Wie Politik funktioniert

Von | 23. September 2015

Das Faszinierendste an Politik ist wohl, daß kein Problem ernsthaft gelöst werden muß. Die Akteure warten einfach ab, bis ein neues kommt. Kaum fokussiert sich das allgemeine Interesse auf den jüngsten Skandal, ist der vorjüngste schon irrelevant. Griechenland war pleite? Der Euro funktioniert nicht? Niemand weiß, wie Deutschland je seine Staatsschulden tilgen soll? Die Energiewende stellt die Stromversorgung in Frage? Egal! Jetzt ist Flüchtlingskrise. Alles andere ist langweilig, interessiert keinen. Hauptsache, man hat die argumentative Lufthoheit über den tagesschau-Betten. Vielleicht zieht Politik als Beruf gerade deswegen diesen besonderen Typus Mensch an. Redenredenreden wie ein Oppermann, Entsetztsein wie eine Roth, Weinen wie ein Gabriel. Und bei allem nichts sagen. “ (Carlos A. Gebauer)

14 Gedanken zu „Wie Politik funktioniert

  1. Thomas Holzer

    „Und bei allem nichts sagen“
    Das trifft es wohl auf den Punkt! 🙂

  2. Gerhard Pfeiffer

    So ein Schwachsinn! Die Medien sind es, die für ihre Existenzberechtigung glauben, von einer Sensation zur nächsten hetzten zu müssen, anstelle angemessen zu informieren, wie es ihre Aufgabe wäre.
    Dahinter aber steckt natürlich die Sensationsgier von uns allen.
    Diese Artikel ist allerdings Marke „Haltet den Dieb“ und ich bin von Ortner Online besseres gewöhnt.

  3. Thomas Holzer

    @Gerhard Pfeiffer
    Aber niemand zwingt die Politikerdarsteller, den Medien nachzuhecheln……

  4. Gast

    Anders herum: Die Medien buhlen um das Wohlwollen der Leute, die am Schalthebel der Presseförderungs- und Inseratenverteilungsmaschinerie tätig sind. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing, oder anders, wer mit den Wölfen frisst muss mit den Wölfen heulen.

  5. Reini

    Im Reichtum denkt der Mensch nicht nach, die Gier treibt ihn nach mehr…. nach einem hoch kommt immer ein tief, der lauf der Natur, … wir vernichten uns selbst.

  6. gms

    Gerhard Pfeiffer,

    > So ein Schwachsinn! Die Medien sind es, [..]

    Als ob es beim Täterverbund der die Geschehnisse beherrschenden Schwätzerkaste darauf ankäme, auf welcher Position im inzestiösen Spiel jemand spielt. Agenda-Setting war und ist seit jeher ein Joint-Venture der vereinigten Quatschköpfe von Medien und Politik, sprich hier treibt nicht einer den anderen, sonderen beide es miteinander.

  7. Rennziege

    Der gute alte Voltaire wusste schon vor Jahrhunderten:
    „Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande.“
    Ich übersetz‘ das en passant, aus der Hüfte, ohne mich hervortun zu wollen:
    „Die Menschen werden stets verrückt sein; und die, die glauben, sie heilen zu können, sind die Verrücktesten von allen.“
    Mir scheint’s, als hätte der knorrige Poet und Stänkerer schon damals unser Jahrhundert durchschaut.

  8. FDominicus

    „Amüsant“ ich schrieb vor gar nicht langer Zeit:
    Hm, wir haben Flüchtlinge, Flüchtlinge und Flüchtlinge. Die Wahl in Griechenland ist weg vom Radar. Wir haben weiterhin, mehr Überwachung sei es in Züge oder an Grenzen auffallende Aussagen wie dt. Gründlichkeit vs. dt. Flexibilität. Die aber wieder nur für bestimmte Gruppen gelten sollte. Auffallend wenig über die Schuldensituation in der EU, auffallend hingegen der leise Schuldenschnitt für die Ukraine.

    Auffallend ruhig ist es gerade aus der Genderkramecke, außer diese eine Sendung die von der ARD zensiert wurde und man ganz überrascht tat als es auch so genannt wurde.

    Auffallend viel ist es derzeit mal wieder mit IS und dem Kampf dagegen…. Der nur dazuführt, daß immer mehr Leute aus den Kriegsgebieten weg wollen.

    Manchmal ist es Zufall wenn es so auffällig einseitig wird, manchmal aber auch nicht. Was ist wohl diesmal der Fall?

  9. Weninger

    @rennziege
    Sie halten’s wohl ohne Ortner-Forum nicht aus, selbst im fernen Canada.

  10. Rennziege

    23. September 2015 – 18:04 Weninger
    Manchmal hab‘ ich Zeit oder a wengerl frei wie jetzt, manchmal nicht. Aber was Sie das angeht, sollten Sie mich gnädigst wissen lassen, verehrter Genosse.

  11. Weninger

    Sei Ihnen doch gegönnt, Gnädigste, habe mich nur gewundert, nachdem Sie so einen beleidigten Abtritt gemacht hatten vor einigen Wochen. Ich teile zwar nicht immer Ihre Ansichten, aber das sollte doch nicht zu persönlichen Animositäten führen. Ich habe inzwischen Ihren originellen Stil akzeptieren gelernt, andererseits könnten Sie auch ein bisserl geschmeidiger im Einstecken sein/werden. Wenn man anderen einen Witz zumutet, sollte man selbst nicht die Zimperliche geben. In diesem Sinne: Schönen Abend nach Canada. Und wenigstens sind wir uns in Bezug auf den alten Sysria-Zausel einig, das ist doch schon was 😉

  12. Rennziege

    23. September 2015 – 18:38 Weninger
    Alles klar, lieber Weninger! Missverständnisse ausgeräumt, Kriegsbeile begraben. Mein Stil ist nicht originell, sondern hausbacken, göö, und mein gesäuerter Abschied galt nur dem Quarantänekäfig, keiner Zimperlichkeit.
    Auch Sie wissen fair auszuteilen und fair einzustecken, oisdann samma zwaa. Schönen Abend auch Ihnen! Zu den Zauseln aller Art sag‘ ich nur: Die heutigen sind harmlos gegen die, die in den frühen Tagen dieses Blogs das polternde, ungehobelte und knallrot-giftgrüne Wort führten.
    Manchmal sehnt man sich zurück nach diesen Menschen; denn der Atem einer Demokratie besteht darin, dass Meinungen ungefiltert aufeinanderprallen.

  13. Syria Forever

    Shalom Chaver auch.

    Wenn ich so die „News“ durchstöbere kommt mir immer wieder Volkswagen zum Vorschein. Na was da wohl wieder passiert sein könnte?
    Da werden sie alle Register ziehen die Obertanen. Das wird sicher lustig! 🙂

    Gute Nacht Österreich.

  14. Weninger

    @Rennziege
    Weise Worte, die mir gefallen. Ich bin von jeher ein Mensch des Ausgleichs. Radikale Positionen liegen mir nicht. Einfache Lösungen scheinen meist nur einfach, links wie rechts. Und Verschwörungstheorien kann ich nichts mehr abgewinnen, da der angebliche große Masterplan meist nur auf Dusseligkeit beruht. Siehe große Teile der US-Außenpolitik.

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