Wo der Papst sehr fehlbar ist

“Nicht nur Papst Franziskus’ Enzyklika Laudato si’, sondern auch viele andere Dokumente des Vatikans haben Märkte, Finanzialisierung und Spekulation kritisiert. Teile dieser Kritik richten sich gegen die Nahrungsmittelspekulation, der vorgehalten wird, den Interessen der Armen zuwiderzulaufen. Doch gibt es dafür keine Evidenz; vielmehr scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Mit Sicherheit jedoch ist – verglichen mit der durch falsche Regierungspolitik verursachte Schädigung der Nahrungsmittelmärkte – der minimale Schaden, der in seltenen Fällen durch die Spekulation mit Nahrungsmitteln verursacht wird, vernachlässigbar….” (hier)

4 comments

  1. Fragolin

    Was hat Jesus mit den Händlern im Tempel gemacht? Na?
    Das Christentum ist der Glaube der Unterdrückten und nicht der Händler. Es ist der Glaube, der predigt, dass eher ein Kamel durch ein Nadelör geht als ein Reicher in den Himmel. Der predigt, man müsse nicht säen und hätte doch ein recht zu ernten.
    Also, was erwartet man vom Chef einer solchen Religion? Wirtschaftskompez und Marktfreundlichkeit?
    Der Franzl ist schon genau da, wo er hingehört und redet das, was zu diesem Amt passt.

  2. Fragolin

    Reiche ein ten nach, soll natürlich “Wirtschaftskompetenz” heißen.

  3. Carl Schurz

    Jesus hat im Tempel, übersetzt in einen zeitgenössischen geläufigeren Kontext gebracht, sich gegen eine frühe Form des “FIAT-Geldes” der Händler gewendet.
    Robert Grözinger:” Jesus, der Kapitalist: Das Christliche Herz Der Marktwirtschaft”
    Sehr interessante Interpretation.

  4. gms

    Fragolin,

    > Das Christentum ist der Glaube der Unterdrückten [..]

    Das hat schon der gute alte Nietzsche sinngemäß festgestellt, bloß folgt daraus nichts im Sinne dessen, was etwa die Befreiungstheologie oder der rezente Papst propagiert.
    Christus adressiert mit seinen Botschaften nach Mildtätigkeit ausnahmslos das einzelne Individuum, das wiederum allein aus freien Stücken dieser Aufforderung nachkommen soll und hierfür nicht gezwungen werden darf. Zu Lebzeiten praktizierte Hartherzigkeit wird nicht irdisch geahndet, die Trennung zwischen Staat und dem Reich Gottes wird einmal mehr stringent durchgezogen.

    ‘Du sollst weder stehlen noch begehren deines nächsten Hab und Gut’, – dieser zweifache Imperativ ergänzt die Aufforderung nach Gewaltverzicht und bildet somit den Kern einer wahrhaft liberalen Gesellschaft, in der Wohlfahrt einen hohen Stellenwert hat, ohne dabei zum Oxymoron einer Zwangssolidarät pervertiert zu werden.

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