Womit haben wir das verdient?

(WERNER REICHEL) Der ORF rührt derzeit die Werbetrommel für eine sogenannte Culture-Clash-Komödie aus heimischer Produktion.  Und das nicht nur, weil auch über den ORF massiv Fördergelder – über 500.000 Euro – in den Film geflossen sind.  Ein paar Bobos sollten sich also schon ins Kino verirren. Solche „völkerverbindenden“ Filmchen richten sich zumeist nur an eine Seite des importierten Culture-Clashs. Und selbst da nur an einen überschaubaren Kreis. Wer solche Filme mag, wählt in der Regel grün.

Culture-Clash-Komödien, beliebt vor allem im multikulturalisierten Frankreich, sind in der Regel einfach gestrickte Propagandafilme, die in Wikipedia so definiert werden: „Der Propagandafilm versucht den Zuschauer durch das Hervorrufen von Emotionen und Ressentiments gezielt zu manipulieren. Ein Propagandafilm steht oft im direkten Bezug zu den Maßnahmen (…) einer politischen Gruppierung (…), die die Produktion veranlasst oder fördert.“ Bingo. Auf „Womit haben wir das verdient?“, der Film, um den es hier geht, trifft das zu 100 Prozent zu.

Solche Filme machen Propaganda für die neosozialistische Multikulti-Ideologie, indem sie die realen und oftmals blutigen Konflikte, Probleme und    Entwicklungen dieser Politik verharmlosen, negieren, umdeuten, auf positive Vorzeigeeinzelfälle reduzieren und mit der Botschaft ums Eck kommen: Wenn wir – also die autochthone bzw. westliche Bevölkerung – nur tolerant genug sind, also unsere Werte verraten, unseren Wohlstand verteilen und unterwürfig sind, dann wird alles gut, dann erwartet uns das Multikultiparadies auf Erden.

Im Morgenjournal auf Ö1 wird der Film selbstredend ausführlich und positiv besprochen. „Womit haben wir das verdient?“ beantwortet laut Ö1 unter anderem die drängende Frage, was es bedeutet, „im Alltag Kopftuch oder Burkini zu tragen“. Danach wird ein akustischer Filmausschnitt eingespielt: „Dass drei Burschenschaftertrotteln einer Schülerin das Kopftuch heruntergerissen haben, hast du schon mitbekommen (…)“, sagt da eine Filmfigur. Alles klar. Man unterstellt einer kleinen Gruppe Dinge, die sie nach Wissensstand des Autors dieser Zeilen noch nie getan hat, während man auf der anderen Seite all das, was wir uns mit dem Import von Islamisten, Hasspredigern und dem Islam insgesamt aufgehalst haben, verharmlost oder ignoriert. So funktionieren Culture-Clash-Komödien, deshalb werden sie produziert und finanziert. Um das zu bestätigen, sagt Regisseurin und Drehbuchautorin Eva Spreitzhofer auf Ö1: „Die gleichen Leute, die jetzt ein Kopftuchverbot fordern (…) denen es auch überhaupt nicht darum geht, Mädchen zu schützen, sondern die wollen einfach nur Hass und Hetze“.

Frau Regisseurin, sie haben vollkommen recht, ich z.B. kritisiere das Kopftuch, das Symbol einer gefährlichen und totalitären Politreligion, nur deshalb, weil ich Hass und Hetze in der Welt verbreiten will (Während ich das schreibe, lache ich laut und teuflisch).

Dass prominente Islamkritiker und liberale Muslime wie Seyran Ates, Ahmad Mansour oder Hamed Abel-Samad nur noch unter permanentem Polizeischutz in Deutschland (über)leben können, wird in solchen Filmen nicht thematisiert, man produziert süßlich-schmierigen Ethno-Kitsch, dreht in vorauseilendem Gehorsam sich an den Islam anbiedernde Filme. Wie viele Kritiker von Burschenschaftern müssen eigentlich unter Polizeischutz gestellt werden? Eben. Deshalb kritisiert man sie im Gegensatz zu orthodoxen Muslimen auch so gerne.

So einfach sind Filme, in denen laut Ö1 mit „komplexen und vielschichtigen Themen jongliert“ wird, gestrickt. Die Regisseurin bezeichnet sich übrigens als Feministin. Dass ausgerechnet solche Frauen nun ihre Sympathien für den Islam entdecken, ist nicht überraschend, nur auf den ersten Blick widersprüchlich.

Antworten findet man unter anderem in der bei Linken verpönten Ethologie, der Verhaltensforschung. Frauen orientieren sich in vielen Fällen dorthin, wo sie Schutz, Macht, Stärke und Geborgenheit finden. Als in Europa noch die klassische Familie genau dafür stand, wählten Frauen mehrheitlich konservativ/bürgerlich, also Parteien, die die Familie als Keimzelle der Gesellschaft betrachteten und sie dementsprechend schützten und förderten. Das zeigt eine Analyse des weiblichen Wahlverhaltens im Zwanzigsten Jahrhundert von M. Eisen.

Als im Zuge der 68er-Bewegung der sozialistische Umverteilungsstaat die Funktionen der Familie schrittweise übernimmt, ändert sich auch das weibliche Wahlverhalten entsprechend. Nun ist der Sozialstaat der neue Beschützer und Anker. In der Wählerschaft linker Parteien sind Frauen deshalb überrepräsentiert. In Deutschland sind die Grünen sogar die Nr. 1 unter den Frauen. Die Grünen und andere linke Starker-Staat-Parteien sind aber nur eine Durchgangsstation.  Mit dem Aufstieg und der kontinuierlichen Machtausweitung des Islams in Europa beginnen sich nun viele Frauen, allen voran die Feministinnen, in diese Richtung zu orientieren. Links-feministische Lebensentwürfe funktionieren eben nur in einem sozialistischen Nannystaat, wenn dieser aufgrund des Ansturms aus der Dritten Welt kollabiert, wenn sich die europäischen Gesellschaften retribalisieren, werden die Feministinnen in  absehbarer Zeit ganz selbstverständlich mit Kopftuch, Hijab oder Burka herumlaufen, es mit derselben Überzeugung tun, mit der sie bis vor kurzem noch den Feminismus propagiert hatten.

„Womit haben wir das verdient“ ist ein Indiz dafür, der Film reagiert auf „humorvolle“ Art auf die Verschiebung bzw. Neuverteilung der politischen, gesellschaftlichen und religiösen Macht- und Kräfteverhältnisse, auch wenn es der Regisseurin nicht bewusst sein dürfte. Sie ist eben ein nicht besonders reflektiertes Kind unserer Zeit.  Dass vor kurzem der irische Popstar Sinéad O’Connor zum Islam konvertiert ist und dabei auf übelste Weise über die vermutlichen künftigen Verlierer dieses Culture-Crashs, die weißen Männer, hergezogen ist, passt ebenfalls ins Bild.

Auch in der ZiB2 wird „Womit haben wir das verdient“ beworben. Dabei sagt die junge Hauptdarstellerin ins ORF-Mikro, dass man im Jahr 2018 nicht mehr darüber diskutierten sollte, was man aufsetzen darf und was nicht. Ob das auch für Ku-Klux-Klan-Mützen gilt? Die ORF-Beitragsgestalterin kommt wie Fred Sinowatz zu dem Schluss: Es ist komplex.

Ist es nicht. Die Opportunisten schützen in dieser Frage Komplexität nur vor, um dahinter ihre Feigheit, Bequemlichkeit, Mutlosigkeit, Unterwürfigkeit, Beliebigkeit und Halbbildung verstecken zu können. Mehr nicht.

10 comments

  1. Dieuetmondroit

    Ich habe mit dem Kapitel “der österreichische Film” schon vor Jahren abgeschlossen. Wenn ich einem österreichischen Film begegne, wechsle ich die Straßenseite. Der letzte österreichische Film, den ich gesehen habe, hieß “Hundstage”, wenn ich mich richtig erinnere. Darin konnte man unter anderem sehen, wie ein Mann mit vorgehaltener Waffe gezwungen wurde, die österreichische Bundeshymne zu singen. Die nähere Beschreibung der erschwerenden Umstände, denen er dabei unterworfen war, möchte ich mir hier ersparen.
    Österreichische Filme werden mit viel ORF-Steuergeld gefördert. Natürlich nur dann, wenn die Botschaft stimmt. Und die Zuseher bekommen für ihr Eintrittsgeld noch das erhebende Gefühl, auf der “richtigen” Seite zu stehen.
    Und nach dem Kino kommt der Film noch ins ORF-Hauptabendprogramm, damit die Gehirnwäsche richtig greift.

  2. Der Bockerer

    Zu einem komplexen Thema eine einfache (und machbare) Lösung: Alle, aber auch wirklich ALLE Flüchtlinge in den Wohngebieten der Grünwähler ansiedeln. Und dann abwarten, was passiert…

  3. Mourawetz

    Propagandafilm ja, aber für wen? Für die Regierung? Wie kann das sein? Steger um Antwort bitte.

  4. fxs

    Der ORF ist und bleibt eine Propagandaorganisation der Linken. Warum wurde dem trotz Volksbegehren noch nicht die öffentliche Finanzierung gestrichen?

  5. Falke

    Bei einem österreichischen Film, der vom ORF mitfinanziert wurde, sollte man höchst skeptisch sein. Man kann absolut sicher sein, dass man dort mit der (links-grünen, politisch korrekten) ORF-Ideologie massiv indoktriniert wird..

  6. Cora

    @Der Bockerer
    Was passiert: die Bobos sind zu den Neuankömmlingen so, als ob sie ihre Brüder wären. Aber das war am Anfang bei Kain und Abel auch so. Dann hat Kain den Abel erschlagen.

  7. Johannes

    Eigenproduktionen des ORF zum gesellschaftlichen Themen sind von einer ganz besonderen Mission erfüllt, alles, so scheint mir, ist gut vorgekaut und teilweise, so scheint es, sogar vorverdaut und soll vom zwangsgebührten, ich spreche jetzt nur für mich, Konsumenten ohne erbrechen geschluckt werden.

    Ich verweigere dieses, von mir empfundene; “Waterboarding“, auch wenn ich leider bei diversen Werbungen für ORF unterstützte Produktionen zwangsläufig damit belästigt werde.
    “Paradies:Glaube “ war so ein Brechmoment der ohne Warnung auf mich losgelassen wurde, so als würde mir der ORF geradezu mit dem nackten Arsch ins Gesicht springen.

    Alles ist so durchsichtig und die selbstgefällige Selbstfeierung wirkt auf mich so dämlich das jede DDR-Produktion dagegen ein Meisterwerk, war, für mich zumindest.

    Sollen sie weiterhin ihre Eigenproduktion mit den Mitteln aus Zwangsgebühren machen, mit jeder dieser “Eigenproduktionen“ wird die eigen Unfähigkeit nur noch deutlicher und irgendwann wird dann hoffentlich auch in Österreich das Recht einkehren jene Sender konsumieren zu können für die man bereit ist zu zahlen.

    Auch da ist uns Ungarn schon weit voraus, die illiberalen Zwangsgebühren haben sie dort schon lange abgeschafft und stattdessen eine echte Freiheit der Wahlmöglichkeit geschaffen.

  8. Wien Meidling

    Offenbar im Gegensatz zu allen anderen Beitragsschreibern dieses Forums inklusive Herrn Werner Reichel habe ich den Film tatsächlich auch gesehen. Eines ist er mit Sicherheit nicht: Ein Propagandafilm FÜR das Kopftuch.

    Ich habe ihn als unterhaltsam empfunden, teilweise sehr lustig. Der Film zeigt die Perspektive einer Mutter, deren sechzehnjährige Tochter gegen die Gesellschaft aufbegeht. Also nichts wirklich Ungewöhnliches. Eher zufällig wählt die Tochte für ihren Protest den Islam, im Verlauf des Films sieht sie sogar selbst die eine oder Schwäche dieser Religion ein und protestiert am Ende dagegen.

    Die Mutter hingegen ist Feministin, das wird aber meiner Meinung nach in keiner Weise penetrant vorgetragen. Aus ihrer feministischen Motivation heraus ist sie generell gegen Religionen, weil sie die dort häufig anzutreffende Unterdrückung der Frauen ablehnt.

    Die anderen Familienangehörigen reagieren auf die Konvertierung der Tochter mit Zynismus, Unverständnis oder offener Ablehnung, ohne jedoch von den Filmmachern ins rechte Eck gedrängt zu werden. Es stehen hier eindeutig mehr die Dynamiken innerhalb der Familie im Vordergrund als Toleranzaufrufe.

    Wer selbst Kinder in diesem Alter hat wird beim Sehen des Films einen vergnüglichen Abend verbringen und die eine oder andere Szene vielleicht selbst schon erlebt haben.

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