“Wir brauchen Asylzentren in Afrika”

“….Der verhängnisvolle Kreislauf zwischen der Rettungspflicht im Mittelmeer und der Aufnahme in Europa lässt sich nur durchbrechen, wenn die schiffbrüchigen Männer, Frauen und Kinder zurück nach Nordafrika gebracht werden. Wenn ihre Asylanträge dort geprüft werden und nur noch jene Menschen über das Mittelmeer nach Europa kommen, denen Flüchtlingsschutz gebührt. Oder die ein Arbeits-, Ausbildungs- oder Studentenvisum für die EU in der Hand halten.  Dieses wünschenswerte Ergebnis setzt aber Viererlei voraus: Die nordafrikanischen Aufnahme- und Transitzentren müssten erstens für Flüchtlinge und Migranten ein sicherer Ort sein. Das heißt, dort müssten menschenwürdige Verhältnisse herrschen und sie müssten unter Aufsicht und Führung des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR und europäischer Organisationen stehen.

Zweitens: Europäische Behörden müssten die Asylanhörungen durchführen und Schutzentscheidungen treffen. Das aber setzt voraus, dass die EU in den Transitzentren Hoheitsrechte ausüben darf. Was nur im Einklang mit den nordafrikanischen Staaten und dem Einsatz von sehr viel Geld klappen kann.

Drittens müssen die EU-Staaten auch wirklich all jene aufnehmen, denen ihre Behörden in den Transitzentren die Überfahrt nach Europa gestatten. Was bedeutet, dass sich die Mitglieder der Europäischen Union über einen Verteilungs- und Kompensationsmechanismus einigen müssen. Jene, die nicht zur Aufnahme von Flüchtlingen bereits sind, müssen die Willigen finanziell unterstützten.

Und viertens müssen die Europäer dafür Sorge tragen, dass jene Menschen, denen der Weg in die EU versperrt bleibt, aus den nordafrikanischen Transitzentren zurück in ihre Heimat gebracht werden. Denn Libyen, Tunesien oder Ägypten sind verständlicherweise nicht willens – und auch nicht in der Lage –, den Europäern dieses Problem abzunehmen…..” (hier)

24 comments

  1. Rado

    Was wir brauchen ist eine robuste Abschreckung gegen diese Art “Schiffbrüchige”. Alles andere ist von vornherein sinnlos.

  2. Thomas Holzer

    Ein bisserl naiv, das alles 🙁
    “Oder die ein Arbeits-, Ausbildungs- oder Studentenvisum für die EU in der Hand halten.”
    Also: Zuerst durch halb Afrika “trampen”, dann in ein von den EU-Staaten finanziertes Auffanglager, und dort wird dann festgestellt, daß ein konkreter “Flüchtling” (der höchstwahrscheinlich weder Pass noch sonstige Dokumente bei sich hat) “Anspruch” auf ein Arbeits-, Ausbildungs- oder Studentenvisum hat.
    Lächerlicher geht’s eigentlich nicht mehr.

    Derlei “Transit- Asylzentren” würden binnen kürzester Zeit von den ach so friedliebenden “Flüchtlingen” geflutet, wenn nicht gestürmt werden (siehe Ceuta, Melilla); “Sicherheit” hin oder her; Geiselnahmen, um eine Überfahrt zu erzwingen, nicht ausgeschlossen, da sicherlich kein Politikerdarsteller den Mut hätte, einen Schießbefehl zu geben,

    Punkt 3 führt sich selbst ad absurdum, da er wieder einmal negiert, welche wenigen EU-Staaten die “Flüchtlinge” als ihre Zielländer auserkoren haben.

    Warum muß die EU dafür Sorge tragen, daß jene, welche kein Asyl, kein Visum erhalten, von Nordafrika wieder in ihre Heimatländer zurückkehren (können)? Stringente Erklärung für diese Behauptung schon lange überfällig. Niemand (außer ein paar verblendete NGO-Vertreter und Politikerdarsteller) hat sie aufgefordert, sich auf den Weg zu machen

  3. Fragolin

    Es muss gar nichts sichergestellt werden. Zurück an die Küste, von wo sie aufgebrochen sind, und fertig. Ein Seenotretter hat genau gar keine Verpflichtung, und ein Wunschziel auch nicht. Wenn ich im Ruderboot von Portugal aus nach Kanada starte, weil ich gerne da hin will, verpflichtet das Kanada ebenso zu gar nichts.

  4. mariuslupus

    Warum hat man in der EU beschlossen sich den Kopf der Araber, Afghanen, Afrikaner, Marokkaner zu zerbrechen.
    Wieso beschränkt man sich nicht auf die Verteidigung der Aussengrenzen der EU ?
    Aber die Aussengrenzen der EU wurde für inexistent erklärt und die EU Schlepperflotte betreibt einen fahrplanmässigen unentgeltlichen Fährverkehr von Nordafrika nach Europa.
    Asylzentren in Afrika sind nicht notwendig, wer soll sie verwalten, wer soll die Leute ernähren, wer soll beschliessen was mit ihnen geschehen soll ? Die EU ?
    Warum werden diese Leute mit Versprechen auf finanzielle Geschenke, überhaupt nach Europa gelockt ?
    Warum hält man diese Leute, in einer patriarchlisch-kolonialistischen Attitüde, für nicht fähig sich in ihren eigenen Länder zu entwickeln und einen Anschluss an die Zivilisation zu finden ?
    Warum werden Eriträer in Europa mit koreanischen mobil Telefonen versorgt ? Warum kaufen Eriträer in Eritrea nicht die handys die in Sudan oder Nigeria produziert werden ?
    Wie sollen diese Leute fähig werden selbstständig zu denken und selbstverantwortlich zu handeln ? Dieser ständiger Blödsinn, von wegen Verantwortung Europas für den Kolonialismus. Ein andere Art der Nazi-Keule.

  5. Reini

    Dachte der Arabischen Frühling hatte den Norden Afrikas vom Terror befreit. … warum also Asylzenten wenn kein Fluchtgrund vorliegt? … sind da nicht reiche Ölstaaten wie Libyen dabei?
    w.o. die Afrikanischen Länder sind nicht willens den Schwarzen Kontinent zu ändern!

  6. KTMTreiber

    Eine vieler Ideen wäre ein Lokalaugenschein in Ungarn. Dort lässt sich seit “einigen Wochen” eine absolutes Novum (ich denke es nennt sich “Grenzzaun”) besichtigen. Solche “baulichen Einrichtungen” (ohne größere Tore – nur mit Seitenteilen) an der EU- Außengrenze wären vermutlich nach heutigem, technischen Stand und Wissen, wenn auch mit übermenschlichem Kraftaufwand, errichtbar (theoretisch u. praktisch).

    Zudem wäre es durchaus denkbar, aus “Seenot”, gerettete “Flüchtlinge”, wieder in Richtung Süden (zurück an den Start) zu schippern und an der nordafrikanischen Küste zu löschen, anstatt dieselben nach Norden zu karren. “Seetüchtige” Schlepperfahrzeuge könnte man u. U. auch mit etwas “Nachdruck” dazu bringen, folgende Koordinaten (32° 53′ N, 13° 10′ O) in das Navi zu klopfen und eine 180 Grad Wende zu vollziehen …

    … alles eine Frage des Wollens …

    PS: Ich weiß ja nicht wie das Eliten, Politiker und deren Fädenzieher geregelt haben. Ich verfüge über ein modernes Schließsystem mit welchem sich meine Haustüre einigermaßen sicher verschließen und auch sperren lässt. Auch eine “Umfriedung” (Zaun – eine grenzgeniale Erfindung) um mein Grundstück erwies sich als äußerst nützlich gegen Personen, die ich nicht auf meinem Grund und Boden haben mochte.
    Ich frage mich, ob man bei den Merkels, Junckers, Van der Bellens, Landaus und Augsteins, ohne “Hindernisse” ein- und ausgehen kann und selbige auch über keine “Umfriedungen” ihrer Liegenschaften, sofern sie welche besitzen, – verfügen …

  7. Fragolin

    @KTMTreiber
    Das ist ja das Seltsame: da lassen sich Leute in gepanzerten Limousinen in Hochsicherheitstrakts fahren und stellen sich dort hin, um den Leuten zu erklären, sie sollten keine diffusen Ängste haben und zur Beruhigung etwas Blockflöte spielen. Und wer darauf hinweist ist ein Hetzer und Spalter und Radikalisierer…

  8. KTMTreiber

    @Fragolin

    Dieses, von Ihnen geschilderte “Paradoxon” (gepanzerte Limos) kam mir kurz nach dem “Absenden” meines Beitrages ebenfalls in den Sinn. Egal,- ich muss mal in meinen Weinkeller um dort nach den Beständen zu sehen, nachdem sich der Weinhändler meines persönlichen Vertrauens gemeldet hat. Bei der Gelegenheit werde ich, passend zum Wetter, ein paar Weihnachtslieder auf meiner Blockflöte anstimmen – dort unten störe ich wenigstens niemanden …

  9. Christian Peter

    Noch besser wäre ein Paradigmenwechsel in der Asylpolitik, was auf EU- und völkerrechtlicher Ebene ganz leicht zu bewerkstelligen wäre, wäre bloß der politische Wille vorhanden : Legale Einwanderung statt illegale Einwanderung. Illegale Einwanderer sollten keine Chance haben, sich wirtschaftliche und andere Vorteile zu verschaffen. Asylanträge sollen in Botschaften gestellt werden, bei positivem Bescheid können die Flüchtlinge legal einreisen. Das würde mit einem Schlag dem gesamten Schlepperwesen die Geschäftsgrundlage entziehen.

  10. Christian Peter

    KTMTreiber

    Man bräuchte bloß die verrückte Praxis beenden, illegale Einwanderer rechtlich besser zu stellen, als Menschen, die sich an die Gesetze halten. Das würde den Migrationsströmen die Geschäftsgrundlage entziehen. Das konnte man auch in Australien beobachten, dort hat sich die illegale Einwanderung mittlerweile auf 0 reduziert. Es macht keinen Sinn, viele Geld für die illegale Einreise zu bezahlen wenn klar ist, im Zielland nicht belohnt zu werden und niemals Asyl zu erhalten.

  11. KTMTreiber

    @Christian Peter

    … wie ich bereits schrieb, – “… alles eine Frage des Wollens..”

  12. Thomas Holzer

    “………..nicht uneinnehmbar” so die Wortwahl im OE1 Mittagsjournal bezugnehmend auf des “friedliche”, illegale Überschreiten der Grenzen der spanischen Exklaven.

  13. Falke

    Ich wüsste nicht, welche “Verantwortung” Europa bzw. die EU für ganz Afrika und den gesamten Nahen Osten hat, wie uns Juncker, Merkel usw. ständig einzureden versuchen. Ich gehe auch noch weiter: Es gbt auch keine “Rettungspflicht” im Mittelmeer. Natürlich sieht das Seerecht so etwas vor: aber wohl nur für unverschuldet in Seenot geratene Schiffe, und keinesfalls für bewusst und gewollt herbeigeführte “Seenot”, ausschließlich mit dem Ziel, nach Europa “gerettet” zu werden.

  14. Rado

    Wenn man einige dieser Seenotpatienten an Ihren afrikanischen Strand zurückjagen würde, wäre der Spuk in einem Jahr vorbei.

  15. Christian Peter

    @Rado

    Nicht wirklich, dann kommen diese über den Landweg in die EU. Erst wenn die Praxis aufhört, illegalen Einwanderern Privilegien zu gewähren, wird der Spuk sein Ende finden.

  16. Christian Peter

    Beispielhaft ist das Einwanderungsland Australien : Jedes Jahr wird über 100.000 Menschen, die sich auf legalem Wege um ein Aufenthaltsrecht bemühen, eine Aufenthaltserlaubnis erteilt, illegale Einwanderer haben jedoch keine Chance Asyl.

  17. mariuslupus

    @Christian Peter
    “Paradigmenwechsel” klingt gut. Nur diese Forderung hat einen logischen Fehler. Würden die Verursacher dieses illegalen Ansturms tatsächlich einen Paradigmenwechsel vollziehen, müssten sie die Aussengrenzen sperren. Tatsache ist die Machthaber sind die Planer und Urheber des illegalen Ansturms.

  18. Christian Peter

    @mariuslupus

    ‘Die Machthaber sind die Planer und Urheber des illegalen Ansturms’

    Logisch, schließlich ließen sich die Probleme rasch beheben, wäre bloß der politische Wille vorhanden. Gerade in der EU wäre eine Lösung einfach. Aber das diese EU zu absolut nichts taugt, weiß mittlerweile jeder.

  19. sokrates9

    Die Afrikaner die nach Europa aufbrechen muessen fuer die Schlepper ca 10000 Euro zahlen! Das ist in Afrika ein Jahresgehalt mit dem man dort scuon ein kleines Geschaeft/ Betrieb aufmaczen koennte! Wie viele der “Kapitalisten” die hier an die Futtertroege wollen ist wirklich verfolgt?? WAHRSCHEINLICH EIN Promilleanteil!
    Warum sollen wir Wirtschaftsfluechtlingen Asyl geben und versuchen Analphaeten zu integrieren??

  20. Dr.Fischer

    Die Aufnahmewilligkeit der Italiener für jährlich rund eine Viertelmillion, schnell überschlagen, gerettete Afrikaner erstaunt. Wo sind die untergebracht, schlafen, essen, verstoffwechseln, trinken, …. ? Wer verpflegt, putzt, organisiert, finanziert? Oder wie werden sie weitertransportiert, wer managed diese Massentransporte wie und wohin, darüber berichtet m.W. KEIN einziges Medium. Bloß nach den Wochenenden trompetet die Krone “wieder ……Bootsflüchtlinge gerettet”. Ja, und? Weiter????

  21. Oliver H.

    Es wäre nicht die “Zeit”, wenn die prominenteste Willkommensklatscher-Postillie von 2015 rezent nicht die Früchte ihrer Untanten ernten wollte und hierfür den damaligen Schuhlöffel heute als Brecheisen wider die Nation einsetzt:

    Zitat: “Drittens müssen die EU-Staaten auch wirklich all jene aufnehmen, denen ihre Behörden in den Transitzentren die Überfahrt nach Europa gestatten. Was bedeutet, dass sich die Mitglieder der Europäischen Union über einen Verteilungs- und Kompensationsmechanismus einigen müssen. Jene, die nicht zur Aufnahme von Flüchtlingen bereits sind, müssen die Willigen finanziell unterstützten.”

    Nein, liebe “Zeit”, das müssen sie nicht. Die Frage, wer sich auf einem Staatsgebiet aufhalten darf oder relevanter noch, wer von Bürgern einer Nation auf Zeit oder auf Dauer alimentiert wird, ist unabdingbarer Bestandteil nationaler Souveränität. Die Verursachung von Krisen, damit im Zuge deren möglichen Bereinigung ein bereits zuvor angestrebter Zustand erreicht wird, ist mitterdings so abgelutscht, daß man sich zur Verschaukelung der breiten Masse langsam innovativeren Mitteln zuwenden sollte.

    Der gemeinschaftliche Betrieb EU-exteritorialer Lager, wenn man sich ums Verrecken nicht zu Charter-Cities durchringen will, bei denen es keinen Grund zur Weiterreise nach Europa gibt, ist ein Aspekt, die Antwort auf die Frage, wohin in der EU Leute von dort spediert werden, ein völlig anderer.

  22. Johannes

    Absolut unmöglich Zentren zu betreiben aus denen dann ein paar oder etwa doch ein paar Hundertausend oder dann doch ein paar Millionen denn Weg nach Europa legal antreten.
    Diese Zentren dürfen nur eine Aufgabe haben eine Oase für Menschen die sich auf eine sinnlose Reise begeben haben. Registrierung Austattung mit Reisegeld und dann die Rückführung in ihre Heimatländer ist die einzige sinnvolle Vorgangsweise.
    Undenkbar diese Menschen nach Ungarn, Polen, Rumänien Bulgarien, zu verbringen diese Länder sind gerade erst dabei sich vom Kommunismus zu erholen und bescheidenen Wohlstand aufzubauen. Von diesen Ländern Geld, Jobs, oder nur die Aufnahme von Millionen Afrikaner zu fordern ist schlicht aberwitzig dumm.
    Auch die “Reichen“ Europas sind hoffnungslos überfordert da wird sozialer Sprengstoff aufgebaut, das ist Wahnsinn.
    Europa muß dicht machen sonst nimmt es niemand ernst, schon jetzt soll ein beträchtlicher Teil der Migranten über Libyen aus Ländern des fernen Osten kommen die ursprünglich nach Australien wollten ,dieses Beispiel zeigt wie notwendig es ist den australischen Weg zu gehen.
    Tun wir es nicht wird das Chaos ein unglaubliches werden, apokalyptisch im wahrsten Sinn.

  23. Wanderer

    @Dr. Fischer
    Sehr berechtigte Frage. In Italien werden die ja nicht alle bleiben.

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