Wie sich die europäische Politik von den Bürgern entfernt

Von | 25. Juli 2017

” (ANDREAS UNTERERGER) Zwei große paneuropäische Meinungsumfragen zeigen, dass die europäischen Bürger ganz anders denken als die Elite. Diese kapselt sich in vielen Hauptstädten von Berlin bis Paris und Rom immer mehr von den Menschen ab und hat vor allem in Brüssel das Ruder in der Hand. Dabei ist es jeweils absolut vernünftig, was die große Mehrheit der Bürger denkt und will. Es wird aber von der Elite in Medien, Politik und Justiz ignoriert.

Das sieht man schon daran, dass beide Umfragen, trotz der ungewöhnlich großen Dimension der Befragten und teilnehmenden Länder und trotz der sensationellen Ergebnisse in den letzten Wochen weitgehend totgeschwiegen wurden. Offenbar sollen die Menschen gar nicht entdecken können, dass eine große Mehrheit der anderen Europäer genau so denkt wie sie.

Die erste der beiden Umfragen erforschte die Meinung zu einem EU-Beitritt der Türkei. Sie wurde im Auftrag der Europäischen Volkspartei bei jeweils 1000 Menschen aus den neun größten EU-Staaten (außer Großbritannien) durchgeführt. In Österreich wurde nicht gefragt, aber hier zeigen andere Umfragen die gleiche Haltung der Bürger…” (weiter hier)

17 Gedanken zu „Wie sich die europäische Politik von den Bürgern entfernt

  1. Herbert Manninger

    Entscheidend sind Wahlen, nicht Maulereien so zwischendurch.
    Die Spekulationen des selbstgefälligen Politadels auf das kurze Gedächtnis der Wählerschaft erweisen sich leider als berechtigt.

  2. Kluftinger

    * und wenn die EU vorschreiben will, wie braun mein Salzstangerl oder meine “Erdäpfel” vulgo pommes frittes werden dürfen!
    Der Wahnsinn scheint in Brüssel keine Grenzen zu kennen? 🙁

  3. stiller Mitleser

    Umfragen, wenn man sie dann verstecken muß, sind also doch nicht so sinnlos.

    Zu den Pommes frites: als unheilbar fürsorglicher Paternalist erinnert man sich noch an ländliche Ernährungsgewohnheiten mit schwärzlichem Hausgeselchtem, angegammelten Breinwürsten und Landstrichen mit endemischen Magenkarzinomen und – durchbrüchen. Hunden und andren Aasfressern, die mehr Salzsäure in der Magensäure haben als wir, schadet das natürlich nicht. Ist Aufklärung böse?

  4. Falke

    O.T. (kabarettreif): “Der Deutsche Richterbund warnte vor einem Ende des Rechtsstaats in Polen”. Ausgerechnet die Richter eines Staates, wo Rechts- und Verfassungsbruch unterdessen zur täglichen Praxis gehört – angefangen von der Bundeskanzlerin! So ungefähr nach dem Motto: “Haltet den Dieb!” rief der Räuber.

  5. mariuslupus

    Die Bürger sind keine Bürger mehr, sie haben sich selbst zu einer amorphen, konturlosen und willenlosen Masse freiwillig transformiert. Die Ergebnisse der Wahlen, die immer die gleichen Parteien, die dem Wähler Handpuppen als Regierende präsentieren, bestätigen das der “Bürger” , als Wähler nicht in der Lage ist ,die Bedeutung von demokratischen Wahlen zu beurteilen. Deswegen brauchen sich die “Eliten” um die Meinung der Bevölkerung nicht zu kümmern. Im Gegenteil. Um so abgehobener und ungestörter sie regieren können, um so länger bleiben sie an der Macht. Es gibt keine anderes Ziel. Nur die Macht.

  6. sokrates9

    Traut sich eigentlich noch irgendwer die EU “demokratisch” zu nennen? Gibt es irgendeine Entscheidung der EU die von einer Bevoelkerungsmehrheit getragen wuerde? Welcomepolitik, Sanktionen, Griechenlandhilfe, Euro, Tuerkei, Zinspolitik, EZB, und…?..?

  7. KTMTreiber

    @mariuslupus:

    Bloß keine Veränderungen und auch keine “Freiheit “, denn “Freiheit ” bedingt Selbstverantwortung und das geht schon (heute) gar nit mehr…

  8. Reini

    Schön ist es in Brüssel, wichtig – nicht auffallen, ruhig verhalten, dann kann man auch keinen Blödsinn machen, somit ist man “nicht schuldig”. Immer brav bei einer Abstimmung das Händchen heben,… man sollte auch kein Querulant sein. Jeden Morgen beim Arbeitsplatz (Parlament) einchecken, für die Anwesenheitsauswertung am Ende des Jahres, es soll nach außen Arbeitsgeist gezeigt werden. Wichtige Entscheidungen machen die Chefs, … (oder auch nicht), nicht Einmischen, man kann sich nur die Finger verbrennen. Nicht vergessen, Politiker in Brüssel wurden nicht gewählt, sondern aus den Mitgliedsstaaten verjagt, bevor sie noch mehr Schaden in den eigenen Ländern anrichten.

  9. waldsee

    “”. Daher fühlen sich längst viele Türken gepflanzt.”” im Text.
    also ,was jetzt, sind das Türken oder gewordene Neu-Staatsbürger irgendeines europ.Landes?
    Im 19.jhdt. bemerkte ein deutscher Kaiser: “der einzige Freund des Türken ist der Türke.”
    Daran hat sich scheinbar nichts geändert.Nationalismus und Religion,in diesem Fall Islam , sind keine gute Kombination,für niemanden.Über Politiker möchte ich erst gar nicht schimpfen, sonst holt mich der Heiko und liefert mich umgehend beim Recep ab. Der hat sicher in Ö ausreichend Helfer.

  10. Gerald Steinbach

    mariuslupus
    Ganz genau auf den Punkt gebracht, ,
    Die (linke) Politik hat ganze Arbeit verrichtet , Bürger, bürgerlich, Werte,.. solche Wörter bedeuten ja schon schlimme Sachen
    Wenn sich ein Deutscher oder Österreicher vor laufender Kamera zu Aussagen in seinen Problemviertel äußert, fängt die Antwort(die Frage die nie gestellt wurde) zuerst einmal mit einer Distanzierung von “rechts” an
    Es sind einfach die letzten Zuckungen einer Gesellschaft, die sich abschafft und das mit System, wenn einmal die Werte zum Teufel gehen, dann ist`s vorbei

  11. Lisa

    @mariuslupus: “may the Force be with you” Klar geht es um Macht, immer und überall, nicht bloss bei Star Wars. Je bewusster einem das ist, desto besser kann man sich auch wehren. m.a.W. Gegenmacht stärken. Dass fast immer die gleichen Parteien gewählt werden, hat damit zu tun, dass man in einer parlamentarischen Demokratie nur Vertreter wählen kann und als Bürger in Sachfragen nicht einmal besonders viel Einfluss auf Kommunalebene hat, geschweige denn, wenns ums Land geht. CDU vermittelt Sicherheit, Beständigkeit, keine plötzlichen und einschneidenden Veränderungen – also hat sie grosse Chancen, wieder mal das Rennen zu machen. Die Gefahr der einwandernden Muslime erleben die wenigsten real, sondern kennen bloss die Bilder in den Medien, haben zwar eine ablehnende Haltung zu nicht assimilationswilligen Ausländern, kennen indes persönlich keinen einzigen von ihnen. Also gibts keinen Grund, etwas zu verändern…

  12. Gerald Steinbach

    LIsa
    Ein Arbeitskollege hat mir unlängst gesagt, wenn es ungemütlich wird bin ich eh schon tot
    So weit sind wir schon….

  13. TomM0880

    @Gerald Steinbach
    Das höre ich leider auch immer wieder von meinem Vater.

    Was soll ich nur meinen Kindern erzählen? Der Sozialismus wurde 1989 in Europa abgeschafft, damit er ab 1995 langsam wieder durch die Hintertür eingeführt wurde?

    Jeder der da nicht mitmachen will, ist ein Schwarzseher, liest News nur von “falschen” Seiten und informiert sich nur in seiner Blase. Im schlimmsten Fall wird man als Rechter bezeichnet (ich sehe nur die Beleidigung nicht).

    Das Gegenteil von links ist nicht rechts, sondern liberal. Und als liberaler ist man auch der sozialen Heimatpartei ein Dorn im Auge, denn diese ist vieles, aber bestimmt nicht rechts.

    Nur weil die Farbe eine andere ist, bleibt ein Sozialist im Herzen immer ein Sozialist.

  14. Johannes

    Es gibt eine einfache Erklärung warum sich die europäische Politik von den Bürgern entfernt, weil die sogenannten “Eliten“ den Populismus negativ besetzen, kann und darf beim besten Willen nichts getan werden um dem “Populus “zu dienen.

    Die zeitgeistige Politik bedient sich der Tarnung und des Täuschens, nach meiner Meinung, das ist im Moment die Linie, Anbiederung an NGOs zählt wesentlich mehr dort sind die entscheidenden Kräfte zu finden die mit Hilfe der Medien die Richtung vorgeben.
    Die Politiker haben verlernt eigenständig auch gegen den Willen von NGOs Entscheidungen zu treffen.
    Ich kann mir gut vorstellen das in Brüssel ein Geist der Überheblichkeit über allen Entscheidungen schwebt, der unbedeutendste Regionalpolitiker der von seiner Partei – da es für ihn im eigenen Land keine Verwendung gab – nach Brüssel geschickt wurde, erleidet plötzlich einen Realitätsverlust sieht nur noch das Eine, Ganze, Große, im großen Forum des europäischen Parlaments entsteht plötzlich ein Machtgefühl das gar keine Substanz hat.

    Europa wird meiner Meinung nach in erster Linie von der Kommission regiert. Das Parlament ist laut Junker lächerlich, der Rat tritt in der Regel vierteljährlich zusammen, da kann nur grob skizziert werden wo es hingehen soll.
    Wenn wir beobachten wie Junker und seine Kommissare auftreten, es ist meist der Versuch, nach meiner Beobachtung, einzelne Staaten, Regierungen oder Regierungschefs einzuschüchtern, sozusagen auf Kurs zu bringen wenn sie gegen “EU Recht“ verstoßen.

    Subsidiarität war jahrelang das Credo der Union, davon kann ich seit längerem nichts mehr erkennen.
    Heute gibt Merkel und Junker den Ton an, ohne Deutschland und sein Wirtschaftskraft könnte die EU so nicht existieren, die Frage ist nur ob es gut ist wenn Deutschland so dominant alles beherrscht.
    Vom liberalen Geist der freien Wirtschaft vielleicht ja, von der Realität der Situation der übrigen Länder vielleicht nein, etwas mehr Vorsicht wäre angebracht sonst geht die Eu an einem alles dominierenden Deutschland zugrunde.

  15. mariuslupus

    @Lisa
    “CDU vermittelt Sicherheit, Beständigkeit….”, aber, genau das ist der Ettiketenschwindel. Es gibt keine CDU als konservative, bürgerliche Partei mehr. Die “CDU” ist unter dem Merkel Diktat zu einer SED Partei mutiert. Nur der Wähler ist nicht in der Lage, den Medien sei dank, diese Veränderung zu sehen. Das Problem sind nicht die “Eliten”, das Problem ist der Mensch , der als Bürger und Wähler auf die Freiheit freiwillig verzichtet hat.

  16. mariuslupus

    @Johannes
    Wieso hat die Linke und die Linken Medien sich damit durchgesetzt ,alle Menschen die einer anderen Meinung sind als Populisten zu bezeichnen. Diese EU, und auch einzelne Staaten der EU, werden von Populisten regiert. Von Linken Populisten. Sie versprechen etwas, was sie nicht beabsichtigen zu erfüllen. Beispiele gefällig ? Überflüssig !
    Mehr als genug.

  17. Johannes

    @mariuslupus
    Aufpassen ein bisschen viel Populismus für vier Zeilen;)

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