Wie die SPÖ für hohe Wasserpreise sorgt

(ANDREAS UNTERBERGER) Ein bisher unbekanntes Institut unter Leitung des Rathausgenossen Schicker veröffentlicht eine „Studie“, die uns einreden will, wie schlecht es wäre, wenn Strom- oder Wasser-Versorger privatisiert sind.
Neben einer Reihe nachweislich falscher Argumente – etwa die Behauptung, die britischen Bahnen seien wieder verstaatlicht worden (das sind nämlich nur die Schienen), – wird da von der Autorin auch etwas Wahres gesagt: Anbieter im öffentlichen, also politischen Eigentum würden mehr Arbeitsplätze schaffen und „faire Löhne“ zahlen. In der Tat, das tun sie. Das aber ist auch genau der Grund, warum das Institut für Finanzwissenschaft der Uni Wien (so wie viele andere) zu dem Schluss kommt, eine Privatisierung würde 30 Prozent der Kosten einsparen. Die SPÖ muss uns jetzt freilich nur noch eines erklären: Warum sollen wir um so viel mehr an Gebühren für Wasser, Müll oder Strom zahlen, nur damit dort Politiker (meist für ihre Parteigänger) eigentlich nicht notwendige Jobs „schaffen“ können? Und warum sollen diese Menschen von meinen Gebühren auch noch höhere Löhne als der Rest der Menschheit bekommen? „Faire Löhne“ heißt ja nichts anderes höhere Löhne für einige Auserwählte.
Vielen Dank, SPÖ, das so offen zugegeben zu haben. (Tagebuch)

5 comments

  1. aneagle

    also wovor die spö mich dankenswerterweise schon alles geschützt hat, spengt geradezu den rahmen menschlich möglicher obhut.
    Gegen eines allerdings, schützt sie mich nachweislich nicht:
    gegen die absolute politisch-populistische verblödung!
    Im gegenteil, hier habe ich den eindruck, ich werde von der spö gnadenlos zur absoluten spitzenleistung auftrainiert. 🙂

  2. Frtz Wunderlich

    Sicher, keine Investitionen in die Infrastruktur und mit den Preiserhöhungen sollte das Modell des Wasserökonomen Unterberger und des bekannten Instituts für Wasserfinanzen an der Universität Wien funktionieren, so ähnlich wie Wasser zu Wein.
    Wo kann man diese Studie bestellen?
    Man kann selbstverständlich auf die alte Forderung nach privaten Profit durch Wasser mit einer ebenso alten Studie antworten
    http://www.ecologic.eu/de/812

    An sich wiederholt sich bei jeder Privatisierung jener von Marx diagnostizierte Prozess bei relevanten Größenordnungen der Betriebe: Wettbewerb-Oligopol-Monopol-Verstaatlichung und weiter geht das Ringelspiel.
    In Bulgarien ist es bald soweit:
    http://derstandard.at/1360681773669/Strompreis-Revolte-in-Bulgarien
    Selbstverständlich muss der Staat, resp. wir Steuerzahler immer wieder helfend eingreifen, wenn der “Markt” und seine Jahrmarktschreier wieder versagen.
    Bei der britischen Privatisierung haben sich diese neoliberalen Marktschreier darauf verständigt, dass die Thatcher-Strategien gut gemeint waren, aber schlecht ausgeführt worden sind.
    Das kennt man schon von den Restkommunisten nach dem Fall des Ostblockes.

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