Wie liberal sind die Neos wirklich?

“….Die Neos mit ihren bisher klaren, wenngleich umstrittenen Positionen, sind zu einer nebulosen Gruppe mutiert, deren Spitzenkandidatin sich immer öfter selbst widerspricht. Kaum gibt es Gegenwind, rückt sie von heiklen Positionen wie der Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen wieder ab oder findet für das eben noch verteidigte Freihandelsabkommen mit den USA keine Argumente mehr….” (hier)

28 comments

  1. Heinrich Elsigan

    Mit wem besteht die ehste Chance auf kleine Reformen?

    Wer nicht das geringste Übel wählt,
    der wählt SPÖVP!
    Stillstand oder Reformen?
    das ist hier die Frage!

    Das geringste Übel mag vielleicht für jeden hier was anderes sein, doch die meisten Leser von Herr Ortner schätze ich nicht als Fans der Groko ein.

  2. Thomas Holzer

    “Ohne klare Linie verschwimmt das Bild einer Partei, die eigentlich junge, engagierte Menschen ohne Berührungsängste zum Unternehmertum ansprechen wollte.”

    Schlichtweg eine (noch dazu falsche) Behauptung des Autors dieser Zeilen.
    Das Einzige, was die NEOS sind, ist “neu”; liberal waren sie nie und werden nie sein, weil die NEOS-Proponenten liberal/libertär mit Beliebigkeit verwechseln. Außerdem wollen ja Herr Strolz und Genossen keine neoliberalen Säcke sein, sondern nur ab und zu Bäume umarmen und tagtäglich die Schwerkraft mittels verliehener Flügel bezwingen

  3. menschmaschine

    gestern auf atv war auch so eine europa-diskussion der spitzenkandidaten und heute ist auf orf, zum 3. mal in dieser woche, wieder eine.
    fr. mlinar wirkt auf mich, sagen wir es mal höflich, “ideologisch nicht sehr gefestigt”. anders gesagt: die dame hat keine ahnung, was “liberal” bedeutet. warum nimmt sie dieses wort dann in den mund? und warum biedert sie sich dauernd an die grüne lunacek so an?
    im gedächtnis blieb mir von ihr nicht viel, nur der satz “wir sind für die vereinigten staaten von europa”. das ist ja wirklich, vor allem in zeiten wie diesen, eine ur-liberale position…
    fazit: die neos werden, wie damals das lif, weiter dafür sorgen, daß der begriff “liberal” in österreich gründlich diskreditiert wird. ganz lieb, danke.

  4. Rennziege

    Wären die Neros liberal, würde der Papst die Bibel durch das Kommunistische Manifest ersetzen.

  5. Christian Peter

    Selbstverständlich sind die NEOS liberal – genau das ist das Problem. An (links-) Liberalen mangelt es unserem Land wahrlich nicht.

  6. Thomas Holzer

    @Christian Peter
    Einerseits werden wir von Rauchern, Klerikalen, Konzernen, Banken (habe ich wen/was vergessen?) tagtäglich niedergeknüppelt und in unserer Freiheit eingeschränkt, andererseits gibt es zu viele Liberale………
    Stringenz nennt man etwas anderes; aber diese darf man von Ihnen natürlich nicht erwarten

  7. Reinhard

    @Christian Peter
    Linksliberal ist Quatsch. Linksliberal gibt es nicht. Liberal passt in das links-rechts-Schema nicht hinein. Es gibt weder linksliberal och rechtsliberal noch oben-in-der-vorderen-Ecke-liberal.
    Es gibt liberal oder nicht liberal. Man kann liberal sein, dann ist man weder links noch rechts. Oder man definiert sich links oder rechts, dann ist man nicht liberal, und ein bisschen schwanger gibt’s nicht.

  8. Thomas Holzer

    Es stimmt, ein Linker kann nie liberal sein, auch wenn er es noch so oft von sich behauptet; weil links impliziert Kollektivismus, weil links im Zeichen der Nämlichkeit steht, von einer totalitär-materialistischen Vision von Staat und Gesellschaft zeugt.
    Hingegen ist ein wahrer Rechter immer liberal, weil rechts steht für Person, Freiheit, Geistigkeit, für den human-personalistischen Aspekt der menschlichen Psyche; rechts steht für Vielfalt, Freiheit und die Person an sich.

  9. Reinhard

    @Thomas Holzer
    Ich bin von dem “rechts”-Bild ausgegangen, das in den letzten Jahrzehnten Ihre durchaus richtige Definition abgelöst hat; jenes, das nationalistische Linke und ihre primitiven Prügeltruppen als “Rechte” definiert, nur um eine faktisch nur hauchdünne Trennung zu den restlichen Linken künstlich aufzublähen…

  10. Christian Peter

    @Reinhard

    ‘gibt kein linksliberal’

    Irrtum – Liberalismus als politische Gegenströmung zum Konservatismus war und ist immer links.

  11. Thomas Holzer

    @Christian Peter
    Bitte lernen Sie Geschichte und bitte legen Sie ihre Gedankenstereotype ab; selbst denken und nicht alles, was einem vorgesetzt wird, wiederzukäuen, schadet prinzipiell nicht.

  12. Thomas Holzer

    @Reinhard
    Gerade deswegen, wegen der gewollten Verdrehung geschichtlicher Tatsachen, geschuldet vor allem der Kleingeistigkeit der Westmächte nach dem Sieg über den Nationalsozialismus, bestehe ich darauf, mich selbst als rechtsextremen Stockliberalen zu bezeichnen. 🙂

  13. menschmaschine

    @ Thomas Holzer
    “Hingegen ist ein wahrer Rechter immer liberal, weil rechts steht für Person, Freiheit, Geistigkeit”
    das sehe ich nicht so. ein konservativer zb. ist eher nicht liberal, weil er ebenso staatsgläubig ist wie jeder linke. der konservative ist also nicht gegen den staat, er ist nur gegen den linken staat. freiheit, vor allem persönliche freiheit, würde ich als wert bei konservativen jetzt auch nicht so weit oben in der skala vermuten.
    damit keine mißverständnisse aufkommen: nichts gegen konservative, aber liberal würde ich sie nicht unbedingt nennen.

  14. Thomas Holzer

    @menschmaschine
    Ich kann mich nicht entsinnen, irgendwo in meinen “Beiträgen” das Wort “konservativ” verwendet zu haben 😉
    Außerdem: die Welt, Ideen, Gedanken entwickeln sich (ab und zu) weiter, manchmal auch zurück

  15. Christian Peter

    @thomas holzkopf

    Sie sollten Geschichte lernen. Der Liberalismus als politische Gegenströmung zum Konservatismus ist selbstverständlich eine linke politische Ideologie. Bürgerliche Freiheiten gegenüber dem Staat (Menschen- und Bürgerrechte), Bändigung politischer Herrschaft durch Verfassung, Selbstbestimmung des Individuums durch Vernunft (Aufklärung), etc. sind Forderungen, die von Konservativen weitgehend abgelehnt werden.

  16. Reinhard

    Weil Liberalismus ggen links ist, muss er rechts sein.
    Weil Liberlalismus gegen rechts ist, muss er links sein.
    Merken Sie es: Es funktioniert einfach nicht!

  17. Thomas Holzer

    @Christian Peter
    So Sie es schon für nötig erachten, einem meiner Beiträge zu antworten, und mich direkt anzuschreiben, ersuche ich Sie nunmehr zum zweiten Male, Ihre primitiven Verballhornungen meines Namens zu unterlassen.
    Aber es scheint für Menschen wie Sie üblich und normal zu sein, in dem Moment, in dem keine Argumente mehr vorhanden sind, zu Beleidigungen und Verunglimpfungen überzugehen
    Wollen oder können Sie nicht die einfachsten Regeln der Kommunikation einhalten?
    Oder sind Sie nur so “mutig” weil Sie sich hinter einem selbstgewählten Pseudonym verstecken können?

  18. menschmaschine

    @ thomas holzer
    stimmt, “konservativ” habe ich als meiner meinung nach klassisches beispiel für einen rechten gewählt. trotzdem bleibt der knackpunkt meiner ansicht nach die sicht auf den staat.

  19. gms

    menschmaschine,

    “damit keine mißverständnisse aufkommen: nichts gegen konservative, aber liberal würde ich sie nicht unbedingt nennen.”

    Ihrer Darstellung ist beizupflichten.

    Eines kam in der Debatte bislang allerdings noch zu kurz: Beide Begriffe — sowohl ‘liberal’ wie auch ‘konservativ’ — wurden und werden zunehmend verbogen durch politische Gruppierungen, die unter diesen Labeln Schindluder treiben. Was heute in Europa als “konservativ” daherkommt, ist mehr oder minder Struktursozialismus und Klientelpolitik. (Das Treiben der Liberalallalas muß nicht mehr extra kommentiert werden.)

    Trennt man die Begriffe von jenen, die diese ideologischen Standortbestimmungen in der Vergangenheit unrechtens ursupierten, verschwimmt die tatsächliche Oppositionsstellung zwischen echten Konservativen und echten Liberalen zusehends. Solange aber beide Seiten sich am jeweiligen Zerrbild des Gegenübers reiben, solange profitiert deren gemeinsamer und kollektivistisch orientierte politische Gegner am meisten.

    Was Liberale mit Konservativen verbindet, ist die überwiegende Mehrzahl gemeinsamer Werte, was sie trennt, ist die Herleitung dieser Werte und die Frage nach den Folgen, würden diese Werte nicht durch staatlichen Zwang verteidigt werden. Aus Sicht der Liberalen ist der Konservative furchtsam, aus umgekehrter Richtung betrachtet erscheint der Liberale grundlos optimistisch.

    Darüber, wie die Gesellschaft aussehen soll, herrscht im Großen und Ganzen Einigkeit zwischen beiden Lagern, und exakt hierin liegt die entscheidende gemeinsame Oppositionsrolle zu den Linken. Das aktuelle Haupthindernis zur Wiedervereinigung von Liberalismus und Konservatismus in einem Bügerlichen, das diesen Namen auch verdient, ist die Existenz oben genannter Zerrbilder.

  20. menschmaschine

    @ gms

    was sie schreiben, stimmt natürlich. “liberal” und “konservativ” sind heute fast nur als negativbegriffe des linken mainstreams präsent.
    es stimmt auch, dass liberale und konservative vieles gemein haben, nicht zuletzt den gemeinsamen feind in gestalt der omnipräsenten kollektivisten. trotzdem gibt es grundlegendes, das sie trennt, finde ich. zur bereits erwähnten sicht auf den staat würde ich übrigens auch die (christliche) religion hinzuzählen. die ist konservativen meiner erfahrung nach weit wichtiger als liberalen, wiewohl sich natürlich religion als zutiefst persönliche angelegenheit und eine liberale einstellung nicht grundsätzlich ausschließen.

  21. gms

    menschmaschine,

    kein Widerspruch meinerseits. Was die Bedeutung des bewahrenden Staates aus konservativer Sicht anbelangt, so ist, falls auch nicht monokausal, das Aufkommen linker Strömungen seit Mitte des 19 Jhds. hierfür bestärkend, wenn nicht gar maßgeblich.
    So haben als historische Fußnote ja schon Liberale zähneknirschend den Faschismus als das kleinere Übel wider den Kommunismus hingenommen, sprich im echten Wortsinne toleriert.

    Damit sind wir einmal mehr beim durchaus berechtigten Hauptvorwurf der Konservativen an heutige Liberale: “Würde sich bei einem freien Spiel der Kräfte flächendeckender Sozialismus einstellen, würdet ihr euch kleinlaut dem fügen. All eure redlichen Aufklärungen und Warnungen wären ins Leere gegangen, und dank Gewaltverzicht bleibt euch dann nur die Unterordnung.”

    Vertieft man das Thema, so passen echter Liberalismus und Demokratie erkennbar nicht zusammen. Dem Konservativen reicht auch ein Rechtsstaat unabhängig der Verfasstheit, dem Liberalen nicht minder. Das ganze Demokratiegedöns steht ja nicht grundlos im Zentrum linker Agenden, während Konservative und Liberale sich leicht bei der Urform der griechischen Demokratie oder auch einem Monarchen finden könnten. Die größte Stärke dieser Art von Staat wiederum liegt im Schutz des Individuums vor der Masse, und einzig und allein Linke wollen darin einen Makel behaupten.

  22. Thomas Holzer

    “Die größte Stärke dieser Art von Staat wiederum liegt im Schutz des Individuums vor der Masse,”

    Und nur darum geht es!; dies ist “des Pudels Kern” 🙂

    Demokratie schützt das Individuum, die Minderheit eben nicht, trotz aller treuherzigen Beteuerungen der vereinigten Kollektivisten

  23. menschmaschine

    @ thomas holzer
    jetzt verstehe ich, worauf sie vorher hinaus wollten.
    dass der staat der sozusagen natürliche feind des individuums ist, meinen übrigens auch anarchisten, die heute fast nur im linken spektrum vorkommen, was aber nicht immer so war, wenn ich mich recht erinnere.

    @ gms
    monarchie, ich weiß nicht. kann funktionieren, wenn der monarch ein “guter” monarch ist, aber was, wenn nicht? blickt man in der geschichte zurück, hatten viele monarchen ja weniger das wohl des volkes als mehr ihrer eigenen dynastie im auge.

  24. Thomas Holzer

    @menschmaschine
    Natürlich ist “der Staat” der natürliche und größte Feind des Individuums, deswegen müssen die Befugnisse seiner Vertreter auch so klein wie möglich gehalten werden!

    “blickt man in der geschichte zurück, hatten viele monarchen ja weniger das wohl des volkes als mehr ihrer eigenen dynastie im auge.”

    Da haben Sie schon recht, welches System ist schon perfekt 😉

    Aber wir brauchen gar nicht in die Geschichte zurückblicken, zumindest nicht über Jahrhunderte; es reichen die vergangenen Jahrzehnte; an wen haben wohl all die ach so demokratisch legitimierten “Volksvertreter” gedacht?! 🙂

  25. Reinhard

    @menschmaschine
    Linke Anarchisten sehen nicht “den” Staat, sondern nur “diesen” Staat als ihren Feind an; haben sie ihn zerstört, bilden sie selbst oft die Keimzelle einer weit schlimmeren Diktatur. “Anarchisten” im wirklichen Sinne des Wortes sind diese Leute nicht, eher sich selbst revolutionär empfindende primitive Krawallbrüder. Spätpubertärer Widerstand gegen die Gesellschaft der Eltern, der oft genug mit Provokation beginnt und angesichts deren Wirkungslosigkeit in enttäuschter Gewalt endet.
    “Anarchie” ist ein Begriff, der heute sowieso vollkommen wesensfremd verwendet wird; meinte er einst die Abwesenheit einer übergeordneten Herrschaft, wird er heute als Synonym für Gesetzlosigkeit und Chaos missbraucht; er riecht nach verbrannten Autoreifen und klingt wie zerberstende Fensterscheiben. Das geht soweit, dass Menschen, die heute eine freiheitliche Gesellschaftsordnung im Sine des ursprünglichen “Anarchismus” anstreben, sich “Libertäre” nennen müssen, um nicht mit primitiven linken Krawallos in einen Topf geworfen zu werden.
    “Anarchie” und “Anarchismus” sind für mich wunderbare Beispiele, wie Begriffe, hinter denen sich Gefahr für das Herrschaftssystem und seine Nutznießer verbergen könnte, so lange umgedeutet und verfälscht werden, bis das gemeine Volk mit dem Begriff etwas ganz anderes und negativ belegtes verbindet.

  26. Menschmaschine

    @ reinhard

    ich weiß. ich meinte auch eigentlich “echte” anarchisten. als anarchisten bezeichnen sich heute aber nur mehr linke. einer hat mir mal erklärt, er sei “kommunistischer anarchist”, für mich ein absurder wiederspruch in sich aus eben den gründen, die sie aufgezählt haben.

  27. gms

    Menschmaschine,

    “als anarchisten bezeichnen sich heute aber nur mehr linke.”

    Nope, siehe Anarchokapitalismus.

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