Windbeutel und Sturmschreiber

“Ein Hurrikan aus Dummheit und Vergesslichkeit fegt durch die Medien. In Bewegung gesetzt werden die schwülen Luftmassen von Praktikanten-Androiden und Volontärs-Robotern, die aus sogenannten Journalistenschulen stammen. Sie landen für kleines Geld in den überzahlreich unterbesetzten Redaktionen der tausendundein Ausspielkanäle für Balla-balla-Content und streamen dem verehrten Publikum die letzten klaren Gedanken aus den Köpfen. So ungefähr funktioniert die Berichterstattung über Wirbelstürme und andere Wetterphänomene. Seit etlichen Tagen ist Irma der absolute Nachrichtenhit. Selbst ein umgefallener Baukran in Miami wird als Spitzenmeldung in der deutschen Lokalpresse verbreitet. Es gibt für dieses extremgeile, genießerische Gehechel zwei bis drei Gründe, von denen nur einer öffentlich sagbar ist: Katastrophen sind halt interessant…” (weiter hier)

4 comments

  1. sokrates9

    Völlig richtige Aussage: Der Hurrikan ist derzeit die Hauptmeldung der letzten Tage! Sonntags zusätzlich in den – Ö3 Nachrichten: Ein Sturm fegt über Kroatien und richtet schwere Sachschäden an! weitere 2 Meldungen: Sport! Es fehlt dringend die Top – Nachricht dass in China ein Rad mit einem Sack Reis umgefallen ist! offensichtlich sind speziell am Wochenende alle Top ? Journalisten nicht im Dienst und politische Meldungen müssen vorab auf Wahlkonformität gecheckt werden!

  2. CE___

    Wäre vielleicht noch interessanter Zeitungsberichte über einen 1904, oder noch besser 1854, über Florida fegenden Hurrikan herauszukramen.

    Ach so, gibt es keine nennenswerten.

    Ist doch klar, 1904 wohnte ein Bruchteil von Menschen in Florida verglichen mit heute, und ob es ein paar Alligatoren wegwehnte durch einen Hurrikan der Stärke Irma’s war damals für die Journaille vollkommen powidl.

    Und die Windstärken hat damals auch keiner gemessen, dort, wo nur die Alligatoren wohnten.

  3. mariuslupus

    Unter den progressiven Intellektuellen in den USA ist ein neues Symptom des TDS, Trump Derrangement Syndroma, aufgetaucht. Der Hurrican Irma als Strafe Gottes für die Wahl von Trump. Ein Umkehrschluss, die Mühlen Gottes mahlen schnell, und unter die Räder kommen die Unschuldigen. Eine Theodizee.
    Ausserdem hat die zugewanderte First Lady den Zorn Gottes auf sich gezogen, weil sie in high heels zum Heli gestampft ist.
    Die Stunde der Untergangs Propheten. Al Gore ist aus der Versenkung, wie der Schachtlteifi, wieder aufgetaucht.

  4. Hausfrau

    Only bad news is (are) good news. Dieser Spruch hat im Mediengeschäft immer hohe Priorität.
    In den Zeitungen gibt es aber überall auch einige wenige sehr vernünftige Jounalisten, welche gute Hintergrundberichte liefern und den üblichen Dreck den Jungspunden überlassen, welche oft gar nicht über ausreichende Grammatikkenntnisse verfügen.

    In den USA erlebt man derzeit wieder so eine CNN-Hype. Da werden junge Reporter und Kameraleute von den meisten TV-Stationen direkt in Krisengebiete gesandt, welche unter schwierigen Bedingungen (Sturm, Regen usw.) Direktreportagen für die “Breaking News” liefern, welche oft gar nicht verständlich sind, aber den nötigen Kick vermitteln. Hauptsache ist es, den Adrenalinspiegel der newsgeilen Zuseher zu heben und – wenn kommerzielle TV-Stationen – durch möglichst hohe Zuseherzahlen die begleitenden Werbezeiten teuer zu verkaufen.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .