Wirtschaftliche Freiheit bedeutet Wohlstand

Von | 11. März 2021

(ANDREAS TÖGEL) Einmal jährlich veröffentlicht die liberale US-amerikanische Denkfabrik „Heritage Foundation“, zusammen mit dem Wall Street Journal, den internationalen „Index of Economic Freedom“. Der soeben erschienene 2021er- Report bietet einen Überblick über die wirtschaftliche Lage und Entwicklung von 178 Ländern. Die ersten fünf Plätze belegen (wieder) Singapur, Neuseeland, Australien, die Schweiz und Irland. Am Ende der Skala stehen, wie auch in den zurückliegenden Jahren, Simbabwe, Sudan, Kuba, Venezuela und Nordkorea. Auf Grund mangelhafter oder fehlender Daten konnten Iraq, Libyen, Syrien, Somalia und Yemen nicht bewertet werden.

Die Korrelation zwischen der in den jeweiligen Ländern festgestellten wirtschaftlichen Freiheit und den dort herrschenden Wohlstandsniveaus ist unübersehbar. Wer unter stabilen Eigentums- und Rechtsstaatsverhältnissen lebt, und möglichst frei wirtschaften kann, generiert eben mehr Wohlstand als die Insassen totalitärer Planwirtschaften oder chaotischer „failed States“. Eine Erkenntnis, die sich so manchen linksgrünen Traumtänzern nicht so recht erschließen will, die Venezuela für ein sozial gerechtes Paradies halten.

Es ist kein Zufall, dass es keinen Flüchtling und keinen Migranten in sozialistische Musterstaaten wie Nordkorea, Venezuela oder Simbabwe zieht. Alle streben stattdessen in prosperierende Staaten des kapitalistischen Westens.

Da Australien und Neuseeland, aber auch die USA (Rang 20) und Kanada (Rang 9) die Zuwanderung strikt regulieren und nicht jeden Ankömmling ab dem ersten Tag seiner Einreise mit großzügigen Sozialleistungen überschütten, konzentrieren sich internationale Migrationsbewegungen auf die EU (mit Ausnahme der Visegrád-Gruppe). Bedingt durch den geringeren (Aus-)Bildungsgrad der Zuwanderer, die damit einhergehende geringe Produktivität dieser Menschen und die von ihnen ausgehende Belastung der Sozialsysteme, ist zu erwarten, dass sich das Ranking der am stärksten von der Migration betroffenen Staaten in den kommenden Jahren sukzessive weiter verschlechtern wird.

Der den Maßnahmen zur Eindämmung Corona-Pandemie geschuldete Schub in Richtung Planwirtschaft führt unübersehbar – beiderseits des Atlantiks – zu einer Verringerung der ökonomischen Freiheit und wird mit einem Absinken der Wohlstandsniveaus einhergehen. Die exorbitanten Aufwendungen der österreichischen Bundesregierung für verschiedene „Rettungsmaßnahmen“ im Zuge des Kampfes gegen die Corona-Pandemie, werden im kommenden Jahr vermutlich eine Verschlechterung des Rankings bedingen.

Zehn Kriterien, die in vier Hauptkategorien unterteilt werden, bilden die Bewertungsbasis für den Index. Es handelt sich um
► Rechtsstaatsprinzip (Eigentumsrechte, Korruptionsfreiheit),
► Regierungsgröße (Steuerlast, Höhe der Staatsausgaben),
► Regelungseffizienz (Geschäftsfreiheit, Arbeitsfreiheit, Geldverkehrsfreiheit),
► Marktoffenheit (Handelsfreiheit, Investitionsfreiheit, Finanzfreiheit).
Jede dieser Komponenten wird auf einer hundertteiligen Skala abgebildet und gleich gewichtet. Als Ergebnis wird das arithmetische Mittel aus den zehn Teilergebnissen ausgewiesen. Die Zahl 100 bildet den Bestwert.

Die europäische Wirtschaftslokomotive Deutschland fällt gegenüber dem Vorjahr um einen Zähler zurück und belegt mit 72,5 Punkten Rang 29. Österreich konnte sich leicht verbessern, liegt jetzt mit 73,9 Punkten auf Rang 25 und kommt innerhalb der Europagruppe auf den 13. Platz. Die schlechte Einstufung der Alpenrepublik in den Kategorien „Steuerlast“ und „Staatsausgaben“ verhindert eine bessere Platzierung. 55 Prozent Spitzensatz der Einkommensteuer ragen im Vergleich deutlich heraus. (Zum Vergleich: Vor dem Ersten Weltkrieg lag der maximale Einkommenssteuersatz in Österreich bei nur fünf Prozent – hat sich seither also verelffacht!)

Der gesamte Report findet sich unter der Adresse http://www.heritage.org/index/

3 Gedanken zu „Wirtschaftliche Freiheit bedeutet Wohlstand

  1. sokrates9

    Jetzt sind wir schon beinahe Europameister in der Steuerlast.Dank des Rekords auch in Lockdownmaßnahmen wird derzeit ganz großzügig Geld an alle verteilt inklusive Trinkgeldabgeltung. Frage: wer soll das (zurück) bezahlen wenn wir bisher schon die riesige Steuerlast kaum schleppen konnten??

  2. Thomas F.

    Dabei wäre es so einfach, hier nach vorne zu kommen. Wir bräuchten nur den Staatsapparat zu ‘restrukturieren’: 80% der Politiker nach Hause schicken und deren Ämter streichen, 80% der Regeln und Vorschriften abschaffen, 100% der Wirtschaft privatisieren, die Geldpresse sofort abstellen, keine gemeinschaftliche Verschuldung in irgendeiner Weise eingehen, …

  3. Gerald

    Ich warte noch auf die „Abgeltung verlorenen Schwarzgeldes durch Corona“ . Was ist Herr Finanzminister?

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