Wie die Gewerkschaft Jobs killt

Von | 9. April 2014

(ANDREAS UNTERBERGER)  Jetzt geht es schon fast täglich Schlag auf Schlag. Eine Firma nach der anderen sperrt zu. Was aber macht der Gewerkschaftsbund? Er stellt schon wieder neue Forderungen auf, die viel Geld kosten. Und damit weitere Arbeitsplätze vernichten. Man fasst es einfach nicht.

Nach der Pleite von DiTech, nach der Fast-Pleite von Baumax, nach Daily und Schlecker, nach Alpine und Hunderten anderen ist es jetzt der amerikanische Handy-Lautsprecherproduzent Knowles. Der einzige Unterschied: Knowles geht nicht pleite, sondern baut einfach über 280 Jobs ab. Das Ergebnis für Job-Suchende bleibt aber das Gleiche. Sie haben keinen mehr.

Die Firma Knowles (früher in Österreich die Lautsprecher-Division von Philips) sagt in einer trockenen Erklärung das, was jeder mit offenen Augen weiß, was nur Gewerkschaften und Politik nicht wahrhaben wollen. Die Kündigungen erfolgen „aufgrund des im internationalen Vergleich hohen Lohnniveaus“. Deutlicher geht nimmer. Die Knowles-Jobs gehen nicht verloren. Sie gehen nach Asien.

Was aber macht der ÖGB? Er fordert zur gleichen Zeit (und mit ORF-Hilfe) eine 6. Urlaubswoche für alle ab dem 25. Berufsjahr. Kostet eh nur kaum mehr als 700 Millionen Euro. Jährlich. Und der ÖAAB geht mit dieser Forderung gleich mit. Es wird gefordert, ohne dass wohl auch nur ein einziger Arbeitnehmer solches als wichtig verlangt hätte.

Der ÖGB fordert nicht nur, sondern stellt auch gleich Bedingungen: Ohne Erfüllung des ÖGB-Verlangens nach einer 6. Urlaubswoche (die man derzeit nur hat, wenn man 25 Jahre bei der selben Firma geblieben ist) dürfen auch künftig Vorgesetzte die Arbeitszeit nicht besser einteilen. Denn der ÖGB blockiert die betreffende Gesetzesnovelle, obwohl in Summe bei deren Wirksamwerden niemand mehr arbeiten müsste, obwohl sie etlichen Firmen helfen würde, sich ein wenig besser nach der Nachfrage des Marktes zu orientieren.

Jeden Monat steigen trotz des langen Superwetters die Arbeitslosenzahlen im Rekordtempo. Aber ÖGB-Funktionäre betreiben immer noch die alte Lizitationspolitik. Nein, sie bremsen nicht einmal dann, wenn Österreich gegen die Wand donnert. Sie geben sogar dann noch Gas.

Sie haben weder aus der zur Gänze vom ÖGB verschuldeten Konsum- noch aus der ebenso ÖGB-induzierten Bawag-Pleite etwas gelernt. Die ÖGB-Bonzen schert das alles nicht. Schuld sind immer andere. Sogar im Bawag-Prozess sind zwar viele, aber nie der Chef des ÖGB, dem die Bawag gehört hatte, auf die Anklagebank gekommen. Und seit Werner Faymann die Partei übernommen hat, hat die SPÖ überhaupt noch nie einen Beschluss gegen den Willen des ÖGB gefällt.

SPÖ und ÖGB glauben noch immer ernsthaft, dass es genügt, wenn sich Österreich innerhalb der EU behaupten kann. Welch Irrtum! Geht es doch mit der ganzen EU im Wettbewerb mit sämtlichen anderen Weltregionen ständig nach unten. Die Konkurrenz ist nämlich längst nicht mehr in anderen EU-Ländern zu finden, sondern rings um den Erdball verstreut. Auch wir kaufen unser Handy dort, wo es am billigsten ist. Ohne Rücksicht auf den Produktionsort. Jeder, der etwas anderes sagt, lügt.

Aber selbst die Wirtschaftskammer hat das Verschulden des ÖGB an den katastrophalen Zukunftsaussichten Österreichs und der EU nicht wirklich begriffen. Sondern sie hat, trunken nach Sozialpartnerschaft, den ÖGB (samt dessen Geldmaschine Arbeiterkammer) jahrzehntelang sogar aufgepäppelt. Dabei sind Gewerkschaften weltweit längst so im Aussterben wie hierzulande Bären und Wölfe.

PS: Das einzige, was ich in Hinblick auf Knowles erstaunlicherweise noch nicht gehört habe, was aber eigentlich zur automatischen Phraseologie jedes Gewerkschafters gehört, ist der Standard-Satz: „Management-Fehler sind schuld. Und doch nicht etwa wir!“ Warten wir. Wird schon kommen. (TB)

2 Gedanken zu „Wie die Gewerkschaft Jobs killt

  1. Reinhard

    “…eine 6. Urlaubswoche für alle ab dem 25. Berufsjahr…”

    Danke liebe Gewerkschafter, dass ihr auch weiterhin dafür sorgt, dass die Frühpensionierung der einzige Weg für ältere Arbeitslose ist, an ein monatliches Einkommen jenseits des Sozialamtes zu kommen! Danke, dass ihr auch weiterhin dafür sorgt, dass niemand 45+ irgendwo eine Stelle bekommt, aber etliche diese verlieren werden. Ihr müsst euch über ältere Arbeitnehmer bald keine Sorgen mehr machen, weil es einfach keine mehr geben wird.
    Alles, was sich Menschen mit ihrer Hände Arbeit zwischen 20 und 40 aufbauen, wird zwischen 40 und 60 mit eurer tatkröftigen Unterstützung wieder zerstört, bis subventionierte Heimpflegefälle übrig bleiben. So ist wenigstens gewährleistet, dass sich die nächste Generation nicht in’s gemachte Nest setzt sondern wieder mit den gleichen Widrigkeiten kämpfend versuchen wird, für sich und ihre Kinder etwas aufzubauen.
    So gehen den Menschen die Sorgen nicht aus und euch nicht die Klientel.
    Danke, da haben wir alle was von!

  2. M.Kunze

    ein drama ist die verkommenheitder einst glorreichen bewegung!

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