Wozu soll man Rechnen lernen?

Von | 20. September 2017

(A.U.) Eine bekannte Rechtsanwaltskanzlei steht regelmäßig vor der Aufgabe, junge Juristen und Konzipienten anzustellen. Wen soll sie nehmen, da sich heute ja viele Dutzend Bewerber um solche Positionen drängen (während Anwälte einst den Nachwuchs mit der Lupe suchen mussten)? Die Kanzlei entwickelte für die Nachwuchsauswahl ein ausgefeiltes Testsystem. Die Bilanz dieser Tests ist bestürzend und bietet ein vernichtendes Bild unseres Bildungssystems.

Denn während die jungen Juristen voll des Paragraphenwissens sind, haben viele in zwei zentralen Bereichen große Lücken. Erstens bei der Allgemeinbildung, also beispielsweise bei der Aufgabe, ein paar Minister zu nennen.

Das andere riesige Loch ist alles, was mit Zahlen zu tun hat. Dabei geht es nicht etwa um komplizierte Gleichungen mit mehreren Unbekannten, sondern um Fragen wie:  weiter hier

12 Gedanken zu „Wozu soll man Rechnen lernen?

  1. Christian Peter

    Jetzt hat man eine Vorstellung davon, wie begabt der Spitzenkandidat der ÖVP Sebastian Kurz sein muss, der als Jurastudent bereits im 1. Semester scheiterte.

  2. Andreas73

    Werter CP,
    schon erstaunlich wie sie absolut jedes Thema mit der Ausbildung von Hrn. Kurz verbinden.
    Ich denke das Forum hat geschnallt, dass sie kein Freund von Hrn. Kurz sind.
    Oder ist es so was wie Liebe, die man nicht zugibt, weshalb sie sich so an Hrn. Kurz abarbeiten?

  3. Thomas Holzer

    Aus dem Artikel: “Korrektes und verständliches Deutsch können die meisten übrigens auch nicht. Dafür gendern sie.”

    Warum auch? Man sehe sich nur die Gesetzestexte an, respektive versuche, diese zu lesen, “verbrochen” von “unseren” Parlamentariern 😉

  4. Leitwolf

    Das Problem ist wohl etwas grundlegender. Jedes Mal wenn jemand davon redet, dass Bildung der entscheidender Faktor sei überkommt mich Kopfschütteln. Ich meine wieso importieren wir nicht einfach einen Haufen Affen und bilden den nach allen Regeln der Kunst aus? Und ich meine das nicht rassistisch, sondern wortwörtlich: Affen!
    Die Vorstellung man könnte alles aus jedem machen ist nunmal eine Illusion. Niemals werden wir auch nur ansatzweise einen Ersatz für Intelligenz finden. Bildung kann das nicht leisten.
    Umgekehrt aber gilt es als hochgradig verpönt Menschen nach ihrer Intelligenz zu klassifizieren. Natürlich ist das eine subversive Eigenschaft, die sich nicht beliebing trainieren lässt. Sie bringt es mit sich, dass Menschen nicht gleich sind, und gesellschaftliche Regeln sich der Natur, und nicht umgekehrt beugen müssten.
    Es wird sich verschämt am Thema vorbeigemogelt. Es seien keine IQ Tests, sondern psychologische Tests zur Beurteilung von irgendwelchen Eignungen. Dies stünde zwar Behörden zu, aber keineswegs privaten Unternehmen. Und wo die Ergebnisse politisch nicht gewollt sind, siehe Aufnahmetests Medizin, dort müssen Quoten und andere Behelfe eine Lösung bringen.
    Am Mantra jeder könne alles werden muss unbedingt festgehalten werden. Mit der Konsequenz freilich, dass die größten Idioten in die höchsten Ämter kommen und dort maximalen Schaden anrichten.

  5. Dritter-Zwerg Von Rechts

    Dazu fällt mir ganz spontan der Slogan einer wahlwerbenden Partei ein “Jedes Kind ist sehr gut”.

  6. Thomas Holzer

    “Gebildet ist nicht der, der lesen kann, sondern, der ganz bestimmte Bücher und Texte gelesen hat” Konrad Paul Lissmann

  7. mariuslupus

    Die Unfähigkeit zu rechnen betrifft alle die irgendein geisteswissenschaftliches Studium absolvieren. So lange sie ihren, staatlich gefüllten, Lohnzettel entschlüsseln können, sind sie zufrieden. Aber es gibt davon einige die Politiker nicht nur werden wollten, sondern bereits Politiker sind.
    Ein Politiker braucht nicht zu rechnen, weil der Staat, den der Politiker (mit)regiert, kein Budget hat, wie die viel belächelte schwäbische Hausfrau, sondern der Staat kann jederzeit neues Geld beim Euro Mario, nachdrucken, lassen.
    Rechenaufgabe:” Lehrerin, Pepi wie viel verdienen deine Eltern, wen sie Eier verkaufen ?” Pepi:”Genau 1 Prozent”
    Lehrerin “Und davon, kann die ganze Familie leben ?” Pepi: “Der Papa sagt, das Ei kostet uns, ab Hendl, fünfzig Groschen, wir verkaufen das Ei für einen Schilling, und das eine Prozent ist unser Gewinn”.
    Lehrerin: “Bravo, Pepi”.

  8. KTMTreiber

    Das ein Teil der angehenden Juristen nicht wirklich die “hellsten Kerzen auf dem Baum sind”, ist jetzt aber wirklich kein Novum. Ich kenne wiederum einige Spitzenjuristen persönlich und bin mit diesen auch freundschaftlich verbunden. Die können alle ein Lied davon (was in den letzten Jahren in deren Kanzleien vorstellig wurde) singen.
    Im Übrigen schrieb ich mir schon vor mehr als 20 Jahren meine Einvernahmen bei Gericht auf der Schreibmaschine des damit befassten Konzipienten selbst, da selbige das Wort “Schreibmaschine”, maximal Tanzen konnten …

  9. Christian Peter

    Den Artikel halte ich für ein Märchen – dass Juristen kein verständliches Deutsch sprächen und 50 % der Jungjuristen nicht fähig seien, einfachste Rechenaufgaben zu lösen – wer es glaubt, wird selig.

  10. Christian Peter

    In Wirklichkeit werden Juristen heute weit besser ausgebildet, als vor 20 – 30 Jahren. Zum Beispiel : Unterberger hatte zu seiner Zeit den Doktortitel praktisch geschenkt bekommen, heute muss dafür ein 3 – jähriges Doktoratsstudium absolviert werden.

  11. Rizzo C.

    Wieso gehört es zur Allgemeinbildung, die Namen von ein paar Ministern zu kennen? Die meisten sind doch so bedeutungslos, dass sie höchstens dann auffallen, wenn sie sich mal besonders bescheuert daneben benehmen.

    Es ist mir auch unverständlich, wieso die Frage “was kostet in etwa ein Quadratmeter einer Eigentumswohnung?” etwas über die Fähigkeiten im Umgang mit Zahlen aussagen soll oder gar über mathematisches Können. Da finde ich es schon schlimmer, dass Schüler einer 1.Klasse HTL Informatik nicht wissen, wieviele Minuten eine Stunde hat. Nicht erfunden!

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