Wie der Staat für teure und schlechte Wohnungen sorgt

“…..Die Auswirkungen der Mietpreisbindung verschlimmern sich, je länger sie andauert. Neue Wohnungen werden nicht gebaut, weil der Anreiz dazu fehlt. Bei steigenden Baupreisen (meist eine Folge der Inflation) werfen die auf dem alten Stand gehaltenen Mieten keinen Gewinn mehr ab. Wenn der Staat das schließlich erkennt und die Neubauten von der Mietpreisbindung ausnimmt, ist der Anreiz zum Bau neuer Wohnungen dennoch nicht so groß, wie wenn auch die älteren Wohnungen von der Mietüberwachung befreit worden wären. Je nach dem Ausmaß der Geldentwertung seit dem Einfrieren der alten Mieten könnten Mieten für Neubauten zehn- oder zwanzigmal so hoch wie für den entsprechenden alten Wohnraum sein. (Das geschah zum Beispiel nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich.) Unter solchen Bedingungen sind Mieter von Altbauten nicht zu einem Auszug zu bewegen, egal wie groß ihre Familie inzwischen geworden ist oder wie sehr sich ihre Wohnung verschlechtert hat….” (Interessanter Essay, hier)

3 comments

  1. Reinhard

    Steigende Baupreise sind nicht nur eine Folge der Inflation sondern viel mehr Folge staatlicher Vorschriftswut. Alles, was als gesetzlicher Zwang in einem Neubau realisiert werden muss, wird vom Baukartell natürlich sündteuer angeboten. Na klar, der Bauherr MUSS es ja realisieren, egal was es kostet. Und kaum ist billige Konkurrenz am Markt gewachsen, werden neue Vorschriften erlassen.
    Wird der Bau vermietet, ist es noch ärger. Dann müssen nämlich alle paar Jahre Nachrüstungen vorgenommen werden, Dämmplatten aufgenagelt, Fahrstühle an die Außenwand geschraubt, Dächer isoliert, Treppenläufe umgebaut, Kellertüren verbreitern, Schutzanlagen eingebaut werden etc… Aber die Kosten auf die Mieter umlegen ist ebenso verboten wie einfach zu sagen: Mein Haus hat keinen Lift und wem das nicht passt, der muss da nicht einziehen!
    Der gleiche Staat, der die Kosten verursacht, verbietet dem Zahler, das Geld irgendwie wieder einzunehmen. Kein Wunder, dass keiner mehr in Zinshäuser investieren will.

  2. Thomas Holzer

    Auf der einen Seite klagt die Politik über die zunehmende “Verfettung” der Gesellschaft, auf der anderen Seite muß bald in jedem Haus, auch wenn es nur ein Stockwerk hat, ein Lift eingebaut werden 😉

  3. Rennziege

    Sie übersehen dabei, Herr Holzer, die weise Voraussicht der Baubehörden: Der Fahrstuhl in ebenerdigen Häusern ist der unverdächtige Arbeitsplatz des auferstehenden Blockwarts, der sich in braunroten Zeiten als segensreicher Sozialarbeiter auszeichnete. Mit den Liftknopferln kann er alle Aktivitäten der Bewohner unauffällig aufzeichnen. Idealer Job für früh-, burnout- und hacklerpensionierte, mit bester Gesundheit gesegnete Genossen.

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