Wie man ein reiches Land ruiniert

(LUKE LAMETTA) Schon gehört? Im Land mit den größten Ölreserven des Erdenrunds gibt es jetzt also eine Hungersnot. Hungersnot in Venezuela. Öl-reichster Staat des Planeten. Mit Hungersnot. Nur ein gutes Jahrzehnt Sozialismus und so ein Land ist dermaßen am Ende, dass die Menschen dort als freelancende Metzger Pferde im Zoo abschlachten, um irgendwas anderes als Mangos, Dreck und Hand in den Mund zu bekommen. Und Zynismus fühlt sich noch nicht mal besonders schlecht oder heikel an? Nö, ist er doch…
1) …”die letzte Möglichkeit der Aufklärung in einer abgeklärten Welt” (–M. Fleischhacker, steirischer Philosoph), konnten…
2) …diese südamerikanischen Komplettdescheks (Völkerfreund_innenschaft!) den Hals in Sachen Sozialismus gar nicht randvoll genug bekommen, und haben deshalb…
3) …bei fast ausnahmslos jeder Gelegenheit seit Ende der 90er ihre Kreuzchen mehrheitlich bei Hugo Chavéz respektive seiner linken Primatenbande gemalt.
Wer in Mordkorea Grassuppe löffeln muss, kann sich wirklich meines ehrlichen Mitgefühls sicher sein. Aber wie bitte? In Caracas müssen Parteigänger und Wähler der Partido Socialista Unido de Venezuela jetzt Staub und Roadkill fressen? Waas? Leckah, ‪#‎Gönnung‬! Mitgefühl empfinde ich da mehr so für Oppositionelle, Nichtwähler und vor allem die Kinder (siehe Link…).
Aber dieser Umstieg so? Von Hummer und Barolo im Innenstadt-Penthouse der Gewerkschaft auf streunende Katzen und Brackwasser in den Favelas und Slums am Stadtrand?
Also, da würden mir schon so zwei, drei, viele Genoss_innen einfallen, bei denen man das sozial gerecht, recht leistungsgerecht sowie sehr gerechtigfertigt hinsichtlich Verteilungsgerechtigkeits*innen finden könnte. Ein wenig.
Bisschen schade, dass die “Sozial”demokratie dem Sozialismus in Sachen Ausbeutung einfach turmhoch überlegen ist…

Venezuela, auch toll: Der Funke ist unter all diesen 1001 links-sektoiden Wachturm-Äquivalenten für die Zeugen Karl Marx’ eins der allerspektakulärsten. Ein retro-sozialistisches Revolverblättchen, welches es immer und immer wieder schafft, sich in nur einem Artikel derartig diametral und wirklich um exakt 180° zu widersprechen – dass man das dort weniger als gar nicht merkt. Weshalb man – latürnich – am Ende erst recht in den gerecht*innen Krieg für die sozial gerecht_e Sache der Arbeiter_innenklass*e ziehen will (muss!). Sieht zuerst mal so aus:
“Jeder Versuch, mit repressiven Maßnahmen gegen den Schwarzmarkt vorzugehen, auch wenn dies nötig wäre, ist zum Scheitern verurteilt. Die Ursache und Wurzel der Probleme liegt darin, dass die Regierung nicht imstande ist, die gesamte Menge der nachgefragten Waren aufzutreiben und gleichzeitig der private Sektor nicht bereit ist, Waren zu den von der Regierung vorgegebenen Festpreisen zu produzieren oder zu verkaufen.”
Sensationell, Faustis. Könnte auch von Ludwig von Mises (1922) stammen. Präzise analysiert, absolut richtig, stimmt. Und deshalb ist euer Fazit ja auch naheliegend – sonnenklar:
“Es ist noch nicht zu spät. Dies ist die Stunde äußerster Gefahr. Sie kann nur mit äußersten Maßnahmen und äußerster Stärke überwunden werden. Genug mit der Wankelmütigkeit. Führt die Revolution weiter bis zum siegreichen Ende!”
Sieg Heil! Endsieg der Revolución! “Repressive Maßnahmen gegen den Schwarzmarkt”! Weil “jeder Versuch zum Scheitern verurteilt” ist! Nämlich. Deshalb ja: Machen!
“Äußerste Maßnahmen äußerster Stärke”! Krieg gegen Schwarzmarkt&Co.! Totaler Krääg!! Lovin’ it

29 comments

  1. Selbstdenker

    Wieder einmal wurde die “gute Idee” bloß schlecht umgesetzt 😉

    Kann sich noch wer an den Besuch vom venezolanischen Militaristen Chavez in Wien erinnern?

  2. Selbstdenker

    Der Sozialismus ist eine Plünderungs- und Unterdrückungsideologie. Da er nur mit Realitätsbeugung, Zwangs- und Gewaltausübung aufrecht erhalten kann, kippt er auf kurz oder lang immer ins Totalitäre.

  3. Reini

    … Einer baut das Land auf, die nächste Generation muss es erhalten, und die Nächsten verwirtschaften es,… ein Kreislauf der Natur,… wir sind gerade in der Stufe 3!

  4. stiller Mitleser

    Michael Fleischhacker, erst Kleine Zeitung, dann (nach Unterberger) Chefredakteur der Presse, dann über Berlin zur NZZ, Diktum das hängenblieb: Rote und Blaue sollten koalieren, da gleiche Wählerbasis ( und geht eh gut im Burgenland) ist Steirer, aber kein (Berufs)Philosoph. Vielleicht haben Sie Peter Strasser gemeint?

  5. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Da liegen Sie im Selbstverständnis der vereinigten Linken wieder einmal falsch!
    Nicht “schlecht umgesetzt”, sondern aufs Fieseste torpediert von außen; von den imperialistischen USA, der Hochfinanz, und natürlich -darf nie fehlen- den Juden

  6. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Und ich dachte schon die Grünen mit ihrer CO2-Religion hätten sich schädigend auf die Geschäfte der venezolanischen Regierung ausgewirkt.

    Die Amis wurden doch von Chavez vor über 10 Jahren aus der Erdölförderung hinausgeworfen. Danach sollte es doch steil bergauf gehen, oder?

    Ich sag es ja: die Linken sind die größten Rassisten und Antisemiten überhaupt.

  7. Thomas F.

    Ich würde ihnen so gerne Wampo und Konsorten hinschicken. One way natürlich.

  8. Reini

    … in Venezuela gibt es einfach zu wenig Flüchtlinge – lt. der deutschen Prophezeiung gibt’s ein Wirtschaftswachstum mit der Zuwanderung! 😉

  9. Christian Peter

    Na ja, wenn Bodenschätze ein Indikator für Reichtum eines Landes wären, müsste auch in einigen afrikanischen und anderen Entwicklungsländern Milch und Honig fließen.

  10. Luke Lametta

    Jetzt seids doch mal nicht so, diese Wiener Marxismus-Mönche haben aus Versehen eine der schönsten Sozialismus-Definitionen zsammbracht, die ich je gelesen habe:

    “Sozialismus ist, wenn man mit repressiven Maßnahmen gegen den Markt vorgeht, obwohl jeder Versuch zum Scheitern verurteilt ist. Da die Ursache und Wurzel der Probleme darin liegt, dass die Regierung nicht imstande ist, die gesamte Menge der nachgefragten Waren aufzutreiben und gleichzeitig der private Sektor nicht bereit ist, Waren zu den von der Regierung vorgegebenen Festpreisen zu produzieren oder zu verkaufen.”

    Badumm tss. Toll! <3

    @stiller Mitleser: ich denke den "steirischen Philosophen" kann man gelten lassen. Michael Fleischhacker hat ungefähr soviele Studien geschmissen wie Sigi Maurer, darunter Philosophie, außerdem wäre er im heutigen System der frech "Universität" genannten Bologna-Klippschule – hat er mir mal persönlich verraten – 3-facher Bachelor. Sigi Maurer hat höchstens nen Fahrtenschwimmerschein und Öffi-Jahresausweis.

    @Christian Peter: Genau darauf zielte ich ja ab – Bodenschätze spielen überhaupt keine Rolle, wenn man sie – aus Gründen, die in Teilen Afrika jenen in Venezuela nicht unähnlich sind – nicht aus der Erde holen und zu Geld machen kann. Chile hat vergleichsweise echt so gut wie gar keine Bodenschätze und dürfte das reichste Land Südamerikas sein. Und nun vergleichen Sie mal Chile und Venezuela heute und vor, sagen wir, 70 Jahren…

  11. Antal Gördele

    @Luke Lametta – Chile taugt nicht ganz als Referenzobjekt. Das Land ist enorm reich an Bodenschätzen, und hat u. a. die weltgrößten Kupfervorkommen. Es war auch schon im 19. Jhd. reich, weil es damals z. B. Salpeter (Schießpulver!) in riesigen Mengen exportierte. So nebenbei hat das sehr unternehmerfreundliche Chile (mit extremen Unterschieden arm-reich) aber auch den größten Anteil an extrem Armen in Südamerika und nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit (lag mal bei 20 %). Beide Zahlen wurden aber durch Sozialstaatsmaßnahmen (!) mittlerweile deutlich reduziert.

  12. Marianne

    Vieles erinnert an das segensreiche Wirken der rotgrünen GenossInnen hierzulande. Lediglich (noch) ein wenig behindert durch schwarze GenossInnen die eine etwas unterschiedliche Klientel bedienen muß. Aber getrennt marschieren, vereint schlagen ist auch hier weiterhin die Devise. Ob die blauen Genossen eine Alternative sind?

  13. Christian Weiss

    “…und gleichzeitig der private Sektor nicht bereit ist, Waren zu den von der Regierung vorgegebenen Festpreisen zu produzieren oder zu verkaufen.“

    Der Vorwurfston, der da drinsteckt, ist so obergeil:
    Die verweigern sich! Diese Schweine!
    Während wir von der sozialistischen Junta den Unternehmen und Bürgern und anderen Ausbeutern in moralisch und ethisch vorbildlicher Weise Geld zur Sicherung unseres Lebensstandards abknöpfen, wollen die partout nicht Güter zu Preisen unter den Herstellungskosten liefern. Diese kapitalistischen Hunde! Wollen doch tatsächlich Geld für ihre Arbeit. Unsolidarisches Pack!

  14. gms

    Antal Gördele,

    “Chile taugt nicht ganz als Referenzobjekt.”

    Das ist, höflich formuliert, Lötzinn. tradingeconomics.com/chile/indicators

    “Das Land ist enorm reich an Bodenschätzen, und hat u. a. die weltgrößten Kupfervorkommen.”

    Dieser ansich berechtigt wirkende Einwand relativiert sich angesichts einer Staatsquote von nur knapp 23% und einer Verschuldung in Relation zum BIP in derselben Größenordnung. Kupfer, selbst macht nur rund ein Viertel der Gesamtexporte aus. Das legt den Verdacht nahe, die Chilenen würden verdammt viel richtig machen, wovon auch ärmer Schichten profitieren, was etwa der konstant sinkende Gini-Index verdeutlicht.

    “hohe Arbeitslosigkeit (lag mal bei 20 %).”

    Lag mal -> Vergangenheit, aktuell um die 7% -> tradingeconomics.com/chile/unemployment-rate

  15. stiller Mitleser

    @ Luke Lametta
    Sigi Maurer mußte ich erst googeln (wahrscheinlich ein Generationsproblem); Philosoph ist ja kein geschütztes Gewerbe, es ging nicht um Formalismen.

  16. Christian Weiss

    Habe mir jetzt den ganzen Text in “der Funke” angetan. Ich kann mich nur wiederholen: oberaffengeil!

    Wie sich diese Roten die Welt machen, einfach genial!

    Problem: Stein rollt immer wieder den Berg runter.

    Lösung des Normalbürgers: Man fixiert den Stein mit einem Keil oder ähnlichem, damit er nicht mehr davon rollen kann.
    Lösung des Sozialisten: Wir schaffen per Gesetz die Schwerkraft ab.

    Genau dieses Vorgehen beschreibt der Autor in seinem Artikel ausführlich. Die naturgesetzliche Unumstösslichkeit, dass Menschen nur Güter und Dienstleistungen produzieren und anbieten, wenn sie dadurch auch etwas Gewinn machen können, will diesem Bekloppten partout nicht in die Birne, obwohl ja der sozialistische Funktionär seine vermeintlichen regulativen Wohltaten und hochtrabenden Theorien auch nicht für Gotteslohn unters Volk bringt. Die Revolution muss sich ja auch lohnen.

  17. Thomas Holzer

    @Marianne
    “Aber getrennt marschieren, vereint schlagen ist auch hier weiterhin die Devise. Ob die blauen Genossen eine Alternative sind?”

    Sie schreiben es, leider!
    Es gibt nur noch Sozialisten und Etatisten in diesem Lande; und die “blauen Genossen” sind definitiv keine Alternative, deren “Anhänger” sind die ersten, die, so ihnen die Möglichkeit gegeben wird, zu den Waffen greifen und Mord und Totschlag, neben unseren “muslimischen” Mitbrüdern, über uns bringen.

  18. Wanderer

    @Holzer
    Wie kommen Sie auf die sonderbare Idee, dass Blaue Mord und Totschlag über uns bringen? Haben Sie sich auf einer der grünen Anti-FPÖ-Seiten inspirieren lassen oder waren Sie bei einer entsprechenden DÖW-Tagung?

  19. Der Realist

    Nigeria ist auch ein Paradebeispiel, enormer Reichtum an Bodenschätzen und trotzdem eines der ärmsten Länder, Südafrika wird demnächst folgen, über die Ursache kann sich jeder so seine Gedanken machen.

  20. Christian Peter

    @Wanderer

    frage mich schon lange, für welche Parteizentrale dieser Thomas Holzer als Ehrenamtlicher aktiv ist. Ich tippe auf die Lindengasse 40.

  21. Thomas Holzer

    @Wanderer
    Alle Sozialisten bringen über kurz oder lang Mord und Totschlag

  22. Thomas Holzer

    @Wanderer, CP
    Willkommen in Ihrem! Club der Unwissenden, von Ungebildeten möchte ich noch nicht tippen 😉

  23. Wanderer

    Christian Peter, Thomas Holzer
    Lindengasse 40 ergibt bzgl. Sozialismuskritik keinen Sinn. Das wäre Nestbeschmutzung. Mit der Bezeichnung der Blauen als nationale Sozialisten, will man ja nicht deren politische/wirtschaftlich Einstellung (z. T. durchaus zutreffend) charakterisieren, sondern diese meist ganz bewusst in die Nähe von Genozid, Rassenhygiene, etc. rücken. Diesen Versuch der Aufrechterhaltung des Ewiggestrigen-Images halte ich im Jahr 2016 für lächerlich bzw. bösartig. Der überwiegende Teil der freiheitlichen Jungwähler dürfte ja bei seiner gern zitierten Bildungsferne gar nicht mehr wissen, was es mit diesen NS-Angelegenheiten so auf sich hat. Herr Holzer ist aber in diesem Punkt mit den roten und grünen Sozis auf einer Linie (Tiroler Nazi-Sager, Stoppt die Rechten, etc.).

  24. Thomas Holzer

    @Wanderer
    Sozialismus impliziert Genozid, ganz einfach, wird aber leider allzu gerne negiert.

    “Diesen Versuch der Aufrechterhaltung des Ewiggestrigen-Images halte ich im Jahr 2016 für lächerlich bzw. bösartig”
    Darob haben sich auch Serben, Kroaten et al. beschwert (um nur im europäischen Umlandder vergangenen Jahr(zehnt)e zu bleiben), um nach “Einreichung der Beschwerde” munter “Ewiggestrige” abzuschlachten und mit deren Schädeln Fußball zu spielen

    Kann natürlich in Österreich nie geschehen……………..

  25. Luke Lametta

    Ach, einfach so toll alles: “So kam es etwa dazu, dass die Preiskontrollen für Reis dadurch umgangen wurden, dass die Kapitalisten farbliche oder geschmackliche Variationen produzieren ließen, für die es keine Preiskontrollen gab.”

    Wie bitte? Und die Leute haben das gekauft?! Kein richtiger Sozialismus! Diese NIEDERTRÄCHTIGEN MONSTER > alle an die Wand!!

  26. Wanderer

    @Holzer
    Das wird auch bei uns möglich sein, keine Frage. Die politische Einstellung ist hierbei aber zweitrangig. Vor genozidalen Handlungen sind liberal-konservative Kreise (z. B. Briten in Indien) genauso wenig gefeit wie US-Republikaner (Indianer-Ausrottung) oder Monarchisten ( z. B. Konquistatoren in Mittel- und Südamerika).

  27. Selbstdenker

    Sozialismus = Vergewaltigung
    Kapitalismus = einvernehmlicher Sex

    Damit ist über das Wesen vom Sozialismus eigentlich alles gesagt.

  28. Christian Weiss

    @ Wanderer

    Es gab in den USA keinen politischen Plan, die Indianer auszurotten.

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