Wie islamisch ist der “Islamische Staat”?

Von | 9. Juli 2015

“…Großbritanniens Premierminister David Cameron gesellte sich kürzlich zum wachsenden Chor britischer Politiker, die argumentieren, der Name “Islamischer Staat” sei beleidigend gegenüber Muslimen und solle darum aus dem englischen Wortschatz verbannt werden…” (hier)

14 Gedanken zu „Wie islamisch ist der “Islamische Staat”?

  1. Syria Forever

    (…)Darauf erwiderte Cameron: “‘Sogenannter’ oder ISIL [die Abkürzung für Islamischer Staat des Irak und der Levante] ist besser.” (…)
    Auch Barack Hussein Obama nutzt ausschliesslich ISIL und das aus guten Gründen. Die Levante beinhaltet Israel und mit der Benutzung der Bezeichnung ISIL aberkennt er die Existenz Israels.
    Die Details machen das Ganze. Shalom

  2. Astuga

    Wobei man sich ja die Argumentation des BBC-Direktors auf der Zunge zergehen lassen muss:
    “Die vorgeschlagene Alternative “Daesh” sei abwertend und unfair gegenüber dem Islamischen Staat, sagt Lord Hall of Birkenhead, der Generaldirektor der BBC; ihr Gebrauch würde daher Zweifel an der Unparteilichkeit der BBC wecken”

    Ja klar, den IS-Mördern muss man schon unparteilich begegnen.
    Lustig auch Cameron, er selbst benützt lieber die Abkürzung ISIL (Islamic State of Iraq and the Levant)
    Was ich interessant finde (mal abgesehen davon, dass auch darin der Islam vorkommt) wenn man bedenkt, wie groß die Levante ist (traditionell reicht sie von Alexandria in Ägypten bis inklusive Libanon samt Zypern).
    Eventuell eine Aufforderung an den IS sich diese Gebiete auch noch unter den Nagel zu reißen?

    Solche sinnlosen und dummen Diskussionen entstehen eben wenn man versucht sich vor der Wahrheit zu drücken. Hier vor der Wahrheit über den Islam (und nein, nicht jeder Muslim ist radikal, aber der Islam selbst sehr wohl).
    Zur Vertiefung: im Islam unterscheidet man 3 Aspekte eines Gläubigen – Muslim, Muhsin und Ihsan.
    Muslim ist jeder der das Glaubensbekenntnis ablegt, auch wenn er in Folge sündig lebt.
    Muhsin ist man wenn man nach außen den Islam richtig praktiziert, und Ihsan wenn man ihn auch innerlich glaubenserfüllt lebt.
    Selbst die größten, blutigsten Extremisten bleiben also immer Muslime, vielleicht sogar Muhsin (etwa wenn sie die 5 Säulen des Islam einhalten).
    Ein westlich lebender Muslim der das alles locker sieht, wird aber aus Sicht der Sunna und des Fiq nie als guter Muslim betrachtet werden, er ist also schlechter dran als jeder Radikale der den Ritus beachtet.

  3. aneagle

    Der Islam (= Unterwerfung) Europas schreitet ungehindert fort. Englands Universitäten benötigen existentiell die Petrodollars der Saudis ebenso wie jene Frankreichs. Die Infrastrukturinvestitionen beider Länder auch. Der Zentralstaat leistet eben hier wie dort ganze (Vernichtungs-)Arbeit
    M. Houellebecq hat keinen Roman über Frankreich geschrieben sondern einen über den Abstieg Europas zum verarmten Satelliten(siehe “Dialog”- zentren Spanien+ Österreich, etc.)

    Die grottenschlechte EU Führungsperformance und deren irre Geldverschleuderung (z.b. Milliarden für Palästinas “Beamte”) beschleunigt den Abstieg ins Armenhaus und die damit einhergehende Abhängigkeit.
    Cameron weiss das. Und er weiss auch, wie er als letzter absteigt. Er kennt die goldene Regel: Wer das Gold hat macht die Regeln (Ausnahme: Griechenland)

    Wenn es schon lange keine Merkels mehr geben wird, kann Cameron noch zu Lebzeiten darauf hoffen zum Groß-Muchtar der ehemaligen Kelteninsel Britannien ernannt zu werden. Vorausgesetzt natürlich, er tritt rechtzeitig zur Religion des Friedens über.
    Wann ist rechtzeitig?
    über das ehemalige

  4. aneagle

    -über das ehemalige- = überflüssig. Sorry, mit smartphone zu schreiben ist nix für wurstfinger 🙂

  5. Fragolin

    Böse rechtspopulistische, rassistische und hetzerische Vorgehensweise: Ein Problem beim Namen nennen und seine Bekämpfung einleiten.
    Richtige politisch korrekte Vorgehensweise: So lange nach einem neuen Namen für ein Problem suchen, bis es gar nicht mehr als Problem erscheint, dem folgend seine werschätzende Integration in die butterweich situationselastische virtuelle Realität.
    Bewerfen wir die zigtausenden verirrten Einzelfälle und ihre zigmillionen Fans doch mit gutmenschlichen Wattebällchen, dann geben die schon auf und kommen auf eine Mehlspeis’ vorbei…

  6. Herbert Manninger

    Unangenehme Wahrheit=Hetze.
    Vorauseilende Angst=Respekt.
    Weit haben wir’s gebracht in unsrer zivilcouragierten westlichen Welt.
    Das ,,Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar?” – Zitat gilt also nur mehr selektiv, wenn’s politisch passt und risikolos ist.

  7. Thomas Holzer

    Cameron geht ja viel weiter, genauso wie die Erweiterungen im StGB, beschlossen diese Woche!
    Die Meinungs- und Wortwahlfreiheit wird zunehmend immer mehr eingeschränkt und per Strafe auch noch exetutiert

    Wo sind die Zeiten geblieben, wo die Briten stolz auf die Krauts schimpften und es nahezu zum guten Ton gehörte, dieses Wort zu verwenden………..

  8. cmh

    Mein Vorschlag: Islamischer sogenannter Staat

    Denn wenn man bei jeder Verwendung von “Islam” überlegen muss, was das jetzt heissen könnte, dann darf man sich auch bei “Staat” nicht mehr sicher sein.

    Und da bin ich mir bei Islam ziemlich sicher, bei Staat hingegen schon lange nicht mehr.

  9. caruso

    Wen der Name “Islamischer Staat” stört, wer das als beleidigend empfindet, sollte sich
    vielleicht an den “Islamischen Staat” wenden mit der Bitte, daß dieser sich anders nennt. Das
    wäre m. M. nach die richtige Lösung für dieses ah! so schwere Problem.
    lg
    caruso

  10. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Keine Bange, wenn gegen die “Krauts” hergezogen wird, exekutiert auch heute noch keiner irgendwas…

  11. Rado

    Vielleicht ist der Islamische Staat ja gar so etwas wie der Vatikan des Islam?

  12. Astuga

    @Rado
    Der IS stellt den Anspruch das Kalifat wieder errichtet zu haben.
    Insofern könnte man von einem Vatikan (und internationalen Gerichtshof) des sunnitischen Islam sprechen.
    Aber solche Vergleiche hinken.

  13. Christian Weiss

    Man sollte auch nicht mehr von Enthauptungen und Steinigungen sprechen, sondern nur noch von sogenannten Enthauptungen und sogenannten Steinigungen. Denn im Koran ist damit ganz sicher etwas anderes gemeint als das Abschlagen von Köpfen und Erschlagen von Menschen.
    Überhaupt sollte man beim Koran nur die ewige Schlussformel “fürwahr, Allah ist barmherzig” zitieren. Alles andere ist aus dem Zusammenhang gerissen.

  14. Astuga

    @Christian Weiss
    Vorsicht Falle! 😉
    Im Koran wird die Steinigung gar nicht erwähnt.
    Dort ist sinngemäß lediglich die Rede von gnadenlosen Schlägen als Strafe (Stockschläge, Peitsche etc.), die natürlich auch tödlich sein können.
    Die Steinigung gründet sich auf die Hadith als Quelle (gesammelte Überlieferungen aus dem Leben und Wirken Muhammeds), diese sind für die islamische Rechtspraxis eigentlich fast wichtiger als der Koran selbst.

    Dem Vorbild Muhammeds nachzueifern bezeichnet man dann als Sunna.
    http://de.calameo.com/books/0003319354ce91dd821bf

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