Wir sind alle Kommunisten (fast alle)

Von | 3. Februar 2016

“…….Das zentrale Ziel des klassischen Liberalismus war die Durchsetzung der Rechts-Gleichheit aller Personen – jedermann ist vor dem Recht gleich, im Gegensatz zu allen seinerzeit bestehenden fürstlichen oder feudalen Privilegien! – und, damit logisch verbunden, des gleichen Rechts jeder Person auf Privateigentum an allen von ihr durch ursprüngliche Aneignung, Produktion oder freiwilligen Tausch erworbenen bzw. hergestellten Gütern, sowie der Vertrags- und Handelsfreiheit.

Was nun den Erfolg angeht, so wird man sagen müssen: Ziel total verfehlt. Wir sind heute von der Erreichung dieser klassisch liberalen Ziele weiter entfernt als wir es vor 150 oder 100 Jahren waren. Darüber darf uns der seither eingetretene unermessliche technische Fortschritt nicht hinwegtäuschen. Statt sich liberalen Zielen zu nähern hat sich die westliche Welt, die den Liberalismus als eine intellektuelle Bewegung hervorgebracht hat, immer stärker dem entgegengesetzten, kommunistischen Ziel der Abschaffung des Privateigentums und der Errichtung einer “Gemeinwirtschaft” genähert.

Nur zur Illustration: Vor 150 Jahren galten die Forderungen, die im kommunistischen Manifest erhoben wurden, noch als unerhört und schlicht abwegig. Z.B. die Forderung nach einem uneingeschränkten allgemeinen Wahlrecht (ab 21), die Forderung nach Bezahlung gewählter “Volksvertreter” aus Steuermitteln, die Forderung nach “unentgeltlicher,” d.h. steuer-finanzierter, “Volkserziehung” und “Gerechtigkeitspflege,” die Forderung nach einem staatlich garantierten Mindesteinkommen, die Forderung nach einer staatlichen Zentralbank und einer Papierwährung, die Forderung nach einer starken Progressivbesteuerung von Einkommen und Vermögen, oder die Forderung nach einer Beschränkung des Erbrechts. Heutzutage ist dies alles verwirklicht und gilt geradezu als selbstverständlich. Selbst die Vertreter sogenannter liberaler Parteien, namentlich etwa der FDP, sind heute so betrachtet ausnahmslos Kommunisten….” (Interview mit Hans-Hermann Hoppe, hier)

12 Gedanken zu „Wir sind alle Kommunisten (fast alle)

  1. Walter Schwarzbarrt

    Stimmt.
    Dafür haben unsere Grossväter noch gekämpft. Und um Ihre “Daseinsberechtigung” nicht zu verlieren erfindet die rote Reichshälfte immer noch weitere Belastungen und treibt damit den Unterschied – und auch die Progression – zwischen den verschiedenen Volkswirtschaften (als wenn uns nicht die europäischen Differenzen reichen würden) weltweit in schwindelerregende Höhen… Und unsere ach so guten, österreichischen Mitbürger fahren dann ins Ausland zum Einkauf. Egal ob Pool, Heizung, Zimmermann, Fliesenleger, Schlosser, Baufirmen – alles aus dem Ausland. Entschuldigung – gehört zwar nicht unbedingt zu Thema, musste aber auch mal raus…
    Ich glaube unsere Politiker wachen erst bei 800.000 Arbeitslosen auf….

  2. Thomas Holzer

    @Walter Schwarzbarrt
    Es gibt leider keine “Reichshälften” mehr; es gibt nur noch eine von PC und Tschänderasmus, zusätzlich zu ihrem Kommunismus und Etatismus, verseuchte linke Volksfront.
    Wie schon des Öfteren geschrieben; die Kommunisten/Sozialisten haben nach dem Fall der Mauer erkannt, daß sich ihre schwachsinnigen “Ideen” am leichtesten ex lege und zwar nur schrittweise, umsetzen lassen. Die Schritte werden immer kürzer, die Einschränkungen immer mehr.
    Das Einzige, was mich tröstet ist, daß kein Regime, welches dermaßen die Freiheit seiner Untertanen einschränkt, auf lange Sicht überlebt.

  3. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    “[…] daß kein Regime, welches dermaßen die Freiheit seiner Untertanen einschränkt, auf lange Sicht überlebt.”

    Man sollte sich vom neoprogressiven Gekreische nicht beirren lassen, da vor unseren Augen gerade eine Säule nach der anderen einstürzt. Am hysterischen Aktivismus kann man erkennen, dass die linksdominierte Ära zu Ende geht.

    Die westliche Linke konnte eine Zeit lang ihre Macht durch gezielte Infiltration sehr erfolgreich ausbauen: wenn man an das Principal-Agent Problem denkt, könnte man sagen, dass sie sich zwischen Principal und Agent reingeschoben und in beide Richtungen die Informationsflüsse in ihren Sinne manipuliert hat.

    Sie haben zunächst die Middleware gehijackt um die Politik einerseits und die öffentliche Meinung anderseits zu manipulieren:

    Politische Entscheidungsträger vertrauen auf die Einschätzung von “Experten”, die vorgeben das Meinungsbild der Bevölkerung zu analysieren. In Wahrheit haben diese “Experten” aber ein enormes Eigenleben bzw. ihre eigene politische Agenda. (Ein sehr abschreckendes Beispiel ist hier die Umfrage-Plattform “Neuwal”.)

    Die Medien wiederum sehen sich nicht nur in zunehmenden Maße als Kundmachungsorgan der Regierungen, sondern auch als vierte Staatsgewalt, die das dumme (Wahl-)Volk in ihrem Sinne zu erziehen hat.

    Das was in Deutschland – zumindest seit 2013 – stattfindet, könnte man als großangelegte Man-in-the-Middle-Attacke gegen die westliche Gesellschaftsordnung bezeichnen: wie Angela Merkel Entscheidungen trifft, war Insidern im politischen Geschehen schon länger bekannt. Also vermittelte man ihr ein Bild der öffentlichen Meinung, das in diesem Ausmaß so nie existiert hat. Sie hat damit indirekt jede Wunschliste, die von linken Gruppierungen an das Christkind gesendet wurde, aus eigenen (falschen) Erwägungen heraus erfüllt.

  4. Thomas Holzer

    @Ortner
    Habe ich etwas unehrenhaftes geschrieben?!

  5. Walter Schwarzbart

    ja, das zu hinterfragen wäre wirklich sehr interessant…

  6. Thomas Holzer

    @Ortner
    oder vielleicht gar etwas unstatthaftes?!
    Das wäre denn wahrlich eine Premiere…..

  7. Walter Schwarzbart

    Ich wüsste nicht dass irgend jemand was unstatthaftes geschrieben hätte! Maximal ich. Manchmal kann ich nicht anders als (verbal) rundum zu schlagen…

  8. mithrandir

    Ein sehr interessanter Artikel, besonders wenn man sich die Zeit nimmt ihn vollständig durchzulesen.
    Nichts desto Trotz bin ich der Meinung dass Herr Hoppe hier zu sehr ins rein philosophische abgleitet und dadurch die praktische Anwendbarkeit seiner Thesen vernachlässigt.
    Den Staat als Konzept abzulehnen und statt dessen die völlige rechtliche Gleichstellung aller Menschen nach dem Prinzip “was du nicht willst….” zu fordern mag vom logisch- philosophischen Standpunkt durchaus konsequent sein, praktisch anwendbar ist es jedoch genauso wenig wie die kommunistischen, sozialistischen oder sonstig – istischen Vorstellungen. Jedes tragfähige, das heißt langfristig praktikable System menschlichen Zusammenlebens muss zwangsläufig die menschliche Natur in seine Struktur einbeziehen und in all ihren Facetten berücksichtigen.
    Dazu gehören auch die nicht so schönen und edlen Verhaltensweisen die in unserer Spezies nun einmal immer wieder vorkommen. An der Nichtbeachtung dieser simplen Erkenntnis ist bereits der Sozialismus donnernd zerborsten, der von der einfältigen Vorstellung ausging alle Menschen seien von Natur aus fleißige Arbeitsbienchen, die man ad infinitum einspannen und melken könne ohne dafür eine angemessene Gegenleistung zu erbringen.
    Herrn Hoppes Theorien gehen leider von der ebenso falschen Vorstellung aus alle Menschen wären grundsätzlich zu einer gleichberechtigten Koexistenz bereit und würden von sich aus die Grenzen ihrer Mitmenschen respektieren – interessanterweise stellt er genau Dies selbst in Frage und zwar als Argument für die Notwendigkeit von privatem Grundbesitz. Tatsache ist jedoch dass es neben absoluten Altruisten und toleranten Philosophen einen ganz erheblichen Teil von Menschen gibt die herrschsüchtig, gierig, kurzsichtig und gewalttätig sind – und selbst Diejenigen auf die das nicht zutrifft, tendieren dazu ihren eigenen Einfluss und Besitz kontinuierlich zu vergrößern.
    Das ist nicht schlecht und schon gar nicht durch Erziehung beeinflussbar, es ist ein genetisches Programm – alle Primaten demonstrieren ihre genetische Fitness durch ihre Position in der Gruppe – in diesem Fall ist es jedoch der Grund warum ein gleichberechtigtes, friedliches Zusammenleben allein auf Grund von Selbstbeschränkung und geistiger Reife zwischen Einzelpersonen auf Dauer nicht möglich ist. Ohne eine übergeordnete Instanz, die die Einhaltung der gemeinsamen Regeln überwacht und nötigenfalls auch korrigierend eingreift kann keine Gemeinschaft funktionieren, sie würde zwangsläufig in ein System aus Faustrecht und Clanwesen retardieren das letztlich gerade die angestrebte Rechtsgleichheit am allerwenigsten verkörpern kann.
    Ist der Staat also doch etwas grundsätzlich gutes? Natürlich nicht! Der Staat ist eine Erfindung und ein Konstrukt der Menschen und er ist genauso gut oder schlecht wie wir ihn machen – oder in unserem Fall wie wir es ihm gestatten zu werden.
    Gut ist ein Staat wenn seine Gesetze und Regeln auf dem Rechtsempfinden der Bevölkerung basieren, wenn seine Institutionen Machtmissbrauch wirkungsvoll verhindern und er die Aufgaben die der Einzelne nicht zu leisten imstande ist und die deshalb dem Staat übertragen wurden professionell und gewissenhaft erfüllt. Selbst eine Monarchie kann dies vorübergehend gewährleisten, langfristige Stabilität der Staats-Qualität ist jedoch nach bisheriger Erfahrung nur durch größtmögliche Demokratie erreichbar.
    Schlecht ist der Staat, wenn er die verliehene Macht dazu missbraucht seine Bürger zu belügen, die Rechte des Einzelnen immer weiter einzuschränken, Gesetze zu erlassen die dem Rechtsempfinden der Bürger diametral entgegenlaufen, Privilegien für seine Cliquen zu schaffen und diese zu bereichern, wenn er die ihm übertragenen Aufgaben nicht ausreichend erfüllt, gegen jede Vernunft Politik betreibt und die Folgen der Inkompetenz und Verschwendungssucht seiner Funktionäre in Form immer absurderer Steuerforderungen den Bürgern aufbürdet.
    Jeder mag nun selbst beurteilen wo er in dieser Liste von Eigenschaften die derzeitige Regierung unseres Landes wiederfindet, Grundlage all dieser Probleme war jedoch – und wird es auch immer sein – die unglückliche Tendenz der Herrschenden, ihren eigenen Macht und Einflussbereich immer weiter auszudehnen – siehe meine Bemerkung über Primaten und deren Sozialverhalten.
    Dies führt zwangsläufig dazu dass sich die Politik immer weitere Bereiche ohne Notwendigkeit und weitgehend auch ohne Legitimation durch die Bürger aneignet und zunehmend das Privileg usurpiert, den Menschen bis in die kleinsten Einzelheiten des privaten Lebens Vorschriften zu machen. Insbesondere Politiker, die auf Grund ihrer intellektuellen und/oder fachlichen Defizite keinerlei Ansehen in der Bevölkerung genießen versuchen ihre natürlichen Defizite zu verbergen in dem sie diese hinter juristisch fabrizierter Autorität verstecken.
    Ein wirksamer Schutz vor derartigen Bestrebungen kann meiner Meinung nach nur in einer möglichst großen und umfassenden Bürgerbeteiligung liegen – angefangen bei der direkten Wahl der Verfassungsrichter und ORF Stiftungsräte über das Recht unfähige Politiker des Amtes zu entheben bis hin zur direkten Gesetz-Gebung oder auch Gesetz-Aufhebung durch eine dementsprechend qualifizierte Mehrheit. Jeder Staat der über kein derartiges Korrektiv durch den Souverän – also das Volk – verfügt befindet sich zwangsläufig in der ständigen Gefahr von seinen politischen Eliten in eine mehr oder weniger ausgeprägte Diktatur umgestaltet zu werden ganz gleich unter welchen noblen Idealen und Visionen er ursprünglich gegründet wurde.

  9. mariuslupus

    Eine absolut zutreffende Analyse. Das süsse Gift des Kommunismus macht die Untertanen denkunfähig, so dass die kommunistischen Protagonisten in kleinen Schritten die totale Macht übernehmen können. In diesen Sinne ist Merkel tatsächlich die Frau des Jahres. Merkel ist gelungen die Domokratie auszuhebeln, alle Kontrollmechanismen eines demokratischen Staates auszuschalten, ihre Gegener kaltzustellen, eine Ja-Sager Clique heranzuziehen und die Medien gleichzuschalten. Diese Entwicklung beweist dass es für einen Staat nur eine Entwicklungsrichtung gibt, immer mehr Staat. Jedes Versagen des Staates führt zum Ruf nach mehr Staat, nach mehr Kontrolle, nach mehr Einschränkungen im Privatbereich, nach verbindlichen Bestimmungen was wer denken und sagen darf.
    .

  10. Lisa

    @mithrandir: Ich hätte nichts Besseres zum Artikel sagen können. ( aber dafür mit Dutzenden von Vertippern – auf die jeder gern verzichtet… 😉 ) Die häufig geäusserte Hoffnung der Linken, in den Zuwanderern eine zukünftige Wählerschaft zu finden, muss von dem Augnblick an begraben werdn, wo die “Verdammten dieser Erde” zu Bildung und Vermögen kommen. Erstens wollen sie nicht zu den “Verdammten” , den Unterprivilegierten gehören, nie zu ihnen gehört haben, zweitens haben sie keine Lust, mit irgendwem irgendwas zu teilen (ausser Familienangehörigen) und drittens ist ihnen so etwas wie Klassenkampf herzlich egal, weil ihnen auch moderne Staatsstrukturen und so etwas wie Gemeinwohl ausserhalb ihrer Familie und ihres Clans fremd sind.

  11. gms

    mithrandir,

    “Herrn Hoppes Theorien gehen leider von der ebenso falschen Vorstellung aus alle Menschen wären grundsätzlich zu einer gleichberechtigten Koexistenz bereit”

    Das unterstellt nicht nur Grundfalsches, viel schlimmer noch versuchen Sie nichtmal ansatzweise, Ihre Behauptung, wovon die Theorien ausgingen, auch irgendwie zu unterfüttern.

    Die Bedingung einer flächendeckenden Bereitschaft zur gleichberechtigten Existenz ist in einer Privatrechtsgesellschaft weder notwendig, partiell konstituierend oder sonstwie aus dem Verzicht auf ein Gewaltmonopol ableitbar. Menschen kooperieren aus positiven Motiven heraus oder aus Mangel an Alternativen, und solange Gewalt entsprechend pönalisiert wird, ist unerheblich, welcher der beiden möglichen Aspekte überwiegt. Zur Verteidigung gegen Übergriffe bedarf es definitiv keiner zentralen Instanz.

  12. gms

    mithrandir,

    “Jedes tragfähige, das heißt langfristig praktikable System menschlichen Zusammenlebens muss zwangsläufig die menschliche Natur in seine Struktur einbeziehen und in all ihren Facetten berücksichtigen.”

    Welche menschliche Natur sehen Sie in einer Privatrechtgesellschaft unberücksichtigt? Der Sache kundige Zyniker würden hier Staatsgläubigkeit als naheliegende Antwort nennen.

    “Dazu gehören auch die nicht so schönen und edlen Verhaltensweisen die in unserer Spezies nun einmal immer wieder vorkommen. An der Nichtbeachtung dieser simplen Erkenntnis ist bereits der Sozialismus donnernd zerborsten, ..”

    Erkennbar schwach ist dieser versuchte Einwand, wenn er ausgerechnet wider den Antipoden des Sozialismus ins Rennen gebracht wird. Macht korrumpiert, und die These, ein Gewaltmonopol würde sukzessive Exzesse hervorbringen, ist logisch aufgelgt und empirisch brauchbar unterfüttet. Nichts daran ist logisch schlüssig, wirtschaftliche Kartelle oder gar Monopole zu bekämpfen und gleichzeitig just jene Machtansammlung zu befürworten, wo die Musik noch lauter und noch relevanter spielt.

    “Tatsache ist jedoch dass es [..] Menschen gibt die herrschsüchtig, gierig, kurzsichtig und gewalttätig sind – und selbst Diejenigen auf die das nicht zutrifft, tendieren dazu ihren eigenen Einfluss und Besitz kontinuierlich zu vergrößern.”

    Vollkommen korrekt. Der Königsweg hierfür ist, sich des Staates zu bedienen. Big Money liegt nicht zufällig mit Big Government im selben Bett, Bürger werden nicht grundlos in Kriege gehetzt und durch Steuern und staatliches Fiatmoney enteignet. Was auch immer Individuen ohne amtlichen Sanktus an Verbrechen begehen können, verkommt zum sprichwörtlichen Kindergeburtstag, verglichen mit dem tagtäglichen Unrecht, das im Namen des Staates abläuft. Dann und nur dann, wenn ein Gewaltmonopol die Macht hat, abermillionen Untertanen zum Falschen entweder zu zwingen oder zum vermeintlichen Vorteil zu motivieren, entsteht tatsächlich großes Unheil.

    Entscheidend ist einmal mehr, was man /nicht/ sieht, was man sich nicht vorstellen will oder kann, weil kein Vergleichsmodell implementiert wurde. Sind 194 reale Staaten das globale Optimum oder deren zweitausend? So heute knapp zweihundert Staaten nicht permanent im Clinch miteinander liegen, weshalb sollten acht Milliarden davon sich dauerhaft bekriegen?

    Die Privatrechtgesellschaft fußt definitiv nicht auf der utopischen Annahme, Menschen würden in dieser dem Pazifismus verfallen und deshalb engelsgleich agieren, sondern darauf, daß sie nach freien Stücken in einem Spiel aus Angebot und Nachfrage andere zu ihrer Sicherheit beauftragen und den Anbieter wechseln, so sie mit dessen Leistung nicht zufrieden sind. Aggression gegen Dritte hätte demgemäß ein erkennbares Preisschild, weil sie nicht von der Allgemeinheit durch Zwang finanziert wird, sondern aus der eigenen Geldbörse. Allein ein unumstößliches Gewaltmonopol kann beliebige Sicherheit zu beliebigen Preisen verkaufen.

    Daß sich als Folge innerhalb privatrechtlich verfaßten Soziotäten wiederum staatsähnliche Gebilde heutiger Strickart bilden könnten, ist kein Widerspruch, entscheidend ist fehlender Zwang und die daraus erwachsende Möglichkeit, sich diesen Gebilden vertraglich ganz oder partiell zu entziehen. In dieser Gesellschaft gültige Kodizes wären niemals permanent an Territorien geknüpft, sondern einzig von jenen Individuen getragen, die sich diesen Vereinbarungen zur Wahrung ihrer Interessen unterwerfen.

    Put simply: Was heute als ‘ungeschriebener Gesellschaftsvertrag’ firmiert und Staatsphilosophen mannigfaltiger Ideologien zu mentalen Zirkusnummern animiert und jeden Menschen qua Geburt zum Unterzeichner erklärt, würde korrekt vom Kopf auf die Füße gestellt. Nichts daran wäre falsch, nichts daran adressiert die Facette der menschlichen Natur besser, Mitmenschen mit intellektuellen Hütchenspielertricks vor den eigenen Karren zu spannen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.