Wie Gewerkschaften für teure Flugtickets sorgen

Von | 14. Juni 2013

(ANDREAS UNTERBERGER) Die positiven Meldungen aus Europa sind selten geworden. Da muss man es erfreut und mehr als dick unterstreichen, dass die EU-Kommission nun die Flugsicherung europaweit zusammenlegen will. Die kleinen nationalen Lufträume sind längst anachronistisch und machen das Fliegen teurer und komplizierter. Auch wenn es die Passagiere nicht direkt merken.

Natürlich führt die Zusammenlegung auch zu Personaleinsparungen. Genau diese bringen ja einen Gutteil der Kostensenkungen für die Konsumenten und für die zum Teil schwer trudelnden Fluglinien. Das genügt, um die Gewerkschaften von Frankreich bis Österreich mit wilden Protesten auf den Plan zu rufen. Deren Kampf erinnert ein wenig an den einstigen Gewerkschaftskrieg, mit dem bei der Umstellung auf E-Loks die Weiterbeschäftigung der (davor kohleschaufelnden) Heizer durchgesetzt werden sollte.

Alleine in Frankreich sind durch Proteststreiks schon Tausende Flüge ausgefallen. Man kann nur hoffen, dass das niemanden beeindruckt. Man sollte es sich nur gut merken, wenn sich die Gewerkschaft (und ihre geschützte Werkstatt, die Arbeiterkammer) wieder einmal als Konsumentenschützer aufzuspielen versucht.

Manche werden nun fragen: Hält das Tagebuch jetzt plötzlich Zentralisierungen für gut? Nun: Die sind tatsächlich immer gut, wenn sie Verbilligungen bringen. Und im Fall der Flugsicherung wird ja nicht ein funktionierender Wettbewerbsmarkt durch eine zentralistische Regelung ersetzt, sondern nationale Monopole werden zu einem europäischen Monopol zusammengefügt.

Vielleicht kann auf europäischer Ebene eines Tages sogar eine Art Wettbewerb unter mehreren gesamteuropäischen Flugsicherungen hergestellt werden. Ob das technisch funktionieren kann, wage ich nicht zu sagen. Aber es würde jedenfalls eine weitere Ersparnis für die fliegenden Konsumenten bedeuten, die ja heute schon bisweilen fast mehr an Gebühren zahlen müssen als für ihr eigentliches Ticket. Und zu den Gebühren zählen eben die Kosten der Flugsicherung. (Tagebuch)

Ein Gedanke zu „Wie Gewerkschaften für teure Flugtickets sorgen

  1. oeconomicus

    Herr Erich Foglar, der Chef des ÖGB und Nachfolger von Franz “BAWAG” Verzetnitsch, hat sich kürzlich gegen eine Kürzung der Lohnnebenkosten um 0,15% ausgesprochen,weil eine solche Kürzung die Sozialstandards unter-graben würde. Die Kürzung war vorher – ja von wem wohl? – von der ÖVP vorgeschlagen worden

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