Wie Putin den degenerierten Westen über den Tisch zieht

Von | 20. April 2014

“……Westeuropa hatte sich in der postmodernen Illusion eingerichtet, die Machtpolitik der Überwältigung sei überwunden. Putin kennt die Beißhemmung des Westens und nutzt sie für seine Erpressungsversuche…”  (Richard Herzinger, “Welt“)

9 Gedanken zu „Wie Putin den degenerierten Westen über den Tisch zieht

  1. fts

    Ach, der Westen hat eine Beißhemmung?
    Und Panama, Puerto Rico, Kosovo, Vietnam, Lybien, Syrien,
    Irak, Afghanistan etc. etc.
    (volle Liste gibts bei Zerohedge;
    Vorsicht, sehr sehr lange!)

    Ich meine: Wie lange versucht man uns diesen
    debilen Schwachsinn noch zu verkaufen?

    Ist das noch Autismus bei den MSM, ist das
    die totale Verblödung oder ist es einfach die
    Verhöhnung aller Leser?

    Oder ist nachfolgendes das Problem?

    Zitat Theodore Dalrymple:
    “Political correctness is communist propaganda writ small. In my study of communist societies, I came to the conclusion that the purpose of communist propaganda was not to persuade or convince, nor to inform, but to humiliate; and therefore, the less it corresponded to reality the better.
    When people are forced to remain silent when they are being told the most obvious lies, or even worse when they are forced to repeat the lies themselves, they lose once and for all their sense of probity.
    To assent to obvious lies is to co-operate with evil, and in some small way to become evil oneself. One’s standing to resist anything is thus eroded, and even destroyed.
    A society of emasculated liars is easy to control. I think if you examine political correctness, it has the same effect and is intended to. ”
    Ende Zitat

    PC Propaganda jetzt auch bei Ortner?

    Schade, eigentlich.

  2. gms

    fts,

    “Ich meine: Wie lange versucht man uns diesen debilen Schwachsinn noch zu verkaufen?”

    Nicht nur will man uns diesen debilen Schwachsinn unter die Kopfhaut pressen, zugleich negiert man seit Jahrzehnten (bzw. muß diese im Sinne der eigenen Propaganda negieren) den Willen Russlands, mit der EU und der Nato zu kooperieren und sich westlichen Standards anzugleichen. Geht es aber nach den sattsam bekannten und mit allen Schreibmaschinen trommelnden Auftragslügnern, so sind die diesbezüglichen Reden Putins, Lawrows oder jene der Botschafter allenfalls hinterfotzige Heuchelei, egal wie eindringlich, bescheiden und eigene Schwächen einräumend diese Ansprachen daherkommen.

    Ansprache des Botschafters Russlands in der Bundesrepublik Deutschland Vladimir M.Grinin auf der Veranstaltung des Deutsch-Russischen Forums und des Petersburger Dialogs, Berlin, 6.Dezember 2010 [1]

    — [..] Die Beziehungen zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber, der Umgang von Geschäftsleuten mit Behörden und miteinander, das Verhältnis von Unternehmen zu ihrer sozialen Verantwortung – gerade in diesem Bereich gibt es bei uns Nachholbedarf. Denn nach dem Zusammenbruch der Planwirtschaft formierte sich dieser Teil des gesellschaftlichen Lebens in Russland spontan und nicht ohne Fehlentwicklungen. Diese führten zumindest bei einem Teil der Bevölkerung zu einer reservierten Haltung gegenüber Marktwirtschaft und Demokratie.

    Da könnte die „gelebte soziale Marktwirtschaft“ samt Mitbestimmung, Fürsorge für Mitarbeiter, nachhaltigem Wirtschaften, und gesellschaftlicher Verantwortung, wie sie zahlreiche deutsche Firmen praktizieren, ein gutes Beispiel sein. Ich bin überzeugt: je mehr deutsche Tugenden Einzug in das russische Wirtschaftsleben finden, desto mehr Akzeptanz wird das Modell der marktwirtschaftlichen Demokratie bei der Bevölkerung bekommen. [..]

    Derzeit haben wir in Europa eine vielleicht einmalige Situation. Die politischen Eliten der westlichen Länder scheinen erkannt zu haben, dass es in ihrem Interesse liegt, gemeinsame Zukunft nicht gegen Russland sondern mit Russland aufzubauen. Es kommt nicht nur in der Idee der Modernisierungspartnerschaft zwischen Russland und der EU zum Ausdruck. Auch der jüngste NATO-Russland-Gipfel in Lissabon kündete von diesem Bewusstseinwandel. Zum ersten Mal wurde dort Russland als strategischer Partner der Allianz bezeichnet.

    Somit eröffnen die Ergebnisse des Lissaboner Gipfels auch neue Perspektiven für die russische Gesellschaft. Denn dortige Entscheidungen nehmen denjenigen Wind aus den Segeln, die mit altgedienten Feindbildern spekulieren und jeglichen Versuch, Modernisierung in Russland nach dem europäischen Wertekanon durchzuführen, als „Kniefall vor dem Westen“ abtun. [..] —

    [1] russische-botschaft.webseiten.cc/aktuelles/einzelansicht-news/eintrag/353.html

  3. Ehrenmitglied der ÖBB

    @ fts
    Wie lange waren sie in “Schulung” um derart dialektische zu argumentieren?
    Da wäre schon einiges entgegen zu setzen, wird aber sicher durch die Interpretation ihrer “Kopfhaut” ins Gegenteil verkehrt?
    Die Reihe wäre lang, aber fangen wir einmal bei Afghanistan an: die Särge der dort gefallenen Russen sind auch nicht wenige, und das lange bevor die “NATO” dort wurzeln geschlagen hat.
    Und dass Putin, die Lage der zerfallenen UdSSR mit den islamischen Teilrepubliken richtig einschätzt , daran zweifle ich nicht. erhandelt nur so, wie es die USA in ihrer Einflusssphäre tut. Und Syrien stützt der Herr Putin auch deshalb, weil er sein Geld für die Waffenexporte wieder sehen will und weil er genau weiss, dass der “Westen” für ihn die Arbeit macht, die er hätte, wenn seine südlichen Teilrepubliken sich ihrer islamischen Struktur verselbständigen?
    (aber dort machen seine Ex-Kollegen vom KGB die “interne” Arbeit?
    Versuchen sie nicht, andere mit ihren langen Elaboraten zu langweilen!
    (dürfen tun`s schon, aber es wird halt künftig keiner mehr lesen?)

  4. Mourawetz

    In den letzten 7000 Jahren war es so, dass der Stärkere den Schwächeren  besiegte. Der Westen tut so, als ob diese Zeiten in Europa vorbei wären.  Putin, darin ist er unser Lehrmeister, erinnert ihn nun daran, dass Naturgesetze zeitlos sind. Der Westen hat sich von seinen vergangenen Erfolgen einlullen lassen. 

  5. PP

    @Mourawetz
    Was schlagen Sie vor? Für den Anfang ein paar taktische Nukes zur Entfesselung des Naturgesetzes E=mc² ?

  6. Mourawetz

    @PP

    Endlich eine Antwort! Und so schön sachlich und respektvoll. von noch so einem Meister der Debatte….

  7. Rennziege

    Ich schau’ mir diesen Diskurs interessiert an, aus weiter Ferne. Aber was soll’s?
    Die Welt dreht sich nicht nach Rhetorik, sondern nach Macht. Staaten haben keine Freunde, sondern Interessen. (Man verzeihe mir diesen Gemeinplatz.) Um Interessen durchzusetzen, braucht ein Staat Macht — wirtschaftlich, militärisch, bisweilen auch durch strategische Allianzen; letztere sind ohne wirtschaftliches oder militärisches Gewicht aber schwer zu erreichen.

    Die wirtschaftliche Macht der EU beschränkt sich auf Deutschland, die militärische auf verbeamtete, übergewichtige Heimschläfer, deren Kasernen, Flugplätze, Arsenale und Munitionsbunker von privaten Wachdiensten gehütet werden.

    Wie soll dieses enteierte Sozialparadies einem Putin Paroli bieten? Sogar rhetorisch ist der um Längen besser als alle Barrosos, van Rompuys, Steinmeiers, Schulzens … obwohl er’s gar nicht nötig hätte, seine Ressourcen und den Großteil seiner Bürger im Rücken.
    Die Briten wussten das immer schon, die Amis kapieren es gerade zähneknirschend. Nur die EU meint, pausenlos lauwarme Luft aus dem zahnlosen Maul pusten zu müssen, um eine geopolitische Relevanz zu simulieren, die auf Wunschdenken basiert. (Frau Merkel, dies wissend, tönt wohlweislich mit Zimmerlautstärke.)

  8. gms

    PP,

    “Für den Anfang ein paar taktische Nukes zur Entfesselung des Naturgesetzes E=mc² ?”

    Oberste Priorität hat selbstverständlich die sofortige Verhinderung eines drohenden russischen Einmarsches im Polen. Alles andere ergibt sich wie gehabt und naturgesetzlich von selbst.

    “Poland and the United States will announce next week the deployment of U.S. ground forces to Poland as part of an expansion of NATO presence in Central and Eastern Europe in response to events in Ukraine.” (WP 18.04.2014) [1]

    Diese zusätzlichen Truppen verstoßen zwar gegen bestehende Verträge (Nato-Osterweiterung), aber wer wollte nach einer militärischen Eroberung der Krim noch irgendwie kleinkarriert daherkommen.
    Wenn auf meine Kristallkugel Verlaß ist, findet sich das Ganze erst kommenden Mittwoch oder Donnerstag in den Schlagzeilen und Fernsehnachrichten, unmittelbar nach einer Meldung über das Scheitern der sog. Genfer Vereinbarungen.

    [1] washingtonpost.com/blogs/post-partisan/wp/2014/04/18/u-s-ground-troops-going-to-poland-defense-minister-says/

  9. gms

    Na bitte, läuft doch alles wie vorhergesagt. Heute ist Donnerstag

    “Die Nato beginnt unterdessen vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise mit der Aufstockung der Truppen im Baltikum. Noch heute werden 150 US-Soldaten in Lettland erwartet.

    US-Präsident Barack Obama drohte Russland unterdessen mit weiteren Strafmaßnahmen. Obama warf der russischen Regierung vor, die Genfer Vereinbarung zur Entwaffung illegaler bewaffneter Gruppen nicht einzuhalten. Sollte sich Russland auch weiterhin nicht daran halten, müsse es mit zusätzlichen Sanktionen rechnen, sagte Obama am Donnerstag in Tokio.”

    diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1597855/Armee-startet-AntiTerrorEinsatz-Tote-in-Ostukraine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.