“Wir tanzen auf einem Vulkan”

“……Wir haben seit 2008 global mehr Geld verbrannt als im Ersten und Zweiten Weltkrieg zusammen. Seit 2008 ist die globale Verschuldung um 43 Prozent gestiegen. Man hat also Schulden mit Schulden beglichen – das kann und das wird nicht funktionieren…..” (hier)

3 comments

  1. Rennziege

    Ich hab’ das Buch von Marc Friedrich & Matthias Weik schon etwas länger. Ausgesprochen kluge und mutige Burschen, auch mit rhythmischer Schreibe und klarer Sprache versehen, obwohl BWL-Absolventen. So was hat man nicht alle Tage. Aber ihre Diagnosen und Prognosen sind dermaßen solide aufgebaut, untermauert und bedrückend, dass ich die letzten ~50 Seiten noch nicht zu lesen wagte.
    Erinnert mich an Kindertage, als ich das bittere Ende von Max & Moritz (die ich so liebte wie meine G’schrappen heute ihren Wilhelm Busch oder Bill Watterson) partout nicht wahrhaben wollte und meinem alten Herrn den dicken Sammelband vor die Füße warf, sobald er die Geschichte zu Ende vorlesen wollte. — Als Kind kann man die Wirklichkeit halt noch vor der Tür lassen …

  2. Mourawetz

    Mal wieder die zwei Darlings des linken Feuilletons. Banken-Bashing, Kassandra-Rufe und Rufe nach mehr Regulierung sind die Spezialität der beiden. Sonst haben die beiden nichts drauf. Achja, über den Neoliberalismus ziehen sie auch. Kein Wunder, dass sie die Anerkennung der Linken anziehen wie die Motten das Licht.

  3. FDominicus

    Zu ihrem ersten Buch habe ich mich ausfühlich ausgelassen:
    http://www.amazon.de/product-reviews/B008J48PV0/ref=cm_cr_pr_btm_link_next_2?ie=UTF8&filterBy=addOneStar&pageNumber=2&showViewpoints=0&sortBy=byRankDescending

    Ich zitiere von dort:
    Ich arbeite mich derzeit durch dieses Buch. Habe aber zumindest schon einen eklatanten Fehler entdeckt und nehme hier Vorschläge auseinander, die unfreiwillig komisch/merkwürdig sind. Diese Rezension habe ich auf meinem Blog verfasst. Es wird aber hier wahrscheinlich auf ein breiteres Interesse stossen: (da das Buch ziemlich polemisch ist, habe ich mir wenig Mühe gegeben weniger sarkastisch zu kommentieren)

    Ich zitiere jeweils und hänge dann einen Abschnitt Kommentar an:
    ca an der Position 2500 im e-book liest man:
    “- ein Verbot von komplexen und schwer durchschaubaren Finanzprodukten.”

    Kommentar: Warum? Nur weil es die Autoren offenbar nicht verstehen soll etwas verboten werden? Frage ist auch wer legt fest was komplex und schwer durchschaubar ist? Erste Grundfehler in dem Buch: Mehr Regulierung = bessere Sicherheit. Das ist schlicht Blödsinn.

    “Banker und Aufsichtsräte müssen für den von Ihnen angerichteten Schaden mit ihrem Privatvermögen haften”.

    Kommentar: Das kann man ruhig so fordern, denn eines der Problem von Banken sind nun mal Manager und nicht Eigentümer. Es handelt sich hier um eine Grundforderung der “Österrreicher”. Oder auch von Erhardt. Das alles ist aber wertlos ohne eine Geld als Wert.

    “Einführung einer Finanztransaktionssteuer”

    Kommentar: Also Diebstahl soll etwas besser machen. Mit welchem Recht fordern die Autoren diese Steuer? Nur weil es Ihnen so gefällt? Warum sollte man dem größten Verschwender weltweit mehr Geld zu gestehen. Es läuft doch wohl darauf hinaus, daß Staaten doch “retten” sollen/müssen/dürfen. Es geht aber noch schlimmer:

    “eine Steuer, die mit der Größe der Bank steigt. Dies fördert kleine Banken”

    Kommentar: Also Enteignung für die großen Banken, Eigentum ist wohl nicht so wichtig. Warum sollen dann die Banker selber noch haften? Die Autoren meinen also auch, jeder Eingriff der ein Ihnen vorschwebendes Zielt erreicht ist zulässig. Wo ist der Unterschied zur aktuellen Politik?

    “Konsequentes Vorgehen gegen Finanzinstitute, die Eigenkapital-Auflagen umgehen”

    Kommentar: Und wieder der Glaube an die Regulierung. Wenn alles nur gut genug reguliert ist, wird alles gut.. Schlicht Blödsinn. Fakt ist Staaten haben ja die EK-Regeln aufgestellt und eine Mindestreservesystem zugelassen/gefördert. Banken können mit soviel oder wenig EK wie Sie meinen wirtschaften, aber haben die Finger von den Einlagen der Kunden zu lassen. Und vor allem, die Konsequenzen Ihres tuns selber auszubaden. Hier kann man schon fast einen Widerspruch zur der Haftung sehen. Wer selber haftet wird den Teufel tun hier beliebig Hebel aufeinander los zu lassen.

    Die nächsten Punkte sind aufgeteilt in 2 Unterpunkte die aber dasgleiche “Fordern”

    “Verbot von Leerverkäufen”.

    Kommentar: Man darf nicht etwas verkaufen was man noch nicht hat. Nun vergleichen wir das mit einem Geschäft. Im Katalog wird etwas beworben auf das man zugreifen kann, es aber noch nicht selber hat. Also darf man es im Katalog nicht aufführen? Bauern die Ihre Ernte für das nächste Jahr zu einem heute festgelegten Preis verkaufen wollen, das ist auch verboten.

    Es geht immer in die gleiche Richtung, verbieten regulieren und zwar ohne viel wirtschaftlichen Sachverstand.

    Es geht auch munter mit den Verboten weiter:
    “Verbot, lang laufende Kredite mit kurzfristig rückzahlbarem Geld zu finanzieren.”

    Kommentar: Das versteht sich eigentlich von selbst, dafür braucht es aber sicher kein Verbot sondern einfach die Option, den Schaden eben selber begleichen zu müssen. Wofür braucht man Verboten wenn man doch die Banker mit Ihrem ganzen Vermögen belangen könnte. Auch lustig diejenigen die diese Regel nicht berücksichtigten hatten Politiker im Aufsichtsrat….

    Weiter geht es mit Verboten:
    “Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln”

    Kommentar: Siehe Beispiel mit dem Bauern. Es braucht für ein Geschäft 2. Wenn der Bauer mit einer festen Einnahme pro Tonne Getreide rechnen möchte, wird ihm das mit einem solchen Verbot untersagt. Die Autoren zeigen eine bemerkenswerte Ignoranz über Eigentumsfragen.

    Jetzt wird es fast satirisch:
    “Konsequente strafrechtliche Verfolgung von kriminellen Bankern und Politikern – keine Verjährung”

    Kommentar: Ha ha ha. Das würde unser Parlamente auf einen Schlag um eine Menge von “Regulierern” reduzieren. Ganz bestimmt wäre ein gewisser Herr Steinbrück wohl kaum noch dabei. Auch hier stellt sich die “nebensächliche” Frage. Was ist kriminell? Wenn Die Banken den Rahmen der Ihnen vorgegeben ist ausschöpfen kann man kaum von Kriminalität sprechen.

    “Begrenzung des Boniwahnsinns und der exorbitanten Grundgehälter”

    Kommentar: Polemik pur. Alles erreichbar mit “Eigentümern” und Haftung der Manager. Nirgendwo ein Wort über die Aktionäre und deren Eigentumsrechte. Warum bin ich nicht überrascht?

    Und nun kommt der negative Höhepunkt:
    “Kompetente Politiker zumindest auf relevanten Positionen. Schluss mit Amtsanmassung.”

    Kommentar: Erübrigt sich einfach. In dem Buch selber wird der Wahnsinn der Landesbanken detailliert aufgeführt. Dort hatten speziell Politiker das Sagen und wollten die große Nummer drehen. Der letzte Satz ist an Lächerlichkeit schwerlich zu überbieten.. Also Politiker, ohne Risiko, staatlich alimentiert und DIE GRÖSSTEN SCHULDENMACHER überhaupt sollen bei Banken auf einmal kompetent sein?

    Alleine diese paar “Vorschläge”, zeigen, diese Autoren haben keine Ahnung wollen aber auf einer Empörungswelle mitreiten und dabei ein wenig “abkassieren”

    Die Rezepte sind mehr Regulierung und weniger Eigentumsrechte. Da fragt man sich warum fordern die Autoren ein Endes des leichten Geldes? Ihre Lösung für Bankeprobleme sind doch genau dasgleiche. Mehr Regulierung soll etwas “beheben” was durch falsche Regulierung erst entstand….

    Extra Kommentar: Es steht den Autoren selbstverständlich frei Ihre Meinung zu äußern. Es wirft aber ein ganz schlechtes Licht auf Sie wenn Sie einerseits fordern etwas sein zu lassen was beweisbar nicht funktioniert (Im Buch: Probleme mit “billigem” Geld mit noch mehr billigem Geld zu beheben: dazu auch der Kommentar für Kapitel 17: “Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert”. Die Lösung der Autoren sind mehr “Regulierung”, “mehr Aufsicht”, “mehr Politiker”. Man lese dazu auch die Kapitel 12 – 15.

    Der eklatante Fehler befindet sich auf S 187, wo Futures falsch erklärt werden.

    Ich bin noch nicht durch mit dem Buch, aber alleine dies oben genannten Vorschläge reichen aus diese Buch als Ritt auf der Empörungswelle zu beschreiben. Der Titel legt auch nahe um was es geht, um die “Erbsünde” Reichtum

    Selbstverständlich sind einige Punkte korrekt aufgeführt, die Lösung des Problems ist aber einer Fortschreibung der Probleme die in diese Krise geführt haben. Die FED wird als Problem dargestellt aber es wird darauf abgehoben, daß die FED eine “private” Institution ist (mit Hoheitsaufgaben). Die Konsequenz die FED aufzulösen wird von den Autoren nicht gezogen. Also bleibt das Problem der Fiat-Währung bestehen….

    Nachdem ich mich auch durch den Rest des Buches gearbeitet habe. Kann ich in einigen Kapiteln etwas Besseres finden. Die Kapitel 25 – 31 sind lesenswert (daher auch meine Verbesserung auf 2 Sterne) Nur müssen Sie sich mit der angeblichen Besserwisserei der Autoren abfinden. Der eklatanteste Fehler im ganzen Buch befindet sich im Kapitel EUREX, die Autoren zeigen, daß Sie Termingeschäfte nicht verstanden haben. Dafür aber eine feste Meinung wie schlecht diese doch sind.

    Die Autoren wollen im Großen und Ganzen im Endeffekt die Banken bashen, wahrscheinlich weil das höhere Verkaufszahlen verspricht.
    Den zweiten Teil meiner Besprechung erspare ich Ihnen hier. Wenn Sie möchten können Sie sie auf nachlesen

    Wer gerne liest wie über Banken hergezogen wird, wird mit diesem Buch nicht entäuscht. Wer den Charakter unseres Zahlungsmittels versteht, wird in diesem Buch zwar die Fehler aufgezeigt bekommen aber nicht die daraus folgenden Konsequenzen, nämlich der Abschaffung des Fiat-Geldes. Liberale/Libertäre werden diesem Buch nichts Gutes abgewinnen können. Die Lösungen hier sind “mehr Regulierung”, “mehr Politker” was in gewisser Weise wieder mehr als ironisch ist. Den es sind ja gerade diese Akteure die sich auf “dem größten Raubzug der Geschichte befinden”

    Was Mourawetz schreibt stimmt leider zumindest für das besprochene Buch. Ich schlage dagegen vor:
    Österreichische Schule für Anleger: Austrian Investing zwischen Inflation und Deflation
    oder
    The Dao of Capital: Austrian Investing in a Distorted World

    Es kann sich ja jeder anhand meiner Kommentare ein Bild machen, warum ich zu meinen Schlußfolgerungen gekommen bin. Die Herren erinnern mich fatalerweise an gewisse Notenbankchefs deren Sprüche und Aktionen während Ihrer “Dienstzeit” bei den jeweiligen Zentralbanken.

    Das ich mit meiner Kritik nicht ganz allein bin kann man durchaus an den 1-Punkt Vergebern des besprochenen Buches feststellen.

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