Warum die wichtigste islamische Hochschule der Welt den IS nicht und nicht verurteilt

Von | 2. Dezember 2015

Unlängst distanzierte sich der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich in einem Presse-Interview vom islamistischen Terror, indem er erklärte, dieser habe mit dem Islam nicht das Geringste zu tun. Deswegen halte er es eigentlich auch für eine Zumutung, zu Distanzierungen überhaupt gezwungen zu werden. Ähnlich reagierte der Zentralrat der Muslime in Deutschland, der in den Pariser Anschlägen einen „Verrat des Glaubens“ sah, der die „muslimischen Prinzipien in den Dreck gezogen“ habe. Wie unpassend für die europäischen islamischen Verbände und deren Vertreter, dass maßgebliche islamische Institutionen ihre Einschätzungen des IS nicht teilen. Die ägyptische al-Azhar Universität etwa, die als angesehenste und wichtigste islamische Universität der Welt gilt, weigert sich, den „Islamischen Staat“ als unislamisch zu bezeichnen und ihn entsprechend zu verurteilen. Und zwar deshalb.

 

18 Gedanken zu „Warum die wichtigste islamische Hochschule der Welt den IS nicht und nicht verurteilt

  1. Christian Peter

    Der Kampf gegen Ungläubige ist zentraler Bestandteil des Islam. Der Koran widmet mehr als 64 % seines Textes dem Kampf gegen Ungläubige. In Sure 8, Vers 5 heißt es :

    ”Siehe, schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Ungläubigen..”

  2. Mona Rieboldt

    Wahrscheinlich finden die Verbände in Österreich und Deutschland den IS auch gut, aber sie müssen halt in diesen beiden Ländern, wo sie noch nicht die Mehrheit haben sich anpassen, um nicht ins mediale Schussfeld zu geraten. Aber es klingt schon wie ein Scherz, dass der Islam nichts mit dem Islam zu tun hat.

  3. Selbstdenker

    Diese Gelehrten sind zwar keine Gentlemen, aber sie genießen und schweigen.

  4. Ehrenmitglied der ÖBB

    @ Christian Peter
    Die Zitierweise ist nicht ganz korrekt:
    “Siehe, schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Tauben und die Stummen, die nicht begreifen ”
    8. Sure; Vers 22.
    In der 9. Sure , Vers 5, da wird es deutlicher:
    “Sind die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen im Hinterhalt auf….”
    aber spannend ist es jedenfalls!

  5. Thomas F.

    Die Frotzelei ist, immer beim “Extremismus”, radikalen Fanatismus und “Islamismus” das Problem zu lokalisieren, während der “gemäßigte Islam” ja harmlos und willkommen wäre.
    Jeder, der zum Koran steht, ist ein Extremist und gemeingefährlich oder zumindest verrückt. Und wenn jemand nicht zum Koran steht, ist er eben kein Moslem. Dazwischen gibt es nichts.

  6. Reini

    Es wird doch über jeden Blödsinn in Österreich demonstriert,… Rechte gegen Linke, Linke gegen Rechte, Rechte gegen Flüchtlinge, usw…. hab aber von keiner von dem Islam gegen den Islamischen Staat gehört!! … wenn eine Gruppierung den eigenen Glauben zur Schande macht, sollte nicht der Islam selbst den Krieg gegen den IS führen? … nur so ein Gedanke,…

  7. mariuslupus

    Der zweckt heilligt die Mittel, eine Lüge für einen guten Zweck ist keine Lüge. Ein Ungläubiger der eine gute Lüge glaubt ist selbst Schuld, jedenfalls dumm. Ein Ungläubiger der verkündet der Islam hat mit dem Islam nichts zu tun, ist ein nützlicher Idiot. Vielleicht wird er etwas später geköpft.

  8. Theodor Much

    Wenn lt. neueren Umfragen (WZB, Bielefelder Inst., Amadeu-Antonio Stiftung, Deut. Inst. für Islamfragen, Anti Defamation League) 2/3 der europäischen Moslems die Scharia lieber als westliche Demokratie wollen und auch der Meinung sind, dass es nur eine mögliche Auslegung der Schriften geben kann, 50-64% (Österreich) Antisemiten sind und 44% glauben, dass wer für den Islam stirbt ins Paradies kommt, dann kann nicht behauptet werden, dass die Gewalt mit dem Islam nichts zu tun hat. Die Vertreter der IGGiÖ sagen nur das, was die Politik hören will und versuchen so zu tun, als ob der Main Stream Islam liberal und fortschrittlich ist. Schlimm, dass die Politik die wirklich liberalen Moslems (die es auch gibt) ignoriert!!!

  9. astuga

    @Thomas F.
    Es gibt keinen moderaten Islam, es gibt moderate Muslime.
    Die sind das aber nicht wegen des Islam, sondern trotz des Islam.

    Hamed Abdel-Samad

  10. astuga

    @Thomas F.
    Nachsatz: Es gibt sehr wohl noch anderes als nur Muslim zu sein.
    Wer sich zum Islam bekennt (Shahada) gilt als Muslim
    Wer den Glauben (Iman) äußerlich lebt und die 5 Säulen befolgt gilt als Muminin
    Wer den Islam verinnerlicht hat (Ihsan) gilt als Muhsin

    Selbst Terroristen und Fundamentalisten sind auf jeden Fall Muslime und Muminin.
    Aber vielleicht keine Muhsin.
    Ein sog. moderater und säkularer Muslim ist aber bloß ein (schlechter) Muslim, da er ja oft nicht mal den Islam äußerlich korrekt praktiziert, zB die 5 täglichen Gebete oder das Fasten.

  11. Fragolin

    @astuga 15:25
    Perfekt auf den Punkt gebracht.
    Aber wer behauptet, moderate Muslime wären eine (auch nur in der westlichen Welt anzutreffenden, in muslimischen Staaten aber ausgerottete) Randgruppe der Muslime, während die Mehrheit eine geradezu archaisch-aggressive und das Individuum zutiefst verachtende Kriegsreligion über jedes Recht und Gesetz zu stellen wünscht, muss sich mit der üblichen Nazikeule massieren lassen, die als Totschlagwerkzeug linker Diskussionsunkultur immer dann aus dem Gutmenschenköfferchen geholt wird, wenn es keine Argumente gegen eine Behauptung gibt – einfach, weil diese einer unbequemen und nicht in das fertig gerollte Weltbild des Gutmenschen passenden Wahrheit entspricht.

  12. astuga

    Vielleicht ergänzend.
    Einzelne Islamgelehrte der al-Azhar haben den IS schon verurteilt, allerdings oft in relativierender Weise.

    Die al-Azhar als solches offiziell aber nicht.
    Das ist also so wie wenn der Vatikan zu einem Thema schweigt, und nur einzelne Kardinäle ihre Privatmeinung kundtun.

  13. Christian Peter

    @Ehrenmitglied der ÖBB

    mir ist ein Fehler unterlaufen. Gemeint war Sure 8 Vers 55 :

    ”Wahrlich, schlimmer als das Vieh sind bei Allah jene, die ungläubig sind und nicht glauben werden.”

  14. Fragolin

    @Hanna
    Also ich schau mir das nicht an, denn die Klick-Statistik sollen schon die Radikalmuslime selbst erfüllen. Aber meine Gedanken, warum so etwas zur Nummer 1 werden kann:
    1. Der Großteil der jungen Muslime hat im Gegensatz zu den Deppen, die für deren süßes Nichtstun aufkommen dürfen, den ganzen Tag Zeit, sich über teure Mobiltelefone auf facebook, twitter und youtube zu tummeln. Weil sie auf dem Arbeitsmarkt schwerst diskriminiert werden – alte weiße reaktionäre Chefs weigern sich einfach, lernresistente, faule und präpotente Leute einzustellen und dafür zu bezahlen, dass sie den ganzen Tag am Handy herumspielen statt zu arbeiten – haben sie genug Zeit, sich radikale Songs in die hohle Birne wummern zu lassen. Was die Linken ja nicht mitbekommen ist, dass der durchschnittliche junge Radikalmuslim (gescheiterte Existenz aus dem Plattenbau, primitiv, sich mit anderen Primitivlingen zusammenrottend, dabei den Herrenmenschenanspruch stellend und auf Gewaltverherrlichung stehend) genau jenem Bild entspricht, das sie jahrzehntelang von der rechtsextremen Hinterhofglatze gemalt haben. Tja, manchmal kommt es aus einer ganz anderen Richtung und man findet sich mitten im wirklichen Pöbel wieder…
    2. Die Anzahl der radikalen, fundamentalistischen Muslime ist um etliche Potenzen höher, als die Beschwichtiger jemals zugeben werden. Moderate Muslime sind eine Randerscheinung der eigenen Glaubensgemeinschaft und von den meisten Glaubensbrüdern verachtet und gehasst. Der “normale” Muslim ist dies mit Haut und Haaren und allem, was zu einem Religionsfanatiker gehört.
    3. Es gibt auch eine erkleckliche Anzahl Menschen, denen Propaganda im Sinne ihrer Kriegsreligion sehr am Herzen liegt. Wenn man solches Geplärre von Gebetsrufen einer das Individuum verachtenden, Frauen diskriminierenden, Fremde hassenden und Gewalt verherrlichenden Religion über gefakte Klicks in den Charts nach oben pusht, wird das verbreitet, Radiostationen nehmen das ins Programm und Zigtausende nichtmuslimische Jugendliche bekommen das zu hören. Propaganda geht viele Wege und ihr tückischer Einsatz ist ja nicht mit Goebbels gestorben. Seine heutigen Jünger, egal ob sie auf der Suche nach Hinterhofglatzen oder Hinterhofmoslems sind, arbeiten mit den gleichen Mitteln.

  15. Lisa

    Genau: Hunterhofglatzen und Hinterhofmoslems haben ,ehr gemeinsam als sie annehmen. Die Verlierer in einer Gesellschaft haben aber keine Lust, sich mit Arbeit, Disziplin, Verantwortungsübernahme, Verzichtleistungen und was sonst noch so zur Reife enes Bürgers gehört, herumzuschlagen. Nicht als Rundumschlag gemeint: aber die 68-er, die eine neue Generation von Eltern, Erziehern, Lehrern heranzogen, müssen nun sehen (falls sie nicht schon via Ableben sich aus dem Staub gemacht haben), wozu diese “Befreiung” geführt hat.

  16. astuga

    @Fragolin
    Du solltest nicht den Fehler begehen, fundamentalistische Muslime für arbeitsscheue Konsumdeppen oder Versager zu halten.
    Die gibt es natürlich auch (wie bei den anderen Totalitarismen), aber viele stehen auch ganz normal im Berufsleben, oder sind mitunter auch akademisch gebildet.

    Man erkennt sie auch nicht zwangsläufig an Bart und Kopftuch.

  17. Fragolin

    @astuga
    Das bestreite ich auch nicht. Die pfeifen sich aber auch nicht stundenlang solches techno-Geplärre ein.
    Wie bereits gesagt, ich halte sogar die große Mehrheit aller Muslime als locker in die Kategorie “radikal” einstufbar.
    Aber die randalierenden, plündernden und brandschatzenden Truppen in den Londoner und Pariser und Marseiller Vorstädten entsprechen sehr wohl genau dem Bild, das die Linken von den Rechtsextremen malen (auch wenn man seltsamerweise keine Nazihorden solchen Verhaltens in unseren Vorstädten findet…) Ich möchte nur auf dieses seltsam verdrehte Bild zwischen Behauptung und Realität hinweisen…

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