Wie Schweden mit hartem Sparen seine Depression beendete

“….Schweden hat seit 1992 eine auf ganzer Linie konsequente Sparpolitik bei gleichzeitig zunehmender Beschränkungen bei den Sozialleistungen, eine Deregulierung der Märkte und der Privatisierung früherer Staatsmonopole erlebt. Das Land hat so eine neue Anreizstruktur in der Gesellschaft geschaffen, in der es sich wieder lohnt, zu arbeiten. Die Staatsverschuldung fiel von fast 80% des BIP im Jahre 1995 auf nur noch 35% im Jahre 2010. In anderen Worten, Schweden hat seinen unhaltbaren, aber in der Welt renommierten, Wohlfahrtsstaat erfolgreich zurückgefahren….” (hier)

5 comments

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  2. Rennziege

    Das Rezept ist bekannt und bewährt, nicht nur in Schweden. Aber österreichische Politik und Wählerschaft stellen diesbezüglich ihre Ohrwascheln auf Durchzug.
    Früher gab’s derlei soziale Maßnahmen ja gar nicht. Aber seit es sie gibt, gab es noch nie eine Generation. die ihre Nachfahren so kaltblütig braubt hat. (O.K., ned so schlimm, wäu Kinda hamma ja eh nimmer bei uns dahaam.)

  3. gms

    Flankierend hat Schweden noch etwas Weiteres richtig gemacht, das in Medien eigenartiger Weise nie bis selten thematisiert wird: Es gibt echten Steuerwettbewerb zwischen den Kommunen. Neben dieser Finanzautonomie, wonach 50% kommunaler Ausgaben aus lokalen Steuern kommen, gibt es größtmögliche organistatorische Automie, die wiederum zu Kooperation mit Nachbarkommunen führen kann, ohne dies aber zu erzwingen.

    Wollte man an Schweden einen Makel finden, so ist es die erbärmlich ausufernde politische Korrektheit, als dessen Konsequenz an der Oberfläche alles düddel-plüschig ist, während im Hintergrund die Messer umso heftiger geworfen werden. Daß nach einschlägigen Studien das skandinavische Individuum, verglichen mit allen anderen, vermehrt dazu neigt, seine eigene persönliche Beurteilung eines Sachverhaltes zu revidieren, wenn diese nicht mit dem Gruppenkonsens übereinstimmt, erklärt so Manches.

    Man scheint daher ebenso als Kollektiv für den Bullshit des Wohlsfahrststaates empfänglich, wie für dessen nachhaltige Korrektur, nachdem der kollektive Selbstbetrug nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte. Nicht nur im Falschen haben die Schweden das Zeug zur Weltmeisterschaft, sondern auch darin, die Dinge richtig zu machen.

  4. Thomas Holzer

    @gms
    und in der EU wird (versucht) unter dem neuen Schlagwort “Harmonie(sierung)” alles und jeder über den Einheits- Verzeihung (Harmoniesierungskamm) geschert.
    Früher nannte man dies Vereinheitlichung, oder auch Gleichmacherei.
    Wettbewerb war anscheinend, wenn auch nur eingeschränkt, gestern!

  5. gms

    Thomas Holzer,

    war für die SPÖ unter Pittermann und Kreisky die damalige EWG (resp. EG) noch eine reaktionäre Veranstaltung, so gelang es erst dem Kaviar-Sozialisten Vranizky, den Roten die Vorzüge eines kontinentalen Kartells lokaler Regierungen schmackhaft zu machen.
    Die Grünen stimmten im Parlament 1989 gegen das formelle Aufnahmegesuch, zumal aus deren Sicht in der EG die ökonomischen Interessen im Vordergrund stünden und das Ökologische und Soziale zu kurz käme. Gelernte Zyniker würden das damalige Zögern und Zaudern der Rotzgrünen heute unter “Euroskeptizismus” subsumieren und bedeutungsschwanger irgendwas von Krieg und Faschismus in die Mikrophone der Journallie brummeln.

    2014 und ein paar propandistische Taschenspielertricks später, sind diese beiden deklariert linken Parteien Parade-EU-Jubelperser, ist doch nichts der Gesellschaftsklempnerei dienlicher, als größtmögliche Bürgerferne bei gleichzeitiger Gelegenheit zum Drehen am ganz großen Rad mit 500 Millionen lebenden Speichen in Menschengestalt. Wollte man bei diesem gigantischen Freiluftexperiment Wettbewerb zulassen, setzte man sich ohne Not der Gefahr eines Benchmarks aus, der wiederum die Inferiorität des einen oder anderen politischen Zugangs aufdeckt.

    Zurück zu Schweden. Dessen wirtschaftliche Wende begann 1992. Für den EG-Beitritt waren sowohl die Sozialsten, wie auch die Bürgerlichen. Dementsprechend waren auch deren Slogans für die Wahlabstimmung:

    Die Sozialisten: “Schwedisieren wir Europa!”
    Die Bürgerlichen: “Europäisieren wir Schweden!”

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