Worauf man nicht stolz sein kann…

Von | 22. Dezember 2016

Die billigste Art des Stolzes ist hingegen der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. (Arthur Schopenhauer)

24 Gedanken zu „Worauf man nicht stolz sein kann…

  1. Antonia Feretti

    Stimmt schon! Einerseits! Aber ist andererseits doch ein sehr schlauer Gedanke. Er ermöglicht den ( von Schopenhauer nicht so bezeichneten aber wohl gemeinten) Loosern ein Erfolgsgefühl, macht sie zu Teilhabern eines größeren Ganzen, auf das man stolz sein kann und dem man sich zugehörig fühlt. Das nennt man Loyalität! Dass man dies auch missbrauchen kann, das ist leider eine Tatsache!
    Doch heutzutage mangelt es den Menschen an Gemeinschaftsgefühl, früher Patriotismus genannt! Wer von uns ist für sich allein betrachtet schon sehr besonders? Sogar die größten Genies bedurften des gemeinsamen Ganzen. Nur wir bilden uns ein, als isolierte Individuen bedeutsam zu sein. Empathie ersetzt Gemeinschaftsgefühl und wir begeben uns auf Egotrip, schreien “refugees welcome”, agieren als Moralexperten, empören uns über was weiß der Teufel alles und übersehen dabei, was wirklich gespielt wird. Wie bitte, konnten wir so weit kommen? Hat da ein gewisser Herr Schopenhauer, möglicherweise unbewusst, seinen Beitrag geleistet?

  2. Fragolin

    Nationalstolz ist der notwendige Kitt, um Einheit zwischen Menschen einer Gemeinschaft herzustellen, die sich gegen Angriffe anderer wehren können. Wer den Nationalstolz bricht vernichtet die NAtion.
    Ist Deutschland nicht gerade das leuchtende Beispiel dafür? Ein stolzes Volk voller Loyalität zu seiner Nation würde sich niemals so erniedrigen und mit sich umspringen lassen wie die Deutschen.

  3. Fragolin

    Übrigens wird das Argument, wie dumm es doch wäre Stolz zu empfinden für die Leistungen einer Nation, von den gleichen Leuten im Munde geführt, die ständig fordern, man solle Scham empfinden über die Verfehlungen einer Nation. Wenn ich auf die Leistungen der Vergangenheit nicht stolz sein darf, geht mich der ganze Nazi-Scheiß auch nichts an. Belästigt mich gefälligst nicht mehr mit eurem Sippenhaftungs- und Vergangenheitsbewältigungsgefasel.

  4. Der Realist

    @Fragolin
    Sie vergessen dabei nur, dass eine beachtliche Zahl an hauptberuflichen Vergangenheitsbewältigern und zu spät geborenen “Widerstandskämpfern” auf Staatskosten ein sehr kommodes Leben führen, und dabei auch noch medial verhätschelt werden.
    Und zu Vorkommnissen in der Nazi-Zeit habe ich überhaupt keine Schuldgefühle, erstens habe ich damals noch nicht gelebt, und zweitens gibt es auch keine vererbte Schuld. Den Nachkommen eines Mörders ist ja auch keine Schuld anzulasten. Das öde Gefasel von der Mitschuld der nachgeborenen Generation ist einfach nur primitive, gutmenschliche Denkart.

  5. Fragolin

    @Der Realist
    Das weiß ich. Ich wollte auch nur darauf verweisen, dass es die gleichen Leute sind, die uns einreden wollen, wir dürfen auf nichts Vergangenes stolz sein, die gleichzeitig fordern, wir müssten für Vergangenes büßen.
    Dass das nur Laberschädel sind, denen einfach ihr Fördersumpf trockengelegt gehört, steht auf einem anderen Blatt. Ich sehe diese Leute als Schutzgelderpresser an, die dem Staat einfach drohen: Du musst uns finanzieren und hätscheln oder wir erzählen überall herum, wie ewiggestrig und verstockt und voll Nazi du bist! und schon werden ihre Forderungen erfüllt. Sie lassen sich ja im gegensatz auch gut instrumentalisieren, indem sie zu unliebsamen politischen Gegnern und Querulanten gefälligkeitsgutachten erstellen, die diese eben als ewiggestrige Nazis hinstellen. Dann hat der Staat was in der Hand, das er seinen Kettenhunden von der SA (noch so ein Haufen mit Staatsknete finanzierter nützlicher Idioten) vorwerfen kann, damit die sich dann auf den bösen Faschisten stürzen können.
    Logische Zusammenhänge sind sowieso der ganzen Antifanten, Social Justice Warriors, Feministinnen und PC-Apologeten Sache nicht. Da wird erst das Vorhandensein des biologischen Geschlechts in Abrede gestellt und dann der Mann, den es nach dieser These ja gar nicht geben dürfte, zum Grundübel erklärt. Da wird die Existenz von Rassen verneint und behauptet, jeder Mensch jeder Rasse sei gleich, aber gleichzeitig das Übel der Welt im weißen Mann verortet, den es ja dann auch gar nicht geben dürfte, und wenn doch, müsste er doch genau gleich allen anderen, also weder mehr noch weniger verantwortlich für alles, sein. Es wird behauptet, man dürfe keinen Generalverdacht gegen Menschen einer Gruppe hegen, weil Taten immer Einzeltaten wären, hat aber kein Problem damit, alle weißen Männer einer bestimmten Gesellschaftsschicht pauschal zu verunglimpfen. Die bekommen es nicht einmal gebacken, einen wirklich kongruenten Satz zu bilden, weil es in ihrer gesamten Ideologie auch nichts irgendwie an die Realität Anstreifendes gibt außer ihren Hass auf bestimmte Menschen, den sie versuchen, verschämt hinter herbeigelogenen Argumenten zu verpacken, um in deren Namen dann ihre Aggression und ihren Hass auszuleben. Dass diese ganzen Ideologien von Antifa über Gender bis PC langfristig nicht überleben können und Trump sei Dank ihren Zenit überschritten haben liegt auch daran, dass sich auf Dauer die Realität Bahn bricht. Man kann wenige Leue eine lange Zeit belügen oder viele Leute für eine kurze Zeit, aber alle Leute für immer funktioniert nie.
    Meine Devise ist immer noch: mir ist ein Mensch, der ohne zu fragen einem Neger hilft dreimal lieber als einer, der wutverzerrt im Kampf gegen Andersdenkende über einen am Boden liegenden farbigen Mitbürger (oder Afroeuropäer oder positiv Pigmentdiskriminierter oder wie immer die Sprachverschwurbler die Realität zu umschreiben wünschen) steigt ohne ihn zu beachten. Und ich mache die Welt zu einem besseren Ort indem ich meiner alten Nachbarin unbezahlt den Rasen mähe und im Garten helfe und Einkäufe erledige und sie zu Weihnachten einlade, wenn sie am Heiligen Abend alleine sitzt weil ihre Kinder alle keine Zeit für sie haben und der eine Enkel im Ausland ist und der andere “Flüchtlinge” betreut, die dieses Fest verachten, während seine Oma bei den Nachbarn sitzt, um nicht allein zu sein. Ich brauche diese ganzen Idioten nicht, die sich ein Weltbild jenseits der Realität stricken und mir dann die Welt erklären wollen. Ich kann die nur auslachen, es sind Witzfiguren, ihr Gelaber ist Slapstick, und daran sollte man sie täglich erinnern.

  6. Falke

    Eine sehr treffende Analyse. Stolz kann man wohl nur auf eine eigene Leistung sein, keinesfalls auf etwas, zu dem man nichts beigetragen hat. Was habe ich zu den Leistungen meiner Vorfahren beigetragen? Nichts. Was habe ich geleistet, dass Österreich schön ist, große Denker, Dichter und Musiker hervorgebracht hat? Nichts. Ich kann natürlich froh und glücklich sein, in so einem Land zu leben. Aber stolz? Stolz kann ich darauf sein, dass ich einen guten Beruf erlernt habe, dass ich es zu etwas gebracht habe, dass ich damit etwas zu meinem Wohlstand und dem meiner Familie und des Staates beitrage, stolz kann ich auch sein, dass aus meiner Tochter (durch meinen Beitrag zu ihrer Erziehung) etwas geworden ist, stolz bin ich auch, wenn ich etwa einen Sieg errungen habe (ich bin aktiver Leistungssportler); aber nicht, dass Dominic Thiem oder Marcel Hirscher gesiegt haben – da freue ich mich für sie und für Österreich, aber “stolz” kann ich wohl darauf nicht sein, es war schließlich nicht meine Leistung.

  7. Christian Peter

    @Falke

    Völliger Unsinn. Ohne gegenseitiges Vertrauen, Kooperation und Nationalstolz ist eine Gesellschaft nicht überlebensfähig. Es gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass Gesellschaften verarmen, wenn Vertrauen und die Kooperationsbereitschaft in einer Gesellschaft abnehmen.

  8. Christian Peter

    @Falke

    Völliger Nonsens. Ohne Vertrauen, Kooperation und Nationalstolz ist eine Gesellschaft nicht überlebensfähig. Es gibt wissenschaftliche Arbeiten, die belegen, dass Gesellschaften verarmen, wenn Vertrauen und Kooperationsbereitschaft in einer Gesellschaft abnehmen.

  9. Christian Peter

    @Falke

    Diese dumme Argumentation hört man auch immer von den Linken, um Vermögenssteuern rechtzufertigen : Erben haben nichts geleistet, können daher enteignet werden.

  10. Mona Rieboldt

    Falke
    So denken viele Menschen, vor allem hier. Aber warum nicht auch stolz sein, was ein Land, seine Bewohner, insgesamt geschaffen haben. Und wenn Deutschland im Fußball Weltmeister wird, gibt es auch den Stolz auf die Nation. Auch wenn man, wie Sie sagen, nur stolz sein darf auf eigene Leistungen. Westliche Denkungsart halt, hier mainstream, auf die Nation darf man nicht stolz sein.

    Dagegen darf jeder Türke nur einfach stolz sein, weil er Türke ist. Eine Aussage von Seyran Ates. Derlei Windungen und Drehungen, wie wir sie machen, um jeden Verdacht zu vermeiden, wir könnten stolz auf unser Land sein, kennen andere Völker halt nicht.

  11. sokrates9

    Die intellektuellen Proletarier die in den 60er Jahren begannen die Hochschulen zu durchsetzen und die wissenschaftlichen Grundlagen der Analyse, These, Synthese usw durch rhetorisches Geschwätz zu ersetzen. Dadurch wurde die Analysefähigkeit der Gesellschaft / Wissenschaft dramatisch vermindert! Wer hinterfragt noch nach Ursachen der Flüchtlingswanderungen, welcher Wissenschaftler traut sich den Klimawandel als natürlichen Effekt zu thematisieren, Naturgesetze werden ignoriert, Gesetze der Physik ignoriert, da können Hochhäuser aus Sympathie mit den danebenliegenden Gebäuden in Sekunden zusammenfallen, es passieren Selbstmorde die im Gegensatz zu den Erkenntnissen der letzten hundert Jahre völlig atypische Symptome aufweisen, die Ökonomischen Theorien werden alle mit einem präpotenten Lächeln ignoriert! Stolz auf die Entwicklung ohne wissenschaftliche Grundlage können wir somit nicht sein!

  12. astuga

    Mag sein, blinder Nationalstolz ist tatsächlich nur dumm.
    Aber es spricht nichts dagegen, so wie man zu sich selbst ein grundsätzlich positives Verhältnis haben sollte, auch seiner Familie, Gesellschaft, Kultur und Nation eine positive Haltung entgegenzubringen.
    Das ist jedenfalls gesünder als die Verachtung und der Selbsthass auf alles europäische und westliche, mit dem die Linken aufzuwarten haben.
    Und das ja auch nur weil sie ihrem ideologischen Wahn verhaftet sind.

    Humanethologe und Verhaltensforscher Eibl-Eibesfeldt:
    “Die Leute, die so demonstrativ ihren Heiligenschein polieren, tun das ja nicht aus Nächstenliebe, sondern weil sie dadurch hohes Ansehen, hohe Rangpositionen, also auch Macht, gewinnen können – früher als Held, heute als Tugendheld.

    Der Mensch kann alles pervertieren, auch Freundlichkeit oder Gastlichkeit, und wenn die Folgen sich als katastrophal erweisen, schleichen sich die Wohlmeinenden meist davon und sagen: Das haben wir nicht gewollt.”

  13. astuga

    Jemand der sich selbst nicht liebt und annimmt, respektiert in Wahrheit auch alles fremde nicht.

    Er missbraucht es nur als Surrogat, solange es ihm nützlich scheint.
    Oder verachtet es von Beginn an.

  14. Falke

    @Christian Peter
    Was hat denn ererbtes Vermögen mit “Stolz” zu tun? Das ist eine reine Rechtsfrage; ich bin ja keineswegs stolz auf das, was mir meine Vorfahren hinterlassen haben, ich habe nur ganz einfach ein Recht darauf. Sie scheinen ja intellektuell mit deratigen Problemen schwer überfordert zu sein.

  15. astuga

    @Falke
    Eine Familie ist auch eine Gütergemeinschaft und besitzt mitunter eine “Tradition”, wie man ökonomische Fragen handhabt (im Positiven, wie im Negativen).
    Insofern kann man auch etwas stolz darauf sein, wenn man sich vielleicht über Generationen “etwas” erwirtschaftet hat oder ein Erbe bewahrt (Bauernhof, Forstbetrieb, Gewerbe, Industrie, Immobilie).
    Ist ja dann eine familieneigene Leistung (und mitunter auch Verpflichtung).

  16. astuga

    Nachsatz: den Sozis und anderen Etatisten wäre es natürlich am liebsten, dass alle nichts haben.
    Und sich dafür über die staatlichen Zuwendungen freuen (die man ihnen vorher weggenommen hat).

  17. Der Realist

    @Christian Peter
    als völligen Unsinn würde ich den Kommentar vom Falken nicht bezeichnen, da ist schon auch Wahres dabei. Die meisten haben heutzutage einfach verlernt, oder noch gar nie erlernt, Aussagen differenziert zu betrachten. Viele, und darunter die Politikerriege, können nicht mehr zuhören, jede Aussage von Andersdenkenden löst einen Beißreflex aus. Da fällt mir der Satz von Norbert Hofer ein: “Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist”. Diese Aussage wurde nur negativ interpretiert, sogar als gefährliche Drohung erachtet, auch kein Journalist schaffte es, darin auch Positives zu erkennen.

  18. Thomas Holzer

    @astuga
    “Der Mensch kann alles pervertieren,…………”
    So ist es!
    Schon Paracelsus sagte -so ich mich recht entsinne- sinngemäß: “Der Mensch soll alles in Maßen genießen”
    Egal ob Nationalstolz -früher auch Patriotismus genannt- oder Medikamente, Alkohol, Glücksspiel……….you name it!

  19. Christian Peter

    @Falke

    ‘Was habe ich zu den Leistungen der Vorfahren beigetragen ? Nichts.

    Sie scheinen überfordert zu sein. Ob man auf die eigenen Vorfahren oder den Staat stolz ist, ist einerlei, man nennt es Kultur bzw. Tradition. Ohne Nationalstolz gibt es keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine Gesellschaft würde früher oder später zugrunde gehen. Glauben Sie, es würde jemand freiwillig Steuern bezahlen ohne gesellschaftliches Zusammenhalt durch eine gemeinsame Kultur bzw. Tradition ? Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen die belegen, dass Gesellschaften verarmen, wenn die kulturellen Unterschiede innerhalb einer Gesellschaft zu groß werden.

  20. nometa

    Man KANN überhaupt nicht stolz auf eine Nation sein, das ist schon semantischer Bullshit. Stolz sein kann man auf eigene Leistungen, von mir aus auf Leistungen der Kinder – aber auf Leistungen von Milltionen von Menschen, die man nicht mal kennt und mit denen man nichts zu tun hat: Nein, darauf kann man nicht “stolz” sein. Das kann einen höchstens freuen.
    Wer behauptet, “stolz” auf sein Land zu sein, demonstriert nur seine minderbemittelte Intelligenz.

  21. nometa

    @Christian Peter: You’re a special kind of stupid, huh? Na ja, gibt’s in jedem Forum.

  22. nometa

    Argumente sind Ihre Sache nicht, das demonstrieren Sie regelmäßig auf penetrante Weise, aber passt schon. Mit Leuten wie Ihnen gebe ich mich nicht ab. Und Tschüss.

  23. Christian Peter

    @nometa

    Es gibt es einige wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema (u.a. von Robert Putnam), davon haben Menschen ihres Schlages aber wohl noch nichts gehört.

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