Willkommen in der Europäischen Monsanto Union!

Von | 2. Mai 2013

…Was die Europäer essen, dürfte in Zukunft entscheidend vom Saatgut-Konzern Monsanto bestimmt werden. In Brüssel hat sich Monsanto bereits tief in den EU-Strukturen festgesetzt. Das Unternehmen entsendet gemeinsam mit anderen Industrie-Vertretern hochrangige Mitarbeiter in die EU-Gremien, und erstellt die wissenschaftlichen Studien für neue Getreide-Sorten gleich selbst…” (DWN, interessant!)

18 Gedanken zu „Willkommen in der Europäischen Monsanto Union!

  1. Rennziege

    Meines Wissens und Lesens wird die Gentechnologie großteils zu Unrecht verteufelt, wie nicht anders zu erwarten von den Grünen (die ihre kommunistischen Wurzeln bei ihrem Parteitag jüngst ungeschminkt offenbart haben). Gerade in der Dritten Welt können gentechnisch veränderte Nutzpflanzen viel zur Verbesserung der Ernährungslage beitragen; außerdem minimieren sie den Einsatz von Pestiziden sehr.

    Ein übles Kapitel ist freilich die Unterwanderung willfähriger EU-Strukturen durch Konzerne und deren Lobbying, das ja nur ein Euphemismus für Korruption ist. Und diese Korruption — werden die Eurokraten nicht eh schon fürstlich genug entlohnt? — ist nicht Ausnahme, sondern Regel: es sei nur ein Beispiel von vielen genannt, nämlich die Zwangsverordnung der hochgiftigen und augenschädlichen Quecksilberfunzeln, die von Sigmar Gabriel (SPD) initiiert und von gut vernetzten Philips-, Osram- und Sylvania-Lobbyisten vollendet wurde. Das war eine g’mahte Wies’n, von der der EU-Bürger erst erfuhr, als sie in Kraft trat.

    Monsanto segelt mit demselben Wind, der in der EU für Großkonzerne immer günstiger weht: Es ist halt leicht, Tore zu schießen, wenn der Tormann verhabert und käuflich ist. Neben dem Euro-Todeskampf und dem Erweiterungswahn um jeden Preis ist die flächendeckende Korruption ein weiterer Sargnagel der EU.

  2. Suwarin

    Monsanto ist hausgemacht. Es muss doch nun wirklich nicht verwundern, dass nur große Firmen diese Regelungswut im Gentechnikbereich überleben können. Die Zulassung neuer Pflanzen dauert Jahre und kostet in den USA schon mal gerne 20.000.000 Dollar.

  3. Reinhard

    @Rennziege
    Die Leute haben meterdick Traumsand auf ihren Augen liegen; johlend folgt die Plebs der von der gekauften Medienmeute durch das europäische Dorf gejagten Krisen-Spekulanten-Reichen-Sau. Da lässt es sich im Windschatten lustig regieren, das Prinzip “Teile und herrsche!” wird eben immer weiter perfektioniert.
    Wir werden nicht von den Großkonzernen regiert, dieses dümmliche Bild einer einfach gestrickten Verschwörungstheorie taucht immer wieder auf und ist nix anderes als ein kleines Ferkel, das der gejagten Sau nachsprintet. Wir werden von Beamten regiert. Das ist viel schlimmer! Großkonzerne sind berechenbar, ihr Gewinnstreben folgt immer dem gleichen Plan. Beamte dagegen sind bestechlich, sie selektieren die Prioritäten nach sehr persönlichen und oft nicht berechenbaren Gründen. Fakt ist, dass dadurch nicht “die” Großkonzerne regieren, sondern einige von denen einen oft nicht messbaren Einfluss auf das Beamtensystem ausüben, der oft erst erkennbar wird, wenn die Folgen nicht mehr abzuwenden sind.
    Bei den vor hochgiftigem Quecksilber strotzenden Dreckschleudern gab es eine Vorbereitung, die verdächtig früh einsetzte – bereits mehrere Jahre vor der EU-Glühbirnenächtung wurden plötzlich aus Gründen der Befreiung unserer Wohnungen von potenziellen Gefahrenquellen alle quecksilberhaltigen Fieberthermometer staatlich subventioniert gegen elektronische Fiebermesser eingetauscht. Und jetzt haben wir das gleiche Quecksilber (woher wurde der plötzliche hohe Bedarf wohl gedeckt?) an der Decke hängen.
    Gestern das Böse, heute der Segen.
    Und die Leute schnallen es einfach nicht! Man kann sie greifen und mit dem Kopf darauf stoßen; mehr als ein “Aua!” kommt nicht dabei heraus.
    In wenigen Jahren werden nicht nur neben der EU-Einheitsgurke EU-Einheitsäpfel und EU-Einheitskarfiol im Supermarkt liegen, nein, auch auf den offenen Märkten darf dann nichts anderes mehr gehandelt werden; die Beamten träumen wohl schon von Heerscharen pragmatisierter Kontrollore, die durch die Kleingärtenanlagen streifen und den Besitz von unregistrierten Obst- und Gemüsepflanzen unter schwere Strafe stellen. Ein einfaches Denunziationssystem würde schon genügen; es gibt genug Leute, die nichts Besseres zu tun haben als ihren Nachbarn möglichst oft möglichst fett eine reinzuwürgen.
    Aus Gründen der Weltverbesserung natürlich, denn die größten Armleuchter sehen sich nur als Lichtbringer.

  4. Reinhard

    @Suwarin
    Es geht ja nicht nur um die Zulassung neuer Pflanzen, das wäre ja noch erträglich. Aber die Zulassung alter Kultursorten soll den gleichen regeln folgen.

    Versuchen Sie mal einen Oldtimer aus 1938 als Neuwagen zuzulassen.

    Die EU schickt ihre Beamten und deren ganze Schranzenschar regelmäßig auf zertifizierte “Diversity”-Seminare, aber gleichzeitig wird alles einer von bestochenen Ärmelschonern undemokratisch festgelegten Reglementierung unterworfen. Biologische Diversität wird einfach negiert, der EU-Apfel hat sich dem Reglement zu unterwerfen oder wird ausgerottet.

    Erstaunlich, mit welch dröhnender Stille die europäischen Grünen dieses Trauerspiel begleiten.

  5. Christian Peter

    @Reinhard

    Schwachsinn. Es sollte kein geistiges Eigentum auf Pflanzen und Tiere geben.
    Nicht wenige Libertäre und Vertreter der Österreichischen Schule lehnen das
    Recht auf geistiges Eigentum grundsätzlich ab.

  6. Prinz Eugen von Savoyen

    Fragts den wc, der wird euch erklären, dass eine Kartoffel allemal reicht, für die eu. Kein Mensch kann eine eu verwalten, die zehn Sorten Kartoffeln hat.

  7. Reinhard

    @Christian Peter
    Dass es kein geistiges Eigentum auf natürliche Entwicklung geben darf steht auch für mich außer Frage; die Rechtsstreitigkeiten um das Veröffentlichen von Tierstimmen sprechen da für sich.
    Ein grundsätzliches Ablehnen geistigen Eigentums jedoch würde dem innovativeren Unternehmen den Wettbewerbsvorteil und die Existenzgrundlage entziehen. Wenn ich aus einer Idee keinen unternehmerischen Vorteil ziehen darf, kommen wir in der geistigen Schaffenskraft des modernen Orient an. Keiner wird mehr Geld und Hirnschmalz investieren, wenn das Ergebnis der Arbeit ihm keine Vorteile mehr bringen darf.
    Den Menschen das Recht auf die bevorzugte Verwertung ihrer Ideen, Entdeckungen und Erfindungen zu verwehren – das ist für mich Schwachsinn!

  8. Mercutio

    @Rennziege
    Gentechnologie ist gewiss nicht des Teufels, aber sie als schattenfreien Heilsbringer der Menschheit hinzustellen, scheint mir auch etwas übertrieben. Gerade für die Menschen in der Dritten Welt halten sich die Segnungen in Grenzen: maßlos überteuertes Saatgut für Kulturen, die ohnehin meist in den Export gehen, und daher nichts am Hungerproblem ändern; Pestizideinsatz bleibt hoch und wird höher trotz gegenteiliger Versprechen.
    Nicht jede Kritik an den Wundertechnologien der Zukunft ist missgeleitete Grünen-Miesmacherei. Und Monsanto ist ein gewinnorientierter und ziemlich skrupelloser Quasi-Monopolist, der alle Kritiker gnadenlos niederklagt. Etwas was in der freien Wirtschaft nie gut ist.

  9. Christian Peter

    @Reinhard

    Liberales Gedankengut scheint ihnen fremd zu sein. Sie sollten bedenken :
    Gesetze stellen stets einen Eingriff in die Freiheit und somit Gewalt dar. In
    der Diskussion um geistiges Eigentum geht es um eine ethische Frage. Ihre
    utilitaristische Rechtfertigung g.E. ist mit einer Reihe von Mängeln behaftet :
    Aufgabe des Rechts ist es nicht, Wohlstand zu maximieren, sondern Gerecht-
    igkeit walten zu lassen. Der Nutzen von Gesetzen lässt sich nicht messen,
    da Werte keine Preise haben. Ob g.E. zu größerem Wohlstand führt, darf be –
    zweifelt werden. Möglicherweise gibt es ohne Patentrechte mehr Innovationen,
    weil die immensen Kosten g.E. wegfallen.

  10. Mercutio

    @Christian Peter
    Patente waren über lange Strecken im Prinzip eine trickreiche Chance für De-Facto-Kartelle und Blockade der Konkurrenz für Großkonzerne, von Westinghouse über GM und IBM hin zu Apple. Und damit das Gegenteil von freier Wirtschaft und echter Innovation.

  11. Rennziege

    @Mercutio
    (a) Die über Jahrtausende reichenden Kreuzungen nährstoffarmer Grashalme, bis daraus Brotgetreide wurde, waren ebenfalls nichts anderes als Gentechnologie, halt mit umständlicheren Methoden.
    (b) Niemand zwingt die Entwicklungsländer, die Vorzugspreise für ertragssteigernde Saaten genießen, ihre Ernten den hungrigen Einwohnern vorzuenthalten und zu exportieren. Das liegt großteils an den dortigen korrupten und menschenverachtenden Regimes, aber auch an den aberwitzigen EU-Agrarsubventionen, die den Markt sabotieren.
    (c) Monsanto ist, wie alle Unternehmen, gewinnorientiert; dies garantiert Hunderttausende von Arbeitsplätzen, die keine wohlmeinende Non-Profit-Klitsche bieten oder gar erhalten könnte.
    (d) Monsanto ist zwar Saatgut-Marktführer, aber beileibe kein Monopolist, sondern hat potente Konkurrenten. Auszug hier:
    http://www.agrarheute.com/saatguthersteller-welt

  12. Rennziege

    @Rennziege
    Ich trage nach:
    (e) Warum kauft ein Bauer Saatgut, das etwas teurer ist als selbstgezogenes, womöglich (huch!) GT-optimiert oder sogar (zweimal huch!) patentgeschützt?
    Weil er blöd ist? Nein. Weil er dadurch weniger Arbeit, Ausfälle, Schädlinge und Zores hat; weil die Qualität verlässlich ist; weil er rechnen kann; denn die geringen Mehrkosten werden durch höhere, robustere und bessere Ernten mehr als aufgewogen, sprich: Der Bauer steiert durch Markensaatgut seinen (dreimal huch!) Gewinn.
    That’s the name of the game, sir.

  13. Mercutio

    @Rennziege
    Das ist trotzdem kein Grund die zahlreichen Schattenseiten so elegant zu unterschlagen, die meines Erachtens in Publikationen und Dokumentationen durchaus in etlichen Punkten überzeugend kritisch aufgezeigt werden konnten. Nicht alles was technisch machbar ist und Gewinne bringt, ist automatisch gut, das sollte gerade sonst an konservativer Ethik ausgerichteten Menschen wie Ihnen einleuchten.
    Mir selbst als aus der Landwirtschaft stammenden Menschen erscheint der Gedanke an nicht mehr weiterpflanzfähiges Saatgut und dadurch bedingte immerwährende Abhängigkeit von den Saatgutkonzernen pervers.

  14. Rennziege

    @Mercutio

    Allmählich komm’ ich mit Ihnen klar, wenn’s mich auch wundert.
    Aber schaun S’ amoi genau hin, Chef: Pharmazeutische Patente laufen spätestens nach 17 Jahren aus und werden zu Generika, die Firmen wie ratiopharm, cvs (in Amerika) und andere ebenso lizenzfrei, billig wie gewinnbringend erzeugen und vermarkten können. (Der flinke ratiopharm-Gründer wurde zum mehrfachen Milliardär, stürzte sich aber vor einen Zug, als er der Steuerhinterziehung bezichtigt wurde.)
    Das Gleiche gilt für Agrarpatente, soweit es sie überhaupt gibt; und es gibt sie nur in einem gaaanz engen Bereich. Die “immerwährende Abhängigkeit von den Saatgutkonzernen” ist eine Erfindung von NGOs mit spendenfördernd hohem Blutdruck.

    Und Sie haben völlig recht, wenn Sie sagen, dass nicht alles, “was technisch machbar ist und Gewinne bringt”, gut ist. Hier gilt es abzuwägen, aber nicht von Philosophen, Pfarrern und Sozialpädagogen, sondern von Physikern, Chemikern und Ingenieuren — was auch der deutschen, im Tiefflug vor dem Absturz befindlichen “Energiewende” gutgetan hätte. Auch in Österreich wäre diese nüchterne Abwägung heilsam gewesen.

    P.S.: Ich bin ein Ethik-Fan, aber mehr im antik griechischen und römischen Sinn, und im christlichen. Mit heutigen Konservativen à la ÖVP und CDU, die sich ja nur als solche gebärden und ihr Mäntelchen nach Meinungsumfragen und Eigenversorgung hängen, hab’ ich absolut nix am Hut. Gott bewahre! 🙂

  15. Christian Peter

    Friedrich Hayek hielt übrigens auch nicht viel von der Institution des
    geistigen Eigentums, dessen Zweckmäßigkeit er bezweifelte. Über –
    haupt werden Patente und Copyrights als interventionistische, künst-
    liche, vom Staat geschaffene Rechte von vielen Autoren abgelehnt.

  16. Mercutio

    @Rennziege
    Nochmals zur Klarstellung: mir ist schon bewusst, dass unter rosagrünen Mäntelchen allerhand Unsinn verzapft wird, aber deswegen sollte man aber nicht alle NGO Aktivitäten in einen Topf werfen (Ich bin im Übrigenfür keine davon tätig, spende auch nicht gewohnheitsmäßig für mein Gewissen). Seltsam finde ich aber dass man NGOs das Spendensammeln vorwirft (ja auch dort wird Geld verschwendet!), aber das Gewinnmachen der Konzerne im selben Atemzug für gottgefällig erklärt. Niemand wirft diesen Konzernen vor, Geld mit ihren Produkten zu machen, aber das braucht man doch bitte um Himmels Willen nicht noch mit Menschheitsbeglückenden Phrasen verklären! Jetzt ohne böse Meinung über Sie: Manchmal tönen Sie wie eine Pressesprecherin von Energie- oder Chemieriesen. Und ja: Autos, Pharmaka, Convenience Food, Handys und Kosmeteika sind alles tolle Produkte, aber wir sollten eben nicht die Schattenseiten vergessen, die mit ihrer Produktion verbunden sind. Hier geht es nicht um Klimawandel oder Weltuntergang, sondern ganz simpel um die schleichende aber effektive Verdreckung der Welt. Wir haben gepflegte Vorgärten und bltzblanke Shoppingmalls, aber die Weltmeere füllen sich mit Plastikmüll und Chemikalien, von den Abholzungen und Erosionen ganz zu schweigen. Nichts davon wird unseren Planeten umbringen, aber jedes Stück Natur das leichtfertig vernichtet wird, braucht viele Generationen, um sich wieder zu regenerieren.
    Die Technik macht Fortschritte, viele Produktionsprozesse sind heute effizienter, aber die Summe unseres Konsums nimmt laufend zu. Ich erwarte nicht, dass Sie meinen Standpunkt völlig verstehen, aber ich bitte nur um einen Blick auf die andere Seite der schönen neuen Welt. Ich habe mich kürzlich durch eine Bildserie von Umweltverdreckung in China geklickt, hier haben sich binnen weniger Jahrzehnte Idyllen in Alpträume verwandelt.
    Vielleicht finden Sie das rührselig und übertrieben, aber ich stehe auf dem Standpunkt, dass die Sorge um unsere Umwelt weder “grün” noch “links” ist, sondern eine wichtige Frage nach Abwägung des gesunden Menschenverstandes gegenüber schnellem Gewinnstreben ist. Auch wenn ich gegnüber Ihnen vielleicht manchmal etwas starke Worte gefunden habe, scheint mir doch nach meinem Gefühl, dass Sie diese Haltung zumindest anerkennen können.

  17. wollecarlos

    @Mercutio
    Mercutio, Mercutio,

    ich habe Ihren Vortrag an Rennziege Ihrem Patenkinde “Mercutia” (Sie erinnern sich, eine meiner Ziegen, für die Sie die Patenschaft in einem anderen Blog angenommen haben) vorgelesen.

    Sie hat heftig mit dem Kopf genickt , was Einverständnis bedeutet.

    Dem schließe ich mich (notgedrungen) daher an!

    Sie machen sich, und sind nicht wieder zu erkennen in Relation dazu, was Sie zu Lodurs religiösen Ansichten schrieben!

  18. Mercutio

    @wollecarlos
    Was ich damit begreifbar machen wollte, war einfach dass nicht jeder der die Schattenseiten unserer tolen Konsumwelt aufzeigt und besorgt über die fortschreitende Umweltzerstörung ist, ein Gutmwensch, Linker oder Utopist ist. Die Bedrohung unserer Lebenswelt ist eine ganz konkrete, auch wenn unsere Vorgärten sauber gemäht sind und Sagrotan uns alle bösen Bakterien vom Leib hält. Religion spielt gegenüber dieser Sorge für mich eine untergeordnete Rolle.

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