Wie die Regierung den Bürgern das Leben erschwert

Von | 4. April 2014

(A. UNTERBERGER) Die Homepage heißt „help“ und gibt ein überaus ambitioniertes Versprechen: „Amtswege leicht gemacht“. Die Realität dieser Seite der Bundesregierung ist freilich haargenau das Gegenteil.
Die Millionen kostende Seite mag einen Preis als besonders politisch korrekt bekommen. Aber Amtswege werden dabei durch diese Korrektheit nicht leichter, sondern deutlich schwerer gemacht. Wovon man sich leicht überzeugen kann, wo auch immer man auf diese Homepage klickt. Durch das politisch verlangte Gendern sind dort Texte absolut unleserlich geworden. Es ist absolut unglaublich, wie die Republik die eigenen Absichtserklärungen – eben hier jenen der leicht gemachten Amtswege – selbst wieder total zunichte macht.

Jedenfalls muss auch ich als einer, der auf Deutsch aufgewachsen ist, der sein Leben lang mit Sprache zu tun hatte, und der bei seinem Jus-Studium komplizierte Texte zu lesen gelernt hat, dort des Genderns wegen fast jeden Satz bis zu fünfmal lesen. Wie schwer muss sich da erst jemand tun, der nicht all diese drei Eigenschaften erfüllt!

Eine willkürlich herausgegriffene Kostprobe aus einer Seite von help.gv.at:

„Angehörige von unionsrechtlich aufenthaltsberechtigten EWR-Bürgerinnen/EWR-Bürgern bzw. Schweizerinnen/Schweizer oder von Österreicherinnen/Österreichern, die ihr unionsrechtliches Aufenthaltsrecht in Anspruch genommen haben, die EWR-Bürgerinnen/EWR-Bürger bzw. Schweizerinnen/Schweizer sind und nicht selbst die oben genannten Voraussetzungen erfüllen, sind zum Aufenthalt von mehr als drei Monaten berechtigt, wenn sie:

Ehegattin/Ehegatte oder eingetragene Partnerin/eingetragener Partner sind
Verwandte der EWR-Bürgerin/des EWR-Bürgers bzw. der Schweizerin/des Schweizers bzw. ihres Ehegatten/seiner Ehegattin oder eingetragenen Partnerin/eingetragenen Partners in gerader absteigender Linie (Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder) bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres sind und darüber hinaus, sofern ihnen von diesen tatsächlich Unterhalt gewährt wird
Verwandte der EWR-Bürgerin/des EWR-Bürgers bzw. der Schweizerin/des Schweizers bzw. ihres Ehegatten/seiner Ehegattin oder eingetragenen Partnerin/eingetragenen Partners in gerader aufsteigender Linie (Eltern oder Großeltern, Urgroßeltern) sind, sofern ihnen von diesen tatsächlich Unterhalt gewährt wird
Lebenspartnerin/Lebenspartner sind und das Bestehen einer dauerhaften Beziehung nachweisen können oder
Sonstige Angehörige sind,
die von der EWR-Bürgerin/dem EWR-Bürger bzw. der Schweizerin/dem Schweizer bereits im Herkunftsstaat tatsächlich Unterhalt bezogen haben,
die mit der EWR-Bürgerin/dem EWR-Bürger bereits im Herkunftsstaat in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben oder
bei denen schwerwiegende gesundheitliche Gründe die persönliche Pflege durch die EWR-Bürgerin/den EWR-Bürger bzw. die Schweizerin/den Schweizer zwingend erforderlich machen.“
Und so weiter und so fort. Weiß der Leser jetzt, ob er überhaupt in Österreich leben darf?

Von der Gleichheit und Gleichstellung
Es wird in ganz Europa nirgendwo so absurder Schindluder gegen die Bürger und zugunsten des Genderkrampfes getrieben wie in der amtlichen deutschen Sprache. Sie hat sich – sehr zum Unterschied von anderen europäischen Sprachen – enorm weit von jener Sprache entfernt, welche die Menschen sprechen. Dabei wird auch vor Übersetzungs-Sünden nicht zurückgeschreckt.

Das zeigte sich sogar beim EU-Vertrag, der offenbar des in deutschsprachigen Ländern am heftigsten metastasierenden Genderismus wegen schlicht falsch übersetzt: Man nehme dazu den Artikel 157(4) jenes Vertrages her, wo es in der deutschen Fassung heißt:

(4) Im Hinblick auf die effektive Gewährleistung der vollen Gleichstellung von Männern und Frauen im Arbeitsleben hindert der Grundsatz der Gleichbehandlung die Mitgliedstaaten nicht daran, zur Erleichterung der Berufstätigkeit des unterrepräsentierten Geschlechts oder zur Verhinderung bzw. zum Ausgleich von Benachteiligungen in der beruflichen Laufbahn spezifische Vergünstigungen beizubehalten oder zu beschließen.

Inhaltlich heißt der Satz ganz einfach: Männer können diskriminiert werden, wo auch immer eine Regierung will.

Das aber noch viel Pikantere: Im Englischen heißt es nicht „Gleichstellung“ sondern „Equality“ und im Französischen „égalité“. Daraus folgt ein Unterschied in der Vertragsauslegung, den ich gerne Klavierspielen könnte! (TB)

5 Gedanken zu „Wie die Regierung den Bürgern das Leben erschwert

  1. Thomas Holzer

    “………….zur Erleichterung der Berufstätigkeit des unterrepräsentierten Geschlechts………….”

    Daher: gesetzlich gefördert; mehr Frauen zur Müllabfuhr, mehr Männer in den Kindergarten 🙂

  2. M.Kunze

    das kommt heraus wenn man viel zu viele mittelmässig ausgebildete Beamte ohne wirklichen Chef die Zeit totschlagen lässt, das aufgrund blödsinniger Gesetze die von viel zu vielen …….
    usw, usw, usw

  3. Nimbus59

    Je korrupter ein Staat, desto mehr Gesetze braucht er …
    (Cato)

  4. Mona Rieboldt

    @Thomas Holzer
    Es fehlt auch noch eine Frauen-Quote bei Kanalreinigung und Minen suchen.
    Es geht bei der Frauen-Quote nicht um Frauen allgemein, sondern um ein paar Akademikerinnen. Ministerien in D erfüllen nicht mal ihre eigene Quote, die sollten mal bei sich selbst zuerst anfangen, bevor sie der freien Wirtschaft eine Frauen-Quote aufzwingen.

  5. Thomas Holzer

    @Mona Rieboldt
    Sie haben vollkommen recht; aber warten Sie nur, wenn mal die Frauenquote “erfolgreich” installiert ist, dann kommt die Quote für Lesben, Homos, Transen, Tschänderasten, Schwarze, Gelbe, Violette et al.
    Ein (fast) unendliche Betätigungsfeld für “unsere Volksvertreter” 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.