Wo Zwang zur liberalen Notwendigkeit wird

“Auch liberal Denkende werden da wohl zu keinem anderen Schluss kommen können als den, die Freiheit der Raucher weiter zu begrenzen. Alles andere hieße, die Vernunft dem Dogma zu opfern. Und das ist sogar in der liberalen Erscheinungsform nicht sehr sympathisch. Sollte die neue Bundesregierung, was wir gerne glauben wollen, es also ernst meinen mit dem Zurückgewinnen von Freiheitsräumen für die Bürger dieses überregulierten und unterliberalisierten Landes, dann hätten sich wohl lohnendere Ziele finden lassen als die Freiheit, bei Tisch zu rauchen…” (weiter hier)

11 comments

  1. Medusa

    “Die Freiheit der Raucher” – ein totaler Widerspruch, Raucher haben sich abhängig gemacht und sind Sklaven ihrer Sucht und der Tabakindustrie! Nur damit dieser “Dreck” inhaliert und das Umfeld geschädigt und belästigt werden, wird zudem die Umwelt erheblich geschädigt! Sie sind mitverantwortlich für gravierende Umweltschäden:
    https://www.greenpeace-magazin.de/rauchen-zerstoert-die-umwelt

  2. Falke

    Ortner unterliegt hier auch der Fehleinschätzung, dass ein Rauchverbot in Lokalen zu einer – zweifellos wünschenswerten – allgemeinen Verringerung des Rauchens führen würde. Das wird schon dadurch ad absurdum geführt, dass die Raucher dann bekanntlich halt nicht im Lokal rauchen, sondern vor die Tür hinausgehen – kann man überall im In- und Ausland sehen. Gesünder ist das Rauchen dort wohl nicht – trotz der “frischen Luft”. Und die Nichtraucher können auch weiterhin – wie bisher – entweder in Nichtraucherlokale gehen (die gibt es tatsächlich, und gar nicht so wenige!) oder in die Nichtraucherräume größerer Lokale. Es ist auch wohl absurd anzunehmen, dass die Raucher hauptsächlich oder gar ausschließlich in Gasthäusern rauchen und bei einem Verbot weniger oder ganz aufhören würden. Ganz abgesehen davon, dass die Anzahl der Todesfälle durch das “Mitrauchen” wohl kaum einen wesentlichen Anteil ausmacht.

  3. Rennziege

    Der nächste Schritt der Nanny- oder Nudging-Staaten wäre zweifellos das strafbewehrte Verbot, in Restaurants Steaks, Schnitzel oder Burgers zu verzehren: Möchert’ ja die Gschrappen der Veganer zu reaktionärer Nahrung abdriften lassen. Um Gottes willen! 🙂
    Im Ernst: Als lustige Nichtraucherin lass’ ich mir alle paar Wochen von einem rauchenden Kollegen eine drehen, aus den ziemlich veganen indianischen Tabakfeldern; fertige Tschiks schmecken eh nur nach Staub und Chemikalien. Und selbstverständlich gehen wir dann ins Freie, egal, ob das Etablissement das Rauchen zulässt oder nicht.
    Schönes Bonmot dazu: “We smokers ain’t gonna be killed by lung cancer. We’re gonna die freezing outside bars and pubs.”

  4. Falke

    @Rennziege
    Da drängt sich mir der Vergleich eines Nichtrauchers mit einem Veganer auf: Das ist so, als ginge ein Veganer in ein Steakhaus und beschwert sich dann, dass es dort nach gebratenem Fleisch rieche; und außerdem sei ja Fleischgenuss ohnehin ungesund, daher sei es im Sinne der Volksgsundheit, wenn das Steakhaus in ein vegetarisches Restaurant umgewandelt werde. Verliert der Wirt dann seine Kundschaft – Pech, kann man nichts machen, es gibt es für ihn ja das AMS und die Mindestsicherung. Ich bin übrigens absoluter Nichtraucher; es geling mir aber tatsächlich – Ortner, Votzi und all die andern mögen es nicht glauben – Raucherlokale problemlos zu vermeiden und mein Essen oder den Kaffee in Nichtraucherlokalen zu konsumieren.

  5. aneagle

    Herr Ortnr appelliert in seinem Artikel an die Vernunft, im Sinne der volkswirtschaftlichen Gesundheitsverbesserung. Das halte ich für einen Denkfehler aus unangebrachtem Optimismus.
    Die Erfahrung mit der Verbotsgesellschaft zeigt nämlich, dass die Einschränkungen immer im Namen der guten Sache geschehen und nie niemals aus anderen als altruistischen Motiven. So hat z.b. eine gewisse Frau Merkel, ehemalige Umweltministerin eines Nachbarlandes, anlässlich eines Statements in einer an Größenwahn gemahnenden Anmaßung,
    “Verantwortung für die Schöpfung” übernommen, ohne umgehend in eine geschlossene Anstalt eingeliefert zu werden.
    Es steht zu befürchten, dass die vielen Westentaschen -Merkels ähnliche Visionen haben und ihre Masse, macht wachsam. Wenn also eine Angelegenheit, das Beibehalten einer Lösung samt Wahlmöglichkeit der mündigen Bürger bietet und die pro und kontra Meinungen, je nach Zugehörigkeit zu den jeweiligen Interessensgruppierungen nahezu gleichauf liegen, ist wohl immer die Lösung mit der geringeren Einschränkung vorzuziehen. Das wäre der liberale Ansatz. Bin übrigens begeisterter Nichtraucher

  6. Thomas Holzer

    @Rennziege 14:38h
    Blicken Sie nach China, da werden soeben “Wohlverhaltenskonten” eingeführt: Ausgangsbasis 1.000 Punkte; sich brav verhaltend, wird natürlich der Kontostand vergrößert, sich “gesellschaftsschädigend” verhaltend, führt schnell in den Orkus

  7. Thomas Holzer

    @aneagle 17:06h
    Auch wenn die “Interessen” nicht halbwegs gleichauf liegen sollten, die Wahlmöglichkeit gleicht es aus.
    Zum wiederholten Male: Wenn schon “unsere” Politikerdarsteller überzeugt sind, dies gesetzlich regeln zu müssen, dann doch bitte ein Piktogramm, eine Tafel am Eingang, und “causa finita”
    Wobei ich auf ein Neues feststellen darf; wenn die Mehrheit der Bevölkerung rauchfrei speisen möchte, warum werden dann die Raucherlokale nicht boykottiert? Es wäre doch ein Leichtes, Nichtraucherlokale zu eröffnen

  8. Carl Schurz

    Der Staat kümmert sich um Innere und Äußere Sicherheit und gleiches Recht für alle. Damit ist er schon genug beschäftigt, wenn er das ernsthaft und gewissenhaft umsetzen will. Dafür reichen auch 10% Steuern. Dann haben die Bürger wieder die Freiheit ihr Leben so zu führen wie sie es für sich richtig erachten und nach dem eigenen Glück zu streben, sofern Dritte nicht geschädigt werden.
    Um dieses umzusetzen bedarf es einer humanistischen Bildung, von der wir einige Generationen entfernt sind. Leider.

  9. Kluftinger

    @ Thomas Holzer
    Jeder verantwortungsvolle Wirt kann sein Lokal als rauchfrei erklären. Jeder Nichtraucher (plus Umkreis) kann Raucherlokale meiden. Und, sie haben Recht, es gibt immer mehr Nichtraucherlokale durch freie Entscheidung.
    Aber wenn ich keinen Rauch vertrage, zünde ich auch kein Lagerfeuer an um mich dann zu beschweren dass mir Rauch in die Nase steigt.
    Verrückte Welt?

  10. waehler2015

    jeder kann entscheiden – rauchen oder nicht – nichtraucherlokal oder stinkt es ihm im geteilten oder raucherlokal zu sehr. das problem liegt wohl eher, dass die alte regierung ein verbot aussprach und die neue dies zurücknimmt. daran scheiden sich die geister. ansonsten sollte der status quo genügen.

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