Wie das in der Planwirtschaft halt so ist….

“….Die Zahl der Teilzeitjobs nimmt in Österreich seit Jahren zu, vor allem bei Frauen. Das SPÖ-geführte Sozialministerium will jetzt Unternehmen verpflichten, bei der Ausschreibung eines Vollzeitjobs, zuerst den Teilzeitkräften im Haus die Möglichkeit zur Aufstockung der Arbeitszeit anzubieten. Im ersten Halbjahr soll ein Gesetz ausarbeitet werden….” (hier)

10 comments

  1. Thomas Holzer

    Die Minister sagen es: wir brauchen viel mehr Gesetze, vor allem solche, welche durch entsprechende neu einzustellende Beauftragte dokumentiert werden müssen.
    Wo kämen wir denn hin, wenn die Politik nicht den größten Schwachsinn per Gesetz regelt. Nicht auszudenken

  2. Reinhard

    Finde ich ausnahmsweise gar nicht so falsch; es sollte generell bei Ausschreibungen zum guten Ton gehören, die eigenen Mitarbeiter darüber zu informieren, damit diese wenigstens die Chance erhalten, sich intern um einen besseren Job zu bewerben. So lange es bei der Auskunftspflicht bleibt und nicht in ein Aufstockungs-MUSS wandelt, weil die Bewertung der Qualifikation externen Bewerber ausgehebelt wird (denn die letzte Entscheidung muss weiterhin beim Eigentümer bzw. dessen befugten Stellvertreter liegen!) ist also nix dabei.
    Schade nur, dass man da über gesetzliche Regelungen überhaupt nachdenken muss, denn eigentlich sollten Unternehmen, die in ihrem Leitbild gerne damit prahlen, ihre Mitarbeiter wären ihr wertvollstes Gut und gegenseitige Loyalität oberstes Gebot, ganz von selbst ihre Mitarbeiter über interne Jobchancen informieren…

  3. Reinhard

    @Thomas Holzer
    Grundlegend bin ich ganz bei Ihnen, aber leider verkommt unsere Gesellschaft immer mehr zu einem Ort, an dem Handschlag und Ehre nichts mehr zählen und man den Leuten schon per Gesetz vorschreiben muss, wie herum sie sich auf eine Klobrille zu setzen haben.
    Früher waren solche Dinge “ungeschriebenes Gesetz” und funktionierten weitgehend automatisch, heute muss hinter jedem Pups ein Parapraph samt Beamten und Anwälten stehen.
    Traurig nicht nur, dass sich der Staat überall einmischt, traurig auch, dass es in immer mehr Gebieten ohne diese Einmischung nicht mehr zu funktionieren scheint.

  4. Thomas Holzer

    @Reinhard
    Eben weil sich der Staat überall einmischt, das “Privateste” demokratisieren möchte, und leider mit ziemlichem Erfolg auch demokratisiert, funktionieren diese “ungeschriebenen Geseze” nicht mehr. Der Staat, die Politik legt es eben darauf an, den Einzelnen, das Individuum, immer unmündiger zu machen.

  5. Oliver Schauer

    Ich kann mich zwar nicht so recht erinnern, aber war es nicht eine Politikerin der SPÖ (Bures, HH?) die vor Jahren gefordert hat mehr Teilzeitplätze für Frauen zu schaffen um ein Arbeiten als junge Mutter zu ermöglichen?

  6. Turing

    Ich halte das Anliegen für bekloppt, da es im Regelfall bereits so ist. Und manchmal geht’s auch nicht. Bei uns in der Niederlassung haben wir drei Teilzeitkräfte: die Sekretärin, die Putzfrau und den Hausmeister. Die kann man schlecht für eine Softwarearchitekten-Stelle in Vollzeit fit machen.

    Und wenn dann doch sehr viele Frauen in Teilzeit arbeiten (z. B. bei einer Drogeriekette), dann sollte man sich überlegen, ob es vielleicht an den Regularien liegt, dass die so viel Teilzeit gearbeitet wird. Ein Unternehmen stellt doch nicht einfach so Jux überproportional viele Teilzeitkräfte ein.

  7. Christian Peter

    Natürlich völliger Unsinn, denn das wird bloß die Arbeitslosigkeit erhöhen : Besser Teilzeit, als gar kein Job.

  8. Herr Karl jun.

    So ein Gesetz wäre eine völlig überflüssige interventionistische Aktion. Jede Firma ist froh, wenn sie bei Positionsbesetzungen auf den eigenen Beschäftigtenpool zurückgreifen kann: Man erspart sich aufwändige Such- und Auswahlverfahren, kennt die neue “Besetzung” und braucht keine oder wesentlich kürzere Einarbeitungszeiten – vorausgesetzt die Qualifikation passt. Warum dann der hirnrissige Vorschlag? Weil im öffentlichen Dienst die angeführten praktisch-ökonomischen Parameter nicht gelten und der Gesetzgeber deshalb glaubt, legistisch nachhelfen zu müssen. Und bei der Gelegenheit ein weiteres Mal seine Wirtschaftsferne unter Beweis stellt, indem er die Regeln gleich auf alles und jedes anwendet, auch wenn keine nachweisbare Notwendigkeit besteht. Das Gesetz würde übrigens ganz sicher nicht die erhofften Auswirkungen haben, den ich kann mir kaum jemanden in der Privatwirtschaft vorstellen, der davon individuell profitieren würde. Allerdings bläht so ein Gesetz den Wulst an Vorschriften weiter auf, es muss exekutiert und es soll die Einhaltung überprüft werden. Dieser Vorschlag hat durchaus das Zeug die ganze Erbärmlichkeit der politischen Lösungskompetenz drastisch vor Augen zu führen. Bitte mehr davon!

  9. gms

    Reinhard,

    “Schade nur, dass man da über gesetzliche Regelungen überhaupt nachdenken muss”

    Das muß man nicht. Jeder Chef wird im Rahmen seiner Einschätzung den für ihn adäquaten Weg wählen. Etwas Positives allerdings hat dieses strunzdumme Ansinnen nach weiterer Drangsalierung: All die Teilzeitmitarbeiter (für Heinisch-Hoserl: “IIIIInnnnnen”), die hinkünftig ggfs. mit Vollzeitstellen konfrontiert werden, haben einmal mehr Anlaß dazu, sich der Wirkungen der hiesigen Steuerprogression gewahr zu werden, und selbige insbesondere in jenen für Frauen relevanten Fragen nach der Work-Life-Balance zu betrachten. Flankierend werden Firmenleiter, die, aus welchen Gründen auch immer, an einer gezielt diskreten Personalsuche interessiert sind, innovativer und erfindungsreicher, neue Stellen ausreichend anders zu beschreiben als jene, die von bestehenden Teilzeitkräften gehalten werden.

    Put simply: Es soll etwas geregelt werden, was keiner Regelung bedarf. Wer Menschen in basalen Rechten beschneidet, forciert Umgehungen und Heuchelei — eine Entwicklung, die auf anderen Gebieten dank selber Ursachen bereits platzgreift. Nachdem unsere Gesellschaft bereits ausreichend neurotisiert ist und flächendeckend Nachdenknotwendigkeiten zu erkennen meint, wird sie diesen weiteren Nadelstich zur Selbstzerstörung nicht verhindern, sich entsprechend weiter verbiegen und damit noch schneller erodieren.

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