Willkommen im globalen Wahrheitsministerium

Von | 25. Juli 2021

(C.O.) Der US-amerikanische Amazon-Konzern, längst nicht nur weltweit geschätzter Zustelldienst für alles und jedes, sondern auch einer der größten Filmproduzenten der Welt, hat im Juni einen Leitfaden herausgegeben, mit dem mehr „Diversität, Gleichheit und Inklusion“ erreicht werden soll, um „langjährige Gewohnheiten“ in der Filmbranche zu überwinden.

In diesem „Inclusion Playbook“ geht es nicht nur um sogenannte gendergerechte, also verstümmelte und verhunzte Sprache, es geht um die Art und Weise, wie die Welt künftig in Amazon-Produktionen dargestellt, beschrieben und gesehen werden soll. So will der Konzern, dass künftig nur noch solche Schauspieler eine bestimmte Rolle kriegen, deren Geschlecht, Herkunft, aber auch sexuelle Präferenz oder körperliche Beeinträchtigung auch der Identität der gespielten Figur entspricht.

Das heißt: Rollen werden künftig nicht mehr an die Person vergeben, die dafür nach Ansicht von Produzentin oder Regisseur am besten geeignet ist, sondern nach der Identität des Schauspielers. Homosexuelle etwa dürfen dann nur noch von homosexuellen Schauspielern gespielt werden, Juden nur von jüdischen.

Dass man Rollen nach der Hautfarbe oder der sexuellen Orientierung vergibt, hätte man früher als rassistisch und diskriminierend empfunden – heute gilt es als besonders fortschrittlich. Dazu kommt, dass Amazon-Filme künftig auch bestimmte Begrifflichkeiten verwenden, andere meiden sollen. So soll etwa, wenn der Islam in einem Film vorkommt, die Scharia, die Frauen, Juden, Christen und Homosexuelle zu minderen Menschen reduziert, als „den klaren, viel begangenen Weg zum Wasser“ darstellen. Logisch, dass Terroristen, die in den Jihad ziehen, bei Amazon künftig „für Gott kämpfen und nach ihm streben“.

Das geht weit über das geschlechterfixierte Vergewaltigen der deutschen Sprache, wie es mittlerweile in vielen Medien üblich geworden ist, hinaus. Hier geht es darum, den Abermillionen Betrachtern von Amazon-Produktionen ein bestimmtes, durchaus problematisches Weltbild zu oktroyieren.

Die schiere Größe und Marktmacht des Konzerns bewirkt, dass hier eine Art globales Wahrheitsministerium am Entstehen ist, das künftig dafür sorgen soll, dass die Welt, so wie Amazon sie sieht, zu einer Welt wird, die die Welt so sieht, wie Amazon sie sieht.

Seit einiger Zeit gehen immer mehr große Konzerne dazu über, den Forderungen unterschiedlichster Lobbygruppen verschiedener Opfer-Identitäten nachzugeben, oft genug schon, bevor die Forderung überhaupt erhoben worden sind. Dabei geht es stets um das öffentliche Bekennen zur jeweiligen Opfergruppe, um eine entsprechende Personalpolitik in den Führungsetagen, um die Gestaltung und Benennung von Produkten oder die Verbreitung der Symbole der Minderheit des Tages. Mit bizarren Ergebnissen, wenn etwa die Lufthansa-Gruppe ihre Gäste nicht mehr als „Damen und Herren“ begrüßt, nicht etwa der an Bord üblichen Schmuddel-Kleidung aus Leggings, Shorts und Badeschlapfen wegen, die „Damen und Herren“ eher meiden, sondern aus Respekt vor allen anderen Geschlechtern, die sich auf den Schlips getreten fühlen könnten.

Was bringt erwachsene Manager zu diesem Unfug? Zu vermuten ist: eine Mischung aus Angst vor einem Shitstorm von bestimmten Gruppen, die sich einen Opferstatus zuschreiben; der Hoffnung, sich als „wokes“ Unternehmen an den Zeitgeist anbiedern zu können; und da oder dort die ehrliche Überzeugung des handelnden Personals, die Welt zu einem besseren Platz zu machen. Was die Schlimmste der drei Motivlagen ist – weil sie auf einen Mangel an Intelligenz hindeutet.

Unternehmen, die sich derart an einen unguten Zeitgeist anpassen, übernehmen auch einen Teil der Verantwortung für die Folgen, ohne dass man den Eindruck hat, dass dies den Entscheidern immer bewusst ist. (“Presse”)

 

14 Gedanken zu „Willkommen im globalen Wahrheitsministerium

  1. aneagle

    Kann man davon ausgehen, dass Amazon laut seinem Leitfaden bemüht sein wird in seinen Filmprodukten Mörder nur von zumindest erfahrenen Rechtsbrechern darstellen zu lassen? Krasses Weltbild! Da legt Bezos selbst die Axt an seinen Weltkonzern.

  2. Kluftinger

    Ich bin ein Freund der freien Marktwirtschaft und eines liberalen Staatsgefüges. Aber was Herr Ortner über Amazon berichtet, da kann man nur sagen: “Die hässliche Fratze des wildgewordenen Kapitalismus “.
    Ein immense Ansammlung von Kapital und Geld versucht, die reale Lebenswelt der Bürger zu konterkarieren? So geht das nicht!

  3. Gerald

    Man muss sich so einen Schmonzes ja nicht anschauen. Ein Großteil der deutschen Fernsehfilme werden schon länger nach diesem Muster gedreht (vermeintlich böser Asylant, Islamist oder sonstiger Außenseiter entpuppt sich als doch ganz netter), nur dort ist wegen der Subventionen die Reichweite egal. Amazon ist 100% Kapitalistisch, wenn die Reichweite fällt werden die ganz schnell ihre neue Regeln wieder vergessen.

  4. Sven Lagler

    Habe vor kurzem Fotos einer Abschlusszeremonie eines Kindergartens in China gesehen. Die Mädchen haben Tänze aufgeführt, die Buben waren in Kampfanzügen mit Spielzeuggewehren auf der Bühne. Auf die Nachfrage, warum dies so ist kam die Antwort, dass die Regierung der Meinung ist, dass die Männer zu sehr verweichlichen, weil diese sich zB. in Anlehnung an Schauspielern schminken, weshalb dagegen etwas unternommen wird.

    Szenenwechsel: In der aktuellen Juniortüte eines Fastfood Restaurants liegt ein Buch bei, in dem eine Junge im Tütüt eine „neue Realität“ verkörpert.
    Da klaffen Welten aufeinander und es ist nicht sicher, dass Europa langfristig gewinnt.
    Die Ironie dabei ist, dass in beiden politischen Systemen alle Menschen zwar gleich, aber anscheinend doch verschieden sind.
    Gleichwertig und ohne Probleme verschieden waren meines Erachtens die Menschen in den 80´er Jahren. Was ist seither passiert ?

  5. dna1

    Bislang waren es die großen Studios in Hollywood, die vorgegeben haben, wer gut und wer böse ist, und jetzt macht das eben Amazon.

  6. Cora

    Man muss nicht bei Amazon kaufen. Oder Ben & Jerry, die mit dem Eis, das sie nihct mehr im Westjordanland verkaufen wollen.
    Gut, daß wir Bescheid wissen. Es gibt anderes, man wird wählerisch.

  7. Gerald Steinbach

    Interessant wird dann zu sehen , wie dann die weichgespülten ,genderisierten Jungen auf muslimische Machokulturen treffen , mit den eigens gewählten Pflichtfach „Kampfsport „ und diverse Messerkulturen.

    Bedingt durch den (jungen)Männerüberschuss im westlichen Europa wird das nicht sehr oft friedlich von statten gehen und der „Gewinner „ ist eigentlich schon vorher bekannt

  8. Falke

    Damit wird ja der Beruf des Schauspielers überflüssig; bisher haben sie ja gelernt, jemand anderen darzustellen. als sie selbst (wie schon der Name “Schauspieler” sagt). Wenn jetzt jeder Darsteller genau das darstellen soll, was er im richtigen Leben auch ist (also wohl auch Diebe,Einbrecher, Mörder usw.), ergeben sich ganz neue Berufsaussichten, etwa für Polizisten und Kriminalbeamte in Krimis oder für korrupte Politiker in einschlägigen Filmen. Sollte etwa ein neuer Film über Königin Elisabeth I. gedreht werden, kann daher nur die derzeitige Königin Elisabeth II. diese Rolle übernehmen. 🙂

  9. Erwin Tripes

    Diese verrückte Wahrheit liegt viel näher bei uns als wir meinen.
    Wir brauchen uns doch nur die Debatte der verschiedenen Polit-Ideologen in Österreich ansehen, um zu erschaudern. Die Mainstreammedien samt dem Schmarren, den sie uns täglich servieren.
    Oder die Hexenküchen, in denen all dies von immer mehr Linkinnen gekocht, wird, die Universitäten, in denen man schon durchfällt, wenn nicht gegendert wird.
    Aber es gibt dennoch Freiheitsliebende, die sich auch beim Impfen nicht unterkriegen lassen.

  10. Johannes

    Amazon weiß das die Mehrheit der Menschen eher wenig tangiert wird von diesen Eskapaden, es aber umgekehrt in der Mainstream-Woko-Haramgesellschaft von unschätzbarem Wert sein kann sich deren krudes Weltbild scheinbar eigen zu machen.

    Das ist wohl purer Opportunismus der mich zur Vermutung veranlasst, würden morgen die Afghanischen Taliban den Zeitgeist vorgeben man keine Probleme hätte im zu folgen.

    Versuche, gesellschaftliche Veränderungen zu nutzen und so zu tun als ob man an ihrer Etablierung maßgeblich mitarbeiten würde, werden durch fortgeschrittene dekadente Verhaltensmuster nahezu zwingend, vor allem für Unternehmen die davon leben am virtuellen Puls der Zeit zu partizipieren.

    Da aber jede Dekadenz ein Zeichen eines Unterganges ist, glaube ich das mit der aufziehenden Inflation die Pläne von Amazon nicht mehr als behübschendes Beiwerk einer Untergehenden Epoche sind.

    Ob der westliche Gesellschaft danach noch nach solchem Tand ist?
    Ich bezweifle es.

  11. Selbstdenker

    @Kluftinger:
    Bereits vor der grossen Woke epidemic waren viele grosse US-Unternehmen wie ein Kult organisiert. Den Woksters ist es gelungen ihre Viren in einen bestehenden Organismus einzuschleusen.

    Der sogenannte Neoliberalismus hat sich zum Neoprogressivismus transformiert. Nahezu die gleiche finanzielle, mediale, logistische und militärische Infrastruktur, die vor den 2000ern amerikanische Ideale in die Welt exportiert hat, wird nun zum Export anti-westlicher Ideologien verwendet.

    Es ist auch ein Generationenthema: die erste baut es auf, die zweite verwaltet es die dritte studiert Kunstgeschichte und die vierte verkommt. Die Führungsetagen zahlreicher Großunternehmen sind zunehmend mit Personen der dritten oder vierten Generation besetzt.

  12. ProWien

    Die Macht der Konsumenten ist (noch) riesig. Daher: Meidet Amazon, wo es geht, ächtet Bezos (der sein Geld im All verschießt) und begründet das mit dieser völlig inakzeptablen, menschenverachtenden Denkweise.
    Rasch wird er sein Mäntelchen in den anderen Wind hängen…..

  13. sokrates9

    Bei den Filmfestspielen in Cannes feiern die etablierten Medien seltsame, sexuell aufgeladene Filme – ignorieren aber Oliver Stones neue Betrachtungen auf den verstörenden Mord am US-Präsidenten John F. Kennedy.
    Ohne nähere Details zu kennen -ist das nicht unglaublich dass ein Film Stones über den Kennedymord – ob ichtig oder nicht – völlig ignoriert wird: Da sieht man die existierende Medienmacht!

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