Willkommen in der Klima-Planwirtschaft!

Von | 26. Juli 2021

(ANDREAS TÖGEL) Die Europäische Union hat sich auf ein ehrgeiziges Programm zur Reduktion der CO2-Emissionen festgelegt. Ihr Beitrag zum globalen Ausstoß dieses Treibhausgases beträgt zwar nur acht Prozent – mit deutlich sinkender Tendenz. Dennoch sollen die Emissionen nach dem Willen der EU bis 2030 um gewaltige 55 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 gesenkt werden. Das ist ohne rigorose hoheitliche Eingriffe in die Wirtschaft und tief ins Privatleben der Bürger nicht zu schaffen. Plan- statt Marktwirtschaft lautet das Motto der politischen Eliten.

Nun bestreitet kein bei mentaler Gesundheit befindlicher Zeitgenosse die Existenz des Klimawandels. Die einzige Klimakonstante ist schließlich die Veränderung. Was allerdings nicht feststeht, ist die Antwort auf die Frage, ob und inwieweit die Menschheit es in der Hand hat, daran etwas zu ändern. Es gehört schon eine gehörige Portion Anmaßung dazu, zu behaupten, es zu können. Was kommt als Nächstes? Wird sich die EU-Kommission demnächst daranmachen, die Schwerkraft aufzuheben? Und wird das – wie die „Klimarettung“ auch mit höheren Steuern und noch mehr Regulativen funktionieren?

Faktum ist, dass sich das Klima auch schon verändert hat, ehe der Mensch die Bühne betreten hat – ganz ohne Kohleöfen und Dieselmotoren. Selbst einer der Säulenheiligen der Weltuntergangsgläubigen, Dennis Meadows (einer der Autoren der apokalyptischen Club-of-Rome-Publikation „The Limits to Growth“ von 1972), meinte schon vor vielen Jahren – ich zitiere aus einem von ihm in Wien gehaltenen Vortrag: „Es ist zu spät für eine Umkehr [im Hinblick auf die Klimaänderung, Anm.]. Jetzt müssen wir mit den Konsequenzen leben.“ Einmal in Gang gesetzte Entwicklungen, wie das Auftauen der Permafrostböden (egal, ob vom Menschen verursacht oder nicht), sind auch dann nicht zu stoppen, wenn die gesamte Menschheit ab sofort nur noch zu Fuß geht und hungernd und frierend in ungeheizten Höhlen haust.

Häuser in Ufernähe oder in einer Tornado-Alley zu bauen, wird künftig eben mit höheren Kosten und Risiken verbunden sein. Darauf gilt es, sich einzustellen. Der von der EU entfesselte Klimatotalitarismus ist im Hinblick auf die intendierten Ziele jedoch unsinnig.

Geradezu drollig ist es, wenn EU-Klimaschutzkommissar Frans Timmermans, die auf eine totale Deindustrialisierung Eurolands hinauslaufenden Pläne seiner Organisation damit verteidigt, der Welt mit gutem Beispiel vorangehen zu wollen. Welchen Planeten mag der der Mond wohl umkreisen, auf dem der Mann lebt? Wer – außerhalb Eurolands – interessiert sich denn ernsthaft für die Aktivitäten der militärisch impotenten und in wirtschaftlicher Hinsicht auf dem absteigenden Ast befindlichen Alten Welt? Wer würde sich ausgerechnet Euroland zum Vorbild nehmen? Chinas mächtiger Staatschef Xi Jinping etwa steht der Sinn ganz sicher nicht danach, sich die Aktivitäten der sklerotischen EU-Bürokratie zum Vorbild zu nehmen! In China werden Jahr für Jahr dutzende Kohlekraftwerke gebaut. China und Indien stellen zusammen mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung – und in beiden Ländern schert sich kein Mensch ums CO2 oder um die Politik der EU.

Allen Sonntagsreden zum Trotz, trifft auf die USA am Ende dasselbe zu. Wenn es um wirtschaftliche Interessen geht, kennt man in den Vereinigten Staaten nämlich keinen Spaß. Wie ein Charles De Gaulle zugeschriebenes Zitat besagt, haben Staaten keine Freunde, sondern Interessen. Und die eigenen gehen immer vor – außer in der EU, die sich in absoluter Verkennung ihrer Möglichkeiten und in haarsträubender Hybris, der Rettung des Planeten verschrieben hat.
Der Mittelstand und die Unterschicht Europas werden für den Größenwahn der EU-Granden in den kommenden Jahren teuer bezahlen müssen. Der Lebensstandard dieser Menschen wird infolge einer massiven Steigerung der Lebenserhaltungskosten und steigender Arbeitslosigkeit drastisch sinken. Ihr Wohlstand wird von den Politeliten unbekümmert auf dem Altar ihres klimareligiösen Irrsinns geopfert. (“EXXPRESS”)

7 Gedanken zu „Willkommen in der Klima-Planwirtschaft!

  1. Kluftinger

    Danke Herr Tögel für die wie immer treffende Analyse!
    Ihre Formulierung aber, “die EU”, müsste neben Timmermans auch besonders Frau von der Leyen und weitere Protagonisten namentlich genannt werden. Diese sind es, die unter dem Deckmantel “die EU beschließt, fordert etc..” ihr Unwesen treiben.
    Über die Qualifikation von Frau Ursula wurde schon berichtet, aber auch die weiteren Figuren sollten so gezeichnet werden dass ihre Kompetenz oder Inkompetenz sichtbar wird. Schließlich beeinflussen sie mit ihrem Wirken unsere reale Lebenswelt.

  2. CE___

    Sehr guter Artikel, sehe ich auch so.

    Die VR China muss natürlich in einem gewissen Rahmen gute Miene zum blöden Spiel machen, weil die EU einfach ein wichtiger Absatzmarkt ist.

    Aber halt auch nur in einem gewissen Rahmen.

    Mit der immensen Grösse China tut man sich natürlich leichter.

    Um metaphorisch zu sprechen, dann kachelt sich halt der riesige chinesische Drache einen kleinen Teil seines langen Schwanzes mit Solarpaneelen zu, dieser kleine Teil aber immer noch nominal so groß dass damit bei den dümmlichen und viel kleinere Relationen gewöhnten Europäern immer noch mächtig Eindruck geschunden werden kann, der andere grössere Teil des Schwanzes und restliche Körper macht aber ganz was anderes.

  3. sokrates9

    Hervorragende Analyse!Schlimm ist dass die ideen der EU – Komissare kritiklos abgenickt werden und anscheinend kein einziger Europäer aus der Poltik den Mumm hat da aufzustehen und zu hinterfragen warum man Europa sinnlos zerstören muss.Wo sind die hunderten Professoren aller Wissenschaftsrichtungen die diese Ideen der EU hinterfragen? Wo die unabhängigen Massenmedienjournalisten die diese Nonsenspläne hinterfragen? Alles Querdenker die man sofort mit Aluhut und Naziemblem problemlos entsorgt?

  4. Gerald Steinbach

    Deutschland würde sich leichter tun, wenn sie Reichsbürger, Querdenker, Klimaleugner, Coronaleugner,… oder noch besser , alle die die Politik kritisieren bzw. nicht verherrlichen, kompakt als Nazis deklarieren, spart Druckerschwärze und jeder kennt sich aus

  5. ProWien

    Die EU ist undemokratisch – also demokratische Abstimmung und raus aus dem Karussell der Wurstel und Clowns.
    Österreich soll wieder frei sei`!

  6. Falke

    @sokrates9
    Auf Ihre Frage “Wo sind die hunderten Professoren aller Wissenschaftsrichtungen die diese Ideen der EU hinterfragen?” weiß ich die Antwort: Es gibt sie natürlich, aber jetzt besetzen sie die Lehrstühle für Genderwissenschaften. 🙂

  7. Erwin Tripes

    Lieber Kluftinger,
    Sie haben vollkommen recht, dass für die Spitze des EU-Unsinns derzeit Van der Leyen steht, aber übersehen wir doch nicht , was die darunter agierenden „Demokraten“ : Rat, Kommission und Parlament , vollkommen unbeeinflusst von gewaltigen Lobbys, erst fantasieren und dann beschließen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.