“Wir Trottelbürger”

“Wir machen uns gerne über die Amerikaner lustig, weil sie auf die Mikrowelle schreiben: Nicht zum Katzentrocknen geeignet. Dabei lassen auch wir uns vom Staat wie Kinder behandeln….” (hier)

9 comments

  1. Thomas Holzer

    “Hinter der Selbstermächtigung des Staates, sich überall hineinzudrängeln,…………”

    Wozu die ganze Aufregung?! Der Staat hat sich doch nicht selbst ermächtigt, derlei Schwachsinn zu produzieren; dies ist doch alles ganz demokratisch legitimiert!
    Mir ist nicht erinnerlich, daß je eine Regierung abgewählt wurde, weil sie zu viel reguliert hatte.

  2. Mourawetz

    @Thomas Holzer:

    Die Bürokratie ist eine Wucherung des absoluten Staates, ganz unabhängig von der Staatsform ob Monarchie oder Demokratie. In der Demokratie hat sich nur deren kleptomanische Veranlagung eingeschlichen, wodurch zur Gängelung der Bürger zusätzlich die Bestehlung deroselben kommt. Die Bürokratie ist nicht abwählbar, da man den Staat nicht abwählen kann, lediglich die Regierungen.

  3. Thomas Holzer

    @Mourawetz
    Die Regierungen füttern jedoch die Bürokratie; niemand zwingt die Parlamente, jeden Schwachsinn per Gesetz zu regeln; die Politiker selbst loben sich doch dafür, daß sie dies und jenes “erfolgreich” neu, zusätzlich geregelt haben

  4. Christian Weiss

    @ Thomas Holzer
    Die Demokratie begünstigt natürlich die Gängelung der Bürger, wenn die Bürger sicherheitswütige Irre sind, die alles geregelt haben wollen. Politiker, die jeden Lebensbereich regeln wollen, kriegen ihre Wählerstimmen.

    Doch auch der Bürger, der nicht den Vollkaskostaat will, ist nicht sonderlich zuverlässig: Der Raucher will zwar keine Rauchverbote, der Autofahrer keine Geschwindigkeitsbegrenzungen, der Basejumper keine Absprungverbote, der Motorradfahrer keine Helmpflicht, der Pommes-Frites-Liebhaber keine Fettsteuer, der Fleischesser empört sich schon über den Versuch der Einführung von Veggie-Days. Sucht man die Leute in ihrem Metier auf, da gibt sich die grosse Mehrheit als kleine Freiheitskämpfer aus.
    Aber wehe, wenn sie losgelassen! Wenn es nicht den eigenen Garten betrifft, lieben es die Leute zu verbieten.
    Kürzlich hat sich in einer Umfrage in Deutschland eine nicht kleine Zahl dafür ausgesprochen, dass Lebkuchen und Weihnachtsdekorationen in Geschäftern vor der Adventszeit verboten werden. Die Befragten nerven sich daran, dass schon im September Weihnachtsmänner die Schaufenster zieren. Solche mit religiösem Hintergrund sehen das Weihnachtsfest kommerziell entweiht.
    Verbote, weil es nervt, machen einen Grossteil der Verbotswünsche aus. Die verwöhnte Gesellschaft von Heute kennt eben keine Frustrationstoleranz mehr. Was stört, muss weg!
    Andere Verbote sind dem allgemeinen Sicherheitsbedürfnis bzw. -wahn geschuldet. Jeder, der den Satz “Muss erst etwas passieren, bis man etwas tut” auf den Lippen führt, kommt sich weise vor. Und Medien und Bürger befeuern diesen prophylaktischen Ansatz munter weiter. Hat es mal irgendwo einen Unfall gegeben, wo ein Kind z.B. ab einem Traktor gefallen ist, dann können sie sicher sein, dass in der Folge irgendjemand fordert, dass Kinder nicht mehr mit einem Traktor mitfahren dürfen. Die Politik, die immer mal gern ihren “Gestaltungswillen” beweist, wird das Thema dankbar aufnehmen und sich damit brüsten, dass sie “etwas getan” hat.

    Wer dagegen was ausrichten will, braucht meiner Meinung nach Radikalität. Man muss als liberaler Vordenker hinstehen und radikal Freiheit einfordern und seinen Mitbürgern klar machen, dass auf jedes Verbot, dass sie nicht betrifft, mit Sicherheit irgendwann eines folgen wird, dass sie sehr wohl betrifft.
    Es braucht Freiheitsallianzen: Wirte und Raucher, die für eine Aufhebung der Helmpflicht votieren. Motorradfahrer, die das Rauchverbot kippen wollen. Kinderlose Alleinstehende und Senioren, die sich dafür wehren, dass Kinder Lärm machen dürfen und mit Beulen und Prellungen nachhause kommen dürfen.
    Insbesondere bei Verboten, die unter dem Deckmantel der Sicherheits- und Gesundheitsförderung angestossen werden, muss konsequent Nein gesagt werden. Gewöhnliche Alltagssicherheit und Gesundheit darf in einem Bürgerstaat keine Begründung für Verbote sein. Das fällt unter die Eigenverantwortung. Und wählt endlich Leute in die Parlamente, die dem Verbieten widerstehen und die keine Angst haben, auf die “Muss dann zuerst was passieren…”-Frage mit Ja zu antworten! Und was die Politiker selbst betrifft, die sollen endlich die riesigen Verwaltungs- und Beamtenstäbe dazu anhalten, Gesetze abzuschaffen, statt ständig neue zu kreieren. Nur als Beispiel: In meinem Wohnort haben wir eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 15 km/h für ferngesteuerte Autos, weil so ein dämlicher Kommunalbeamter beim verwaltungsinternen Verbots-Brain-Storming auf die Idee kam, das müsse (ich nehm’ an aus Sicherheitsgründen) auch noch geregelt werden.

  5. Thomas Holzer

    @Christian Weiss
    “Wer dagegen was ausrichten will, braucht meiner Meinung nach Radikalität.”
    Und alles weitere, was Sie schreiben, vollkommene Übereinstimmung!
    So sollte es sein; das (kleine) Problem, welches ich sehe ist, daß Libertäre von Natur aus keine Kollektivisten sind, daher derartige “Zusammenschlüsse” eher nicht stattfinden werden……….dies kann man nun bedauern oder begrüßen. Mir sind Massenaufläufe jedenfalls ein Greuel

  6. Mourawetz

    @Christian Weiss:

    sehr richtig, was Sie da schreiben. In letzter Konsequenz hält leider kaum jemand was von weniger Staat, mehr privat. Der alle Bereiche verschlingende Staat in dem wir leben ist die Konsequenz des Sicherheitsbedürfnisses, das die meisten gegen ihre Freiheit leichtfertig abtauschen. Lieber gegängelt und reguliert, als eigenverantwortlich selbst entscheiden. Außerdem ist man so nie selber schuld, eine Denkungsart, die vor allem den Frauen entgegen kommt.

  7. de Voltaire

    @ Cristian Weiss
    Völlig richtig. Aber machen Sie das einmal jemand klar, der sich aus einem Verbot für andere einen, wenn auch nur kleinen, Vorteil erwartet. Oder auch nur eine Befriedigung seines Neidkomplexes. Sieht man doch gerade beim Beispiel Rauchen. Und wenn man sich gegen diese Bevormundung ausspricht, dann gibt es nur 3 Schubladen, in die man gesteckt werden kann: Raucher, Vertreter der Raucherlobby oder schlicht dumm …

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