Wiê die ÖVP ihre Wähler vertreibt

Von | 30. Mai 2016

” (ANDREAS UNTERBERGER) Es sind ein paar unscheinbare Buchstaben, die seit einiger Zeit auf Speisekarten zu finden sind. Und doch sind sie ein Symbol für all die Dinge, mit denen die Politik Gastwirte, Kaffeehausbetreiber und ähnliche Unternehmer immer mehr auf die Barrikaden treibt.

Eine erkleckliche Anzahl hat unter dem Druck der behördlichen Schikanen inzwischen überhaupt zugesperrt, wie man vielerorts, auch in besten Innenstadtlagen, beobachten kann. Viele andere sind so empört, dass sie sich zumindest geschworen haben, nie wieder eine der beiden Regierungsparteien zu wählen. Was logischerweise die ÖVP deutlich mehr trifft als die SPÖ, die nicht gerade eine typische Wirtspartei ist.

Diese Buchstaben sollen Allergiker vor bestimmten Inhaltsstoffen warnen. Die Pflicht zu solchen Warnungen beruht an sich auf einer EU-Richtlinie – was die politische Richtung des Zorns von Cafetiers&Co aber nicht ändert. Regieren doch auch in der EU im Wesentlichen Schwarz und Rot.

Jedoch ist die Richtlinie gar nicht das Schlimme. Das ist vielmehr deren Durchführung in Österreich. Diese Durchführung ist hierzulande nämlich nicht nur anders als in jedem der übrigen EU-Länder, sondern auch viel penibler und schikanöser erfolgt.

Ein Wirt am Wiener Stadtrand berichtet, dass er volle vier Arbeitstage aufwenden musste, um eine komplette Dokumentation aller Inhaltsstoffe in Speisen seines Gasthauses zu erstellen, wie es das Gesetz verlangt. Nach diesen Unterlagen erkundigt hat sich freilich bisher noch kein einziger Allergiker – beziehungsweise eingebildeter Allergiker, derer es ja mehr als genug gibt.

Wäre das Thema Allergie das einzige, das die Wirte verärgert, dann wäre die vorrevolutionäre Stimmung freilich noch lange nicht so erhitzt. Dazu kommt noch eine ganze Latte anderer Schikanen, die sich die Politik ausgedacht hat.

Dazu zählen…. ” (weiter hier)

 

12 Gedanken zu „Wiê die ÖVP ihre Wähler vertreibt

  1. Thomas Holzer

    “Die Österreicher haben daher in den letzten Jahren längst gelernt, sich vor Reformen zu fürchten: Denn noch jede hat dazu geführt, dass die Macht des Staates noch weiter ausgedehnt worden ist, und die Bürger noch mehr gequält werden.”

    Der Satz bringt es genau auf den Punkt; hat ja auch gestern in der “Pressestunde” der LK-Präsident gefordert, daß in der Gastronomie die Herkunftsbezeichnung aller verwendeten Produkte eingeführt wird, so daß jeder Gast gleich beim Lesen der Speisekarte erkennen kann, ob das Schweinderl für das Schnitzel aus Österreich oder z.B. Timbuktu stammt.

    In Bälde wir der “Beipacktext” in Gasthäusern, welcher vor Bestellung verpflichtet gelesen werden muß, den Umfang des AGBG haben 😉

  2. sokrates9

    Solange man nicht hunderte Beamte rauswirft kann sich die Situation nicht ändern! Die Beamten müssen die von ihnen geschaffenen sinnlosen Verordnungen exekutieren um den Vollidiotenbürger, der unfähig ist ohne
    Gesetze das nächste Häusl zu finden, zu schützen! Und das wird garniert mit drakonischen Strafen für Unternehmer die sich nicht an die sich oft widersprechende Gesetzte halten!

  3. Reini

    … die Österreichische Wirtschaft “dankt” es der Regierung! … man erkennt es an der größten Firma Österreichs, die ständigen Zuwachs hat! dies zeigt die gute Arbeit und die jahrelang gepriesene Zusammenarbeit der Parteien!

  4. Fragolin

    @sokrates9
    Abschaffung der Pragmatisierung und fertig. Dazu ein Wahlverfahren, in dem die Chefs der öffentlichen Verwaltungen regelmäßig direkt gewählt werden, ebenso Sheriffs und Friedensrichter – hui, das gäbe Schwung im Getriebe!
    Solange Leute jeden Mist verzapfen können, ohne auch nur die winzigste Gefahr für die eigenen wohlerwrobenen Rechte befürchten zu müssen, wird noch eine Menge Mist verzapft werden. Vollversorgung führt zur Vollverpfostung.

  5. Fragolin

    Die ÖVP vertreibt ihre Wähler nicht. Die Wähler wachen nur langsam auf und erkennen die Lügen hinter dem Gesülze der Propagandisten. Die Leute laufen von ganz alleine weg, weil sie die Fratze hinter der freundlichen Maske erkannt haben.

  6. Christian Peter

    Absolut verantwortungslos, gerade die zahllosen kleinen und mittelständischen Unternehmen in Österreich noch weiter zu belasten. Weit einfacher und effizienter wäre es, Steuerprivilegien für Großunternehmen zu beseitigen, etwa die Gruppenbesteuerung, was ohne Aufwand weit mehr als 500 Millionen Euro in die Steuerkassen spülen würde.

  7. Falke

    Dazu passt genau der jüngste Aufruf Mitterlehners zur Beseitigung der ausufernden Bürokratie. “Haltet den Dieb!”, schrie der Räuber, könnte man dazu bemerken. In der neuen Regierung wird ja alles neu und besser – sagte der Kabarettist.

  8. Mona Rieboldt

    Verbindliche Gesetze der EU werden in Italien als Empfehlung verstanden. In Deutschland werden sie gleich doppelt streng umgesetzt. So schlimm wie Deutschland kann doch Österreich in solchen Bestimmungen gar nicht sein. Frau Nahles (SPD) Arbeitsministerin, die noch keinen Tag in ihrem Leben gearbeitet hat, hat viele neue Leute beim Zoll eingestellt. Und diese fallen zu mehreren zur besten Essenszeit in Restaurants ein, um den Mindestlohn zu kontrollieren.

  9. mariuslupus

    Und wo bleiben die “kritischen” Journalisten ? Vor den Augen der “kritischen” Medien werden ganze Berufstände von Dienstleistern durch die ausufernde Bürokratie liquidiert, aber keine Reaktion. ( Entschuldigung, Herr A.U, es gibt auch Ausnahmen). Bei den Islamistren darf es keine Pauschalverurteilung geben, aber die letzten Selbständigen werden pauschal, als Betrüger, verdächtigt. Von diesen Vorsatz, auch noch die letzten Gewerbetreibenden zu ruinieren, wird sich auch die neue ÖSVP Regierung nicht verabschieden. Konsequent sollten nach DDR Vorbild auch staatseigene Handelsorganisation, HO`s, und LPG`s per Ukas, eingerichtet werden.
    Aber, vielleicht gibt es in Brüssel bereits entsprechende Pläne.

  10. Rennziege

    30. Mai 2016 – 13:40 Mona Rieboldt
    “Und diese fallen zu mehreren zur besten Essenszeit in Restaurants ein, um den Mindestlohn zu kontrollieren.”
    Wie possierlich! Angesichts Frau Nahles’ track record tät’ es mich nicht wundern, wenn ihre Zöllner nicht nur die Miatrbeiter des Restaurants filzten, sondern auch die Gäste: “Steuernummer? Adresse? Woher stammt Ihr Bargeld? Schwarz oder versteuert! Herzeigen, vorzählen! Die Hälfte behalten wir vorsorglich ein.”
    Wieso überhaupt Zöllner als Inquisitoren? Sind die nicht für Schmuggelware und Kontrabande zuständig?
    P.S.: Herzliche Grüße, wieder mal.

  11. Mona Rieboldt

    Rennziege
    Ich freue mich immer, Sie zu lesen.
    Ja, ich weiß nicht, warum es ausgerechnet der Zoll ist, warum nicht einfach das Ordnungsamt. Das weiß halt allein Frau Nahles. Die beiden Zollbeamten, die ich in einem Zug von Trier nach Köln erlebte, benahmen sich, als wären Reisende Schwerverbrecher. Ich war die Erste in dem Abteil und wurde von ihnen angeschrien, Pass und Fahrkarte. Was ich nicht wusste, der Zug kam aus Luxemburg. Bei den Leuten gucken sie, wieviel Geld sie dabei haben. So muss sich früher die SS in Zügen benommen haben, wenn sie nach Juden suchten. Wohl daher wollte Frau Nahles den Zoll, Unternehmer sind offensichtlich für sie alle Betrüger.

  12. mario gut

    Falsch Herr Ortner,
    “vertrieben hat”, sollte es lauten. Zahlreiche Puzzle Steine pflastern schon seit langem den Weg. Die erwähnten Schikanen sind nur der Gipfel des Eisberges. Knapp davor befanden sich übrigens die völlig lächerlichen “Wahlempfehlungen” der ÖVP Sargnägel Fischler, Karas und Konsorten. In meinem (großen) Bekanntenkreis haben sich schon zahlreiche “Schwarze” zum Teil für immer und ewig entfernt – in das Tal der Nichtwähler, oder zur FPÖ. Danke, ÖVP-Kraft…..

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