Wie die Gewerkschaft Jobs vernichtet

“….Die österreichischen Kollektivverträge sind in den Jahren nach Ausbruch der Finanzkrise deutlich schneller teurer geworden als die fast aller anderen Länder. Besonders ältere Arbeitskräfte werden dadurch immer öfter unerschwinglich. Diverse Formen einer Mindestlohnregelung wirken sich noch stärker arbeitsplatzvernichtend aus.Aber das alles begreift die Gewerkschaft nicht. Daher ist sie auch zu keiner Gewissenserforschung imstande. Sie jagt jetzt vielmehr die Gebietskrankenkassen aus, um einige Selbständige in ein Arbeitsverhältnis hineinpressen zu können. Da das aber fast immer gegen Willen und Möglichkeiten der Unternehmen erfolgt, hat das eine logische Konsequenz: Die in eine Anstellung hineingepressten Ex-Selbständigen verlieren mit hoher Wahrscheinlichkeit bald danach wieder diesen Job – und dann auch gleich den Umsatz, den sie davor mit dem von der Krankenkassa vergewaltigten Unternehmen erzielt haben. Dann werden halt aus den Ex-Selbständigen und Kurzzeit-Angestellten Kunden des AMS, die der Allgemeinheit auf der Tasche liegen…. (hier)

9 comments

  1. Selbstdenker

    Ich muss häufig den Kopf schütteln, wenn die ÖVP ihren noch unseriöseren Koalitionspartner SPÖ eine “Klassenkampfrhetorik” vorwirft. Guten Morgen, ÖVP: seit circa 10 Jahren befinden sich die SPÖ und ihre Vorfeldorganisationen ÖGB, AK und ORF im Klassenkampf gegen jegliche Formen der Selbständigkeit.

    Das Problem, das viele – auch leider hier im Ortner-Forum – nicht begreifen, ist, dass die Existenzgrundlagen der Selbständigen mit den Maschinengewehr solange durchlöchert werden, bis diese politisch völlig abhängig gemacht bzw. deren Existenz vernichtet und die Beute unter Parteifreunden aufgeteilt wird.

    Die gewählte Methode weist enorme Ähnlichkeiten mit der Gleichschaltung von Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie im Zuge der Machtergreifung der National-Sozialisten auf: propagandistisch wird eine selbständige Erwerbsgruppe nach der anderen verächtlich gemacht, indem man ihnen “kriminelle Machenschaften” vorwirft. Ziel ist es, dass sich die Betroffenen freibeweisen, politisch bekennen und unterordnen sollen.

    Die Tiroler Agrargemeinschaften nehmen hier die Rolle vom Kanarienvogel in der Kohlengrube ein: hier hat man mit einem Musterprozess sämtliche Agrargemeinschaften das Stigma “Gemeindegut” aufgedrückt. Jede einzelne Agrargemeinschaft musste sich in zahlreichen höchstgerichtlichen Auseinandersetzungen freibeweisen, dass sie nicht aus “Gemeindegut” hervorgegangen und somit “atypisches Eigentum” ist.

    Ähnlich sieht die Situtation mit den neuen Selbständigen aus: das linke Biotop fürchtet, dass ihnen die Schäfchen ausbüchsen. Um dies zu verhindern, wird allen neuen Selbständigen das Stigma “prekär” und “scheinselbständig” aufgedrückt. Die Selbständigen müssen sich auch hier freibeweisen und politisch unterordnen lassen, damit ihnen nicht die Existenzgrundlage weggezogen wird.

    Dabei werden Kriterien zur Anwendung gebracht, die eine Gründung zum Lotteriespiel macht: jede Neugründung sollte vom ersten Tag an einen Kundenstock, eine Mitarbeiterzahl und eine Infrastruktur haben, wie ein Unternehmen, das bereits seit 20 Jahren am Markt ist. Bevor ein kleines Unternehmen wachsen kann, wird die Existenzgrundlage entzogen. Es gelten somit rechtlich nirgends festgeschriebene geradezu prohibitive Kriterien für Gründungen. Die Selbständigkeit soll nur Leuten mit sehr viel Geld vorenthalten bleiben.

    Im Unterberger-Forum hat ein Kommentarschreiber treffend vermerkt, dass die Selbständigen 5% ihrer Zeit und ihres Geldes einsetzen bzw. auf die Seite legen sollten, um sich gegen die Grenzüberschreitungen der Sozialisten zur Wehr setzen zu können.

    Ich kann mich dieser Meinung nur anschließen und möchte hinzufügen, dass sich alle selbständig Erwerbstätigen (Unternehmer, Freiberufler, Landwirte, etc.) klar werden sollten, dass sie insgesamt angegriffen und gegeneinander ausgespielt werden.

    Wir befinden uns bereits im Krieg. Es wird Zeit den Gegnern ein paar nuklear-bestückte Interkontinentalraketen ins eigene Gebiet zu schicken. Dazu ein paar Hinweise meinerseits:

    – ORF ist vom Setup und vom Programm nicht mehr statutenkonform; die GIS ist nicht mehr gerechtfertigt
    – Die AK ist aufgrund ihrer politschen Vermachtung und der Wahlbeteiligung nicht mehr legitimiert
    – Viele NGO und Stiftungen sind in Wahrheit gewerbliche Unternehmen und sollten auch so besteuert werden
    – Die Einstufung der AK-Propaganda als Hate-Speech
    – Eine längst überfällige echte Aufarbeitung parteinaher Wirtschaftskriminalität (BAWAG, Hypo, etc.)
    – Die Einbringung von Sachverhaltsdarstellungen bei neuen parteinahen Fällen der Wirtschaftskriminalität
    – Die Aufdeckung der politischen Einflussnahme auf strafrechtliche Ermittlungsverfahren
    – Ausgelagerte Trainer SPÖ-naher Organisationen an die Sozialversicherung melden
    – Eine Transparenzdatenbank in der Förderungen an Künstler, NGOs, Medien, etc. aufgelistet werden
    – Das Einrichten einer unabhängigen “Whistleblower”-Plattform gegen parteinahe Wirtschaftskriminalität
    – Eine Petition zur Abschaffung der Immunität von Politikern
    – Die Bildung und Finanzierung einer radikalkapitalistischen Organisation mit der Musterprozesse durchgezogen werden (Mitgliedsbeitrag enthält unter anderen eine Rechtsschutzversicherung)

    Die Liste kann noch umfassend ergänzt werden.

  2. Thomas Holzer

    Politikerdarsteller im Verband mit sämtlichen Kammern und der Gewerkschaft vernichten in diesem Land bewusst Arbeitsplätze.

  3. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Wir sollten uns den Sponti-Spruch “mach kaputt was dich kaputt macht” zu Herzen nehmen.

  4. Falke

    Die Gewerkschaft vernichtet nicht nur Jobs, sie verhindert auch, dass Arbeitsuchende eine Stelle bekommen. Durch Mindestlohn, hohe soziale Nebenkosten, absurde Arbeitszeitregelungen bzw. Zuschläge für Spät- oder Frühdienste, Verbot von Sonntagsarbeit (allerdings nur in Branchen, die den Gewerkschaftsbossen ins Konzept passen), starken Kündigungsschutz, teuere Mutterschutz- und Karenzregelungen usw. überlegt es sich ein Arbeitgeber zweimal, bevor er jemanden einstellt (oder dann lieber doch nicht).

  5. gms

    Selbstdenker,

    “Die Selbständigen müssen sich auch hier freibeweisen und politisch unterordnen lassen, damit ihnen nicht die Existenzgrundlage weggezogen wird.”

    Wer sich dem entziehen will, gründet eine Firma im Ausland, etwa in Estland *) oder der Slowakei. Damit die Finanz oder ASVG das nicht als Umgehung (“Einmannfirma”) behaupten kann, nimmt man zusätzliche Gesellschafter ins Unternehmen auf.

    Stimmt schon — ausweichen ist lästig, aber wenn’s Austriachstan unbedingt darauf anlegt, soll es auch mit den Folgen klarkommen.

    *) e-estonia.com/e-residents/about/

  6. Selbstdenker

    @gms:
    Vielen Dank! Ich habe meine Sammlung um diese Variante ergänzt.

    Die letzten Monate und Wochen sind sehr aufschlussreich, da die einzelnen Player der Reihe nach aus den Stauden springen und Dinge, die man bislang nur erahnen bzw. vermuten konnte, eine immer konkretere Gestalt annehmen.

    Das Geschäftsmodell der ÖVP sehe ich inzwischen sehr deutlich: mache einen bestimmenden Teil politisch gefügig, fixe sie mit “billigen” Krediten und Förderungen an und werfe die anderen den Roten zum Fraße vor. Damit wird temporär der Hunger der Sozis nach neuen Feindbildern gestillt und man schafft sich gleichzeitig lästige Konkurrenz vom Hals.

    Was mir bereits seit längerer Zeit auffällt, ist die ungeheurere Erosion sämtlicher Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit. Mit dem Gelddrucken geht es los, darauf folgt die Versaubeutelung vom Rechtsstaat, weiter geht es mit einer Zersetzung der Moral und schließlich folgt die Entmenschlichung.

    Interessant ist, dass viele Leute, die ich kenne, diese Entwicklung bereits antizipieren. Auf die Aufrechterhaltung vom Geldwert, die Unabhängigkeit der Gerichte und einen mittelfristigen Ausblick auf ein gedeihliches Mit- oder zumindest Nebeneinander vertrauen nur mehr die wenigsten.

    Das Geld wird so angelegt, dass man es der Politik möglichst schwer macht in einer Blitzaktion Finanzvermögen zu entwerten oder Realvermögen zu konfiszieren. Besser als auf die “Unabhängigkeit” der Gerichte zu vertrauen, ist es rechtliche Konstrukte aufzubauen, die der staatlichen Rabulistik so viele Hürden wie möglich in den Weg stellt um diese auszubremsen und den Preis der Zwangsausübung möglichst hoch zu machen.

    Wenn das Vertrauen an die staatlichen Institutionen den Bach runtergeht, gewinnt das zwischenmenschliche Vertrauen umso mehr an Bedeutung. Damit katapultiert sich der Staat von selbst aus dem Spiel und die bislang sicheren Finanzierungsquellen brechen ihm weg: selbst schuld, kein Mitleid.

    Der Knoten ging mir bei einem belanglosen Gespräch mit einem höheren Beamten der Bezirkshauptmannschaft in einer Baurechtssache auf: dieser warf mir ernsthaft und hochemotional “ewiggestriges Denken” vor als ich den Gleichheitsgrundsatz in die Diskussion einbrachte. Das es inzwischen schon soweit fehlt, war mir bislang nicht bewusst.

  7. Rennziege

    17. April 2016 – 15:36 gms
    “Stimmt schon — ausweichen ist lästig, aber wenn’s Austriachstan unbedingt darauf anlegt, soll es auch mit den Folgen klarkommen.”
    Guter Satz, gms. Leider wird Austriachstan mit den Folgen erst klarkommen müssen, wenn die regierenden Wirtschaftsfeinde und Strangulierer jeder unternehmerischen Aktivität sich längst mit fürstlichen Pensionen auf die schlaffen Schenkel klatschen.

  8. Thomas Holzer

    Ich würde Panama, die Kanalinseln oder die British Virgins wählen, und zwar mit Absicht 😉

  9. Mike

    Seit Jahren predige ich, daß die Gewerkschaften die effektivsten Arbeitsplatzvernichter sind.

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