, zuvorkommend sind und generell mit stets offener Brieftasche herumlaufen!”

  2. aneagle

    heutzutage wird nicht “wertgeschätzt”, heutzutage wird
    ” situationselastisch auf Augenhöhe abgeholt”.
    Verlogenheit hat sich nicht nur durchgesetzt, sie ist auch, unter dem Titel “soziale Intelligenz” ,zur alleinig bestimmenden Tugend mutiert.

  3. Fragolin

    Mein Lieblingswerkzeug aus der modernen Kommunikationskiste ist das “Feedback-Sandwich”, in dem eine negatives Feedback immer in positive Rahmen eingebettet werden muss wie ein stinkendes Fischbrötchen in dicke Lagen parfümiertes Butterbrotpapier.
    “Kollege, ich finde dein Engagement wirklich bewundernswert, auch wenn es nach meiner Wahrnehmung ein wenig unpassend erscheint, aber insgesamt wirklich eine großartige Blablabla…” anstatt ihn einfach zu fragen “Wann ist dir denn dieser Blödsinn eingefallen?” Da weiß er wenigstens, was er hat, während er im ersten Fall erstmal nachgrübeln muss, was ich ihm denn eigentlich sagen wollte, um am Ende wahrscheinlich zu dem Ergebnis zu kommen, dass eh alles supi ist.

    Praxisbeispiel:
    Liebe EUrokraten, ich finde das wirklich ganz hervorragend, wie ihr euch um das Wohlergehen aller eurer Bürger sorgt, auch wenn ihr dabei nach meiner Wahrnehmung ein klitzekleines bisschen über das Ziel hinausschießt, aber euer Engagement ist wirklich bewundernswert, ich platze fast vor lauter Wertschätzung für eure aufopferungsvolle Arbeit!
    So hätten sie es gerne, wetten?
    Statt: Lasst eure dreckigen Finger aus meinem Schlafzimmer, meinem Wohnzimmer und meinem Klo! Schreibt mir nicht vor, wie groß meine Spülung und wie stark mein Staubsauger sein darf und kümmert euch statt der jahrelangen Forschung nach der Konsistenz des europäischen Normteppichs einmal um euer Vorgehen bei einer Staatspleite oder um die Viertelbillion, die in Hellas versenkt wurde!
    Du verstehen?

  4. aneagle

    Stimmt, wer z.B.heute das Feedbacksandwich nicht mit einem commitment abschließt, läuft Gefahr das Gegenüber zu “kränken” . Ganz schlecht fürs Weiterkommen! Der werte Kommunizierende wird leicht für wenig konsensfähig, ev. sogar migrationskritisch gehalten. Und “baba und fall net” gilt nicht als besorgtes commitment. 😉

  5. Christian Weiss

    Inzwischen wird ja schon die falsche Meinung als kränkend empfunden. Ich denke da zum Beispiel an die saarländische Ministerpräsidentin, die eine Anzeige wegen Volksverhetzung entgegennehmen durfte, weil sie Vorbehalte gegen die Homoehe geäussert hatte.

    Die postmoderne Mimosenhaftigkeit treibt immer verrücktere Blüten.

  6. Thomas Holzer

    “Die postmoderne Mimosenhaftigkeit treibt immer verrücktere Blüten”

    Und wird durch immer mehr und zusätzliche “Gesetze” noch befördert und rechtlich “abgesichert”.

  7. Fragolin

    Die postmoderne Mimosenhaftigkeit ist Staatsdoktrin.
    Wenn durch die wirtschaftlichen Folgen einer kompetenzfreien Politik zehntausende Unternehmer ihr Hab und Gut verlieren und hunderttausende Leistungswillige arbeitslos werden und in die Maschen des sozialen Netzes eingeknüpft, so ist das eine launige Randnotiz. Aber fühlt sich ein transsexueller Punk mit Migrationshintergrund von einer falsch formulierten Stellenanzeige diskriminiert, verfällt alles in Schnappatmung und fordert strengere Strafen für Falschformuliertestellenausschreibungenschreiber.
    Die Welt ist ein Irrenhaus. Nur haben hier die Irren die Leitung übernommen und die Normalen eingesperrt.

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