Windstrom: Viel heisse Luft

“…….Die Politiker wollen mit ihrer alternativen Stromerzeugung doch auch das Wirtschaftswachstum ankurbeln (oder wenigstens verstetigen) und Arbeitsplätze schaffen. Gewiss ein edles Ziel. Aber subventionierte Arbeitsplätze sind stets gefährdete und damit unsichere Arbeitsplätze. Subventionen machen unvorsichtig, schläfern ein, Konkurse sind die Folge, und Arbeitsplätze sind weg. Außerdem zerstören Subventionen andere, nicht subventionierte Arbeitsplätze. Zu sehen ist das in Deutschlands stromintensiven Branchen. Der Alternativ-Strom ist zu teuer und nicht zuverlässig genug, und die Unternehmen rücken ab ins Ausland, das die deutschen Eskapaden so nicht mitmacht…..” (hier)

3 comments

  1. Thomas Holzer

    “und die Unternehmen rücken ab ins Ausland”

    Kein Problem für “unsere” Politiker, dagegen kann man ja, ganz demokratisch, Gesetze erlassen; was auch in Bälde, wenn es nicht so läuft, wie von der Politik gewünscht, passieren wird

  2. Erich

    Die Rechnung mit dem CO2 kann ich so nicht ganz nachvollziehen (wobei ich keiner der CO2-Fanatiker bin und der Handel mit Zertifikaten für mich eine Augenauswischerei ist). Wenn der Ökostrom 7x teurer kommt als der Strom aus Kohle dann heißt dies physikalisch/chemisch doch nicht, dass hier 7x so viel CO2 ausgestoßen wird – oder habe ich den Autor missverstanden? Er diskutiert m.M. nach nur als reiner Volkswirt und nicht als Techniker.
    Zu untersuchen wäre allerdings, wie viel Energie zur Herstellung von Windrädern, Photovoltaik usw. benötigt wird und wie viel CO2 dabei nach der gültigen Berechnungsmethode anfällt!

    Nachsatz: der Slogan “Die Sonne schickt keine Rechnung” erstaunt mich immer aufs Neue, denn zumindest in Österreich scheint in der Nacht, wenn wir die Beleuchtung aufdrehen und 8 Monate oder länger die Heizungssteuerung läuft, keine Sonne. Woher kommt dann der Strom?? Durch Rückgewinnung aus Wärmeenergie, die bei Sonnenschein in riesigen Betonklötzen gespeichert wurde?? Deren Herstellung Unmengen von zu importierendem Sand und Energien gekostet hat?? Oder aus riesigen Wassertanks (so wie die Teiche für die Beschneiungsanlagen)? Denn Riesen-Akkus schließe ich aus: deren Herstellung kostet viel CO2 und deren Entsorgung ist auch nicht unproblematisch. Das merken die Hersteller von E-Autos inzwischen auch.

  3. gms

    Erich,

    “Wenn der Ökostrom 7x teurer kommt als der Strom aus Kohle dann heißt dies physikalisch/chemisch doch nicht, dass hier 7x so viel CO2 ausgestoßen wird – oder habe ich den Autor missverstanden?”

    Ihr Einwand wirkt berechtigt, eine stringente Erklärung liefert der Autor nicht. Nachvollziehbar, mit möglichen Abstrichen, wird seine Aussage, sofern Nachfolgendes zutrifft (‘=’ im Sinne von resultiert aus):

    Energiepreis = Materialkosten + Energiekosten + Kosten für menschliche Arbeitskraft (MA)
    Materialkosten = Kosten erster Ordnung (=Zahlung an den Eigentümer) + Energiekosten für Förderung, Transport und Transformation + MA

    Extrem konsequent gedacht könnte man folgern, den mit Abstand größten Posten einer industriellen Unternehmung würden jene für Energie ausmachen, um etwas aus dem Naturzustand (irgendwo im Erdboden) in den gewünschten Zustand zu transformieren (funktionstüchtige Anlage). Materialkosten erster Ordnung und Aufwände für menschliches Zutun wären bei dieser Betrachtung vernachlässigbar.

    Damit die Aussage des Autors plausibel wird, bedarf es einer zweiten Annahme: Die Anteile der unterschiedlichen Energiequellen werden sich hinkünftig nicht entscheidend verändern, sprich es kann insbesondere _nicht_ davon ausgegangen werden, sog. Alternativ-Kraftwerke würden (aus dem Boden auf die Wiese) mit Energie aus eben solchen errichtet werden.

    Damit sind wie bei der von Ihnen zutreffend thematisierten Gesamt-Co2-Bilanz angekommen. Falls der Preis der Energieerzeugung tatsächlich nahezu ausschließlich vom gesamten hierfür nötigen Energieeinsatz bestimmt wird und dieser wiederum auf herkömmlichen Quellen fußt, gibt es tatsächlich besagten direkten linearen Zusammenhang zwischen Preis und Co2-Ausstoß.

    Aus logischen Gründen kann das Verhältnis nicht dergestalt sein, zumal diverse oben genannte Kosten für Nicht-Energie definitiv nicht gleich Null sind. Was folgt aber daraus? — Selbst wenn das Preis-Co2-Verhältnis nicht linear ist und der sieben mal teurere Ökostrom daher nur das 2, 3 oder 5-Fache an Co2 freisetzt, geht die Rechnung im Sinne der Klimareligion nicht auf.

    Verschärft wird der Aberglaube durch den Umstand, wonach die Kalkulation [1, Abb. 3.1] die Ablaßzahlungen (für Zertifikate, €20.- pro Tonne) bereits beinhaltet, was die Relation zwischen Kosten und Co-Ausstoß erst recht wieder in Richtung der vom Autor behaupteten Linearität rückt.
    Anders formuliert: All das, was oben zu Ungunsten der Alternativ-Energiequellen vernachläßigt wurde, kann durch die künstlichen Zusatzkosten für Zertifikate für herkömmliche Quellen durchaus kompensiert werden, womit die behauptete Relation (sieben mal so teuer, sieben mal so viel Ausstoß) erst recht wieder plausibel wird.

    [1] ier.uni-stuttgart.de/publikationen/arbeitsberichte/downloads/Arbeitsbericht_08.pdf

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