Wirtschaftsingenieure am Werk

Von | 26. Oktober 2020

(JOSEF STARGL) Supranationale und nationale Neo-Colbertisten, Neo-Kameralisten und Neo-Sozialisten (in allen Parteien) engagieren sich in den oligarchisch strukturierten Demokratien der Europäischen Union für eine Erweiterung der Macht des Staates und des Staatenverbundes.
Die geldpolitischen Interventionen der Europäischen Zentralbank fördern eine Staatenverbundswirtschaft und eine Staatswirtschaft.
Die weit verbreitete Begeisterung für das Kollektiv ist mit einem „Kult der Staatenverbunds- und Staatsweisheit“, mit einem rationalistischen Konstruktivismus und mit dem (Irr-)Glauben, dass der Staatenverbund/der Staat den „Wohlstand für alle“ vermehrt, verbunden.
Die supranationalen und die nationalen Wirtschaftsingenieure wollen das Wirtschaftswachstum mit Hilfe von Bürokratien planen und lenken. Zentralismus, Etatismus, Obrigkeitsdenken, Dirigismus, Steuerung, Interventionismus, Lenkung von Investitionen, Regulierung (aller Lebensbereiche), Egalitarismus, Vereinheitlichung und Kontrolle stehen im Mittelpunkt ihrer Bemühungen.
Die Entmündigungsstrategen befürworten eine geplante Geldwertverminderung sowie eine Begünstigung von Schuldnern und propagieren das „Glück durch obrigkeitliche Anordnung“. Sie betrachten den Staatenverbund als supranationale Verschuldungs- und Versorgungsunion mit offenen Grenzen. Ihre „moralische Planwirtschaft“ fördert nicht nur eine geistige Homogenisierung, sondern auch den Neid und den Wunsch auf Kosten anderer zu leben.
Den Ideen der „vereinigten Antimarktwirtschaftler“ entsprechend sollen alle Menschen in der Europäischen Union das Recht haben, von den „Glücksmaximierungsmaschinerien“ Staatenverbund und Staat den bestmöglichen „Wohlstand durch Zuteilung“ zu fordern.
Das Ziel der Konstruktivisten ist nicht nur eine „zwangsumverteilungsgerechte Versorgungsunion“, sondern auch eine (noch mehr) partialinteressenorientierte „europäische Günstlingswirtschaft“ mit oligarchischen Strukturen und mit einem „Staatenverbunds-Paternalismus“, der das Anspruchsdenken, die Vollkaskomentalität und die Abhängigkeit der Bürger fördert.
Die Traditionen der Freiheit, der Eigenverantwortung und des Wettbewerbes (als Entdeckungsverfahren) sind in den „Bewusstseinsbildungsindustrien“ immer mehr in Vergessenheit geraten.
Die neofeudalen Oligarchen haben kein Interesse, ein Marktwirtschaftswissen und ein Verständnis für eine „rechtsstaatliche Marktwirtschaft“ zu fördern.
Das Vertrauen in das Privateigentum/in die Freiheit, in die Eigenleistungen und in eine wettbewerbsorientierte Marktwirtschaft unterstützt weder ihre eigenen Ziele noch die Ziele ihrer Klientel/ihrer Günstlinge.
Eine etatistische Bewusstseinsbildung dient vor allem jenen, die sich partialinteressenorientiert des Staates/des Staatenverbundes (der supranationalen Institutionen) bedienen (können). Die Günstlinge rufen daher permanent nach mehr politischer Planung und nach mehr Interventionismus.
Die Staatsverschuldung steigt. In Zukunft kommen noch die Belastungen durch die Haftungen in der supranationalen Transfer- und Verschuldungsunion dazu.
Die Geldentwertungspolitik und die Zinsmanipulation bewirken eine Fehlleitung von Ressourcen und ermöglichen eine Verschwendung. Die private Altersvorsorge wurde und wird zerstört. Die Abhängigkeit der Bürger von einer Altersversorgung im paternalistischen Versorgungsstaat steigt.
Freiheit und Wettbewerb sind keine Instrumente zum Erwerb und zum Ausbau politischer Macht, sondern Entmachtungsinstrumente.
Mit marktwirtschaftlichen Analphabeten und mit antikapitalistischen Politikern (in allen Parteien) kann keine liberale Ordnungspolitik verwirklicht werden.
Die Denker der Marktwirtschaft sprachen von einem „Primat der Währungspolitik“. Von einer „soliden Währung“ sind wir weit entfernt. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank höhlt eine „Eigentümer-Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung“ aus, aber die Oligarchen der Demokratie übernehmen keine Verantwortung für die Folgen dieser Politik.
Die Entscheidungen parteipolitisch bestellter Mitglieder des EZB-Rates bewirken Wohlstandsverluste für die Bürger, aber sie werden (in der Regel) weder einer wirksamen juristischen Kontrolle (durch einen nationalen oder supranationalen Gerichtshof) noch einer demokratischen Kontrolle in den Parlamenten der Mitgliedsstaaten der Eurozone/im Europäischen Parlament unterzogen.
Die Wirtschafts- und Währungsunion ist gescheitert! Auch mehr „Geld aus dem Nichts“ und mehr Etatismus werden sie nicht „retten“.
Die Neo-Colbertisten, die Neo-Kameralisten und die Neo-Sozialisten zerstören schrittweise die Marktwirtschaft. Ihre Staatsgläubigkeit und ihre Staatenverbundsgläubigkeit führen in die Staatswirtschaft und in die Staatenverbundswirtschaft, die den „Wohlstand für alle“ verringern.

2 Gedanken zu „Wirtschaftsingenieure am Werk

  1. sokrates9

    Es ist jetzt die erste Generation der es nachweislich ökonomisch schlechter geht / gehen wird als den letzten wo immer Der Reichtum stieg. warum eigentlich? Gab es (Welt) Kriege , Naturkatastrophen, Hungersnöte- oder ist es die EU mit ihren gescheiterten Experten?

  2. Johannes

    Es gibt kein Beispiel auf dieser Welt das zeigt wie der pure Sozialismus funktionieren würde.
    In jedem europäischen Land in welchem es eine sozialistische Regierung gab, gab es auch immer starke konservative wirtschaftsliberale Gegenkräfte welche als Gegengewicht das schlimmste verhinderten.
    Reiner Sozialismus kann nur durch Auschaltung jeglicher Opposition entstehen, ab diesem Moment wird er aber automatisch sofort zum totalitären Kommunismus mit allen Nachteilen. (Venezuela).

    Wenn es niemanden mehr gibt welchen man für die wirtschaftliche Mißwirtschaft verantwortlich machen kann, als das kommunistische Regime selbst, ist die wahre sozialistische Realität wahr geworden.
    Dann kommt der Katzenjammer für die Bevölkerung welche sich mit billigen Versprechen täuschen ließ.

    Meist dauert es dann Jahrzehnte bis man diesen ideologischen Klammergriff abschütteln kann.

    Nur in Deutschland scheint es anders zu laufen, dort, erfolgt der Umbau, wie ich glaube, von einer einzigen ehemaligen Linken welche den starken CDU/CSU Körper von innen heraus in den Kommunismus überführt.

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