Willkommenskultur: „Die Eitelkeit des Guten“

(Von Alexander Meschnig) Für jede historische Epoche gibt es Bilder, die als Zeichen der Geschichte gelten können. Vielleicht sind die Bilder jubelnder Deutscher an Bahnsteigen auf dem Höhepunkt der massenhaften Zuwanderung im September 2015 das Symbol für die innere Verfasstheit einer Gesellschaft, die der „Eitelkeit des Guten“ erlag. Nirgendwo sonst in Europa gab es diese vielfach geradezu hysterische „Willkommenskultur“ in ihrer reinsten Form. Die Szenerie kann als eine massenpsychologische und -mediale Selbstbegeisterung gedeutet werden, die einem Gefühlsrausch diente, der Politik und Moral in eins gesetzt und jegliche Reflexion und Realitätswahrnehmung verdrängt, ja bei Strafe des sozialen Ausschlusses strikt verboten hat.

In einem Interview mit der „FAZ“ im Mai 2016 kommt der bulgarische Philosoph Ivan Krastev zu der Auffassung, dass eine Million ukrainische Einwanderer in Deutschland niemals die Welle der Solidarität und Hilfe ausgelöst hätten, wie wir sie im Herbst 2015 angesichts der Migranten aus Afghanistan, Syrien, Irak oder Afrika beobachten konnten. Man kann der Aussage Krastevs ohne viel Nachdenken zustimmen, obwohl es dafür keine Möglichkeit der empirischen Prüfung gibt. Woran liegt diese Gewissheit? Krastev trifft meines Erachtens den Kern der Sache:

„Mit den Muslimen kann man Mitgefühl zeigen, gerade weil sie anders sind als wir – und auf diese Weise moralische Überlegenheit demonstrieren. Es steigert natürlich das moralische Selbstwertgefühl, wenn man sagen kann: Diese Menschen sind anders als wir, aber wir helfen ihnen trotzdem.“

Neue Heilige

Da es schlicht unmöglich ist, sich um jeden Menschen zu kümmern, der in schlechteren Verhältnissen als man selbst lebt, wurde der Flüchtling, verdichtet in der Figur des Syrers, zum entscheidenden Symbol. Der Flüchtling, später Schutzsuchender genannt, musste neben seinem Status des Verfolgten, als das Fremde, das Exotische schlechthin, konstruiert werden. Nur dieser Abstand von uns selbst erlaubte es, den Anderen ohne Ausnahme und ohne Ansehen der empirischen Gestalt zu idealisieren. Mit anderen Gruppen die uns näher sind, wie etwa Ukrainern, Bulgaren oder obdachlosen Deutschen, wäre das niemals möglich gewesen.

Schon sehr früh konnte man sich über die medial in Dauerschleife gezeigten Bilder der Hilfsbereitschaft und Tatkraft, vor allem junger Menschen und insbesondere von Frauen, im Herbst 2015 wundern. Es gab ja bereits vor der Öffnung der Grenzen genügend Bedürftige, die Hilfe benötigten und die das Ich-Ideal des Helfenden hätten bestätigen können: Obdachlose, Arme, Pflegebedürftige, Alte, psychisch Kranke, verwahrloste Kinder etc. Offensichtlich sprach diese real vorhandene Not in Deutschland aber niemanden oder nur ganz wenige emotional an. Es musste erst ein „Objekt“ gefunden werden, auf das man seine moralische Erhöhung ohne große Anstrengung projizieren konnte. Dass die etablierten Medien – öffentlich-rechtliche ebenso wie private – die Hilfsbereitschaft ohne jegliche kritische Distanz jeden Tag feierten, kann als ein Akt der Verstärkung der eigenen Identität betrachtet werden. Die ganze Welt war Zeuge, wie die Bürger eines Landes ihre Herzen weit öffneten. Selbst wer nur Wasserflaschen und abgetragene Kleidung auf Bahnsteige oder in die Notunterkünfte brachte, konnte sich als Teil einer Hilfsgemeinschaft, als Teil des „hellen Deutschland“ sehen, das seine Geschichte unwiderruflich neu schrieb.

Der Flüchtling/Migrant aus tausende von Kilometern entfernten Weltgegenden mutierte in der (medialen) Inszenierung zu einer Art von „Heiligem“, da er gleichzeitig das Fremde verkörperte und in seiner Gestalt eine Erlösung versprach. Mit der grenzenlosen Aufnahme aller Einwanderer, offiziell: Schutzsuchender, konnte nicht nur jeder Einzelne, sondern Deutschland als Ganzes zeigen, dass es bereit war, seine nationale und egoistische Identität abzulegen. Ein Land, das seine Vergangenheit endlich hinter sich ließ und die einmalige Chance erhielt, den Beweis für seine Läuterung vor den Augen der Weltöffentlichkeit anzutreten. Dafür brauchte es ein Objekt, das möglichst weit vom Eigenen entfernt war und das gleichzeitig einem als Antirassismus getarnten Paternalismus ein weites Feld eröffnete.

„Da wir so reich sind, sind sie so arm“

Es war eine notwendige Voraussetzung, dass der in Deutschland Ankommende als besonders hilfsbedürftig, unterdrückt, arm, exotisch und fremd betrachtet wurde, denn nur so konnten abstrakte Xenophilie und narzisstischer Gefühlsrausch in einer Hypermoral verschmelzen, die gesinnungsethisch alle Friktionen der realen Welt getrost zur Seite schob. Die wenigen kritischen Stimmen wurden deshalb unisono als menschenfeindlich, ihre Repräsentanten als „Pack“, Rechtspopulisten oder noch Schlimmeres abgewertet. Im rauschenden Willkommensfest durfte kein Gedanke über den Kater und die Kosten danach aufkommen. Inzwischen ist die Party zwar vorbei, aber die allermeisten Gäste sind geblieben bzw. es kommen immer noch welche nach. Mancher der einst eifrig Klatschenden hat inzwischen vielleicht erkennen müssen, dass man mit Einladungen an alle vorsichtig sein sollte. Für den kurzfristigen Rausch bezahlen nun alle im wahrsten Sinne des Wortes mit, einige dürfen sich aber auch als Profiteure der Situation beglückwünschen.

Natürlich kann man die deutsche Geschichte als eine mögliche Erklärung für die Euphorie der „Willkommenskultur“ betrachten. Die Verbrechen des Nationalsozialismus spielen hier sicher eine wichtige Rolle, ältere mentale Dispositionen sind darüber hinaus in den protestantischen Vorstellungen von Sünde und Erlösung angelegt, die eine exzessive Schuldethik hervorgebracht haben. Anders als der Katholizismus kennt der Protestantismus kein Bußsakrament, das für persönliche Schuld formale Abbitten kennt. Es ist wohl kein Zufall, dass in den katholisch geprägten Ländern Europas wie Polen, Italien, Österreich oder Frankreich, der Widerstand gegen die Masseneinwanderung oder allgemein gegen die politische Korrektheit stärker ausgeprägt ist als in den protestantischen (siehe etwa Schweden).

Für die insbesondere jüngere Generation scheint mir der Verweis auf das protestantische Erbe oder den zeitlich näheren Nationalsozialismus bei aller Bedeutung als Erklärung der zeitweise schier grenzenlosen „Willkommenskultur“ unzureichend. Der entscheidende Auslöser dürfte die bei vielen Menschen psychisch tief verankerte und entsprechend weit verbreitete Vorstellung von Arm und Reich sein, das Gefühl also, auf Kosten anderer zu leben, zumeist auf die einfache und eingängige Formel gebracht: „Da wir so reich sind, sind sie so arm.“

Solidarität mit angeblich Unterdrückten

Der „Antikolonialismus“, der auf die Verbrechen der weißen Europäer zielt, deren Expansion sozusagen das Grundübel in die Welt brachte, bedient sich dieser Formel auf exzessive Weise und besteht im Kern aus einer „emotionalisierten Solidarität mit den sogenannten Unterdrückten“ (Egon Flaig), die jederzeit abgerufen werden kann. Die Kulturanthropologin Sabine Hess kann hier stellvertretend für einen breiten Konsens zitiert werden, der unsere Schuld und Hybris untermauert: “Es ist historische Verdrängung, zu glauben, wir könnten einen Wohlstand, der aus jahrhundertealter Ausbeutung entstanden ist, einfach für uns behalten. (…) Aber wir können auch nicht glauben, dass wir ein System, das auf Raub basiert, über Jahrhunderte militärisch sichern können.“

Spätestens ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ist die Formel „unser Reichtum basiert auf deren Armut“ zur Quintessenz des schlechten Gewissens der europäischen Wohlstandsländer geworden. Die stärkste Asymmetrie ist heute eine moralische Konstellation, die uns in den Zustand eines reuigen Sünders versetzt. Da unser Reichtum, so die weit verbreitete Überzeugung, auf der Ausbeutung der südlichen Hemisphäre beruht, ist es nur gerecht und unsere moralische Pflicht, die ganze Welt mit offenen Armen aufzunehmen. In gewisser Weise holen sich die aktuell einwandernden Migranten also nur das zurück, was wir ihnen über Jahrhunderte genommen haben und immer noch nehmen. Der französische Soziologe und Philosoph Pascal Bruckner schreibt dazu in seinem Buch „Der Schuldkomplex“:

„Europa schuldet Letzteren alles: Unterkunft, Verpflegung, Gesundheitsversorgung, Erziehung, ordentliche Löhne, prompte Erledigung ihrer Anliegen und vor allem Respektierung ihrer Identität. Bevor sie noch einen Fuß auf unseren Boden gesetzt haben, sind sie Gläubiger, die ihre Schulden einfordern.“

Vielleicht erklärt sich dadurch auch das ausgeprägte Anspruchsdenken vieler Ankommenden, die erarbeitete Ressourcen hier verbrauchen, als stünden sie ihnen rechtmäßig zu. Natürlich rechnen sie auch mit dem schlechten Gewissen der Bewohner der westlichen Welt. Wer sich, wie etwa vor der Küste Libyens in eine Notlage versetzt, um den anderen zur Rettung zu zwingen, nutzt dessen Humanität als Schwäche aus. Das funktioniert bis dato reibungslos und erzeugt so einen gewaltigen Lern- und Sogeffekt.

Einwände als menschenfeindlich diffamiert

Offensichtlich existiert in den Augen vieler Bürger nicht nur in Deutschland also eine Art von „Schuldvertrag“ zwischen dem „reichen Europa“ und dem „armen Rest“, der jederzeit abgerufen werden kann. Dass „wir“ alle auf Kosten der anderen leben, wird unermüdlich behauptet. Deshalb müssen wir ohne Obergrenze Einwanderer aufnehmen, es hat auch jeder ein Recht an unserem jahrzehntelang aufgebauten Sozialstaat zu partizipieren, parallel müssen wir die Fluchtursachen bekämpfen und massiv Gelder für Hilfen bereitstellen. Denn das alles ist nur ein kleiner Teil dessen, was wir in einer größeren historischen Perspektive den anderen schulden. Unzählige TV-Beiträge, Stapel von Büchern und Anklageschriften gegen die Verbrechen des Neokolonialismus, die Ausbeutung Afrikas und anderer nicht-weißer Länder, stoßen dabei auf breite Zustimmung über Parteigrenzen hinweg.

Diese Grundhaltung hat sich dermaßen stark verfestigt, dass kritische Stimmen oder auch nur Zweifel daran als Beweis für die angebliche Menschenfeindlichkeit dessen genommen werden, der es wagt, Einwände dagegen vorzubringen – und das sogar dann, wenn er reale Schieflagen zugesteht. Dass ein Kontinent wie Afrika nur etwa ein Prozent des Welthandels trägt, was wahrlich schwer mit seiner immensen Bedeutung für unseren Reichtum in Verbindung zu bringen ist, wird geflissentlich ignoriert. Im Mittelpunkt dieses Denkens steht eine Vorstellung von Wirtschaft und Gesellschaft, die das Welteinkommen als eine von der Produktivität unabhängige Größe suggeriert, das nur gerecht zu verteilen wäre, denn was ich besitze, muss ja einem anderen weggenommen worden sein.

Die ungleiche Produktion des Reichtums beruht aber, wie Siegfried Kohlhammer in seinem viel zu wenig beachtetem Buch „Auf Kosten der Dritten Welt?” anhand zahlreicher empirischer Daten nachweist, im Wesentlichen „auf der hohen Produktivität der Arbeit in den Industrieländern, deren hohen Stand von Ausbildung, Wissenschaft und Technologie, funktionierender Administration, dem sozialen und demokratischen Rechtsstaat und anderem mehr, nicht aber auf der Ausbeutung der Dritten Welt.“

Der europäische/asiatische Wohlstand basiert auf technologischer, wirtschaftlicher und politischer Kompetenz, aber auch auf mentalen und gesellschaftlichen Strukturen, die nicht ohne weiteres übertragbar sind, was man etwa auch am schulischen und wirtschaftlichen Misserfolg bestimmter Einwanderergruppen ablesen kann. Es zeugt von einer grenzenlosen Naivität, zu glauben, man müsse nur genug „Geld in die Hand nehmen“, um Analphabeten und gering Qualifizierte aus Ländern, in denen es weder eine Leistungs- noch eine Arbeitskultur gibt, für den deutschen Arbeitsmarkt „fit“ zu machen.

Der Migrant als Inkarnation des Erlösers

Das Ausbeutungsnarrativ läßt sich unschwer als Fortschreibung der alten linken Erzählung vom Klassenkampf erkennen. War früher der Proletarier die Heilsfigur als Subjekt der Revolution, ist an seine Stelle heute der außereuropäische Migrant als Inkarnation des Erlösers getreten. Er soll unsere Welt „bunt“ machen und alle nationalen und kulturellen Differenzen in eine „universale Menschheit“ verwandeln. Es ist zu vermuten, dass es aber eine weitere historische Enttäuschung bei Linken und Grünen geben wird. Denn der Schutzbefohlene könnte – und tut das bereits fleißig – sich plötzlich als kulturell resistent, frauenfeindlich, homophob, antisemitisch, gewaltbereit, gender-unsensibel und/oder nicht mülltrennend erweisen.

Kehren wir noch einmal zu den Bildern zurück. Voraussichtlich wird auch das Bild von Kanzlerin Merkel mit dem weinenden libanesischen Mädchen Reem in die Geschichte eingehen. Die Tränen des Mädchens – Merkel konnte ihr nicht versprechen, dass sie in Deutschland bleiben darf – lösten sowoh in den „Leitmedien“ als auch in den sozialen Netzwerken einen wahren Gefühlssturm aus. Presse, Hörfunk und Fernsehen haben im Sommer und Herbst 2015 neben dem Versagen der politisch Verantwortlicen maßgeblich zu der fatalen Grenzöffnung und der darauf folgenden Masseneinwanderung beigetragen. Exemplarisch für den vielfach auch jetzt noch betriebenen Kampagnen-Journalismus hier eine von der naiven Multikulti-Ideologie geprägte Forderung der „Süddeutschen Zeitung“ vom 16. Juli 2015:

“Merkel muss endlich erkennen, dass Flüchtlinge ein Gewinn für Deutschland sind (…), jeder Flüchtling, der in Deutschland ankommt, ist eben auch eine Chance für Deutschland. Gesellschaftlich allemal, weil sie das Leben in diesem Land bereichern. Aber natürlich auch volkswirtschaftlich.“

Eine absolutistische Moral

Der mediale Dauerdruck, linksgrüne Kampagnen („Kein Mensch ist illegal!”, „No borders!”, „Asyl ist Menschenrecht!”, „Stoppt Abschiebungen!”) und eine absolutistische Moral, deren Gesinnungsethik jede Kritik pauschal als unverantwortlich abgetan hat, verfehlten ihre Wirkung auf Politiker nicht. Niemand kann heute gegen die Medien und die von ihnen geförderten Stimmungen regieren. So mutierte die „grausame und eiskalte Kanzlerin“ innerhalb weniger Wochen zu „Mama Merkel“, eine Frau mit viel Gefühl, eine Frau, die das angeblich einzig Richtige tat, indem sie die Grenzen weit öffnete und dafür von den Medien wegen ihrer „Humanität“ als „Retterin der europäischen Werte“ gefeiert wurde. Merkels Bild wurde auf arabischen und afrikanischen Straßen wie eine Monstranz getragen, ihre Selfies mit Flüchtlingen wirkten wie eine Einladung an jeden, sich anzuschließen. „Mama Merkel“ wurde zum Symbol der „guten Deutschen“, die Retterin der Welt.

Die Bedeutung des moralisch Wohlfeilen, die Eitelkeit des Guten, darf bei einer Analyse der seit 2015 stattfindenden Prozesse nicht außer Acht gelassen werden. Dieses Bild stärkte das eigene Ich-Ideal und erlaubte es gleichzeitig, jegliche Kritik pauschal als unmenschliche Haltung zu diffamieren. PEGIDA, AFD, warnende Stimmen, wurden so zum Symbol eines Deutschland, das man endgültig hinter sich gelassen hatte. Das gute Gefühl des moralisch Erhabenen ließ man sich nicht mehr nehmen.

Fast zwei Jahre nach der Ausrufung der „Willkommenskultur“ müsste man nun beginnen, sich vom Bild des edlen Menschen zu verabschieden. Dass unzählige Kräfte, handfeste Interessen, eine riesige Asylindustrie, Gleichgültigkeit und Indifferenz, Realitätsverdrängung und Feigheit, Angst davor, in die rechte Ecke gestellt zu werden, Druck von Seiten der Medien etc. dem entgegenstehen, wird niemanden überraschen, der einen nüchternen Blick auf die Verhältnisse in Deutschland hat. Der Hass auf das Eigene, die Unfähigkeit, die eigenen Interessen zu vertreten, das moralische Narrativ des Ausbeuters, der als Antirassismus getarnte Paternalismus, der im anderen nur ein Objekt der Fürsorge sieht, das alles kann bis zur Selbstzerstörung führen. Rolf Peter Sieferle, der in seinem kürzlich posthum erschienenen Buch „Das Migrationsproblem“ als wahrscheinlichstes Zukunftsszenario eine „Retribalisierung Europas“ sah, merkte dazu an:

„Wie konnte ein ganzes Land (nicht zum ersten Mal in seiner Geschichte) jede politische Vernunft, jeden Pragmatismus und jeden Common Sense über Bord werfen? Wie konnte dieses Volk von Geisterfahrern zugleich meinen, es vertrete die einzig legitime Position, während der Rest der westlichen Staaten im Irrtum oder in der Unmoral befangen bleibt?”

Bis heute, siehe etwa die Grenzschließung seitens der Balkanstaaten auf Initiative Österreichs, haben andere die Rolle der Handelnden übernommen. Die politisch Verantwortlichen in Deutschland setzen – zumal im Wahlkampf – immer noch auf einen zeitlichen Aufschub oder hoffen darauf, dass andere Akteure unangenehme Entscheidungen treffen und die daraus folgenden Konsequenzen tragen werden. Grundlegende Änderungen der verfehlten deutschen Asyl- und Einwanderungspolitik werden, wenn überhaupt, von außen kommen.

(Zuerst erschienen auf achgut.com)

34 comments

  1. Thomas Holzer

    Wie wahr, wie wahr, leider!
    “Retribalisierung Europas”, dieser Begriff gefällt mir, wenn er auch einen düsteren Blick auf die Zukunft Europas impliziert.

    Was man aber trotz allem nicht vergessen darf:
    setzt man die “Klatscher” und “welcome-Rufer” -und ja, auch die Mitläufer und Profiteure- in Relation zur Gesamtbevölkerung Deutschlands, so sind all die zwar lautstark, in Summe aber eine Quantité négligeable, gäbe es nicht die Verstärker, welche da sind:
    unbedarfte Politikerdarsteller und Politikerdarsteller mit einer bestimmten Agenda
    die öffentlich-rechtlichen Medien, welche am Rockzipfel und/oder Hosensaum der Politikerdarsteller hängen
    Organisationen wie Attac, SOS-Mitmensch etc.
    Prantl-Prawda und ähnlichen Blätter
    willfährige Wirtschaftsbosse und “Wissenschafter”
    und schlußendlich jene, welche im Auftrag all der obgenannten anscheinend ein neues Narrativ, nicht nur für Deutschland, sondern zumindest für ganz EU-Europa schreiben wollen

    Kurz: wieder einmal bestimmt eine Minderheit, und die Mehrheit lässt sich überfahren.
    Kann es wirklich sein, daß über 40 Jahre Sozialismus im Westen schon so erfolgreich ist, daß die demokratische Durchdringung aller Lebensbereiche aus der Mehrheit der Untertanen! nur noch dumme, sedierte dahin Vegetierende geformt hat, welche mit panem et circenses mehr als nur zufrieden zu stellen sind?!

    Ich hoffe, daß es für eine Richtungsänderung noch nicht zu spät ist; jedoch befallen mich angesichts dieser Politikerdarsteller zumindest leichte Zweifel

  2. Thomas Holzer

    ad Dortmund
    Herr Elmar Theveßen, sinngemäß zu dem sogenannten Bekennerschreiben: dieses Schreiben strotzt vor Rechtschreib- und anderen Fehlern und zeichnet sich durch eine perfekte, hochkomplexe deutsche Sprache aus 😉

    Da dürfen sich viele Kinder glücklich schätzen, daß dieser Mann kein Deutschlehrer wurde

  3. nattl

    Es ist bereits zu spät. Uns bleibt nur mehr das Kommentieren der Situation. Und das auch nicht mehr lange. In 5-10 Jahren werden Blogs wie dieser hier verboten sein und öffentliches politisches Andersdenken mit Haftstrafen belegt sein. Die Anfänge sehen sie gerade jetzt mit den Gesetzen gegen “Hass” — was dann Hass ist, bestimmen die Regierenden. Am Ende gilt jegliche Kritik als Hass.

    Also genießen sie das Kommentieren noch ein Weilchen, zumindest, solange sie es noch ungestraft machen dürfen, und tun sie möglichst nichts gegen die Entwicklungen selbst.

  4. Selbstdenker

    Ein sehr treffender Text von Alexander Meschnig.

    Der afroamerikanische Ökonom Thomas Sowell hat die selbsternannte moralische Oberschicht in The Vision of the Anointed treffend analysiert. Aus dem Kapitel Self-Congratulation as Basis for Social Policy:

    “The vision of the anointed is one in which ills as poverty, irresponsible sex, and crime derive primarily from ‘society,’ rather than from individual choices and behavior. To believe in personal responsibility would be to destroy the whole special role of the anointed, whose vision casts them in the role of rescuers of people treated unfairly by ‘society.”

    @Thomas Holzer:
    “[…] in Summe aber eine Quantité négligeable, gäbe es nicht die Verstärker […]”

    Exakt so ist es. Man könnte es als Trickle-down Stupidity der selbsternannten moralischen Oberschicht bezeichnen. Indem sie die Allgemeinheit für ihren persönlichen Moralin-Kick bezahlen lassen, handeln sie ähnlich wie ein Kokser, der die Rechnungen für die Warenlieferungen seines Dealers an die Steuerzahler schickt.

    “Kurz: wieder einmal bestimmt eine Minderheit, und die Mehrheit lässt sich überfahren.”

    Auf die Mehrheit kommt es meistens nicht an, sondern auf die Entschlossenheit und Organisiertheit einer Minderheit. Wenn totalitäre Regime systemwidrige Meinungsäußerungen und Gedanken mit absurd hohen Strafandrohungen verhindern wollen, zeigt dies, dass bereits eine öffentlich ausgesprochene Wahrheit zum Game Changer werden kann, die ein auf einer Lüge aufbauendes Herrschaftssystem zum Einsturz bringen kann.

    Der intellektuell und auch sonst etwas zu kurz geratene deutsche Justizminister bestätigigt – ohne sich dessen bewusst zu sein – genau diese Logik: wenn die Nichtlöschung von vage umschriebenen “Hass-Postings” auf Facebook mit absurden Strafandrohungen von 50 Millionen Euro belangt werden können und zum Teil Schwerstkriminalität aus bestimmten Milieus mit lächerlich niedrigen Strafen geahndet werden, so sagt dies sehr deutlich aus, wovor die “Elite” in Deutschland Angst hat und wer bzw. was ihr wichtig / unwichtig ist.

  5. Selbstdenker

    @Nattl:
    Wenn wir die Wiener*Innen, die sich diese “Zukunft” offenbar sehnlichst herbeiwünschen an die Türken schenken, wird sich alleine schon rechnerisch der Anteil der Muslime in Restöstereich reduzieren.

    Haben Sie sich schon einen Niquab gekauft?

  6. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Aber nur dann, wenn diese Geschenke in der Türkei in Empfang genommen werden und dort auch verbleiben 😉
    Ein Geschenk an “unsere” Austrotürken oder Türkenaustros wäre nicht besonders sinnvoll

  7. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Man geht bekanntlich zum Schmied und nicht zum Schmiedl.

    Wenn etwas das neo-osmanische Reich in die Knie zwingen kann, dann sind es teure – ich denke, Sie ahnen, wie das gemeint ist 😉 – “Geschenke” wie diese.

  8. sokrates9

    Selbige Analyse trifft leider auch für Österreich zu! Vom Bundespräsidenten abwärts bis zum obersten Fahrdienstleiter standen alle mit Willkommensfahne am Westbahnhof, 100.000 Begeisterte am Heldenplatz!
    Die Kampagnen der linken Medien mit entsprechender Lügenstruktur (es kommen vor allem Atomwissenschaftler Ärzte, unschuldige Frauen und Kinder) haben eine ungeheure Wirkung gezeigt!
    Auch das linke Narrativ dass vor allem wir an der Ausbeutung ( zB Afghanistan 🙂 ) und den Strukturen Schuld sind und somit Buße tun müssen hat nach wie vor Gültigkeit!

  9. Reini

    nattl,… “In 5-10 Jahren werden Blogs wie dieser hier verboten sein und öffentliches politisches Andersdenken mit Haftstrafen belegt sein.” … Könnte es passieren, dass nach dem 10 Terroranschlag ihre Kommentare durch die Rosarote Brille in 5-10 Jahren mit Haftstrafen belegt werden? …

  10. Geheimrat

    Zitat Arnold Toynbee:

    “Zivilisationen sterben aufgrund von Selbstmord, nicht durch Mord”.

  11. Falke

    Die Regierenden sprechen immer von der “Verantwortung”, die wir für die Syrer, Afghanen, Afrikaner, eigentlich für die ganze Welt angeblich haben, und die wir jetzt eben wahrnehmen müssten. Wieso, warum, woher – keiner weiß es, keiner sagt es. Ich persönlich etwa fühle mich überhaupt nicht verantwortlich, nicht im entferntesten. Wahrscheinlich bin ich aber ein Rassist, Menschenfeind, Rechtsextremist und letzlich ein (verkappter?) Nazi.

  12. Thomas Holzer

    @Falke, Gerald Steinbach
    “unsere” demokratisch legitimierten Politikerdarsteller übernehmen für alles mögliche und unmögliche die Verantwortung, zumindest predigen sie diese, aber niemals dafür, wofür sie ureigentlich gewählt wurden.
    Daher erlaube ich mir den Vorwurf primär an das Electorat zu richten, welches sich diese Dreistigkeiten seit Jahrzehnten widerstandslos gefallen lässt, ja sogar die gleichen “Typen” und Parteien immer wieder bestätigt

  13. Thomas Holzer

    @Geheimrat
    Das ist schon längst kein Geheimplan mehr, wurde doch erst vor ein paar Wochen oder Monaten einer Person expressis verbis “auf Grund des Klimawandels” in einem EU-Land Asyl gewährt (fragen Sie mich aber bitte nicht nach konkreten Daten und/oder dem Namen des Landes; auf jeden Fall wurde dieser Präzedenzfall in den Medien zumindest erwähnt)

  14. waldsee

    perfekter Artikel.
    das Wüten des Religiösen wird noch viel Unheil bringen.Als EX-….weiß ich wovon ich rede und wenn man zwar im öffentlichen Raum (außer Kopftuch und dazugehörigem
    Bartträger) wenig davon merkt,wird die relig.Welt immer mehr ausgebaut.Der Meinungsterror wächst beständig.Es ist auch keine Abhilfe oder Abkehr vom Weg in Sicht.

  15. Gerald Steinbach

    Thomas Holzer

    Ich würde es als so eine Art Stockholm Syndrom bezeichnen, dazu eine Zumischung aus Unkenntnis und Desinteresse was so auf der Welt vorgeht

  16. waldsee

    das war kürzlich in einem Kommentar:
    houellebecq
    „Mein Talent besteht darin, Wirkungsmächte in der zeitgenössischen Gesellschaft ausfindig zu machen. Und der Wunsch nach Unterwerfung ist eine Kraft, die wieder wirksam wird. Die Religion hat dabei die Nase vorn, denn alle anderen Unterwerfungssysteme, Nationalismus, Faschismus, Kommunismus, sind im Abseits der Geschichte gelandet. Sie kommen nicht mehr infrage. Die Aufklärung ist am Ende. Der Humanismus ist tot. Der Laizismus, vor über 100 Jahren erfunden von Politikern, die im Atheismus die Zukunft sahen, ist tot. Die Republik ist tot.“

  17. sokrates9

    Antonio Tanjani, neuer Präsident des EU Parlaments erklärt dass wir uns vermehrt um Afrika kümmern müssen!
    ( de facto mehr zahlen) Warum, was geht uns Afrika an? Einzige Möglichkeit ist leider Mauer rundherum. Wirkungsvoll wäre strikte Geburtenkontrolle! Doch selbst wenn man nur daran denkt ist man schon ein unverbesserlicher Nazi!

  18. raindancer

    @Geheimrat 13. APRIL 2017 – 13:31
    Wahnsinn! Wer stoppt diese abgehobene EU-UN-Elite?

  19. raindancer

    @Thomas Holzer
    es gibt einen Fall von Neuseeland aus dem Jahr 2014 und das ist wohl mit der aktuellen Asylwelle aus muslimischen und afrikanischen Ländern kaum vergleichbar
    6. August 2014
    Bleiberecht in Neuseeland

    Neuseeland hat zum ersten Mal den steigenden Meeresspiegel als Asylgrund mit einbezogen und beim Antrag einer Familie auf Bleiberecht den Klimawandel als Gefahr berücksichtigt. Sigeo Alesana, seine Frau und die beiden Kinder im Alter von fünf und drei Jahren aus dem Pazifik-Inselstaat Tuvalu, die durch den steigenden Meeresspiegel in Mitleidenschaft gezogen wird, dürfen in Neuseeland bleiben, wie ihre Anwältin Carole Curtis berichtete.

    Die Kinder seien wegen ihres Alters besonders stark durch Naturdesaster und Folgen des Klimawandels gefährdet, urteilte das Einwanderungsgericht.

  20. Rennziege

    Nun rechne ich täglich damit, dass Grönland zwei Milliarden gefährdeter Exoten einlädt, um diese wegen (völlig natürlicher 1,5 mm p.a.) Erhöhung des Meeresspiegels vor dem Ertrinken zu retten.
    Wäre auch kulturell überaus nächstenliebend: Denn die Grönländer ernähren sich schweinelos, nur von Rentieren, Lachsen und Walrossen. Und die ~60.000 Einwohner sind gastfreundlich.

    War vor zwei Jahren für zwei Wochen dort. Wunderschön und pittoresk, aber nur wenn man von zweimotorigen Hubschraubern über die endlosen Eisflächen kutschiert wird. Und in den paar Küstendörfern oder in der US-Air-Force-Kantine der Thule Air Base was Vernünftiges zwischen die Zähne kriegt.

    Platz für alle überhitzten und demnächst dank der pöhsen Klimaerwärmung ertrinkenden Notleidenden dieser Erde gibt’s dort reichlich. Aber ob’s ihnen behagen wird? Soziale Verwöhnungen gibt’s dort nicht, auch nicht für Einheimische; aber die Eskimos (pardon: Inuit) sind seit Jahrtausenden autark. Allerdings ist dank der importierenden Dänen, die sich mittlerweile aber einbremsen, der Alkohol ein Problem, dem auch die genetisch verwandten Indianer wenig entgegenzusetzen haben.

  21. jaguar

    Ja , das sind alles die Erfolge der 68er und ihrer Lehrlinge in Medien, Justiz und Verwaltung….eine wahrhafte Internationale! Und nebstbei: wieso sehen sich Japan, Südkorea, Australien , aber auch China nicht in irgendeiner Verantwortung zur Aufnahme von Wirtschaftsmigranten und Asylanten?

  22. Johannes

    Ich wage zu bezweifeln das NGO, Kirche, und alle anderen Welcom-Ausprecher, auch Merkel ,die Tragweite ihres Tuns bewußt ist. Mit christlicher Nächstenliebe allein können sie keinen Migranten auf Dauer zufriedenstellen.
    Die Erwartungen der meisten die nicht zu den echten Flüchtlingen gehörten und es waren derer viele, waren jenseits von aller Realität war.
    Diese latente Unzufriedenheit gepaart mit hetzerischen Glaubenslehrern und sie haben den perfekten gesellschaftlichen Molotowcoctail

  23. sokrates9

    Das Bild in Westafrika ist dass Merkel einlädt nach Germony zu kommen, da dort kräftige, potente Männer gesucht werden! Die Männer sind da ja alle Schwul und Weicheier! Verstärkt wird das Bild noch durch Schlepper die erzählen dass jeder ohne Arbeit 1000.-€ im Monat bekommt – ein Jahresgehhalt für einen durchschnittlichen Afrikaner, dafür nichts arbeiten muss und Haus, Mercedes und blonde Frauen warten auch schon…Klar dass dann der Frust groß ist und die letzte Rettung in der Religion liegt!!

  24. mariuslupus

    Der Artikel, schön, von einen Systemerhalter, geschrieben. Alles soll so bleiben, wie es gekommen ist. Keine Notwendigkeit zum Umdenken und schon gar nicht zum anders handeln. Peinlich genug, aber die ansatzweise,
    mit der Willkommenshysterie Unzufriedenen werden nach der Lektüre die gleichen softies bleiben, wie sie es vorher waren. Es geht nicht um die Willkommenshysterie.
    Das eigentliche Problem ist, dass die Machthaber es geschafft haben, die Überflutung mit Eindringlingen, die ständige Bedrohung der Gesellschaft durch Angehörige der Gruppe der Eindringlinge, als Normalität zu verkaufen. Das ist die gleiche Vorgehensweise wie sie Air-Marshall Harris vorexerziert hat Die Gesellschaft wird um Jahrzehnte zurückgebombt.

  25. jaguar

    Weder UN -Gen.Sekr. und vormaliger UN -Flüchtlingschef und Österreich Kritiker Antonio Guterres noch die Herren Juncker, Schulz, Karas & Co haben je gefordert, daß sich die afrikanischen Staaten in einer verantwortungsvollen Geburtenpolitik versuchen sollten! Es kann doch nicht von den (theoretischen) Verantwortungsträgern der höchstgefährliche Aspekt übersehen werden, daß allgemein gesprochen in Afrika die Bevölkerungsexplosion nicht mit der Job- bzw. Wirtschaftsentwicklung im Einklang steht. Hier tickt weiterhin die Zeitbombe, deren Entschärfung nicht betrieben wird….und dann wird wieder über die Situation der Wirtschafts – Migranten im Mittelmeer herzerweichend gejammert……

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .