“Wir leben im Semi-Sozialismus”

“…….Voll ausgebaute Steuerstaaten reklamieren jedes Jahr die Hälfte aller Wirtschaftserfolge ihrer produktiven Schichten für den Fiskus, ohne dass die Betroffenen zu der plausibelsten Reaktion darauf, dem antifiskalischen Bürgerkrieg, ihre Zuflucht nehmen. Dies ist ein politisches Dressurergebnis…..” (Peter Sloterdijk in der “FAZ”, schon etwas älter, aber sehr lesenswert)

17 comments

  1. Christian Peter

    Nicht wirklich, denn das Steuerproblem trifft nur klein- und mittelständische Unternehmen und nicht mobile Angestellte, während es die Politik Großunternehmen, Konzernen und Superreichen ermöglicht, legale Steuervermeidung zu betreiben.

  2. A.Felsberger

    >Sie steuert so diskret wie unvermeidlich auf eine Situation zu, in der die Schuldner ihre Gläubiger wieder einmal enteignen werden – wie schon so oft in der Geschichte der Schröpfungen, von den Tagen der Pharaonen bis zu den Währungsreformen des zwanzigsten Jahrhunderts.> Gedankenlos niedergeschriebener Schwachsinn! Wer sind denn die grossen Schuldner der heutigen Zeit? Antwort: Die Unternehmen und der Staat. In der Weltsicht des Herrn Sloterdijk`s schreiten also die Unternehmen zur Tat die Bürger durch Nicht-Rückzahlung ihrer Schuld zu enteignen. Was in Bezug auf den Staat noch Plausibilität beanspruchen kann, wird in Bezug auf die Unternehmen lächerlich. Es zeigt sich einmal mehr: dass die Position der Schuld in der modernen Zivilisation gänzlich missverstanden wird. Wer gegen Verschuldung polemisiert, soll bei den Unternehmen beginnen!

  3. Ähm

    Wie oft wollen Sie Ihren Haufen hier noch absetzen, Felsberger?! Sie sind zigfach aus Debatten ausgestiegen, weil Sie schlicht nicht mehr gewusst haben, wie Sie sich rausreden können. Ihre Schlichtheit wurde ostentativ decouvriert.

  4. Mourawetz

    Sloterdijk bringts mal wieder glasklar, knapp auf den Punkt. Nur Felsenberger hats nicht verstanden oder hat ihn gar nicht gelesen, fantasiert, was bei Sloterdijk gestanden haben könnte und macht sich seinen eigenen gefäulten Reim drauf.

  5. A.Felsberger

    Herr Ähm, Sie antworten doch niemals, sie beschimpfen ja nur! Haben Sie denn auf die banale Feststellung geantwortet, dass die Unternehmen in der heutigen Welt Schuldner sind? Dass daher die Vorstellung, dass Gläubiger enteignet werden, nichts anderes besagt als dass Unternehmen in Konkurs gehen? Natürlich nicht! Das passt ihnen nicht in den Gram, weil ja die Unternehmen die Heiligen sind! Was wollen Sie? Dass ich mit Menschen diskutiere, die Banalitäten nicht akzeptieren? Die eine Welt des “fiat money”, wie Sie immer sagen, zurückweisen, und nicht mal verstehen, dass selbst unter einer Goldwährung die Unternehmen verschuldet wären? Oder glauben Sie, dass das Fremdkapital der Unternehmen verschwinden würde an dem Tag, wo Goldwährung eingeführt wird? Unternehmen sind zu allen Zeiten und unter jedem Geld Schuldner und damit pasta, und wenn Sie das nicht akzeptieren lernen, dann können Sie nur mehr mit sich selbst diskutieren!

  6. Ähm

    O Gott Sie sind sowas von weit entfernt davon, Wirtschaft zu verstehen. Jeder, der sich auch nur eine Stunde mit den “Österreichern” beschäftigt, weiß, dass Ihr letzter Sermon nur so vor Unwissenheit gegenüber dieser Schule strotzt. Tut mir leid, Felsberger, aber einem wirtschaftlich unbeleckten Kleinkind fange ich sicher nicht an, die Welt zu erklären.

  7. A.Felsberger

    Herr Mourawetz: Sloterdijk schenkt Marx viel mehr Raum als es ein Bürger Ihres Schlages ertragen könnte. Würde irgendjemand es hier wagen ein paar Worte über Marx zu verlieren, müsste er sich hier von hundert Seiten Beschimpfungen anhören. Aber der grosse Sloterdijk darf ja vier Seiten darüber nachdenken, und in wunderbaren Schlüssen das Phänomen Marx entkleiden und zurückweisen. Sie machen sich doch nur lächerlich, wenn Sie diesen Mann nun loben! Sie selbst würden es keine Sekunde ertragen über Marx zu diskutieren! Und Sie würden jemanden, der so denkt wie Sloterdijk, sobald er nicht den grossen Namen hätte, in hundert Stücke zerreissen und ihnen als Marxisten brandmarken! Ich kenne das kleinbürgerliche Empfinden zur Genüge: Es ist eine Furie.

  8. A.Felsberger

    Herr Ähm! Ich habe nichts mehr als die Antwort auf eine Frage erwartet: Sind die Unternehmen nun Schuldner oder nicht? Und was machen Sie: Sie weichen aus. Das ist es, wenn ich sage, es ist völlig sinnlos mit Ihnen zu diskutieren.

  9. Thomas Holzer

    Ich erlaube mir mal, die These aufzustellen, daß Unternehmen nicht “automatisch” Schuldner sein müssen; sie können es, müssen es aber nicht sein………………..

  10. A.Felsberger

    Sie können sich ja informieren: Nach “Kreditbericht – Oesterreichische Nationalbank” googeln. Dort finden sie alle Zahlen. Im Moment liegt die Brutto-Verschuldung des österreichischen Unternehmenssektors bei in etwa 100% des BSP. Ob Netto-Zahlen auftreibbar sind, kann ich nicht sagen.

  11. Thomas Holzer

    @Felsberger
    Mir geht es nicht darum, durch “googeln” irgendwelche “Gewissheiten” zu erhalten, sondern ich erlaubte mir nur, Ihre These zu hinterfragen. Ich denke nicht, daß es für Unternehmen unabdingbar ist, sich zu verschulden…………
    p.s.: auch Sie bleiben Antworten schuldig 😉

  12. A.Felsberger

    Theoretisch ist es ja ganz banal: Auf der Aktivseite des (konsolidierten) Bankensystems stehen die Forderungen gegen den Staat (Staatsanleihen), die Forderungen gegen Unternehmen (Unternehmensanleihen und Kredite), die Forderungen gegen Haushalte (Kredite) und die Forderungen gegen das Ausland (Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Kredite). Auf der Passivseite des (konsolidierten) Bankensystems stehen die Einlagen des Staates, der Unternehmen, der Haushalte und des Auslands, daneben Bankanleihen, die jedoch bei Konsolidierung zu vernachlässigen sind. Daneben gibt`s die Forderungen, die Haushalte gegen den Staat, Unternehmen, Banken und Ausland in Form von Anleihen halten. Sie sind vernachlässigbar gering, die meisten Forderungen liegen auf der Aktivseite des Bankensektors. Damit ergibt sich als Grundgleichung: Netto-Forderungen der Haushalte = Netto-Verbindlichkeiten der Unternehmen + Netto-Verbindlichkeiten des Staates + Netto-Verbindlichkeiten des Auslands. Man braucht sich nur einen Bankensektor denken, der alle diese Forderungen und Verbindlichkeiten hält. Letzteres, die Verbindlichkeiten, werden Geschäftsbankengeld genannt. Die Differenz zwischen Forderungen und Verbindlichkeiten des Bankensektors ist sein Eigenkapital. Berücksichtigt man dieses, dann verändert sich die Grundgleichung zu: Netto-Forderungen der Haushalte + Eigenkapital des Bankensektors = Netto-Verbindlichkeiten des Staates + Netto-Verbindlichkeiten der Unternehmen + Netto-Verbindlichkeiten des Auslands. Damit ist auch klar, was Geld ist: Eine Verbindlichkeit der Geschäftsbank, sprich: Kreditgeld. Nur ein Narr geht mit These hausieren, dass Geld ein Ding (sprich: Ware) sei. Und diese Narren finden sich in der “österreichischen Schule” reichlich.-)

  13. Thomas Holzer

    Sie scheinen es vorzuziehen, auf konkrete Fragen nicht zu antworten 😉
    Auch eine Methode

  14. A.Felsberger

    Netto-Zahlen sind erfahrungsgemäss schwer erhältlich. Wenn allerdings die Brutto-Verschuldung des österreichischen Unternehmenssektors bei, wie ich lese, 105% des BSP liegt (Daten aus dem Jahr 2013), dann ist leicht verständlich, dass auch die Netto-Verschuldung ziemlich gross sein wird. So viele Einlagen haben die Unternehmen nicht, als dass sie diese Brutto-Verschuldung kompensieren könnten. Zu ihrer Frage: Es ist die originäre Aufgabe der Unternehmen sich zu verschulden und solcherart Investitionen zu stemmen, deren Rückfluss dann die Tilgung der Schuld erlaubt. Der Gewinn ergibt sich alleine aus der Netto-Sachvermögensbildung, also der Differenz zwischen Brutto-Sachvermögensbildung und Abschreibung. Aus dem Geldsystem selbst ist für alle kein Gewinn zu ziehen, ganz einfach, weil es eine grosse Null ist. Und ja: es wird Unternehmen geben, die Investitionen aus vorhandenen Forderungen stemmen und ohne Verschuldung arbeiten. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass es nur die anderen Unternehmen sind, die sich verschulden, die diesen wenigen den “Luxus” erlauben. Für den Unternehmenssektor als Ganzes ist dieses Verfahren undenkbar: Er muss vorfinanzieren. Warum? Weil er Arbeiter, die zum Beispiel in der Grundstoffproduktion tätig sind, mit einem Endprodukt bezahlen muss, das noch gar nicht existiert. Er muss also Schuldscheine (=Geld) ausstellen, die zum Einlösen des Endprodukts berechtigen. Das ist der Sinn des Kapitalismus: Vorfinanzierung!

  15. Thomas Holzer

    “Es ist die originäre Aufgabe der Unternehmen sich zu verschulden und solcherart Investitionen zu stemmen, deren Rückfluss dann die Tilgung der Schuld erlaubt”

    Hoch interessant; anscheinend scheinen Sie zu entscheiden, was “die originäre Aufgabe” der Unternehmen ist; ich habe mir schon immer eine/die ultimative menschliche Entscheidungsinstanz -im Namen eines “Felsberger” gewünscht 😉

  16. A.Felsberger

    Na, schauen Sie, Herr Holzer: EINER muss sich verschulden, sonst wäre kein Geschäftsbankengeld zur Bezahlung der Arbeiter im System. Nennen Sie es daher simpel: Nicht ich entscheide das, sondern die Unternehmen tun es! Sie verschulden (und entschulden sich) und das jeden Tag aufs Neue!

  17. Mourawetz

    “Gold ist Geld, alles andere ist Kredit.”
    J.P.Morgan

    Die Österreichische Schule ist nicht die einzige Instanz auf dieser Welt, die Bescheid weiß, wie das Geldsystem funktioniert. Aber die einzige, die aus diesem Wissen keinen persönlichen Gewinn herausholt, sondern die Menschen versucht ihr Wissen beizubringen, deshalb “Schule”.

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