Wie reich sind wir eigentlich wirklich?

(WERNER REICHEL) Eine der beliebtesten Phrasen der Einwanderungs- und Asyllobbyisten ist, dass Österreich oder Deutschland zu den reichsten Ländern der Welt zählen. Deshalb könne man sich, so die Schlussfolgerung, die Aufnahme von 100.000, 1.000.000 oder noch mehr Armutsmigranten locker leisten. Es sei sogar ob des großen Reichtums unsere moralische Pflicht, „Schutzsuchende“ – wie der neue Euphemismus, die neue politisch-korrekte Sprachregelung für die in die europäischen Sozialsysteme einwandernden Menschen lautet – ohne jede Obergrenze aufzunehmen. Dieses Österreich-ist-reich-Argument gehört zum Standardrepertoire aller Linksparteien, NGOs und kirchlicher Organisationen.
Aber stimmt das auch? Dieser Stehsatz wird nie ernsthaft hinterfragt oder mit harten Fakten untermauert. Kein Wunder, schließlich zählen die Mainstreammedien zu den lautesten Stimmen im Welcome-Refugees-Chor. Sind wir also tatsächlich so reich? Worin besteht unser Reichtum eigentlich? Denn die rezente Masseneinwanderung macht vor allem eines deutlich, „wir“ – damit meinen Einwanderungs- und Asyllobbyisten niemals sich selbst, sondern immer die anderen – sind gar nicht so wohlhabend, wie uns NGOs und Mainstreammedien permanent einzureden versuchen.
Ein paar konkrete Zahlen: Der Staatsschuldenstand in der Euro-Zone liegt derzeit bei knapp 10 Billionen Euro. Eine Billion sind übrigens 1.000 Milliarden. Ganz schön viele Schulden für eine angeblich so reiche Währungszone. Das sind im Verhältnis zum BIP über 93 Prozent. Die gesamte Euro-Zone ist meilenweit entfernt von der seinerzeit im Maastrichtvertrag festgeschriebenen Staatsverschuldung von maximal 60 Prozent.
Dabei sind selbst diese Zahlen noch geschönt. Beispiel Deutschland: Offiziell beträgt die Staatsverschuldung schlappe 2,2 Billionen Euro, rechnet man allerdings die Pensionsansprüche der Staatsbediensteten hinzu, sind wir bereits auf 4,4 Billionen. Nur um die bestehende Staatsschulden zu finanzieren, müsste Deutschland Wirtschaft jedes Jahr um 1,5 Prozent wachsen.
Auch in Österreich ist der offizielle Staatschuldenberg mittlerweile auf knapp 300 Milliarden Euro angewachsen. Der offizielle wohlgemerkt. Die Pensionsansprüche des Beamtenheeres und die in diversen Firmen und anderen Konstruktionen versteckten Schulden sind da noch nicht eingerechnet. Die EU-Staaten sitzen auf Rekordschulden und haben ihre letzten Reserven längst aufgebraucht.
Worin besteht als unser Reichtum, der es uns ermöglichen soll, vor allem die ungebildete Unterschicht aus der Dritten Welt ohne jede Obergrenze aufzunehmen, zumal auch die Kreditwürdigkeit der Euro-Staaten immer mieser wird? Besserung ist keine in Sicht. Von den drei großen Ratingagenturen vergibt nur noch Moody‘s das Triple-A an Österreich, aber auch hier mit negativem Ausblick.
Deshalb laufen derzeit die Notenpressen heiß. Man überschwemmt Europa mit Euros. Erst vor wenigen Wochen hat EZB-Chef Mario Draghi angekündigt, das Kaufprogamm für Staatsanleihen in Höhe von 60 Milliarden Euro pro Monat bis ins Jahr 2017 hinein zu verlängern. 360 zusätzliche Milliarden werden so in die Märkte gepumpt. Ja, wir sind so reich, dass wir unsere Märkte mit Geld fluten müssen, das immer mehr an Wert verliert. Der Euro verkommt zur Ramschwährung und wird weltweit kaum noch ernst genommen. Heuer hat der chinesische Yuan sogar den Euro aus dem IWF-Währungskorb verdrängt. Ein eindeutiges Signal, das von den europäischen Mainstreammedien aus Unwissenheit oder absichtlich weitgehend ignoriert worden ist.
Mit der ständigen Ausweitung der Geldmenge und der Nullzinspolitik werden die europäischen Bürger in Rekordtempo enteignet. Denn die explodierenden Staatsausgaben müssen irgendwie finanziert werden. Deshalb muss man an das Ersparte seiner Bürger rankommen. Österreichs Haushalte verfügen aber gerade einmal über ein Nettogeldvermögen von 119 Prozent des BIP (Stand 2013). Das ist ein im internationalen Vergleich extrem niedriger Wert. Zum Verglich: Das Nettogeldvermögen privater Haushalte liegt in Taiwan bei 435 Prozent, in Japan bei 274 Prozent und selbst Portugal liegt mit 144 Prozent deutlich vor Österreich. Die Österreicher sind im internationalen Vergleich alles andere als reich. Und sie werden auch nicht reicher, beim Zuwachs des privaten Vermögens gehört Österreich zu den internationalen Schlusslichtern.
Das ausgaben- und schuldengeile Brüssel und die EZB kümmert das wenig. Damit die Bürger ihre Ersparnisse nicht in Sicherheit bringen und sich dem groß angelegten Enteignungsprogramm nicht entziehen können, plant man bereits das Bargeldverbot (Massive Einschränkungen beim Handel und Besitz von Gold sind der nächste logische Schritt). Keiner soll das derzeitige System mehr verlassen können. In vielen linken Parteien hat man aber noch viel weitergehende Pläne. Da träumt man schon vom Ende des Privateigentums. So werden in Hamburg und Bremen mit Hilfe von Ausnahmeregelungen im Grundgesetz Hauseigentümer zur Unterbringung von Zuwanderern zwangsenteignet. Und das passiert alles in angeblich so reichen Staaten.
Worin besteht also „unser“ Reichtum? Laut der Weltbankstudie „Where ist the Wealth of nations? – Measuring Capital for the 21 Century“ besteht das Vermögen Österreichs zu 84 Prozent aus Humankapital, Wissen und Know-how. Genau dieses Kapital wird gerade von der unverantwortlichen Einwanderungs- und der leistungsfeindlichen Hochsteuerpolitik verspielt. Die Regierung in Wien vertreibt mit ihrer Politik die Leistungsträger und klugen Köpfe und sorgt auch dafür, dass keine neuen einwandern. Sie lässt stattdessen zehntausende unqualifizierte Menschen ins Land. Österreich befindet sich auf der Autobahn in Richtung Dritte Welt. Gleiches gilt für Deutschland und einige andere EU-Staaten.
Man kann es drehen und wenden wie man will, Europa ist nicht reich. Es pfeift aus dem letzten Loch. Und die Aussichten sind düster. Europas Wirtschaft und Wissenschaft fallen immer weiter zurück. Dank Rekordabgaben und -steuerlast und unzähliger bürokratische Hürden liegen die Arbeitskosten in Deutschland und Österreich auf internationalem Rekordniveau. Selbst Japan und die USA produzieren deutlich günstiger und haben auch deutlich höhere Forschungsausgaben als die EU. Während die EU 2 Prozent seines BIP für Forschung und experimentelle Entwicklung ausgibt (Stand 2013), waren es in Japan 3,5 Prozent.
Die Zeiten, als Deutschland in Forschung und Innovation weltweit führend war, sind jedenfalls vorbei. Man ist zwar noch in den alten Industriezweigen wie etwa im Auto- oder Maschinenbau top, aber bei den neuen Technologien haben die USA und Fernost Deutschland und Europa längst abgehängt. Mittlerweile tut man sich in Europa sogar schon schwer, technische Großprojekte ohne Verzögerungen, Peinlichkeiten und Pannen umzusetzen. Man denke nur an den Berliner Flughafen oder an Galileo, das europäische GPS, das bereits 2008 hätte seinen Betrieb aufnehmen sollen und noch immer nicht funktioniert.

Alles egal, wir sind reich und das Geld kommt aus der Notenpresse. Deshalb stört es die linken Umverteiler auch nicht sonderlich, wenn die Industrie mit Abwanderung droht. Laut einer aktuellen Studie des deutschen Handelsblatts Research Institutes verabschiedet sich vor allem die energieintensive Industrie aus Deutschland und Österreich schrittweise. Die Unternehmen investieren vor allem im Ausland, während sie im Inland ihren Kapitalstock schrumpfen lassen. All das kümmert die Regierungen in Wien oder Berlin recht wenig. Die angeblich so mächtige Industrie hat offenbar bei weitem keine so guten Lobbyisten und Einflüstere wie die unproduktiven NGOs. Die enorm hohen Arbeits- und Energiekosten machen Europa für die Industrie jedenfalls immer unattraktiver. Der akute Fachkräftemangel, der mit Analphabeten aus Afghanistan oder Grundschulabsolventen aus Nigeria sicher nicht behoben werden kann, tut sein übriges. Bei den modernen Technologien haben wir den Anschluss längst verloren, die alte Industrie wird mit Rekordsteuern, absurden Umweltauflagen, schlechtem Bildungssystem und teurer Energie (Stichwort Energiewende) vertrieben. Die Zeiten, als Europa reich war, sind vorbei.
Das zeigt die Flüchtlingskrise ganz deutlich. Denn Bar- und Buchgeld kann man auf Kopfdruck fast ohne Obergrenze vermehren. Dabei handelt es sich aber nicht um echte Werte, das ist nur Voodoo-Ökonomie. „Schutzsuchende“ kann man nicht mit wertlosen Papierzetteln versorgen. Sie brauchen echte Unterkünfte, Häuser, Wohnungen, Spitalsbetten, Nahrungsmittel etc. Es geht um echte Werte, nicht um Finanz-Hokus Pokus, es geht um Produkte, um Substanz, die irgendjemand irgendwann mit produktiver Arbeit geschaffen haben muss. Und da schaut es ziemlich traurig aus. In einem reichen Land sollten Unterkünfte für „Schutzsuchende“ entweder vorhanden sein oder sie sollten schnell und problemlos errichtet werden können. Sollten. Denn die Staaten sind mit ihren Ressourcen am Ende, die Wirtschaft kommt nicht in Schwung, die Investitionen bleiben aus und die Kreditwürdigkeit sinkt.
Dabei stehen wir erst am Anfang des Problems. Mit Turnsälen, die man zuvor den Schülern weggenommen hat, mit zweckentfremdetem Kasernen und Mehrzweckhallen, die für die Öffentlichkeit nun nicht mehr zugänglich sind, kommt man auf Dauer nicht aus. Die Zuwanderer brauchen und wollen richtige Wohnungen und Häuser, am besten sofort.
Ganz genau, sagt da der gelernte Sozialist. Die Flüchtlinge, von denen ein Großteil keine adäquate Ausbildung hat und viele sogar Analphabeten sind, würden schließlich die europäische Wirtschaft ankurbeln. Genialer Plan. Wir schaffen uns ganz viele neue Sozialfälle und bringen damit die Wirtschaft wieder in Schwung. Dass wir da nicht schon früher drauf gekommen sind? Ein sozialistisches Geld-Perpetuum-mobile. Warum sind Jordanien oder der Libanon nicht längst steinreiche Staaten? Dort müsste die Wirtschaft angesichts der hunderttausenden Flüchtlinge gerade durch die Decke gehen?
Das ist natürlich Unsinn. Menschen, die aufgrund fehlenden Qualifikation nicht in den Arbeitsmarkt eines hochentwickelten Staates integrierbar sind, nichts zur Wissensvermehrung eines Landes beitragen und primär von Transferleistungen leben, bringen der Wirtschaft und der Gesellschaft nicht nur nichts, sie kosten der Allgemeinheit Geld, sehr viel Geld. Laut Münchner ifo-Institut kosten die Flüchtlinge alleine heuer dem deutschen Staat rund 20 Milliarden Euro (viele indirekte Kosten nicht mitgerechnet). Die Ausgaben werden dank der anhaltenden Völkerwanderung und dem großen Multiplikator Familiennachzug in den kommenden Monaten und Jahren regelrecht explodieren. Ein immer größerer Teil der Staatsausgaben wird künftig für „Schutzsuchende“ aufgewendet werden. All das geht zu Lasten von Bildung, Infrastruktur, Forschung etc. Angesichts solcher Zahlen und Aussichten klingt die merkelsche Wir-Schaffen-das-Parole völlig abstrus.

Wir sind weder reich noch schaffen wir das. Und man sollte sich auch genau ansehen, wer da besonders laut und oft „Wir schaffen das“ und „Wir sind reich, wir können uns das leisten“ ruft. Es sind fast ausschließlich Menschen, die noch nie etwas zum angeblichen Reichtum unser Gesellschaften beigetragen haben. Im Gegenteil. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um Menschen, die davon leben, das Geld, das andere mühsam erwirtschaftet und verdient haben, zu verteilen und sich einen guten Teil davon selbst zu behalten. Dafür lässt man sich sogar noch als guter Mensch feiern, während man mit erhobenem Zeigefinger von denjenigen, die mit ihrer Arbeit tatsächlich die „Flüchtlinge“ ernähren, nämlich die Nettotransferzahler, das sind in Österreich ohnehin weniger als zwei Millionen Menschen, noch mehr „Solidarität“, sprich noch mehr Kohle fordert. Damit man sich die Dimensionen vorstellen kann: der deutsche Caritasverband ist mit 590.000 Mitarbeitern der mit Anstand größte private Arbeitgeber in Deutschland, die evangelische Diakonie beschäftigt in Deutschland 453.000 fest angestellte Mitarbeiter.
Die Armutsmigranten sind für die Gutmenschen in der Asyl- und Sozialindustrie vor allem ein riesiges Geschäft, Einnahmequelle und eine gute Argumentationshilfe, die letzten Leistungsträger und „Reichen“ ganz im Sinne von „Solidarität“ und „Gerechtigkeit“ vollständig auszusackeln. Weil sie, wie alle Linken, recht wenig von Ökonomie verstehen, melken sie in ihrer Gier und Ahnungslosigkeit selbst die letzen verbliebenen Milchkühe zu Tode. Die Sozialsten werden mit ihrer wahnwitzigen Politik die europäischen Gesellschaften in Chaos, Armut, Verteilungskämpfe und Kriege stürzen. Und einmal mehr in der jüngeren Geschichte gilt, was Margaret Thatcher seinerzeit auf den Punkt gebracht hat: „The problem with socialism is that you eventually run out of other people’s money.“

22 comments

  1. Ehrenmitglied der ÖBB

    Guten Morgen! 🙂
    Heute schon vier Euro mit einem (geschenkten) Rubbellos gewonnen, jetzt noch der ausgezeichnete Kommentar von Werner Reichel: das Jahr 2016 beginnt positiv !!!
    PS: ich habe versucht, einem NGO Vertreter klarzumachen , dass das Experiment “welcome refugees” nur dann funktioniert wenn der “Reichtum” auf Dauer reproduziert werden kann (Wettbewerbsfähigkeit etc..).
    Andernfalls wird es bald dunkel.

  2. Gerhard

    Fazit: Österreich ist Schuldenreich. Denn wir müssten theoretisch fast ein ganzes Jahr lang ohne eigenes Einkommen arbeiten, um die Staatsschulden zu begleichen. Daher ist es verständlich, dass Regierungen und Notenbanken alles unternehmen, um die Kreditzinsen niedrig und die Inflation hoch zu halten, damit – auf Kosten der Sparer und Wertpapierbesitzer – die Schulden der Gebietskörperschaften dann mit “billigerem” Geld zurückgezahlt werden können. Meist werden aber zur Abdeckung alter Schulden immer wieder neue aufgenommen, daher ist ein Ende mit Bankrott/Kollaps langfristig schon vorprogrammiert.

  3. Falke

    Der “Reichtum” Österreichs basiert auf einer einzigen Zahl, nämlich dem Inlands-Bruttosozialprodukt pro Kopf der Bevölkerung; das ist tatsächlich eines der höchsten in Europa.

  4. Selbstdenker

    @Werner Reichel:
    Es gibt eine enorme Diskrepanz zwischen der von jedem mit offenen Augen wahrnehmbaren Realität einerseits und deren Abbildung in Form von Statistiken, Kennzahlen sowie der offiziellen Berichterstattung anderseits.

    Die Leute – insbesondere in den Führungsetagen – treffen vermehrt völlig falsche Entscheidungen, weil sie von durch und durch falschen Entscheidungsgrundlagen ausgehen.

    Es ist diese Zwischenschicht (Medien, Zentralbanken, internationale Organisationen, NGOs, etc.), die nicht ganz uneigennützig eine Reichtumsillusion erzeugt.

  5. Der Realist

    als reich gilt allgemein, wer weit über dem Durchschnitt Geld und (oder) Grundvermögen besitzt, jemand der halt nicht jeden Cent vor dem Ausgeben zweimal umdrehen muss. Als nicht reich gilt ganz bestimmt einer, der hoch verschuldet ist.
    Da der österreichische Staat seit Jahrzehnten stets mehr ausgibt als einnimmt, dürfte es mit dem Reichtum doch nicht so weit her sein. Auch die Zukunftsaussichten sind mehr als besorgniserregend, die Finanzierung der Pensionen ist in dieser Form nicht machbar, und von den zukünftigen Kosten für die Pflege der zunehmend älter werdenden Bevölkerung redet ohnehin keiner der “Experten”, oder hat noch nie einer der Politiker und Sozialexperten die durchschnittlichen Pensionen oder Gehälter mit den monatlichen Kosten für pflegebedürftige Personen verglichen.
    Dass alle, die immer vom reichen Österreich schwafeln, gerne mit dem Geld der Anderen (Steuerzahler) die Wohltätigen spielen, ist bekannt.

    PS: Ehrenmitglied der ÖBB
    bezüglich NGO-Vertreter: ich beneide Sie um Ihre Geduld

  6. Selbstdenker

    @Falke:
    Aber auch nur aus dem Grund, weil der Büroschlaf der Beamten in die Berechnung eingeht.

  7. Stephan

    Hervorragender Artikel!
    Habe ihn gleich an einen gut bekannten linksgedrehten Freund geschickt. Dieser bemerkte natürlich sofort a) die versteckte Hetze und b) die “verlogene neoliberale Taktik, mit Zahlen zu tricksen”, weil sich “119% des BIP natürlich besser anhören, als 592 Milliarden Geldvermögen + 740 Milliarden sonstiges Vermögen in Summe 1.332 Milliarden an Gesamtvermögen in Österreich. Würde man davon nur 25% wegbesteuern hätten die Reichen immer noch genug und man könnte die Staatsschulden mit einem Schlag abdecken.”
    Was soll man dazu sagen? Diese Leute sind einfach faktenresistent.

  8. Fragolin

    Wenn wir so reich wären und das Stemmen von -zig Milliarden Mehrausgaben pro Jahr so locker schaffen könnten, warum dann gibt es seit Jahren
    1.) kein Geld für die vernünftige Ausrüstung der Schulen und eine Bildungsreform, die diesen Namen verdient,
    2.) kein Geld für Polizei und Bundesheer, ordentliche Bewaffnung und eine Infrastruktur, die diesen Namen verdient,
    3.) kein Geld für höhere Bildung und Forschung,
    4.) kein Geld für den Aufbau und die Aufrechterhaltung eines hochwertigen Gesundheitssystems,
    5.) kein Geld für die Schuldentilgung, für Reformen, für nachhaltige Politik?
    Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen.
    Wir versuchen, Rollstuhlfahrer aus der PVA zu bekommen und lieber in einen prekären Halbtagsjob zu drängen, weil die Kassen leer sind, und gleichzeitig werden Milliarden mit dem Füllhorn am offiziellen Budget vorbei irgendwelchen Eingefallenen über die Köpfe geschüttet, weil wir ja so reich sind. Wie passt das zusammen?

  9. Fragolin

    Übrigens gibt es keine reichen und armen Staaten, sondern nur Staaten, die noch immer unbegrenzte Kredite bekommen und Staaten, denen keiner mehr Kohle pumpt.
    Am Rande interessant, dass die Ukraine gerade von Russland vor Gericht gestellt wird, weil sie sich weigert, einen 3-Milliarden-Kredit an die Russen zurückzuzahlen. Russland muss lernen, dass die Ukraine jetzt im Windschatten der EU segelt, da sind Verträge das Papier nicht mehr wert, auf dem sie signiert wurden…

  10. Rennziege

    Herr Reichel schreibt: Erst vor wenigen Wochen hat EZB-Chef Mario Draghi angekündigt, das Kaufprogamm für Staatsanleihen in Höhe von 60 Milliarden Euro pro Monat bis ins Jahr 2017 hinein zu verlängern. 360 zusätzliche Milliarden werden so in die Märkte gepumpt. Kleiner Rechenfehler?
    Allein die 12 Monate des Jahres 2016 summieren sich zu 720 Milliarden Eulen; auch bisher hat Draghi schon Tranchen “eingekauft”. “Bis ins Jahr 2017 hinein” ist vermutlich nur Draghi-Sprech für “open end”. Und da sind wir gaaanz schnell bei Billionen, die nur auf dem Mistbeet eines größenwahnsinnigen (oder ungeniert betrügerischen) Schrebergärtners sprießen können.

  11. Johannes

    Solange dieses System so funktioniert das der einzelne halbwegs zufrieden lebt ist das Problem das wir als Gesellschaft weit über unsere Verhältnisse leben praktisch nicht existent.
    In Griechenland war das Bewusstsein für die Realität ebenso nicht vorhanden, erst als die aufgestauten Schulden nicht mehr zu verstecken waren und die Ratingagenturen schonungslos und ohne Rücksicht auf griechische liebgewonnene aber unfinanzierbare Sozialstandards die Kreditwürdigkeit auf Ramsch setzten kam es zur Götterdämmerung. Leider hat man dann keinen Spielraum mehr und büßt für seine Versäumnisse. So gesehen sind alle die jetzt unser Land in den finanziellen Ruin führen für das Leid und die soziale Härte der kommenden Zeiten verantwortlich. Die Sozis werden einen Weg finden ihre Hände in Unschuld zu waschen.

  12. Falke

    @Selbstdenker
    Und in diese Rechnung fließen auch “Umsätze” aus Drogenhandel, Schmuggel, Prostitution usw.

  13. gms

    Stephan,

    > [Linksgedrehter] meint: “Würde man [von inländischem 592 Mrd. Geld- und 740 Mrd. sonstigem
    > Vermögen nur 25% wegbesteuern hätten die Reichen immer noch genug und man könnte die
    > Staatsschulden mit einem Schlag abdecken.“
    > Was soll man dazu sagen? Diese Leute sind einfach faktenresistent.

    Linksgedrehte haben nicht minder ein sonderbares Verhältnis zu Eigentum. Angenommen aber, man einigt sich hypothetisch auf die Legitimität dieser geplanten Art von Enteignung, welche Anschlußfragen ungeachtet aller Fakten müßte unser Linksgedrehter beantworten?

    Weshalb streicht der Staat nicht einfach seine Schulden? Wozu erst die gewaltsame Umverteilung mit einseitiger Parteinahme des Staates zugunsten der Gläubiger? Antwort: Halter von Staatsanleihen (rd. 75% davon im Ausland) würden mit ihren Ansprüchen vor internationalen Gerichten eher durchkommen, als lokal ausgesackelte Steuerzahler vor heimischen.

    Nachdem also für die einen mutmaßlich Reichen höhere Rechtssicherheit herrscht als für andere solche, stellt sich die nächste Frage nach der Durchführbarkeit:
    Wieviel Finanzkapital verbliebe in der Reichweite des austriakischen Fiskus, so ein entsprechendes Steuergesetz auch nur in die Nähe seiner Umsetzung kommt? Um wieviel verlieren immobile Vermögen an Wert, falls der Arm des Leviathans sich ansatzweise danach streckt?

    Linke nehmen es zwar mit Fakten nicht so genau, relevanter jedoch ist deren absolute Unfähigkeit zur Beurteilung der Konsequenzen ihrer Absichten. Wollten sie in der Tat 25% des hiesigen Vermögens kassieren, müßte dies buchstäblich über Nacht erfolgen — durch instantanes Einziehen von Bankkonten, aber noch gravierender müßten sie buchstäblich von jedem Haus ein Viertel mitnehmen, von jedem Auto das Getriebe oder den Motor ausbauen, der Mona-Lisa Augen oder Mund entfernen und so weiter und so fort, denn nur dann kriegen sie tatsächlich 25 Prozent für ihren Geldbeutel und Anhänger des fiskalischen Sattelschleppers.

    Das angestrebte Viertel bekommen sie allein durch raschen physischen Raub, niemals jedoch geldwert, und das schon garnicht, wenn die Plünderung Zeit beansprucht.
    Im knallroten Kosmos ist der Ausgesackelte ein phlegmatischer Fatalist, der jeden staatlichen Übergriff lapidar mit ‘Shit happens’ quittiert und danach passiv auf die nächste Brandschatzung wartet, die er wiederum ebenso stoisch über sich ergehen läßt. Im Hirn kaut er repetitiv die Formel wieder, wonach niemand eine Mauer bauen will.

    Was bleibt? — Ganz egal, wieviel Vermögen beliebiger Klassen hierzulande theoretisch zum Abgreifen zur Verfügung stehen könnte, ist es einzig jene Geldbeträge wert, die der aktuell gültige Rechtsrahmen hergibt. Recht oder Unrecht, heutiges und absehbares, ist eingepreist. Immer. Das könnten auch Linke behirnen, oder alternativ erläutern, warum damals das im Ostblock gebundene Vermögen praktisch wertlos war.

  14. Leitwolf

    “Dabei sind selbst diese Zahlen noch geschönt. Beispiel Deutschland: Offiziell beträgt die Staatsverschuldung schlappe 2,2 Billionen Euro, rechnet man allerdings die Pensionsansprüche der Staatsbediensteten hinzu, sind wir bereits auf 4,4 Billionen.”

    Ach wie solche Aussagen doch schmerzen! Nach der Überschrift und dem zitierten Einleitungssatz erhofft man deutlich mehr als dann kommt; “..weil die Pensionsansprüche nicht eigerechnet wurden” trifft es wohl nicht ganz.
    Aber was soll man sagen, wenn man nichts weiß?
    Die Zahlen sind in der Tat geschönt, und zwar so, dass uns hören und sehen vergeht Und auch weit über jede relativistische Frage des “Einrechnens” hinaus.

    Einen kleinen Blick hinter den Vorhang gewährt hingegen dieser Artikel schon mal..
    http://www.flassbeck-economics.de/der-seltsame-umsatzsteuerschwund-in-oesterreich-und-die-probleme-amtlicher-berechnungen/

  15. mariuslupus

    Cui bono ? Wem nützt diese abwärtsgerichtete Wirtschaftspolitik ? Seit der sozialistischen Machtübernahme im Europa gibt es nur einen Trend, die Vernichtung der wirtschaftlichen Grundlagen der Bürger. Das Ziel ist die völlige Abhängigkeit vom Staat, die zunehmende Einengung des wirtschaftlichen Spielraumes des Individuums, die Enteignug des Privateigentums, und die Kollektivisierung. Die Entmündigung des Bürgers durch immer weitere Vorschriften und Einschränkung wirtschaftlicher und politischer Freiheiten in Richtung einer Staatsdiktatur, ist bereits ein unumkehrbarer Prozes. Das Handeln, bzw. nicht handeln der EU bei der Euro-Krise, der Energiewende und der sog. Fllüchtlingskrise waren keine Fehler, sondern ein Beginn einer langfristigen Strategie. Ziel: Siehe oben.

  16. waldsee

    ich habe schon mehrmals gefragt ,
    warum
    die zahlreichen nachrichtendienste in dieser region , nichts von diesem
    massenexodus bemerkt haben .
    wenn doch ,von wem ,seit wann und in welcher
    absicht wurden diese nachrichten
    unterdrückt?

  17. Konstantin Straßl

    Ich habe diesen Artikel einigen meiner Freunde übermittelt. Die meisten befanden diesen für sehr interessant, und gut. Es gab auch Kritiker – vornehmlich von linker Seite. Aber auch die werden sich insgeheim fragen: Wer soll das alles schaffen, und bezahlen?

  18. Alexandra Bader

    Wie weltfern jene sind, die in diesen “NGOs” das Sagen haben, konnte man bei einer Pressekonferenz am 15.12. 2015 beobachten, wo wieder mal Politikbashing angesagt war. Ich frage die Herren Geschäftsführer von Caritas, Diakonie, Rotem Kreuz, Volkshilfe, Samariter Bund, ob sie vor Weihnachten noch gemeinsam auftreten, um sich für Einheimische in Not, Einheimische, deren Menschenrechte verletzt werden, einsetzen. Sie blieben vage, weil man immer nur dann konkret wird, wenn es um Fremde geht (= Menschen, die nur zu einem Bruchteil Flüchtlinge nach der Genfer Konvention sind).

    Solche PKs sind stets gut besucht, die Interviews hinterher schmeicheln dann auch der persönlichen Eitelkeit. Am Rande redeten zwei Journalisten miteinander; der GF des Roten Kreuzes Werner Kerschbaum ging zu ihnen hin; sie sagten gerade, dass Syrer zu 75% gerade mal Pflichtschule haben und erzählten die Geschichte vom syrischen Schweißer, der nur die Hälfte unserer Arten zu schweißen gelernt hat. Kerschbaum meinte: “Sozusagen ein halber Schweißer, hahaha” – das macht deutlich, wie ernst er jene nimmt, für die er sich angeblich einsetzt, wie zynisch er sie einkalkuliert. Ich berichte hier: https://alexandrabader.wordpress.com/2015/12/15/asyl-parallelwelten/

    Tags darauf war ich in Bruckneudorf und besuchte eine Frau, die bei sich (teils renoviertes Schloss) Flüchtlinge aufnimmt; manche der Männer grüßten sie nicht mal und waren auch in keiner Weise kooperativ; sie kam dazu, Leute unterzubringen, weil sie kurzfristig (Betonung auf KURZ) bereit war, Leute aufzunehmen, als Fischer (“unser” untätiger Bundespräsident) wollte, dass im Sommer niemand in Traiskirchen im Freien schläft. Daraus wurde bei ihr und anderen eine Dauereinrichtung, da die Menschen zwar helfen wollen, es sie aber auch auf Dauer belastet. Ich gehe darauf hier ein: https://alexandrabader.wordpress.com/2015/12/17/asylrealitaet-am-beispiel-bruckneudorf/ – hier geht es auch um Proteste, da der Bund der Gemeinde, die die Quoter ERFÜLLT, ein Massenlager aufoktroyieren wollte….

  19. Realo

    > Wollten sie in der Tat 25% des hiesigen Vermögens kassieren, müßte dies
    > buchstäblich über Nacht erfolgen
    Und weil das nicht geht, erleben wir gerad eine heimliche, schleichende Enteignung. Klingt doch alles logisch.

  20. Häschen

    Die Definition des sog. ‘Reichtums’ einer Volkswirtschaft über das BIP und sei es pro Kopf an Absurdität kaum zu überbieten ist. Österreich und Deutschland sind reich an sozialistischem Gedankengut und das ist ein Armutszeugnis.

    Ansprüche sind ungelegte Eier. Es handelt letztendlich noch nicht mal um den Spatz in der Hand sondern den Schiss von der Taube auf dem Dach auf die Bewirtschaftungstreibenden.

    Ich tue mir mit der Bezeichnung Netto’geld’vermögen hart einerseits und zweifle stark am Ausmaß zudem die in dem Nationalbankbericht erwähnten sog. geldähnlich scheinenden Ansprüche können realisiert werden.

    @Gerhard: Sie können nicht ein Jahr ohne Einkommen arbeiten, genausowenig wie sie das vermeintliche Sackerl gefüllt ‘Goldstaub’ das einmal ausgeborgt wird und ’12 mal’ wieder ausgegeben unterm Jahr, zumal sie ist es am Monatsersten zurückbekamen, klarerweise nicht 12 mal in der Wohnung können aufschütten.

    Sie müssen die Kaufkraft auch realisieren …

    Unser Einkommen ist nicht das Ergebnis der Bewirtschaftungsprozesse in Österreich entlang einer marktwirtschaftlichen Distribution sondern allein eine Sollvorgabe an jene Menge von Gütern die der Einkommensbezieher gedenkt beim Zugriff auf den Güterpool zu entnehmen und im Ausmaß der Höhe des Einkommens zu bewerten. Sie bekommen ein Einkommen damit sie auf den Güterpool zugreifen und nicht da sie etwas hineinlegen. Sie bekommen das selbe Sackerl Goldstaub wieder zurück unter dem Titel, es handelt gedanklich um nichts anderes als einen Konsumkredit.

    Auch wenn die aktive Beteiligung am Hineinlegen von Gütern eine Erfordernis ist, so ist Einkommen nicht mit dem Umsatz gleichzusetzen. Der Umsatz wäre tatsächlich die bewertete Menge an Gütern die eingetauscht wurde.

    Der zweite wesentliche Punkt der in heikleren Szenarien, denn dem Schönwetter zum tragen kommt ist die Realisierung der Kaufkraft die wir (aufs Jahr bezogen) als Jahreseinkommen wahrnehmen. Richtig ist, dass die Kaufkraft die mit dem Kredit der das Einkommen realisiert verbunden ist mit der Zeit im Finanzvermögen landet. Daraus folgt aber auch, dass sie die Staatsschulden nur aus dem Finanzvermögen mehr oder weniger können begleichen. Es geht nicht darum wie hoch der Zugriff bei der Bewertung auf den Güterpool ausfällt (Höhe des Einkommens) sonder wie lange die mit dem Kredit verbundene Kaufkraft im Umfeld der Bewirtschaftung aktiv verbleibt. Die meisten verbinden mit dem Einkommen, das Graben nach Gold am Grundstück des Unternehmers, dieses verbreitete Trugbild leitet aber in die Irre. Vorstellbar wäre, dass das uns angebotene Geld bereits in diese Richtung entartet wäre …

    Das ‘Geld’ das benötigt wird den Zugriff auf den Güterpool zu realisieren ist was ihnen Netto im Börserl landet abzüglich der Ust (grob…).

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