Wie die Planwirtschaft das Geld ruiniert

“……Aus der Sicht eines Zentralplaners ist die ideale Währungssituation eine einzige Weltwährung unter der Kontrolle einer einzigen Zentralbank. Bei nur einer Währung könnte eine Regierung hemmungslos inflationieren, ohne Gefahr durch irgendwelche konkurrierenden Währungen, abgesehen von einem Schwarzmarkt mit Warengeldern, der natürlich illegal wäre. In anderen Worten, je weniger Wettbewerb eine Zentralbank durch andere Währungen zu fürchten hat, desto besser für sie.

Am anderen Ende dieses Spektrums steht eine Weltwirtschaft mit dutzenden konkurrierenden Währungen. Manche wären stabiler und angesehener als andere, aber alle wären zumindest einigermaßen eingeschränkt durch das Wissen, dass jede Währung bei zu starker Entwertung ab einem bestimmten Punkt zugunsten einer verlässlicheren und stabileren Währung aufgegeben würde.

Deshalb muss sich jeder, der die Macht der Staaten einschränken und die persönliche und wirtschaftliche Freiheit stärken möchte, als ersten wichtigen Schritt gegen die staatliche Kontrolle über die Geldproduktion stellen und zudem das staatliche Monopol durch Wettbewerb und Sezession aufweichen….” (hier)

17 comments

  1. Thomas Holzer

    Der Zug fährt derzeit leider aber genau in die entgegengesetzte Richtung!
    Ob “Steuerharmonisierung”, automatischer Datenaus/abgleich, das Austrocknen von sogenannten “Steueroasen”; alles, was die Politikerdarsteller derzeit “unternehmen”, hat nur zum Ziel, eine totale Vereinheitlichung/Gleichschaltung der Systeme, von möglichst großen Einheiten kontrolliert, und die totale Kollektivierung der Bevölkerung zu erreichen.
    Daß das vulgus populus in Summe so dumm ist, sich den Kommunismus freiwillig, ganz demokratisch, per Gesetz oktroyieren zu lassen, läßt einen am Beginn des 21.Jahrhunderts doch ziemlich staunen.

  2. A.Felsberger

    @ Holzer: Noch immer ist Kommunismus definiert als staatliches Eigentum an Produktionsmitteln. Sehen Sie das irgendwo in Europa? Oder sehen Sie eine Tendenz in diese Richtung? Ich sehe nur, dass die kommunistischen Systeme auf dem Kontinent seit 25 Jahren untergegangen sind. Natürlich steht es jedem frei zu definieren wie es ihm gefällt, als Kommunismus zu bezeichnen was in Wahrheit Kapitalismus (=privates Eigentum an Produktionsmitteln) ist. Man kann auch die heutigen Verhältnisse als Nationalsozialismus bezeichnen, als Faschismus, als Diktatur von Bürokraten und was auch immer Ihnen einfällt. Auch das Recht auf Extravaganz steht jedem frei. Nur folgen wird Ihnen niemand können…..

    PS: Was soll denn an dem weltweiten Datenaustausch sozialistisch sein? Ich halte ihn eher für ein Merkmal und ein Ergebnis des Weltmarktes. Wie sollte zum Beispiel die Schweiz als offene Volkswirtschaft ihre Sonderposition anderen Staaten gegenüber halten? Da drohen Sanktionen schwersten Ausmasses, Strafzahlungen, die zum Ruin von Banken führen, Exportnachteile und vieles mehr. Sie glauben, die Schweiz kann sich das leisten? Wie man sieht, kann sie es nicht. Sie knickt ein und gibt rechtsstaatliche Grundsätze auf. Und das nennen sie Sozialismus, wo der Druck ganz offensichtlich von einer globalisierten Welt kommt? Als nächstes bricht Singapur ein, dann England und zum Schluss tritt auch die USA dem Datenaustausch bei. Alles nur eine Frage der Zeit. Und dann hat man viel Raum für sozialistische Weltverschwörungstheorien.-)

  3. A.Felsberger

    Was von den Liberalen hier versucht wird, nennt man: Etikettenschwindel, und einen schlechten noch dazu. Man will den alten Feind, der längst erledigt ist, und nur mehr in Kuba und Nordkorea ein bedauerliches Dasein fristet, nicht sterben lassen. Man will unter dem Verweis auf “Kommunismus” seine marktwirtschaftlich radikale Vorstellung von Kapitalismus durchsetzen. Das ist propagandistisch legitim, jeder politischen Gruppe steht es zu andere mit einer falschen Etikette zu schmücken. Man kennt das aus der Geschichte zur Genüge. Der tatsächliche Feind ist freilich die Sozialdemokratie, die zeit ihres Lebens nie kommunistisch war, sondern das Schoßhündchen des Kapitalismus. Die SPD hat sich von den kommunistisch-radikalen Kräften schon sehr früh losgesagt, und ist auch nie davor zurückgeschreckt, sie politisch zu verfolgen und zu meucheln. Rosa Luxemburg lässt grüßen! Das Pech der Liberalen ist halt: dass niemand ein Interesse an einem radikal-marktwirtschaftlichen Kapitalismus hat, nicht die Unternehmen, nicht die Arbeitnehmer, und schon gar nicht die Staaten. Allenfalls eine kleine vermögende Gruppe von Privaten fühlt sich hier aus verständlichen Gründen wohl. Und denen wird nun der Hahn abgedreht, indem der Zins auf Null gesetzt und weltweiter Datenaustausch betrieben wird. “Der Tod des Rentiers”, hat dies Keynes lapidar genannt. Bitter, das verstehe ich schon, aber noch lange kein Grund Definitionen auf den Kopf zu stellen. Man kann sich von dem System betrogen fühlen, und fast jeder tut das, der Arbeitnehmer, weil er schuftet von in der Früh bis am Abend und nichts im Tascherl bleibt, der Unternehmer, weil er nur mehr Steuern zahlt, der Erbe, weil sein wohlerworbenes Recht hintergangen wird. Aber man sollte auf dem Boden der Tatsachen bleiben und die Dinge beim Namen nennen, der ihnen gebührt. Sonst könnte es schon mal passieren, dass man im Traum die SA marschieren sieht, obwohl sie gar nicht mehr existiert. Wie nennt man so etwas? Ich schlage vor: Paranoia.

  4. Thomas Holzer

    Staatsquoten in Europa von jenseits der 50% sind natürlich absolut liberal; der gläserne Bürger detto; Privatheit hat im 21.Jhdt nichts mehr verloren; daher Offenlegung von allem für alle, et al.
    Daher: her mit der Vorratsdatenspeicherung, der 100% Überwachung von allem und jedem; wir haben ja nichts zu verbergen………..dient ja alles nur dem guten Zweck der Sicherheit

  5. A.Felsberger

    In der Bestandsaufnahme gebe ich Ihnen völlig recht, nur in der Analyse nicht.

  6. Christian Peter

    Na ja, die Autoren des Ludwig von Mises Instituts sind keine Experten. Alleine die Bezeichnung ‘Geldmonopol des Staates’ ist unsinnig, denn in Wirklichkeit findet der allergrößte Teil der Geldschöpfung (ca. 80 – 85 %) durch Giralgeldschöpfung privater Geschäftsbanken statt. Tatsächlich existiert lediglich ein ‘Notenmonopol’, dh. das alleinige Recht auf Ausgabe von Banknoten, welches die EZB und die nationalen Notenbanken inne haben.

  7. A.Felsberger

    >Eine lockere Geldpolitik ist wie eine Schmerztablette, aber sie entfernt den Tumor nicht.> Immerhin gibt er zu, dass Staatsverschuldung eine kurzfristig wirkende Schmerztherapie ist. Auch unsere Medizin ist ab einem gewissen Stadium nur mehr schmerzlindernd orientiert. Damit ist eigentlich alles gesagt. Nur dass Sie wissen, dass selbst Ihre grössten Feinde sehr differenziert über Staatsschuld nachdenken können:

    >Das System des öffentlichen Kredits, d.h. der Staatsschulden, dessen Ursprünge wir in Genua und Venedig schon im Mittelalter entdecken, nahm Besitz von ganz Europa während der Manufakturperiode. Das Kolonialsystem mit seinem Seehandel und seinen Handelskriegen diente ihm als Treibhaus. So setzte es sich zuerst in Holland fest. Die Staatsschuld, d.h. die Veräußerung des Staats – ob despotisch, konstitutionell oder republikanisch – drückt der kapitalistischen Ära ihren Stempel auf. Der einzige Teil des sogenannten Nationalreichtums, der wirklich in den Gesamtbesitz der modernen Völker eingeht, ist – ihre Staatsschuld. Daher ganz konsequent die moderne Doktrin, daß ein Volk um so reicher wird, je tiefer es sich verschuldet. Der öffentliche Kredit wird zum Credo des Kapitals. Und mit dem Entstehen der Staatsverschuldung tritt an die Stelle der Sünde gegen den heiligen Geist, für die keine Verzeihung ist, der Treubruch an der Staatsschuld.>

    Na, von wem ist das Zitat? Richtig: Karl Marx.

  8. gms

    A.Felsberger,

    > [..] Na, von wem ist das Zitat? Richtig: Karl Marx.

    „Alle Formen nimmt die Geistlosigkeit an, um sich dahinter zu verstecken: sie verhüllt sich in Schwulst, in Bombast, in den Ton der Überlegenheit und Vornehmigkeit und in hundert anderen Formen.“ – Artur Schopenhauer

  9. A.Felsberger

    Ja, Herr Gms. Sie könnten nicht einmal dann einem Zitat von Marx zusteimmen, wenn er wortwörtlich das Gleiche wie Sie sagte: “Daher ganz konsequent die moderne Doktrin, daß ein Volk um so reicher wird, je tiefer es sich verschuldet.” Das ist wohl persönliche Größe.-) Ich hingegen habe kein Problem mit Schopenhauer, ich liebe ihn sehr.

  10. A.Felsberger

    Schauen Sie, Frau Rennziege: Unternehmer klagen immer, einfach, weil die Unsicherheit Teil ihres Lebens ist. Sie müssen Kredit aufnehmen, um zu investieren, und wissen nicht, ob das Geld wieder zurückfliesst. Sie haften mit persönlichem Eigentum. Die Konkurrenz ist groß, und wenn man auch nur den kleinsten Fehler macht, hat man das Geschäft auch schon verbockt. Das Dasein als Unternehmer ist durchaus bedauernswert und ich beneide sie nicht. Aus dem Gejammerwerk jedoch zu schliessen, dass ihr Geschäft nicht ordentlich Ertrag abwirft, heisst nun aber doch: einer billigen Propaganda aufzusitzen. Mir fallen 10 DAX-Konzerne ein, die in den letzten 10 Jahren ihren Reingewinn ver-x-facht haben, und der Rest ist auch nicht so schlecht gefahren. So schlimm kann die Lage der Unternehmen nicht sein, und ihre Klagen sind Ausdruck ihres unsicheren Daseins, das Ihnen aber leider niemand abnehmen kann. Irritierend ist auch, dass Sie, Frau Rennziege, nicht sehen wollen, dass die gleichen Herrn am Tisch mit der Regierung sitzen. Oder glauben Sie im Ernst, dass Frau Merkel und Konsorten nicht darauf hören, was ihnen der Artbeitgeberverband Tag für Tag so zu erzählen und zu beklagen hat. Man muss schon sehr naiv sein, wenn man glaubt, dass man es hier mit machtlosen Leuten zu tun hat. Also, vertrauen Sie darauf: Die sitzen an einem Tisch genau mit all den Bürokraten, die Sie so verurteilen, und richten sich die Sache exakt so wie sie es für richtig halten. Sie leben doch in Amerika, oder? Sie sind doch Zeuge wie das Geschäft zwischen Unternehmen und Bürokraten Tag für Tag abläuft? Eine Gewerkschaft gibt`s nicht mehr und die Sache wird alleine zwischen Regierung und Lobbyisten entschieden. Dass dies mit Kapitalismus nicht mehr viel zu tun hat, da gebe ich Ihnen recht.

  11. Christian Peter

    Und selbst wenn man den Begriff des Geldes auf Zentralbankgeld reduziert kann von einem ‘Geldmonopol’ keine Rede sein, denn es gibt verschiedene Arten von Zentralbankgeld (Dollar, Yen, Schweizer Franken, etc.), die miteinander in Wettbewerb stehen.

  12. gms

    Felsberger,

    [Sie könnten nicht einmal dann einem Zitat von Marx zusteimmen, wenn er wortwörtlich das Gleiche wie Sie sagte: “Daher ganz konsequent ..”]

    Sie phantasieren, und das nicht nur einmal. Selbst wenn man sich mit allerlei Verwindungen auf besagte Konklusio einigen könnte und dabei Ihr oben einer intellektuellen Inkontinenz geschuldetes “wortwörtlich” gnädig ignoriert, so liegt die Prämisse jedoch nicht minder auf der Waage.

    “Sie sind zu simplen Schlußfolgerungen nicht in der Lage, daher schreiben wir ganz konsequent Februar 2015.” — Daran dürfen Sie sich zu Übungszwecken mit dem Blick auf den Kalender abarbeiten.

  13. Rennziege

    3. Februar 2015 – 21:42 A.Felsberger
    Danke für Ihre Replik. Aber gemeint war die schamlos wachsende Betreuungsindustrie, die uns alle einen Haufen Geld kostet, nicht nur die pöhsen Unternehmer. Es ging um die fortschreitende Entmündigung einer gesamten Gesellschaft, um die Abschaffung von Kreativität, Wagemut und Eigenverantwortung.

  14. Christian Peter

    Bilden hilft, liebe Autoren des Ludwig von Mises Instituts ! Wikipedia kann manchmal hilfreich sein :

    Monopol = eine Marktsituation, in der für ein ökonomisches Gut nur E I N Anbieter vorhanden ist.

    Davon kann im Zusammenhang mit Geld keine Rede sein, denn es gibt viele Anbieter von Geld (Dollar, Yen, Franken, Pfund, Euro, Peso, Krone, Rupie, Schekel, Dinar, Schilling, Real, Peso, Rand, Zloty, Leu, Forint, etc.), die miteinander in Wettbewerb stehen.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .